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Der Israelit · 1906-11-01 · 44 (1.11.1906) · p. Seite 15

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
44 (1.11.1906)
Date
1906-11-01
Page
Seite 15 (sequence 23)
Language
German
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15 nien beitragen, und es liegen auch schon dahin zielende Anregungen vor. In bezug auf die sonstigen Baumptianznngen können wir uns kürzer fassen; es sind vor allem Oliven, Mandeln, Feigen. Aprikosen. Pfirsiche, Maulbeeren sowie die Eucalyptuswälder. Die Olivenkultur ist ja eine der allerwichtigsten Kulturen Palästinas; leider aber wird das Produkt in so mangelhafter Weise behandelt, dass das Del keinen sehr hohen Preis erzielt und deshalb grosseutheils an Ort und Stelle zur Seifenbereitung verarbeitet wird, so dass jährlich für ca. 21 2 Millionen Frcs. Seife exportiert wird. Die jüdischen Kolonien sind vorläufig noch wenig am Olivenbau interessiert es werden aber immerhin schon 440 ha Oliven aufgezählt, was bei sehr gering angenommenen Durchschnittserträgen von 500 Frcs. pro Hektar doch in einigen Jahren einem Werth von über 200,000 Frcs. entsprechen dürfte. Die Olive braucht einige Jahre mehr bis zur Erntereife als die meisten anderen Fruchtbäuine; in Kalitornien rechnet man bei sehr sorgfältiger Kuitur für Mandel. Pfirsich, Aprikose• Feige Orange vier Jahre, für die Olive sechs Jahre, bei der im Orient üblichen mangelhaften Kultur sind sogar acht bis zwölf Jahre bis zur ersten Ernte erforderlich. Das ist der Orund. warum sich die jüdischen Kolonisten bisher nur so wenig mit der gerade für Palästina so hervorragend gut geeigneten Olivenkultur befasst haben In dem jetzigen stetigen Stadium der Kolonisation wird ohne Zweifel dieser Kultur bald viel mehr Beachtung geschenkt werden wozu die Ansätze schon jetzt erkennbar sind• Keine Kultur eignet sich so gut wie diese für Leute, welche, ohne schon selbst nach Palästina auswandern zu wollen, »ich dort Land zu kaufen beabsichtigen und mit relativ wenig Unkosten und fast ohneKisiko den Werth desselben für die Zukunft steigern wollen. Die auf etwa 350׳ ha berechneten Mandel- Pflanzungen der jüdischen Kolonien haben schon seit einigen Jahren begonnen, Erträge zu liefern, die freilich vorläufig noch nicht gross sind, immerhin aber in einigen Jahren von Bedeutung werden dürften; sowohl in J udäaals in O aliläa besitzen die Kolonien Mandelptianzungen• Aprikosen und Pfirsiche werden wegen der Schwierigkeit der Verwerthung infolge des Fehlens von Konservenfabriken bisher nur relativ wenig in den jüdischen Kolonien angebaut, merkwürdigerweise auch die Feigen, obgleich alle diese Früchte in getrocknetem Zustande einen bedeutenden Handelsartikel würden bilden können. Von grösserer Bedeutung dagegen sind die Maulbeerpflanzungen, die insgesammt etwa 33C ha einnehmen, und zwar besonders in den älteren Kolonien Judäas, Samarias und Galiläas zu finden sind. In Rosch Pi nah* in der Gegend des Meromsees ist sogar schon eine Seidenspinnerei mit Dampfbetrieb eiligerichtet, die aber vorläufig noch viele Kokons aus den Dörfern des Libanon zu kaufen gezwungen ist. Auch eine kleine Weberei und Färberei ist hiermit verbunden, die sich aber gegenwärtig noch in einem Versuchsstadium befindet. Die Seidenzucht hätte in den jüdischen Kolonien unzweifelhaft schon eine bedeutend grössere Ausdehnung erlangt, wenn sie nicht gerade in den 90er Jahren, in der Zeit der Baisseperiode in s Lehen gerufen worden wäre, wo bei!,reisen von 1.80—2 Frcs. pro Kilogramm Kokons eine Rentabilität nicht zu erzielen war. Die jetzigen Preise von 3.50—4 Frcs. haben zwar einige der christlichen Eingeborenen in Galiläa zu NeUpilaU/UUgeli veranlasst, die jüdischen Kolonisten stehen aber grosseutheils dem Seidenbau immer noch skeptisch gegenüber?» Die E ucalypt uspf lan z un gen sind nicht des Ertrages wegen, sondern behufs Sanierung sumpfiger Gegenden angelegt• Es finden sich solche Wälder 1e.»p. Haine in Pethach-Tikwall- Sichren - Jaacob, besonders aber in der bis vor kurzem »ehr ungesunden Kolonie > he derah. woselbst etwa 300000 Bäume an- ״eptlanzt worden sind, grösstentheils der Eucalyptu» resinifera genannten Art angehörend, dem rothen Mahagony-Eucalyptus aus Süd-Queensland und Xe vv-Sou 11 ז Wal es dessen Holz in »einer Heimat!, wegen seiner Stärke und Dauerhaftigkeit »ehr geschätzt wird. Da die»er Baum auch in Palästina schnell wächst und eine beträchtliche Hohe erreicht so ist anzunehmen, dass diese Waldungen in einigen Jahren gute Erträge geben werden sei es durch Verkauf des Holzes in dem holzarmen Lande selbst, sei es als Exportartikel Schon jetzt weiden einzelne Stämme verkauft und erzielen schon im Alter von 4 — 8 Jahren Preise von 2—5 Fr••«, pro Stamm Der eigentliche Ackerbau spielt natürlich gleichfalls in den jüdischen Kolonien eine grosse Rolle• namentlich in den neu angelegten Kolonien zwischen Nazareth und Tiberias Weizen bildet die Hauptfrucht und zwar sind es verschiedene Sorten des Hartweizens, die zur Mehlgewinnung weniger geeignet sind, wohl aber zur Gries- und Maccaronifabrikation dienen; daher geht der Weizen Palästinas mehr nach Italien• der Türkei und England, als nach Deutschland. (Schluss folgt.) 0 Siehe A Aaronsohn ם Pr. S. Soskiu: .Pie Za• knnft des Seidenbaues in Palitstina“ in .Palästina“, lieft Heft 3 U. 4. 1902. S. 123 — 153.

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