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Der Israelit · 1906-11-15 · 46 (15.11.1906) · p. Seite 13

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
46 (15.11.1906)
Date
1906-11-15
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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IS November 1906 Der ^*rofltt. Nr 16. Seite IS. ״Es scheint nicht, wie ich jetu einsehe, denn eine so derbe (yniift wie die Eitrige habe ich noch nichf gesehen : sie win de dem ersten Rüubcrhaupt mann alle Ehre machen, so wahr ich Johannes vom Walde Heine." ״Was, der Schtuberhannes?" ״Die Welt nennt mich so, aber ich Heine Johannes dnrch den Wald." Denn es rar mir wohl, daß mein Ueberwinder von mir gehört hatte, und ich glaubte aus dem Ton seiner Frage einen gewissen Schreck, vielleicht sogar etwas wie Achtung zu hören." (Fortsetzung folgt. Dämon und Phintios in der Juden-alle. Bon Arthur Kahn. I-' Nacbdruck verboten. Er betrat beklommenen Herzens die Suuagoge. Hier herrschte im Gegensatz zur Hi tu׳, die über dem Städtchen brütete, eine wohltuende Mühle. Nur wenige Leute waren da. Bor dem Beginn des Gottesdienstes gab der Nabbiner dem Ehasan (Borbeter einige Anordnungen, für heute be sonders einzuschaltende Gebete für den todkranken Mitbürger. Der Schrein, in dem die Gesetzesrollen rnhen, wurde geöffnet, der Rabbiner nnd Borbeter, in ihre i^ebetmäntel gehüllt, traten vor denselben hin nnd sprachen laute (Gebete sür den Mranken, und daß der Hüter Israels, der nie schläft uock schirunmert, das schwere Unheil, das aus der Gemeinde laue, hiuwegnehmen, Krankheit und Tod fernhalten möchte. Dnrch die machtvolle Stimme des Borbeters angeiockt, traten neue Beter und auch einige Ehrifteu hinzu. Bon dem ergreifenden Gesang andachtsvoll gestimmt, bewegten alle in stillem Gebete die Lippen. Manche der Betenden schlnchzten leise: sie mochten voll Todesfurcht ergriffen sein, denn uock, immer waren neue -Opfer von der unheimlichen Krankheit erfaßt worden. Auch bei Berez löste sich der erdrückend auf ihm lastende Alp in einem erst langsam, dann immer unaufhaltsamer durchbrechenden Thränenstrom. Bon der Synagoge aus, begab er sich nach Hause, lvo Sprinz mit dem Abendbrod aus ihn wartete. Doch rührte weder er noch seine Frau das Essen an. Lpruiz betrachtete kummervoll den verhärmt aussehenden Schuster, der, still b ütend durch das offene Fenster in die Abenddämmerung hinausblickte. Drüben blickten die weitgeöfflleten Fenster von Goldchens früherer Wohnung >vie uachlnnstere Grabhöhlen inS Gäßchen. Weder Spriliz noch Berez nahmen wahr, daß der Gefeile, der lange Fsak, nachdem er seine und zu gleich des Meisters Mahlzeit verzehrt hatte, leise iveggegangen war. Sie merkten auch nicht, daß es heute, früher >vie sonst, nachtstill auf der Gaffe geworden, nnd der Mond aufgezogen ivar und sein von Dachwinkeln und vorspringenden Man sarden phantastisch durchschattetes Licht ins Gäßchen strahlen ließ. Die beiden alternden Menschen hatten über so vieles uachzudenken, uild worüber sie auch sannen und dachten, an allem hing der Wermursrropfen der Enttäuschung. Betrogen und belogen hatte sie die große Lebenshoffnung, die bei ihnen doch so bescheiden gewesen. Heut wieder, nach einem widerlichen Auftritt milder Schwieger lochter, die sich überall und immer benachteiligt glaubte, wenn es knapp herging und erbittert wurde, wenn Berez!licht ausbelfen konnte, waren sie wieder an die Zukunft gemahitt worden: die Zukunft aber, alter, armer Leute, die nichts besitzen, lvie den letzten :Hcü einer langsam versagenden Arbeitskraft. Nach einem arbeits und mühereichen und an Entbehrungen übervollen Leben, lag, wie eine finstere Gewitterwolke vor der verscheidenden Abendsonne, die Eristenffrage vor ihnen: ivenn die Hände schwach wurden und nichts mehr de schaffen konnten iür des Lebens Notdurft was dann? Sprinz dachte daran, daß Fechiel jetzt mcht so übel daran sei, wie sie und ihr Mann. Fechiel konnte jetu ruhig hinüberschlummern, allen Erden sorgen entrückt, aber sie und Berez? Ein tiefer Seufzer, der sich ihrer Brust eilt rang, riß Berez alts seinen schmerzlichen Ge danken. Er erhob sich schwersällig und verließ die dunkle, heiße Stube. Sprinz blieb zwischen Wachen und Schlafen schwankend, zurück. Die Nuhe riugSnm tat ihr lvohl, die müden von langet Tagesarveii schmerzenden Glieder hingen ihr bleiern ain Leib, mühsain kleidete sie sich aus, betete verschlafen das Nachtgebet, in das sie in brünstig den kranken Fechiel einschloß und veiiank in sesten, traumlosen Schlai. Berez begab sich, leise die Stiegen erkliinmend. iil Fechiels Krankenstube. Dort saß neben dem wachhabenden Eheivra mann*,, Eiilil Morn, der, seit Fechiels Mrankheil eine Wendung zum Schlimmern nahm, jede Nacht im Hause zubrachte. Foseph, ivar seit einem halben Fahr auf dem Lehrerseminar und von seines Baters Mrankheit noch nicht benachrichtigt worden. Der wachehaltende Bruder der heilige!« Bereinigung schien Fechiel bereis den irdischen Drangsalen und Bedürfnissen entrückt zu halten, beim er blickte kaum von dem dünnen Gebet büchlein auf, so schwer es ihm auch fiel, bei dem schwachen Lichtstrahl der aus der Wohiistube durch die halboffene Türe fiel, die kleine Schrift des Büchleins daS von Buße, Bekehrung, Mrankheit und Tod handelte, zu lesen. Emil erhob sich tu «veilen unhörbar leise von seinem Stuhl, »ahm das feuchte Tuch, das auf Fechiels fieberglühender Stirn lag, und tauchte es von neuem ins Waffer zur Abkühlung. Wenn diese Handhabung ver richtet war, wurde es «nieder Hille in den beiden Stuben. Unweit vom offenen Fenster der Wohn stube, in der die beiden Gesellen, Bella und ihre Mutter regungslos saßen, brannte an der alten Sabbntlampe ein kleines Flämmchen, dessen spar liches gelbes Licht den Naum gerade genug erhellte, um!׳.och die Umrisse der Menschen ״״״ Ge^en stände notdürftig erkeilneit zu lassen. Die Stille und Negungslostgkeit «varen beklemmend. Es >var als harrte man mit ängstlicher Spaunuug auf etwas Großes, Erdrückendes, das unabwendbar nahte, irgendwo in diesen Räumen sich versteckt hielt, um dann aus einem Winkel plötzlich hervorzutreten. Peter hatte sich dicht an Herzchen herangesetzt; er fürchtete sich, weil er glaubte, der Tod lauere hier in der Stllbe, um nun den Meister mitzunehmen. Schlome Lorchs großer Kettenhund be gailii zuweilen laut zu heulen, als sähe er elivas Feindliches und die winselnden Töne drangen vom Hof a»ls gedämpft herauf. Dann packle die beiden Gesellen eine große Furcht, denn Peter hatte von seiner Mittler oft sagen hören, wenn jemand in der Nachbarschaft stiirbe, so würden die Tiere ängstlich, «veil sie den Tod zu erst wahrnehlnen. Dem Peter war heute Nacht das .Her; gar voll. Achtzehn Fahre war er im Hanse Fechiels, unbeschadet seines positiven Ehristengiaubens mit der Familie seines Brod Herrn wie ein naher Berwandter eng verivachsen. -Hier war er zu Hause gewesen» wie einst im Elternhaus und er hatte gar nicht mehr daran gedacht, daß eS einmal anders kommen werde. Fhn drängte es nun, lvo heute sein Her; des Leids und der Teilnahme so voll war, seinem Mit getühl irgend einen Ausdruck z«l verleihen. Mit leiser Stimme begann er: ״Meisterin, — Meisterin!" ״Fa, Peter," antwortete die aus ihren« dumpten Hinbrüten erwachende Frau. ״Meisterin,-gelt, wenn der Meister beute Nacht stirbt, so gebt Fhr die Werkstatt nicht aut — — und ich bleibe bei euch." ״Fa, Peter, Sie bleiben bei uns," bestätigte die Schneidersfrau mit müder Stimme. Dann ward es wieder stille, sodaß die Menschen ein ander atmen hörten. Puer dachte lange nach: noch hatte er, was ihm auf dem .Herren lag, nicht alles ausgesprochen. Nach einer Weile bc. gann er wieder ganz leise: Mitglied der Briiderichan ״Meisterin, gelt, wenn der Meister stirbt, so bab' ich noch siebzehn Gulden, die ich ihm geliehen Hab, zu kriegen: die geb' ich dann dazu. — ״, ׳TorttfOiiim uebf nächste Seite - Für den :Hcflnmcntril ift die :Redaktion nicht verantwortlich: insbesondere ist es ausschlieklich 2sch» de» Leser» die tm :Heflamrtril enthaltenen (»inpfehlungen ritueller ׳»Maren oder sonstige Angaben teligivnsglsetzlichen Eharakters aus ihre Zuverlässigkeit tu prüsrn. Kaiser Friedrich Quelle rat■;. —-- 0nVnl>H<-l1 u. n. - ..«»« tri n tili'ht 11. l(h1M1111ntlM111UN hi'wHhrt.‘* Billige Kalfeesorten i'fvI'fMont iiiitumem durch .Ui'ai» von 7/iilh! lit in Dosenu.Paketen. Mlnftcrfll arten ueuut 'ich ein reitende« ll11t»rbaltuna««p״l. welche» durch die defibetannte Mii'ikin'truincntin,>!!2!״ ,V Mi et der »1 direkt an Pr-xat. ״״״ jienaiid aedrnch! wird. 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Irr Mrinner'che Stiindent'lan iür oa« Soininer-Semeitkr von Pro׳, von Bolkinann »eint eine be, i,ökl,chen, Spiel ׳ich tummelnde »inderichar. während v. -chrodter da« Winterdalbiabr durch die B,r,»»1aen »iiierer Fugend ״n Schnee verberrlicht Kai. In die ,>1nnn Meinner mit d״«,!, künstlerischen Stunden planen dieselben?.,eie veriolgt wie di, bekannten BerlaaSiinnen durch den künstleri'chen Wand'ibmurt. io ,st bie'en stunden- Plänen, die überall, wo ׳Meinner- Idee verkauit wird, «rat!« erbälilich ׳ind, weiteste Perbreitnnq tu wün'chen. «Lparrn״ beint beute aügeinein b1t(vo׳una: ׳.Iber wie oft wirb, dawo« man aui der einen Seite ׳pari, aui der anderen wieder tum ,lentter bina11«geworien: ,lebe vansirau wird nn« de«dalb dankbar 'ein. wenn wir ikr einen stinaerjeia neben, wie «ich aui einiache Wett» viel Viel i> ׳paren tönt. 'LUkanntlnb bat >>eb der Uaiiee Conium de» ionder« in leut'chland aant unaebeuer aetteiaert. wa« inioieni ireudia bearuiit werden muü. al« dadurch aleichte»,« ein -Hact natifl im übermäniaen Alkokolaenuü bedinat 1it. Nun kann aber lede van-irau an ledem Piund üaiieebobnen etwa die Halite alio ra. ü״ Pig. nnd mebr sparen, ivenn >1e klnaer Weiie dem Uaiieeaetränk tu teder Ia׳>, eine Meiier- 'pit'e voll Pieiiier u. I,ller « Naiiee-<L'>eni tnievt. ladurch wird ,Varbe. Wodlaeichinait und llroma de« ttaiiee« bedeutend erbäkt und da« Vau«kaltm1a«bndaet bedeutend entlanet' vierin lieat da« gante lüekeimnis! Iiki« »I aiie» i^vei, - .,»» überall tu buben! ,'»» Crtittltal do'en mit dein Uaiieenkel, in Paketen und in kur Uuch« und va»«kalt ledr prakn'chen Paekütigen >u,r >״ta׳er, lanen.!önnchrii, Porteuandechern. .׳r. 9eau/rutot0r iLbekörnmlidi^ Lrand Marmer Jrwritttmochcr Ortgvaal Luqußu/rmt/) d/retf (hange ■ tenalim (aqruu^qrtmii (t/aeOiamp btiUteun/iiQu^adLu/ri aLU Seurahr für Riinhed a Ih/nhel Käuflich tflialUm/t/nim Weww D?hJnsilfMenhandL tmim. HoC/Ja RmI/l 1 .*uik är, Ü.I2I Hur immer kaltes Blut, mein $obn! o o o tu brauchst noch lange nicht zu verzazen, weil der Sa arrh gar nicht weichen will — r» gibt doch ,>ays ächte Lodener! Kays ächte Lodener Mineral Paft llen, die einfach brillant in d r Wirkung ,'ind, iah d r »ine Schacht l für H5 Pfg. holen, gebrauche die kleinen Dingee י׳יז*, Berfchrif. und du u»>»ft mit dankbar ß'tn, dah ich d r Fays Lodener emp'vl len habe. Lie sind bet mir unent« behrltch und die Minder sind ganz vrrfeffen daraus. Versuch'«, mein ,;unge!

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