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Der Israelit · 1906-11-08 · 45 (8.11.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
45 (8.11.1906)
Date
1906-11-08
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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Crzie^ung und £»ei? I I i Die fiaupfoersammlung des ״Unabhängigen Uereins Israel. Lehrer i. ßroßberzogi. Ressen“. Bon ה. Lebcrman» in Darmstadt. Uirter ouficrovbciitlidi zahlreicher Beteiligung wurde die diesjährige Hariptverfamnilung au, Sonntag, den 4. '.ffovembcr in Iranksurt a. M. in der Aula der Realschule der Israel. ReügionSesellschast abgehaltcn. Bon de» hessischen Rab iueru wohnten derselben die Herren Dr. Marz- Darmstadt, Dr. Bondi-Mainz und Dr. Llcuivirth Bingen bei. Außerdem konnten ivir den Bor sitzenden des Bundes j. L., Herrn Dr. Lange, sowie die Herren Lehrer Hirschberg und Adler, sowieDberkantor Pessachowitsch in Iranksurt a Nk. als »verte tsläffe begrünen. Da der Bereu» seine», Borsitzcnde» in, vorigen Jahre leider durch den Tod verloren hat, er öffnete Ehrmann Iriedberg als ältestes Borstaudsmitglied die Bersaiiiinluug unter Begrünung der Mitglieder u»»d Gäste und »vidinete dein ver storbenei» Borsitzenden Dr. Barnaff Pfungstadt einen ehrenden Nachruf, sowohl die hohen Eigenschäften des Berblichenen, als auch dessen Berdienste um den Bercin dankbar her vor hebend. Zum Bericht über die Tätigkeit des Borslandes im letzten Jahre übergebend, entschlildigt der Borfftzende die verspätete Einberufung der Ber sammln,ig »nit der Stell iliignah,ne zu dem be kannten Gesetzcntivnrf betr. Organisation der israel. Religionsgemciuden in Hessen, »velcher vor einigen iU0»u»tct, den Ständer! z»»gegar»ge»» sei und eine gründliche Borbesprcchnng der beteiligten Faktoren erfordert habe. — Bon den Einrichtungen unseres Berei»»s sei eigentlich nur der Stand der Hilsskasse unbcsriedigend. Jedes einzelne Mitglied niüffle nach dem Beispiel anderer Bereink tatkräftig für diese (Gelegenheit zur Selbsthilfe cintreteu und die Werbearbeit nicht einigen Herren überlaffci». — Die Rechnungsablagc ergibt einen Kaff'ebestand von f»(x h » Mk. ׳?»'ach erfolgter Prüfung der Belege durch zivei Revi sorci» »vird dem Kassierer Entlastung erteilt und außerdem beschlossen, zur Kenntnisnahme der Kassenverhältuisse, soivie zur Aneiserung alle zivei Jahre den Mitgliedern einen gedru»kteu Rechen schaftsbericht zngehen z»» lassen. Der folgende P»1»kt der Tagesordnung — Gesetzent >v u r s betr. Berlvaltung der israel. Religio usgc mein de n — befrfiäftigt die Bersammlung in hervorragendem Mage. Wnb bevirrtv ja infolge seiner für das hessische Judentum tief einschneidenden Bedeiltung der heutigen Berianunlung das Gepräge. Herr Ekiniann beiprach den historischen Werdegang der Sache und erwähnte beionders die bisher von dcit Israel. Lehrervcreinen »vic a»»h von einzelnen Mitgliedern zur Berbenerung unserer Stellung unternommenen schritte. Unter Hinweis an» alle bezügl. Bestimniungen des Entivnrss, soivie nnter kritischer Darlegung aller wniischenswertcn Aendernngen entwarf er hieraus ein objektives Bild der für die Lehrer soivie für Hebung des jüdischen Religionsnnslinterrichts zu erivartenden Borteile. Ziveiscllos enthalte der Entivnrs viele von den Lehrern seit fahren erstrebten Rechte in Anstellung, Wirksamkeit und Besoldung. Doch lvürden alle diese an und für sich begrüffenSlverten Borschläge illiisorisch gemacht durch die Schaffung einer gemeinsamen Zentralbehörde, deS sog. ^berrats. Wohl sei eine Organisation besser als die besteheiiden Zustände nnter der so vielgenannten Autonomie der Gemeinden, welche in Wirklichkeit nur eine Antonomie der Borstände sei. Aber ausgeschlossen sei eine Zentralbehörde, ivelche mit religiösen Machtbefugnissen auSgestatt, das gesetzestreue Jndentnm untergrabe, die schiversten religiösen Kämpfe hcrbeisühre und danerndei» llnfrieden zwischen den beiden sogeilannten ״Glanbensrichtnngeii" schaffe. Dennoch befürwortet Referent nicht die glatte Ablehnung des Entwurfs, sondern schlägt vor, unter AnSschaltiiiig deS DRerratS einen Gegeneiitwurs auSzuarbeiten, der die Wünsche nnd Bedürfnisse der israel Lehrer zeitgemäff regeln solle. Als Ersatz für den »nannehmbaren L)berrar könnte nach dem Muster in Kurhessen ein »veiterer AilSbau der gesetzlich sestgelegien Rabbinatc zu sogen. BczirkSräten, ivelchen neben dem Rabbiner ein Lehrer des RabbinatSbezirkS, sowie einige Borffehcr angehören sollte!,, vorge nommen werden. Schliefflich beantragt der Referent die Einsetznng einer Kommission, ivelche in einer Denkschrift an die Landstände den Staild- Punkt der jüdischen Lehrer zur Erfüllung ihrer Wünsche, wie auch z>ir Ablvendung der dem gesetzcStrenen Judentum durch den Entwurf drohenden Gefahren darlegen solle. Demgegenüber bcaiitragt Herr Rabb. Dr. B o n d i Niainz, daff der Lehremercin sich einer von den Rabbinern nnd Borstünden der Israel. ReligionSgesellschaften in Bingen, Darmstadt, Gieffen und Mainz bereits ausgearbeiteten Petition anschlicffen möge. Diese Eingabe, ivelche von Herrn Ehrmann verlesen »vird, vertritt alle Ivrdernngen der jüdischen Lehrer und schlägt deren Bcrwirklichnng die Schaffung von söge!,. Provinzialkassen vor im Anschluff an die BezirkSrabbinate. Die Eingabe gipfelte in der völligen A b l eh n u n g dc S EntivursS im Hinblick ans die geplante Jen tralbehörde.?»ach langer, teilweise erregter De batte entscheidet sich die Majorität für A!1 - nähme deS letzteren Antrags, d. h. also einfachen Anschlriff an die Eingabe der Religions gesellschastcn. Lc'icht weniger bedeutsam, ivenn auch nur für das bernffichc Vcbcit der Bereinsniitglieder, war der zweite Punkt der Tagesordnung, Bei p r c ch u n g d e s veröffentlichte n?» o r m a l l e h r p l a r, e s. Der diesjährigen Provinzialversainmlnng hatte der Schreiber dieses einen Normüllehrplaii für die Landschulen des RabbinarSbezirks Darmffadt II vorgelegt,welcher zum Zweck eingehender Kenntnis nähme lind Prüfling der beteiligten Kreise in diesen Blättern veröffentlicht wurde nnd auch den andern Schulen in Rabbinatsbezirken derselben Richtung Gelegenheit zur Einführung bieten sollte. lieber die Notwendigkeit eines Lehrplanes herrschte in der Bersaminlung Ein mutig keit. Nur lvurde bei der Stoffverteilung von ivenigeii Herren die Auswahl im Penta t e n ch ll n t c r r i ch t nach in e th o d i sch o n R n ck sichren bemängelt nnd 11 n verk ii rzte D n r ch nähme in fortlaufender iTrdniing ge fordert, während der Unterzeichnete wiederholt hervorhob, daff, unbeschadet der unantastbaren Integrität des ganzen Penratenchs, infolge der in Landschulen kurz bemeffeiieil Zeit von einer völligen Durchiiahnie, so sehr dieselbe zu be grüffen wäre, keine Rede sein könne, lind deshalb, soivie ans Grund der Tatsache, daff die Stoff folge im Pentateuch nicht nach methodischen Ge sichtspunkten geordnet ist, sondern Leichtes mit Schwerem, religiös Wichtiges mit Schilderungen von zunächst nur historischer Bedcutnng hänng »vechselt, eine Ansivahl getroffen ivcrdcn müsse. Die überwiegende Majorität der Bersaminlung erklärt sich für den Standpunkt des Bersasscrs. In cingchendem Schluffivort bemerkt derselbe, daff der veröffentlichte Lehrplan hauptsächlich anregen und Richtung geben solle, keineswegs eine sklavische Ausführung fordere, sondern dem zielbcivuffteii Lehrer nach Lage der Berhültnisse ermögliche, im einzelnen ab- und zuzugeben. Der Normallehrplan wird hierauf einjtimmig angenommen unter Berücksichtigung der Bitte des Unterzeichneten, daff nach erfolgter Anwendung desselben in einigen Jahren die geivollnenen Er fahrungen zur Ergänzung und Berbesserung mitgeteilt werden möchten. Angesichts der sehr vorgeschrittenen Zeit »vird mit Zustimmung deS Referenten, Herrn Simon Pfungstadt, der folgende Punkt—״In welcher LL e i s e m u ff der Lehrer den E r g e b n i s s e 1, der Wissenschaft im Religionsunterricht Rechn nng tragend — auf die nächste JahreS versanimluiig vertchoben. Die BorstandSwahl, welche auf allgemeinen Wunsch durch Akklamation erfolgt, ergiln die einstimmige Wahl deS Herrn E h r m a!1 n - Iriedberg zum Borsitzenden deS BereinS, sowie die Neuwahl des Herrn Sulzbachcr Groff-Bicberau zum BorstandSmitglicd, während die übrigen Herren der Bcrwaltnng wiedergcwählt werden. Der Borsitzcnde dankt für sich nnd den Bor stand für das bewiesene Bcrtrauen nird ermuntert unter HiniveiS auf die Aufgabe der Leviten לעביל־ ולד*טא, sowie am die Stelle?71s? 1ל2״ בי עבידה הק!־*צ ׳.1לי<7^ "2אל;r: לא z״ berusssreudigein pffichttreucm Ausharren auch in schwierigen Berhaltinssen.

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