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Der Israelit · 1906-11-01 · 44 (1.11.1906) · p. Seite 14

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
44 (1.11.1906)
Date
1906-11-01
Page
Seite 14 (sequence 22)
Language
German
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14 Die jüdische Kolonisation Palästinas. Vou Professor L»r. 0. Warburg. (I. Fortsetzung. *) Von den 4böüü hl-, welche die jüdischen Kolonien im Jahre 1902 produzierten, sollen die Eliadah ca 30,000, die europäischen Verkaufs- Gesellschaften ca. 6 00o hl. abgesetzt haben, während schon 10 000 111• im Orient selbst verkauft werden konnten• Dieses Orient-Verkaufsgeschält wird vor allem einer Ausdehnung fähig sein, schon jetzt kauft Egypten viel Wein, besonders gross ist der Umsatz der Firn a J. Kessler in Alexandrien• und sowohl in Be!- 1 nt. SmyriiH, Konstantinopel, Saloniki als im Libanongebiet und in Uyperu begegnet man schon diesen Weinen Während die Süssweine und die herben, feinem l'uigunder ähnlichen Weine Palästinas schon jetzt als vorzüglich *nzusehen sind ist man neuerdings auch im Begriff, feine llothweine und Tokavei Ausbruch in Palästina herzustellen. Die Ausfuhr voll frischen Trauben erscheint wegen der noch mangelhaften Verbindungen schwielig, doch konnte sich Port Said mit seinem Suezkaualverkeiir zu einer wichtigen Ab- .satzquelle, für Trauben entwickeln, ebenso diiifton schon bald nördlichere Plätze• wie Konstantinopel, Smyrna. Saloniki, Odessa, dafür in Betracht kommen, da die Traube in Palästina mehrere Wochen früher zur Reife gelangt als in der europäischen Türkei und Kleinasien. Auch die Kosnieiibei eitung 0 dürfte in Zukunft eine grosse Rolle spielen leider wenden die Kolonisten diesem wichtigen Zweige der Rehkultur, der bei den Arabern schon zwei bedeutende Product ionszentren — Damaskus und Ls-Salt - geschaffen lial, bisher noch zn wenig Aufmerksamkeit zu. Einen Artikel von grosser Zukunft, der aber für die jüdischen Kolonien erst jetzt anfängt Bedeutung zu erhalten, bilden die (»rangen. Besonders die Jaffa-Orange — in Deutschland zuweilen auch als Jerusale111־Orange bezeichnet — ist wegen ihrer Frühreife und wegen ihres schönen Aussehens berühmt. Etwa >0 — 1000 11a. Oraugetigürten »Bujaren umgeben Jaffa, ‘während 200—250 ha neu angelegte o arten sich ihnen anreihen; freilich sind von diesen älteren Oärten nur einige wenige in jüdisehen! Besitz dagegen waren im Jahre 1902 *: Siebe Nummer 93S. l! a. A.ironsohn « l'r S So-kin in No. :12 und 3:1 der .Welt" 190:1. schon über 20(1 ha Orangengärten in den jüdisclien Kolonien angelegt, nicht nur bei Jaffa, sondern auch in Sämaria und Galiläa, und allein im letzten Jahre, sollen ca •R» neue Hektare in den Kolonien dicht bei Jaffa hinzugekommen sein. Bisher tragen freilich von diesen Gärten erst ganz wenige. Wenn man aber bedenkt, dass dis 1000 11a Orangengärten .Jaffas, die z. T. in lhiserabler Verfassung sind, doch für über 3 Millionen Frcs. Orangen jährlich produzieren, von denen für 2l 2 - 2®! Millionen Frcs. exportiert weiden־'), so gelangt man zu dem Schlüsse dass die etwa 300 ha Orangengärten der jüdischen Kolonien in einigen Jahren für mindestens 1 Million Frcs an ׳ »rangen werden exportieren können Auch Zitronen und Paradiesäpfel 1 Ltiirogim) werden in manchen der Oraiigeugärten kultiviert, doch vorläufig in geringerer .Menge, wenngleich die Zitronenkultur nebst lokaler Herstellung von Limonensaft — bekanntlich jetzt ein Weltartikel -־ vielleicht dermaleinst für Palästina von grosser Bedeutung werden kann. Vielleicht wird sich in Zukunft auch die Her- Stellung der sog. kalabreser und sizilianischen Essenzen, wie Bergamottül, Zitronenöl. Pomerauzenöl. Orangenblütetiöl• in den jüdischen Kolotiieii entwickeln lassen, ebenso wie sich wohl auch die Bienenzucht, mit der < »rangenkultur mehr als bisher verbinden liesse Wird doch schon jetzt in einzelnen Kolonien, wie Pet hach- Ti k w ah, Rischon-le-Zion und Waad-el- Plianin, Orangenhonig hergestellt, an letzterem Orte soll ein Kolonist über 200 Bienenstücke besitzen. Wie dem auch sei, jedenfalls ist die Orangenkultur als solche noch einer bedeutenden Ausdehnung fähig, das Land vieler dev jüdischen Kolonien ist in hervorragender Weise dazu geeignet, und wenn nicht die Anlagen so bedeutende Mittel erforderten und man nicht auf die F.rnte so viele Jahre zu warten hätte, so wi'trden die Bujaren schon heute ebenso viel Tausende Hektar bedecken wie jetzt Hunderte• Hier kann ein richtig geleitetes Vorschusswesen, z. B. eine Art Hypothekenbank oder ein anderes Kreditinstitut, das langfristige Vorschüsse gewährt, ungemein zur Entwickelung der Kolo- ־)Siehe A. Aaronsobu uud vr. 8. Soskiu; ,Me Oraiieeucarten '־on •laffa'* ira ״Tropenpflanzer“, Zeitschrift . Ni» tropische Lamhvirthschaft, 1902. No. 7. 8. 30- 361.

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