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Der Israelit · 1906-11-08 · 45 (8.11.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
45 (8.11.1906)
Date
1906-11-08
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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s. *י» oUftnbf1006 ז. inerte — wir müssen den Ausdruck fcfttjaltcn — zu vollbringen. Ün'im der 'Bersasser den ^weiiel an solcher '.M'ög lichkeit >(Ucin!nur schilt,!0 bedeutet das wiederum die gleiche 2׳erkennn»g der Sachlage, die!vir vor einigen Monaten an dieser Stelle zu kennzeichnen lAlegenheit batten. Das gesetzesneue Indent.im dars und must den 'Anspruch erbeben, das ein z i g e berechtigte Indent u m zu sein. ,Y» osseneu Volksleben der (^ e s a m k j u d e n b e i r stellend, obne Einschachtelung in ״böbere" 2׳erbände oder Par teien, haben die Pekcnner dieses gesetzestrenen ,^ud ntuins den weltbinorische» Anspruch ihrer!eligiöseu Ueberzengung mit den lassen des Eleines zu verfechten. und ne dürseu des endlichen Sieges sicher sein, 101a n g e sie! i ch nicht se l b n der klaren u » d u u z w e i d e u t i g e n B o r a n s s e tz n n g e n ihres S t a n d p u n k t e s begeben. Mit derselben 6ogik aber, mit der Herr Dr. Plan der mit ihin in einen Gemeind e v erbaud zusaniinengesaszten Srrhodorie zürnst, 26״er nicht die (Gleichberechtigung der Rich tilngen d. i. der Treue und des '.Abfalls zu giebt, der hat keinen Platz in der Gemeinde" siehe Israelit 2ir. .">8 d. ,Y, Leite 4 , werden die Rein Rationalen jederzeit — >o wie sie es gleich nach dem Preßburger Tag getan dem Mis rachi gerade a u s s eine r B u g e Hörigkeit; u r ttiesa l orga n i sa tl o 11 die Pslicht abzuleiteu wissen, seine Privalüberzeugungeii und rropagandistischen Ansprüche hübsch für sich zu behalten Um für liniere Ideale onen und frei zu wirken, bedürfe» wir keiner zi o n i ni fchen Dr ganisati n, lind es wäre schlimin um die ׳Zukunft dieser Ideale bestellt, wenn man uns den Revolver auf die 2srust set.ee» und drohend ausrufeil dürste: Entweder steckt Eure idealen Ansprüche in die Tasche und werdet Zionisten oder — verzichtet aus die Erhaltung Eurer fugend für die Sache des gesetzestrenen ,Yidenliims! 2'A'H11 unsere misrachistischen ,Treu»de mir dieser2llternative an uns hernnrretc», dann dürste die Urage nicht schwer zu entscheiden sein, wo der >rlei11m11r wohnt, dort, wo mall zngenaudener inanen eines gifthaltigen Arzneimittels zu be dürfen glaubt, um gesunde Seelen leidlich gesund zu erhalten, oder in Breisen derer, denen es gen ü g t u d e n s ch l e ch r w eg, g e i e y e s t r e n e 's 11 d e 11 w i e die 2׳ ä t e r zu sein in d ohne ,S'iirchr nnd Scheu die alte jüdische Wahrheit in 26ort und Thai in die (Gesamtheit hinaus zulebcn Mag sein, das; der Zionismus auch in der gesetzestrenen ^ndenheit das Bewußtsein von dem 'Vorhandensein eines jüdischen 2(olkstnms zu grünerer.Klarheit gebracht hak, aber er hak damit gleichzeitig seine das ,Y>d iitnm im >ier11e be drohenden modernen Begriffe von 'Polt und 'Porksrnm auch in den jüdi'chen Breis cingcschmiiggelt und damit dem gesetzestrenen ,'sudcii rinn einen Mampf nach zwei ,Trontcn ausge nötigt, der die;-(eit so ernst und schwer macht. Demgegenüber ist die mertivürdige ,^dee, das; die ״Entnationalisierung" des ^ndenkums geictzestren erzogene ssudcn jemals zum 'Abfall geführt haben könne, eine gänzlich haltlose nnd unbeweisbare Behauplnng. welche :«olle Polk und 'Pvlkstum im jüdischen 'Mdankenkreise spielen, das übrigens brauchte n:r den wahrhaft bewußten gesetzestrcueu ^udcn nicht erü durch eine neue geistige 'Beweguiig er »viesen zu werden, jede ^eile der Schriften S. R Hirichs — um nur diese zil nennen — ift er füllt vom Weine echt j ü discheII 2lalionaljuden rums, und schon eine ganz äußerliche Zählung der Worte ,.national" ״''Aarion" und verwandter 'Begriffe in seinen Werken ivürde beweisen, tute wenig '?lenes in diesem Punkte die nationale ״Renaissance" für uns gebracht har. Wir haben unseren dem Misrachi angebörigen Gesinnungsgenossen gerne das Wort zur 'Per trerung ihrer ׳Anschauungen gegeben und werden das auch serner bereitwillig tun. Wissen ivir ja, daß der anfrichrige Wunsch,' dem uns gemeinsamen iRbensiveai immer lvellergreifende Verwirklichung in der jüdischen Gesamtheit zu sichern, der leitende Gesichtspunkt ihrer Politik ilt, die wir zwar für Der Israelit. irrig halten, die aber — wir sind dessen sicher — die notwendige innere Einheit der gesetzestreuen bildenden bei einiger Besonnenheit nicht zu gefährden braucht, tlnd das in schließlich die Hauptsache. LD״C1. (Korrespondenzen 'P erlin , ׳_' R'oveinber. 'Mir ivelch überlegencr Sachkenntninis die Politiker in der Redak tionsnnbe der ׳Allg. ^lg. des ,Yidentnms die jüdischen 'Angelegenheiten verfolgen, zeigt ein heiteres 'Porkommnis, das diesem 'Blatt bei dem 'Bericht über die ,Trankniner 'Porneherversamm lung zur 'Beratung des hessischen Dberrats gesepes passiert in ׳Am Schlüsse dieses 'Berichtes wird nämlich bemerkt: ..'Aus dem der Bettmndluiiqen nuir übrigens ntidnlidt das; die Bewegung der r'lriidrruiig der Iieinichen ,zudengesevc im tzmidc viel Billiqnng und lliuerstübung nndcl. Demgeinas; bat die an den Minister des Innern;u riciitende Eingabe viele Unlerichriiten erballen. Die gros;e MebrlieU der jüdiictie» Anlrrrnenten ileiil aus dein Boden der Eingabe, uiid selbü inandie i^cilleuldevorileber, deren adn »nd i^eliungsbcrridi dodi euic Beidiränkung criabren soll, siebe» diesen Brsirebungrn zur Beseitigung vrralteirr »nd unhaltbar gewordener Zustände als soldie gellen vvrnelnnlid, die besondere Art der Beranlagung zu i^eineuide- und Brovmzialsicucrn und die Ernennung der lkbeiislänglicben Borstände durdi die Brvv1u;ialbel>öidc, Borslelikraiun sinnpalbisdi gegenüber.״ ^seder einigermaßen Unterrichte weis;, das; es in .Henen gar keine 'Porsteheränner gibt und das; man dort daher auch keine Eingabe der bezeich nkten Art an den 'Minister des ,Y>>!ner vorbe reitet. Die Eingabe, von der die Allg. ־(lg. in ihrer Einialr redet, soll vielmehr, wie auch an dieser Stelle vor längerer;,,eit mitgeteilr ivnrde, im früheren >! urI>es 1 e» au de!׳, prenszischen Minister des ,Y>״ern gerichtet iverden. Die Allg.;(!g. wirst zwei Dinge durcheinander, die in keinerlei Beziehung zu einander nehen, und bewein durch eine Petition preußischer ,Ylden, die sich mit der dionnnminlsrage obendrein gar nicht besam, das; die große Mehrheit der jüdischen ^uterenenlcil in .Hessen rür einen Dberrat seien. Der 'Beiveis in zwar sehr billig, nehl aber den noch an ׳Wert n ckit sehr ries unter den anderen Argumenten, mir denen das 1 eologe 2Aall für Dberratsversannngen Propaganda macht. 2M1nzlau, ('׳?lovember. Es in schon mir geteilt »vorden, das; der hiesige Magistrat vor etiva acht Wochen der Stadtverordneten 2׳ersammlung eine 'Porlagc halte zngehcn lassen, in der um Zustimmung zu einer zu erlassenden ׳Anordnung ersucht wurde, nach der im hiesigen Schlachthanse das Schlachten nach jüdischem Ritus verboten weiden sollte. 'Aus Ersuchen einzelner Stadtverordneter wurde zur weiteren Blürung der Angelegenheit die 'Porlage vom Magistrat zurückgezogen. Der 'Porstaud der hiesigen Lima gogengemeindc richtete ari die beiden städtischen Kollegien ein (besuch, von einem Schächtverbol überhaupt Abstand nehmen zu ivollcn, da ein solches 'Perbot für die ,znden einen schtveren Ge wissenszwana bedeute. Durch zahlreiche Gutachten wurde der Beiveis geführt, daß das Schächten nicht nur keine Tierquälerei, sondern eine der schmerzlosesten Schlachtmethoden fei. Dennoch hat die hiesige Polizeiverwaltung nunmehr einen 'Aachtrag zil der Berordnung betr. den Betrieb im Schlachtbauie verfügt, nach d-m das Schlachten Ar. >' 2ctrr nach jüdischem Ritus iortan untersagt in. Die 2<enimm1»lg in bereits am I. d. ׳Alts, in >krat't getreten. Aus 'Ban an, Rovember. i^rgenwärkig zirkuliert in vielen Tagesblättern die >innde aus Sulzbach. Dberpsalz. das; dortielbn »vohl die kleinste Schule der 'Welt zu nnden sei, nämlich eine jüdische ׳Polksichule. welche nnr einen Schüler zählt und zivar den eigenen Sol»! des Hekrers. So ergößlich diese 'A'achricht auch klingt, die Tatsackie in doch »׳ahrbasr betrübend, das; die altebrivürdigen, ehemals blühenden jüdischen Ge meinde» mit ihren bestge»ügren Einrichrnugen nnd Elementarschnlen durch den nna fbövliciieii 'Wegzug der Biitglieder in d e (Großstädte ans den ׳Aussterbeetat ge'eßt sind, »nd von hier ans keine Annallen getroffen werden, zunächst dem am meinen darunter leidenden jüdischen Lehrer stände ein Aeqniv ckent zu bieten. ,sck> habe heule in erster Vuiie, aus Eirund des vor mir liegeuden Schemarisnius» die oberpsälzischen 'Berhältnisse im Auge, bin nnr aber recht wohl beivnßk, das; cs in anderen Kreisen unseres engeren 'Paterlandes nicht bener ist, nnd iiberal'l die Pflicht benehr, -Hilfe nnd 'Bene> nng dringend anznitreben. Die jüdische Schule in Snlzbach zählte I dreißig Weikrags nnd zehn ,veiertagsschüler und sieht nun nnnnttelbar vor ihrer ׳Anslösung. ^1! ,'s101 ־; wohnte» zur erwähnten;(eil 41 י jüd. ,Tamilien, nnd die jüd. Eleinenrarschulen wurden von .">7 'Werktags und 17 ,sciertagsschülern besucht, deren ־',ahl sich ans .׳ ׳Werktagsschüler vernilnderre. ,Y» S ul zbü rg waren es ."׳'»׳ Werk^ tags und I l ,veiertagsschüler und sind nnnmehr nur noch l J bezip. •'!. ׳.Aber auch den Städten Reumarkt nnd Re.ensbnrg ist es nicht besser er gangen. Die;(ahl der lt>7-' in '?lenmarkt ge gründeten jüd. 2׳olksschnle sank von;5<י Schülern auf 1.') herab, und in Regensbnrg hat man statt 41 nur noch deren -<> zu verzeichnen. y}it das nicht nngemein bedauerlich > Die ״Statistik der deutschen Schulen in der Dberpsalz von 18»>6" enthält im ׳Borworte 11. a. die interessante Rokiz: ״'?loch verdient unter den Bildungsanstalteti Rcgensbnrgs die ^ahrhnnderte lang blühende ^ilbenschule genannt zu iverden, die überall so im Ansehen stand, das; sie bei der l.»Iß erfolgten ,Yldenverlreibung über *o 'Besucher zählte". Bon Siilzbach beißt es da in: ,.Der gelehrte Psalzgra» Ehrinian August eriichrele l»»'»4 eine deutschhebräische 'Bnchdruckerei, in der mit seiner 1111 terslüßung als das erste 'Buck! ein Sohar gedruckt wurde." Seit 1erinierr in 'Weiden eine öffentliche indische 2(olks1chule mit -4 Bindern. Religionsschttleu sind nur in Edam mit A» und in Am erg mit ־J-> Schülern vorhanden. Das Streben der Gemcinden sollte dahin gehen, diese in Elementarschulen umzuivandelii! Fvüntrveict). Eine Enffctieidung?um Sonntagsruhegeiet?. Bon uMcrrin Korrespondenten.) Paris, »'׳. 'Aovember. Unmittelbar nach der Publikation des Gesetzes beuessend die Sonntagsruhe »vaudteu sich ver schiedene jüdische Firmen, deren Geschäfte am Tchabbos geschlossen sind, an die Präfektur mit der Bitte um die Erlaubnis, ihre ׳Angestellten am Sonntag arbeiten lassen zu dürfen, da denselben eine über das gesetzlich geforderte Matz noch hinausgehende Ruhezeit vo!r Freitag nachmittag, im Winrer schori um 4'/, Uhr, bis Sonntag früh gewähr! »oürde. Die Präfektur hat jedoch selbst die Gesuche derjenigen (Mschüstshäuser, die ausschließlich jüdisches Personal beschäftigen, ab gelehnt. Die Religion der Angestellten, so führt der Bescheid des Präfekten aus, komme nicht in Betracht, da das Gesetz nur dann eine Ausnahme zulaße, ,venu die sonntägliche Ruhe aller Angettellteu für das Publikum »iachteilig sein oder der normale Gang des Betriebes darunter leiden würde, ferner »väre man, wenn man einem Hause die Ton>itug»urvelt gestatte, nach einem

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