Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 44 (1.11.1906)
- Date
- 1906-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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I cf)eVX^arf Uleraris VJd'r ■t־ י»,®׳*׳ feg*־?# & mv; Der biologische Untericbt an den höheren Schulen. Bon Dr. med. Raphael Levi, Blünchcn. llnfvc Zeit. bic beiher beim je 11111 eilt lüden 100■;»׳ammenhängendes ^eltbilb rim;t, l!at eine Wilienschusi 1;e;em;t, bic;wischen ben Speidien des Vebenoiabe•;? telbft, des vaülo-0 fid) bvehciiben, das fmntuolle Wemebe ihm־ iiMiv^elit eintlodit. Cbev nt bas ^evbäitni*? 001! Uviodie 1111b ,"voUtc bas Uiitflefdjrre ■■׳ Hat die jum;e Biologie daran mit^earbeitct, dielen brennenden Manu.1t um eine Weltansdiauniig;11 eutnirfien y 'h'ivflidi: panta rhe!, alles tlief;t, und and, lelbft dieses, wie es idieittt, 10 klare *deietz der Mauialität ift »landnnal 10 wenig klar, kan ׳eine beiden üdi so sernliegenden Pole sid, nidtt mein■ genügend bitteren;ieren lasse». Und bodi war es!;eiabc dieses Weich, bas 10 bau na wie ein!einer dielt von Stabilität ans dem ewigen Dahingelien in der Z-lud,t der Erscheinungen einen matten Strahl von Hoffnung ans Per,,eben und ivvmditen wart. dir, uralt iit 1011 ״ das Problem der Per fiiiipnuu; des itcieimnijmten Geldiehens. Das הפל'*; היאה לעגו;engt davon, wie fein־ iriion jenes kniltallklare Sebent inte, das die Patin wie seitber kein Sterblid>er ins ins Her; burdibrana, lehniiiditig nad! dem Vidnitrahl ffidne, der uns bas Weltgetriebe in seinem;{11־ inmmenbatute bcleudjtet. Heim so bentlid, 1111b klar »ns seine einzelnen Mompoitentcit liitb, oder;11 sein tdicinen, sie geben nt keinerlei matbe iinitiidie Cperation ein, lassen lidi nidit Addieren oder potenzieren und lassen uns ihre ,Funktion ״Weltansd>aunng" höchstens ahnen. Seit damals bat dieses .Kämpfen wobl nidit aiiigebört. dber es in nur natürlidi, bau man bei der Besitznahme einer 0'׳ besdiaffenen Wissensdiaft, wie die Biologie es in, der öleiahr und der Persud,ung weniger als je entgeben wird, in bas kreisende Rad des dblanis aller Vebensprozeffe initWerkzeugen mensdilidier Unzuläuglidikeit;11 greisen. Allmählich in die Biologie, die Geschichte und die Gesetze vom Veden,;11 einer Wissensdiaft ge worden, die selbst der heranwad,senden fugend nicht melir, ober wenigstens nicht mebr lange, norentbalken werden darf. Wir Hilden haben uns vor der Wi1ienid,afr niemals gefürchtet. Es gebärt mit;um Wesen des Judentums, ,;n wiffen und;11 erkennen: Z'j 1 לאukhk wissen beisn falsch bündeln. Was das ^ndentuin au, den ^nber fe^te, waren jene epbemären Phantaomen geistigen Ureibeutertums, die das Tribunal der Seiten endlich doch noch vor seinen »nbe 'techltchen dfid,ter[tubl gefordert hätte em vaar Zahrhunderte m'tber oder später. Es konnte nicht ansbleiben, bas, verständige Männer andi außerhalb des Zudeiitnins endlidi;uv Einndit kommen mimten, dag echte, wahre Wissenschaft niemals der ,ycinb der religiösen 'Wahrheit sein könne. Pur was man fürditet, bat man;11 riiiditen. Tie iViiienidntü aber uitriiten, bei t, sie nidit kennen Zn einer Broschüre ״Derbiolognd,e llmerridit an den höheren Sdinlen", Möln I!"»'», Perlag v. Z. P. Badiem stellt der gelehrte Zesnitenpater Wasmann die Zorderung, dag der di'eligionslebrer, um die diffgabe,;11 der er berufen, erfüllen :!! können, eine um tauende, gründliche vienueiunii »bei die wirr!!che!! Ergebnisse der modernen '?;nt! 1 r!ni י ז e 1 n d, n f t e 1! sowie über die bnpotbetische dusgestaltung der selben besitze» müsse. Was weiterhin die d»f nähme der diatimuiiieitidiatteii, insbesondere der Biologie in den Unterriditsplan der höheren Schulen anlangt gemeint sind: die dietorm vorsdiläge der 7:5. Persammlnng benttdier diatiir forscher und de1;te;11 Hamburg am Dezember null, des preiiiusdieii Abgeordnetenhauses in seiner 1*1. Schling vom l'.i. dA'är; l'.">2, der II Sitzung des preus;isd,cu Herienhauses vom 7. Mai l!il>^, der deutsdieu P'atnrforsdierversammlimg;11 Meran tm September 1'.'יי.'» - so sei b:e eiiigebendere Berüdsiditigung derselben, wie sie im neuen Unterriditsplan geboten wird, in mancher Hinsidit wünschenswert. Eine programniäffige Beliandlung der Des;enbeuztheorie sei audi von dem Velirplan der höheren Klassen derMittelidiulen a »sgesd, l 01' 1'en. iVeim sie nebenbei erwähnt werde, io fei stets ihr bnpotbetische r Ebarakter;11 betonen. Zu dem antliropologi'dien Unterridit solle die Des;enbenztheorie jedod! ganz beiseite gelassen werden Por allem aber bürte der Vehrer der Biologie sich auf seinem (Sichtete feine ״metaplmiiidien Spekulationen" gestatten, d. ber darf die Be-;iebung der Entwidlungstbeorie zur ״'■hMta,! schauung" nidit in den Bereich seines Bortrags ziehen. dusgabe des di'eligionslebrers werde es sein, sid, möglidist umfassenbe und gründlidie Menntnil'se über die ölren;gebiete;wisdieu Patnrwissensdiaft undch!a11benslek>rean;11eigne11, um die in den Schülern der l)öberen Klassen anftanchen den;-{weit'el in einer sad,lich befriedigenden Weise lösen, oder denselben Vorbeugen;11 können. Her Neligionslebrer und nicht der Vebrer der dkaturwissenschaslen müsse es sein, der dem Schüler die böberen leitenden Gesichtspunkte über das Perbältnis der Biologie zur Weltanschauung zu bieten habe. Dieses letztere Perlangen klingt vielleicht etwas rigoros. Es ist aber bezeichnend für die Etappe, in welche die Palurwttteiischasten eingelreten sind und aus welcher ne die allerneueste ^eit erst mit der größten Energie wieder frei zu machen sucht. Würde die Wissenschaft vorurteilslos als soldie gelehrt werde», würbe ne rein von allen bnpotbe iidien und bog»1atisd,e» Surrogaten beut Schüler dargeboten werden, dann batten wir sie als Grundlage für eine Weltansdinuung and, in der Hand ihrer Pertreter keineswegs;11 sürdnen. Eine solche Einschranknng ist 01*0 nur ein trauriges;{ngestänbnis an die diotwendigkeit sowie an die Erkenntnis, wie wenig unabbängig die Wissensdiaft von Porurteilen noch geblieben i!t und gelehrt wirb. Der Gedankengang ist also ungefäbr folgender: Der 11at»rwi11euschastlid>e Unterridit kann durd, eine solche 7>-urca׳r1mg, u1eiri,e Objektivität und dbitrabiereu von jegliche! Metaplinsik garantieren wli. nur gewinnen. Der di'eiigionsunterridil hat zum mindestcn daS ihm and, vom dcatnrforsdier iineingeidiräiikt zuge standene di echt, die Ergebnisse wissenschastlicher ,vorschung für feine dusgabe zu verwerten. Er greift damit die Ergebnisse der Wissenschaft in keiner Weise an. Diese aber beneht in erüer Vinic darin, dem Schüler ein Weltbild von klaren, positiven und eridiöpsenden diormen;11 geben, in das er and, späterhin das ganze Weltbild reulos einordne» kann. Der dieligionsunterticht dar!' aber nidit bloü. hat nid,r nur das dfedtt, sondern er 1111111, hat die P'lidit. dngenommen, der naturwissenschaftlidie Unter rid,t würbe in einer anderen Henben; geformt werden als sie in das dem d,'el1g1onsu»terrid,t zu tdrunde liegende Bild hineinpant, dann mühten üdi innerbalb des Planes der Sdmle Widersprüche entwideln, die den dfeligionsiinterridit mindestens überflüssig madien, wal>rsd,einlid> aber zu einem läd,erlid,en Sdiauspiel herabdrüden würd.m. Einst weilen nnn scheint die Sdmle »'׳ei die di'eiigion nidit entbel>ren;11 können, denn sie in bis heute 1:0dl die einzige Weltanschauung, tue der Engend ״höhere ^{wede", nämlich göttliche zeigt. Kein med,aninisd1es WeltniNem vermag äl>11lid,es, an irgend einem Punkte endet es im irdisd, Begrenzten, und io bleibt seine dkorm immer menschlich egoinnd,. dloch iveniger aber kann mit Stillsdiweigen daran vorbeigegangen ,verden. Denn ״es liegt ja in der Patur des mensdilichen Geines, das; er durch die Beobachtung der ihn umgebeiiden df(U11ttoe,c!1, nameiitlid, aber der lebenden Gesdwpfe zum Denken angeregt ivird über ihre Besdiasfenheit, über ihre Beziehimgen untereinander und zur gesamten diaturordnung, an deren Spitze der Mensd, selber steht." Sto ist der Religionsunterricht in der Tat der einzige geeignete Platz für die Darlegung einer Weltai, id>auung. Hoffentlich nicht mehr lange — so wolle» wir zur Ehre der atuvtoiffetifd>aft wünschen. Aber auch dann, ivenn im ,vachnnterr1d,te philosophische Spekulationen unbedenklich ihren Einzug werden halten dürsen, ivird der dieligiorrsnnterrich: die Raturivifsenschafk nicht entbehren