Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-11-15 · 46 (15.11.1906) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
46 (15.11.1906)
Date
1906-11-15
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9894034--0902-7375385
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1 cljeNX^arf liierans ■HUUiAa yy_ fioffmanns Ceuiticus. * 1 I. t)lach;jnietjötjvigcr Pause hat?h'cftov Tv. Hoffmann dem ersten Halbbande seines Leviticus ksnnnenrars den zweiten folgen lasten. Eine ein gellende Besprechung des Werkes müssen wir uns für deute noch versagen. Wichter erscheint cs uns, vorerst den vrinzipiellcn -Standpunkt des Werkes zu betrachten. Die Persönlichkeit des verehrten Bersasscrs sowie seine Stellung als Leiter des Berliner Rabbinerseminars erheischen dieses u. (£. gebieterisch. Bergleichen tvir den Hoffmanil'schen .Koiitinentar mit seinem Vorgänger, dem Kommentar T. R. Hirsch's לצי^ל, so wird man eine unverkennbare Aehnlichkcit, aber auch manche Berschiedenheit finden. Beiden Kommentaren gemeinsam ist vor allem ihr unentwegtes Festhalten an de» Lehren des Judentums, verschieden ist aber die Art, wie sie ihren Standpunkt vertreten. Während S. R. Hirsch לצ״ל die jüdische Anschauung von dein göttlichen Ursprung der Tora niemals mit ausgesprochenen Worten gegen die Anzweif liliigen der Gegner verteidigt, es vielmehr dem positiven geistigen Gehalt des Gotteswortes über lägt, die Forschenden sür die eigene Wahrhaftigkcit zu gewinnen, widmet Dr. Hofsmann ge rade der Verteidigung der jüdischen Anschauung einen breiten Raum. Und ivir dürfen wohl sagen: mit Recht. Die Zeiten haben sich geändert,׳ ivas früher überflüssig erscheinen konnte, ist heute, namentlich für akademische Zwecke, bis zu einem gewissen Grade Rotwendigkeit geworden. Roch vor zwei Jahrzehnten war die Bibelkritik außerhalb eines ziemlich engen Kreises von Fachgelehrten säst unbekanntheute liegt fic aut der Strafte. Wir finden sie in Zeitungen, populären Zeitschriften, in Konversationslericis und zumeist als unbestrittenes und und unbestreitbares (5cgebnis der wissenschaftlichen Forschung. Hierdurch nehmen weite Kreise unserer Glaubensgenossen bibelkritischc Anschauungen in sich ans^ ohne fich vorerst überhaupt bewuftr zu sein, dag diese der Grundlage des Judentums widersprechen. Bis sie sich denen bcwnftt werden, haben fich die mi jüdischen Gedanken oft schon so tief ringefressen, daft es erst eines schweren inneren .Kampfes be darf, um fich von de״ Fesseln der fremden An schauung zn befreien. Und nur allzu oft reichen die .Kräfte und das Wissen der.Kämpfenden nicht aus für einen inneren Sieg. *) Das 1 uch i'fltiucu* übersetzt und erklärt von Dr. 3- £>offmann. Zweiter Halbband «Lev XVIII Ende), Berlin, M. Poppelbauer 1!**, 2 412 ,*א. Bis zum 1 Januar l‘.K)7 broslh b M., tznwbd. 7.20 M, Hlbsrzbd. x M., vom 1. Jan. 1907 ab 7.0<־ M., *.70 M., 9 D M Rl'it Freude begrüften tvir deshalb ein Werk, das es sich zur Ausgabe macht, Schritt für Schritt die ättfterlich so glänzenden HupokHefen der Bibelkritik nachzuprüfen, und nachzuweisen, aus ivie tönernen Füften ne neben. Wir tvollen uns jedoch nicht verhehlen, datz ein solches Unter nehmen Gefahren in sich bergen k a n u. Der Leier ist leicht geneigt, die Zurückweisung einer Hpporhese unr einen, Gegenbeweis zu verwechseln. Sehr oft wird ja ein solcher gelingen, und ift auch dem Herrn Berf. gelungen **), in zahl« reichen Fällen in jedoch nur nachzmvcisen, daft die Beweise der Bibelkritiker!licht zwingend sind. Der Leier aber, verwöhnt durch manche glänzende Widerlegung der nuiuonchen An lichten, wähnt, ohne eine solche sei die jüdische Anschauung nicht genügend gesicherter beginnt, sich selbst als Richter zu fühlen über die Ansichten des Judentums und seiner Gegner, ohne das Bewufttsein zu haben, daft er hiermit sich in Gegensatz zum Judentum stellt. Dieser durchaus nicht zu unterschätzenden (Gefahr sür den Leser suchte der Herr Verfasser bereits zu Beginn des ersten Halbbandes seines Kommentars durch die progainmarische Erklärung vorzubengen, daft d r jüdische Ereget fich immer von dem Gedanken leiten lassen muft, dag die jüdische Ueberlieferung rc ־־.'־־, שבעל göttlichen Ursprunges ist und die Erklärung für dunkle oder mehr deutige Stellen der schriftliche» Lehre היד־ שבבי־״ב enthält. Wünschenswert ift es, unsere Gegner ::׳לשיטת mit ihren eigenen Waffen zu besiegen, nonvendig in es für uns nicht. ״Wer an die mündliche Lehre glaubt, ivird es nicht im geringsten auffallend finden, »venn er in der schriftlichen Tora eine Lücke findet, rvclche du,ch die Tradition ansgefüllt wird". II, S. -':17׳. Haben wir diesen Standpunkt klar vor Augen, so können uns keinerlei Angrifie der Bibelkritik irre machen, sie iverden uns dann vielinchr bei manchen Stellen, über die wir bisher unachtsam hinweggegaugen find, zu tieferein Forschen in den Schritten unicrer Weifen veranlasse». — Die Ävologie gegenüber der Blbelkritik in keineswegs der Hauptziocck unseres.Kommentars Als dessen eigentliche Ausgabe haben ivir natürlich die Erkläriiiig des Teiles zu betrachten. Wie S- R. Hirsch לצי״ר, hat fich der Herr Verfasser bei feiner Erklärung durch die Bestimmungen der Halacha und die Lehren unserer Weisen leiten lafien. Er benutzt natürlich auch eine groftc Zahl alter und neuer jüdischer .Kommentareer verschmäht es auch nicht, überall da Anregung zu silchen, ivo fie ihm förderlich schien. Wir glauben den Stand Punkt des Herrn Verfassers richtig zu kenn- *y W,r verwegen nur aus 2. :4 f und 310 s. und auf die glänzende 2lt>rlN Bers's. Dir wichtigsten Instanzen gegen dir «ras WeUhauscn sche Hvpotbesr Berlin 1!»04 l 2eminarprogramm). zeichnen, ivenn tvir hierbei als sein Leitmotiv den Gedanken erklären: ivas Menschengcist GtlteS gesunden hat, ist gerade gut genug, um uns dem Verständnis des Gotteswortes näher zu bringen. Die eingehendere Besprechung des Werkes sei einem weitere» Anrkel Vorbehalte». L>. U$n den Samaritanern. Bon Rabl׳. Ir. H. ftorniA*bcracr in Pleschen. < Jortsetzung.) Zit jener Zeit refidierte der König inHaran '), und sie schickteil ihm ein Blich «Schriftstück) nach Haran, da sic gehört hatten, daft der König dort, hin gekommen Ware. Und fic sprachen zun« .Könige: ״Das Land, in dein wir wohnen, ist ein Land, das seine Beivoliner ansspeit Wir gehen zu Grunde,!vir alle gehen zu Grunde. Regen kommt nicht auf sie vont Himmel herab, und die Erde giebt nicht ihren Ertrag, 1«nd eine grofte Zahl von uns sind in ihm gestorben. Und das Gewild des Feldes tötet alltäglich Leute von uns. Und die Bäume des Feldes geben nicht ihre Früchte. Befrage doch unseretwegen deine Diener, die .Kinder Israels, ivelche in ihn« wohnten, über das, was sie taten in dem Lande, daft wir fernerhin also lhnn und nicht sterben lind das Land nicht verödet werdeB Und d .mals kam ihr Schriftstück z»nn Könige von Assprien nach Haran und er schickte uird lieft den Hohepriester Abdeel, Sohn des Asarjah, und Asaj, Sohn des Simeon, de» Fürsten des Stammes Joseph, rufen, denn sic lvohnten int Lande Haran. Und der König machte ihnen Mitteilung über das Schriftstücks das zu ihm gebracht worden war von den Heiden, weiche im Lande Samaria lvohnten, und daft jene kennen zu lernen lvünschten das Gesetz des Landes, die Lebensweise, die sie im Lande zu üben pficgten, bis es nicht mehr so war. Und sie antworteten lind sprachen: ״Unser Herr' £ König! ׳Wir haben einen Berg in der heiligen Stadl Sichen«. Der Rame dieses ausenväkltcn ^rtrs ist Berg Gerisim Beth El, auf dem wir dienen den« Ewigen, unserem Gotte und uns bücken vor Seiner Herrlichkeit.» Und der Ewige lieft Regen kommen * Haran wollt für Äram ,Lvrien,: gemeint ist wohl drr 2. »tön. «, 2t erwähnte König Be» Hadad, offenbar verwechselt mit dem nachher genannten Ässurerkönig 2al inanaffar. Man beachte >rdoch, daft »ied. 2, l!« der Be gründer der samarilanischen 2ettr 2anbaltat als חר;י ״aus Haran B««h ühoron stammend" bezeichnet wird. Zu den Belästigungen der Juden durch die 2amar,taner vgl auch Josrphus, Ältenümer XI, 4 und Drr Beiname ״Beth Kl» s.ir den Berg «rriüm siaininl wohl davrr, daft uch drr vom afsvr. König ihnen zugrsandte judäische Priester m Beth Kl bei samaria, in denen Nähe >a der «erisim liegt - nirdrrllrk 2. »tön. l7. 2*). Bgl auch I osl a. a.-L. 4«>. tzridrr kenne ich rme Fottsrvung drr von He, den heim in Hrst III seiner Deutschen Bikrteljahresschrist begonnenen ״Untersuchungen über die 2an1aritaner» nicht.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.