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Der Israelit · 1906-11-08 · 45 (8.11.1906) · p. Seite 11

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
45 (8.11.1906)
Date
1906-11-08
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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H. '.,ioucmbcr 1!K)6 Mit diesem Berichte verbinden wir noch den Dank an den Schulrat der Israel, Religionsgesellscharr für die srenndl. Ueberlassung des Saales, sowie an die Stausmanitsche Buchhandluni. :!1 Zranksnrt a. M., ivelchc dein Borstand einige Reucricheinnnge,? der jüdischen Schullitteratnr zur Bcrsüauna gestellt batte. Mögen die Beschlüsse der hanplversammlurig in beiden, ioivohl für die äußere und berns Iiche Stellung des Lehrers als auch sür die Zn knnst des gesetzestrenen Zndentums hochlvichligen Punkten dazu beitragen, daß der Geist der Einigkeit in den Reiben dev gesetzestrenen Gebier immer mebr Wurzel saue und die Erkenntnis fördere, daß eine würdige Stellung des jüdischen Lehrers nicht mir Zllsriedenhkit und Berufs frcudigkeit erzeuge, sondern banvtsächlich der Eie meinde und ihrer schule zugute komme. Dann wird sich die diesjährige Bersainmlnng als bedeutsanier Markitein in der <^efd>id)to des Bereins erweise״. Verein der jüdischen Lehrer in den Rabbinatsbezirken Emden, Oldenburg, Bremen. Protokoll über tue 72. siontcvoh.\;11 lintbcit aut *. Cftobcr >!">'!. Bon 31. (sUmjriialt in Esens. Zn der bentigen Tagung ballen sich die Mit glieder unseres Bereins recht zahlreich einge runden. Eingcieircl ivnrde luisere diessährige Stonserenz durch eine Lehrprobe des Kollegen Gold sch in i d r, Delmenhorst über: ,/Borübnngen zum Uebersetzmigsninerrichr." DerStollegeerläutert deii Zpveck dieser Lehrprobe dahin, die Bersamin lnng mit der Praxis der neueren Methode de kaiull zu machen. die inr U bersetzen des hebräischen in nilseren Bolksschnlcn jetzt allenthalben erprobt iverden. Biit Bindern des zweiten Schuljahres, die vorher ani llebersetziingsiinterricht noch nicht teilgenoiinnen harren, übte er in recht anregender Weise die persönlichenZ-ürwörrer in Berbindnng mir einigen Eigenschaslswörrern ein. Zii der sich anschließenden Debatte ivnrde einmütig anerkannt, dag die Lehrprobe technisch sehr gut dnrchgesiihrt tvar. Zm allgemeinen aber konnte man sich ׳ür die nettere Methode nicht besonders begeistern. Zwei Ansichten standen 'ich gegenriber. T ie (Gegner derselben Methode wiesen daraus bin, daß unser Uebersepnilgsunterricht vor allem Religionsnnrer richr sein müsse, der die Herzen und ('■Vimiter erwärme; während die uns vorgesührte Methode diesen Unterricht zum rein graunnatikalischcn Sprachunterricht mache, der die Herzen kalt laste, lind den Bindern das hebräische eher verleide als licbgrtvinncn lasse. Erivähnl ivnrde auch, da׳-- die neuere Methode in den ncneren sprachen sich inimerniehr unserer bisherigen Uebersetzniigsiveise nähere; daß diese also doch nicht so schlecht sein könne, wie sie die Gegner darznstelie» belieben. Das hanprgelvichl וסי auch hier, wie überall, ans fleißige llebnng zu legen. Die Anhänger der neueren Methode rührren dagegen aus, dasz man diese nicht nur nach der heutigen Vehrprobe be urteilen könne, die ja nur die a l lerer itcn Bor Übungen darstellen sollte. Sie betonten, das; bei einiger Schulung der Binder iit der vorgesührten Beeise, diese weit selbständiger im Uebersetzen wür den,׳ und ivas man erst an Zeit verliere, würde nachher durch die Selbstvorbereitung der Schüler wieder eingebolt. t'Inch hier gelte die Wahrheit des Sprichwortes Eile mit Beeile. Zum Schluß wurde dem Referent n der Dank der Bersamtiilung ausgesprochen. Alsdann begaben sich die Sion ferenzteilnehmer zum stiordheimerschen Gasthose, wo die Berhandlnngen fortgesetzt lvnrden. hier begrüßte im Austrage und an 3teile des eriten Borsttze den der ziveile Borsttze» de linseres Bereins, Herr Wolrs Anrich, die Anweiende». An knüpfend an den Bcrs in 2""-'- :ר.לל «ei ׳^ר. יב בי ב ivcist er daraus hin, tvie der Psalrnist in dieicm Berse die beiden Leiten des menschlichen Strebens und Ringens berühre, nach welcheit ini allgemeinen das Leben des jüdischen Mannes stch abivickein ׳olle, iitio in der Leuten; Der szsraetit. zni» Ausdruck gebracht werde רציו לי״"וחציו, nämlich einerseits den! himmlischen, Zdeellen tiachzitleben und nachzilstrcbcn, andererseits aber auch das Materielle, das Stieben nach Selbst erlialtung nicht zu vergest'eit. Rach beiden Leiten habe unser Bereiit sich im vergangenen Zahre betätigt, Rack, der ideellen Leite, indein er durch den Anschluß an den Bund gesepestiener Lehrer gezeigt habe, daß seine Mitglieder stch gegenüber der! ncologen Strömungen als 3 2יבי2ורי א3ו, als die treuen Hüter des Bermächrnisses bewährt, das unsere Barer am Sinai übernommen, und dadurch vielen Kollegen im deutschen Van de znm Belvußt sein gebracht, ivas sie sich selber und dem tradi tionelle» Zndentiim schuldig seien. Strebe doch insolgedessen selbst der Berbandsvorstand darnach, in seinen Labungen die Bestinnnnng sestznlegen, die unser Bereiu ans dem Berbandstage zu stassel beantragt halte. Z-rohbewegt rnie er deshalb den Kollegen den talmudischen Spruch zu: בי־וך צכובי עולביו ל׳ג״טי׳ם*. Aber auch die materielle Leite habe uns in diesem Zahre beschästigt. Anläßlich des Schnlnnterhaltungsgesetzes fei auch unser Berein am Platze geivesen, »m mit den Z ihrer״ anderer Gemeinden und Bereinigungen der drohendeil (Gefahr wirksam zu begegnen und dlirch rechtzeitig getronene Maßnahmen stch in die Bresche;1! stellen. Und mir hätten die Genug tiluiig, nnsere Arbeit durch das vorliegende Gesetz von Erfolg gekrönt zu sehenso daß er auch in dieser Beziehung der Bersainmlnng zurnren könne- 2^.- ליבוביריב. Wenn auch von vielen die Simultanschnle als Zdeal angesehen iverdc, so sei sür unsere Bcrhältnisse die Sion sefsionsschnle, tvie das Eiei'etz sie uns belasse, doih vorznziehe». Die von hoher Begeisterung getragene Ansprache schloß mit einem hoch mit Leine Majestät, den deutsche» Kaiser, der sich gleichsam als ein ר*'”’ der ideellen und materiellen Güter seines Bolkes zeige. ״Aber," fuhr־ ber Redner nach verklnugcnein slaiierhoch fort, ״ich habe mich noch einer herzensprlicht zu erledige׳>. Biii vollem Rechte ivenden wir das Wort *ברוך ׳2״ ' עילבד ריבינו־יב ans unseren hochverehrten reis schul inspektvr, Herrn Dr. Lob, Emden, an, der sich von der ersten Stunde seiner Wirksamkeit als ein צונו,־ אנוינים• erwiesen hat Wie bat er aber erst in der kritischen Zeit sür die Schule gekämpft und gestritten. Mil Hintansetzung seiner Person hat er stch nnsern Interessen gewidmet und mit E:ser stch bemüht, eine Wendung znm (Hut■» herbeiznsühren. Tasür bringt ihm der Berein am heutigen Tage liesempfnndenen Dank dar und vereinigt hiermit den Wunsch, der gleichzeitig zum Gebet wird, daß es ihr» noch viele Zahre vergönnt sein möge, in Daseins und Schafsenssrendigkelt seines Amtes znm Lege!׳ der il»n unterstellten Gemeinden, znm heile der Lchnle und ihrer Lehrer zu walte». Die alli'citige Zustimmung betvies, wie der Redner es versanden hatte, den Gefühlen der Bersanunlung den rechten Ausdruck zti verleiheil. Da der Herr Landrabbiner dlirch eitle Gcrichrsverhandiiing verhindert >var, dem Beginne der Stoineren; beizinvohnen, wurde einstimmig beschlossen, ihm diese Dankesbekundung schriftlich zu votieren. Darauf erstattet der erste Borsitzeude, Löwen st e i 1t, Zever den G e s ch ä r t s u n d Sin s s e b e r i ch t. Die Sinne schließt mit einem ,Fehlbetrag von ß,, 0.; dem Rcchnuitgsfnhrer ivird Entlastung er teilt. Der Bericht handelt iveiter von dem Zubi länm dcS Siollegen L tränst, Papenburg, von nlisercni Berhältnis zum Bunde gesebeslreuer Vehrer, von einer Bersamtnlnng der Vandrabbiner der Provinz Hannover in Berdindniig mit einigen Borstehern und Lehrern, tvelche ans Anlaß des Lchullliiterhaltiingsgeseyes in Bremen stat sand, von der Audienz der Herren Landrabbiner beim Herrn Minister,!vorüber den preusz scheu Bereins Mitgliedern ansrührlicher Bericht;!!gegangen war, und schließt mit Mittciliingen über den — yr, der von einer Anzahl Lebtet unietes Bereins mit Unterstübung des Bundes in Wiltmund ins Lebet! gerusen worden ist. liittetdenen waren 2 Begrüßuttgstelegrnmme eingegangendas eine vom Bundesvorstand, aus ^-rankrun, das andere von Dt. Roscitack Bremen. No.!.׳>. Len, 11. Es rolgt nun das Rererar des Stollegen Slletn, Rorden: Der Religionslliitetricht in den Zi l i a l g e m e i n d e n. Zn sehr geschickter Weise entledigt der Borlragende stch seiner Anrgabe. Er lveist ganz besonders ans die Wichtigkeit des Religioiisnnrerrichts iür solche Sk in der hin, die in einer christlich koinesstonellen Lchnle erzogen wor den, des regelmäßigen Besuches des nst'tresdienstes enthehren und wenig nur jüdischen Z-ainilien zusainmenfvmttien: nne dies ja in den meisten Z-ilialgknieinden der Provinz Hannover der Zoll ist. Aus der Praris schöpsend, betont der Referent, daß der rein stistematische Religionsnnterricht, der vielfach auch im Lehrplane unserer Religions schule einen zu breiten Raum einniinnit, 1>n Unterricht der Zlveiggem.inde mit seiner bc schränkten Lknndenzahl ans ein geringes, aus das allernot'vendigste beschränkt' werden »»ine; da er vieliach nur den Berstand. nicht aber das Gemüt und den Willen stärke. Aber grade die Entwicklung dieser beiden sträsre sei die Hauptsache, wenn der üi'eligionsnnterrlcht nicht nur rür die Lchnle, sondern auch sür das jüdische Lebe» Z-rüchte tragen soll. Lein hauplaugenmerk richtet er zunächst aus das hebräische Lesen, das bis zur größtmöglichsten Z-enigkcit geübt werde! müne. Um diese aber zu erreichen, genügten die paar Unterrichtsstnnden nicht, und es müne die häiisliche Uebnng helsend eingreisen. Ein gutes Mittel, diese geivinernuißen zu erzwingen nnd zu kontrollieren, bestehe darin, von Woche;» Woche geeignete Ltlicke memorieren zu lasten. Lelbst verständlich müsse das mäßig »liid dev Alterssturen entsprechend betrieben iverocn. Bei den llebungen in der T nlloh empsehle es stch, diese so anzuordnen, daß die Siiudee gleimzeirig Ni den istang des (Gottesdienstes praktisch eingerührt!vürden, nnd sie so lange sortzuseheu, bis die Lchüler stch nicht mehr die Leiten zahl zu merken brauchten, sondern iinstande feien, an! Berlangen ein bezeichnetes lstebetsstück sorort anszuschlagen. Lvbald die Stiudcr im mechan!!ck!en Lesen weit genug gesördert seien, müsse ilmen der Gottesdienst an schanlich vorgesükrt und die verschiedenen Eiegen stände, ste dabei zur Berivendung kämen, gezeigt iverden - wie Lckiosar, Megilloh, Esrog, Liilar lmv. Auch den lithnrgischen 'besang pflege man!üiveir wie möglich, nnd übe einige leichte, allerorts gleichlankende (Gelänge ein. Zm (üebetübersetren nehine man zunächst nnr die leichteren Sachen; spater könne das Gebiet je nach de:! Berhältninen nach Umtang lind Schwierigkeit erweitert werden. Auch mit einige» wichtigen Regeln der hebräischen (Siramniatik seien die Schüler vekannt zu macheu. Zn ber bibl. Eieschichte bilden!'äiurliche Schüler in Rücksicht ans die geringe Zahl nnd die knappe Zeit eine Abteilung. Ai» besten iverde der Stoff ans einen zweijährigen stnrsus verteilt. Wesenl iich sei es, daß den Schülern die ethische Seite unserer Religion zum Bewu nein gebracht iverde, und daß ׳-e gegen Angriffe und tsterahien, denen sie!vcgen ihrer Religion vielfach ausgeseßl seien, geivappnet würden. Em regelmäßiger Ehumischunterricht könne in der Zilialgeineinde leider nicht erteilt werden, nur ausgewählte Abschnitte könnten dnrchgenomnien iverden; hauptsächlich solche, die a!t den Zeierragen vvrgelcseu würden. Zedoch empsehle es sich, die ivöchentliche Sidroh benennen, im Eknmesch anssnchen ^11 lassen 1mt> den Znhalt mit einigen kurzen Läpen anzugeben. Zum Schluß envähnl der Referent noch, daß unsere Zügend geivappnet iverden müsse mit starkem Willen gegen jenen Sport und frivolen Wip in unser» eignen Reihen, dem sie leider mit allzuoft ausgeseht ׳ei, wenn sie d n religiösen Anweisungen von Schuie und Haus tleu bleibe, die Stmder m!l dem Wesen des Zudeutinns bekannt zu uiacheit und sie rür unsere hl. Religion zu envarmen und zu begeistern sei deshalb vom Lehrer «ls Ziel itets im Auge zu behalten Der lebhafte Beifall, der diesen Ausrükrungen seitens der ^rsammlung gezollt wurde, zeigte, n׳ie sehr der Bortragende den Anweseiiden ans dem Herzen gesprochen halte; und die Dankesworle des Borsitzenden für den Rrieievieii sunorn begeisterten Widerhall bei den Zuhörern. iLcktuü folgt. *

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