Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 43 (25.10.1906)
- Date
- 1906-10-25
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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©eite 10. dir 4 ז des herein® führt den Titel: ״:Hit ithschon deisraelitischen Unterrichtswes ens", erscheint monatlich und ivird jedem Mitglied unentgeltlich rngestellt. Tie Nnndschau ent hält Leitartikel, Vas allgemeine und das kon fessionele Unterrichtswefen betreffend, Probelek tionen, das Protokoll über die monatlichen Sitzungen des Zeistralansschnfses, :Referate über die im Ausland erschienenen pädagogischen W<wke und a. m. Sie bat in den 01 fahren ihres Bestehens nicht wenig dazu beigetragen, das Zntereffe der jüdischen Lehrer für ihre eigenen Angelegenheiten *1! wecken und Bernisfrcnde, Pflichttreue und Pflichteifer bei ihnen zu steigern. erwähnen wäre hier noch, das? der Bcrci» eine Anzahl Schulbücher — ihre Zahl beträgt gegenwärtig .40 - hcranSgibt. Er bietet den Schülern anf diese Weise ״icht nur das Beste und E(edieszenste ans dem Wchietc der jüdischen Schnlbncheiliteratur, sondern sic bilden auch eine Esnnahnieauelle, die seinen wohltätigen Znstitn rionen sehr zu!tiitteil kommt. Zch glaube nun in Bvrstehendem ein ziemlich treues skstld des ungarischen LehrervereinS ent warfen zu haben. Wenn wir auch keine Ursache haben, allzu stolz auf unsere Erfolge zu sein — steht uns doch noch mehr als die Halste der ungarischen Koliegsn fern mib »stiere Unter stüpnngen sind teilweise noch recht niedrig — wir haben doch das Bewusstsein, das ('inte Nets erstrebt und für das Wohl unseres Standes ständig gearbeitet zu haben und daruin sind wir der zuversichtlichen Hoffnung, dag iinserem Perein eine Zeit der Blüte lind des vollsten (Gedeihens bevorsteht rum Besten der jüdischen Schnie Ungarns und zu in Heile des Gesaintjiidentums. ״illenn zwei dasselbe tun“. Bon Bros l)r. 2 n >1 b a cki Aronfsmi a. '.Ui. Unser diesem nach Borbild snoderner Trama tiker abgekürzten Titel verübt Herr Lehrer Steinhardt in Nr. 41 seiner ״Bl. f. Erz. ». Unterr." eine reicht niedliche Attacke gegeis nieine Besprechllng eissrs Bibelwerkcs von streng tatho lischrr Tendenz in Nr. 40 des ״Israelit". Wenn zivei dasselbe tun,!vollen wir dem San ergänzend hinzusügcn, in es allerdings nicht immer dasselbe, aber wenss ,!vei!lischt dasselbe tun, ist es ge,ms: nicht dasselbe Zck! habe das Unerhörte begangen, ins ״Israelit" eine bibliische (.beschichte, die van einem an׳ streng positivem Boden stehendeii Katholiken verfasst!vorden ist, zu laben — die katholische Tendenz asisdrücklich für den Zude» ablehnend — sind habe sie auch horrihile clictu!) jüdischen Lehrern zun׳. Studium empfohlen. TieSack! erklärsingen, wie lerikagraphisschcn Bemerknngen, besonders die wisfessschastlishen Begründungen der Integrität des sag. A. T. gegen die Bibel und Babel Angriffe snachen das Werk empfehlenswert. Und was ist nun das Schrecklische, svensi man ein falsches 'Buch jndisschen Lehrern empfiehlt!י Wie sehr hat d>e dentishe Trthodone ansbegehrt, so argilnientiert Herr 2t., als das bekannte Erpof׳' im Auftrag des Lehrervetbandes erfschien, das den jungen t'ehrern ein Bücherverzeichnis für ihr•' Weiterbildung verabreichte, das Büschel enthält, die inan alis religiösen 'Bedenken für des» ge nannten!lischt sehr geeignet hielt, sind nun koinme ich »nd empfehle im .,Zentralorgan für das artlsodare ^ubcntinn'׳ den indische!! Vehrern eine biblische t^eschischte mit shristologiSsh kathalifscher Tendenz. Was hat der Lehrerverband nun anders getan? Aber, so find die basen Tnhodoren, sie nehmen sich alles heraus,!vas sie anderen unter sagen, denn, svenn zsvei dasselbe tun ufin. Alsa, ich hätte dasselbe getan, was der Lehrer verband getan hat: mit Berlanb, Herr Steinliardt, ich habe eben!lischt dasselbe getan. Tas Erpofs'- wollte den aus dem Seminar ausgetretenen jungen Leuten ein Nun zeug für ihre Weiter bildnng in die Hand geben, das sollte also den notwendigen Bestand der Hilfsmittel bilden, durch dir der junge Mann zum tüchtigen jüdischen Lehrer zu erziehen wäre. Der,Waelit.* Aber diese für den jungen Mann zusammengestellte Standard Bibliothek erhält nicht etwa eine Empfehlung zum "2״ eher יד"ק Studium, das einem Lehrer bitter not tut, sondern es werden Werke empfohlen, die zum gröfzten Teil tradi ti on sgegner i f che Tendenz haben. Man braucht ja nur zu erwähnen, dast den jungen Leuten Wellhausens Bibelkritik in die >>a»d gegeben ivird, ohne wenigstens auch ein Werk, das Wellhansen widerlegt, daneben zu stellen. Wer da nicht sicht, dasz man aus jungen Renten, die noch nicht allzusehr mit der Bibelwissenschast vertraut find, Bibelkritiker machen svill, für Sven diese bibelseindliche Tendenz!lischt nur allzuklar anf der Hand liegt denn must ein jüdischer Bolkslehrer mit der Bibelkritik bekannt sein? — der ist wirklich unheilbar erblindet, oder er will nicht sehen. Und nun soll ich dasselbe getan haben, lvenn ich das 'Werk eines Katholiken, den! die 'Bibel unverleplich in, wegen seines wissenschaftlichen Gehaltes sveiten Kreisen empfehle. Wer will dies behaupten? Herr Steinhardt! Er weist fisch zn Helsen,!venn er dem ״Israelit" etwas anhängen will, ״Zene Kreise haben dasch uns gegenüber imnier ans die Gefahr hingewiesen, die bei schwachen Geistern durch daS Studisins solcher Werke vorhanden sei." Alsa fei die Konfegnenz zu ziehen: Bor einer buuifchen Geschichte eines christlichen Berfusfers mit christo logischer Tendenz sollten jüdische Lehrer gewarnt, nicht zu ihrer V'cftiirc ennilirtert werden. Tenn die jüdischen Lehrer, die sie lesen, könnten zu Eonvertiten werden. Nnn,!vir haben dieseAnas't nicht, wir sschäyeu die jndisschen Lehrer höher ein, mir möchten die Beleidigung gegen die jüdischen deiner, wie sie in den Worten des Herrn Stein Hardt angcdeiltet ist, nicht einmal in unfern geheimsten Gedanken wagen. Mit dem Erposö ist es etwas anderes. Ein junger Lehrer, dem von seinen! jüdischen Borgesetzten amtlicherseus für seine ׳Weiterbildung WellhansenS Schriften empfohlen sverden, der innst auf den Gedanken kosninen, die 'Bibelkritik habe ihre Berechtigung, was brauschte er fonft feine kostbare Zeit der Lektüre derartiger Schriften zn widmeil, so lange noch für ihn soviel anderes zu tun ist? Aber Eonvertit infolge chrisstologischer Teutung der Schriftsverke des A. T., die ja schon so langc betrieben!vi!h, als das Ehrisstentnm besteht, ivird man nicht so sschnell. Aber, Herr Steinhardt, wenn Sie für sich selbst Angst haben sollten, dann, bitte, lesen Sie die Schuster und Holzammerschc Bibel nicht. garten- und Obstbau als lohnende nebenbesebäftigung des jüdischen Kehrers. Asm .<11 2 .י I 1 b <1 rts c v m (יי r 0 f; Bsbcra 11. JctslsnV. 'Was nun den eigentlichen Cb ft bst n anlangt,!0 möchte ich nachdrücklischst darauf Hinweisen, dast hierzu Borkenntnisse nötig find, dast das Probieten sind Erprimentieren, eine iinsaschgemäste AuSivahl der Sorten, eine nnrischtige 'Behandlung der Cbftbänme. eine Bernachlässjgung ihrer Pflege, die Unkenntnis ihrer Schädlinge sich hier viel bitterer durch Zehlfchläge rächen als beim Ge müsebau, besonders da fisch die begangenen Zehler — gerade n׳ie bei der Kindererziehsuig — nicht sofort, sondern oft erst nasch Zähren als solche rnveifen. Wer deshalb eine grössere '?senanlage!naschen svill, tut gut fisch vorher an eissem KurfnS für Cbsstbaumziicht, wie fie von den landivirt fschnftlichen Schulen, alljährlich veranstaltet wer den, zu beteiligen. Zn den sneisten Zällen aber!vird sich der jüdische Lehrer wohl am Crle selbst oder bei einem benachbarten Kollegen Nats erholen können, insbesondere darüber, welche Sorten für die bettenende Gegend geeignet stnd, da Klima, Lage und Boden de!s grössten Einstust aus das Gedeihen haben und dem CrtSeingefessenen die Ertahrnng zur Seile slebl. Selbstvetstündlich hat inan dabei das Gebot von עילה und bei dem Beredein das Berbot von :,יא: zu beachten. 23. C höbet lfOfi. Tie Anlegung von Spalier-!ind Zwergobst ist ja vor allem deshalb empfehlenswert,!veil diese Art schneller eine Ernte bringt, doch müsfen auch Hochstämme gepflanzt werden, denn!venn man auch länger auf einen Ertrag warten must, so ist er dann um so reichlicher; ל£ים צעיא אגי־א lseistt es auch hier. TaS aber g.lt für den gesamten Cbsstbau; ist er auch um ein Bedeutendes schwieriger als der Gemüsebau, fo entspricht auch der Lohn der Arbeit und der daraus verwandten Zeit. ״Eine gut gepflegte Cbstbaumanlage," so sagte mir jüngst ein Fachmann, ״verschafft bessere Einnahmen als ein gleich groster Weinberg mittlerer Güte." Und ein christlicher Kollege aus der Stadt erzählte mir, dast er keinen Privatunterricht erteile; seine Arbeit im Cbstgarten bringe ihm mindestens ebensoviel ein, sei aber jedenfalls viel gesünder. ')loch einen andereil Borteil bietet der Anbau von Cbst: feine Berwertung ist eine so mannig fache tlnd es ist heutzutage durch die Cbsstmärkte und Cbsstverwertnngsstellen für einen so leichten als günstigen Absatz gesorgt, dast dem Lehrer prodiizenteil der geschäftliche Teil seiner Tätigkeit sehr erleichtert wird; er braucht nur Proben einzufendku, um Käufer zu findeil. Tust ausls die B l u »! e n z u ck! t eine Einnahme auelle für den Lehrer werden kann, brauche ich nicht erst zu erwähnen. Aber obwohl ist! bei meiiien Aus fuhruitgen vor allenl den praktischen - oder sagen wirs gerade heraus: den materiellen - Standpilnkt betont habe, hier möchte ich ihn verlassen und den Nachdruck anf den ethischen <^e!vin!> legen. Tie Aiisschmückiiil.g des Gartens 11447^-44 - 4144^. Cs 1! frtÜtl* iMU j ujviiv ** *»♦*V V I»*»••(!•’■ .. da nicht unterlassen sverden, wo der Nanu! es irgend!vie gestattet, denn die Anreanna und Zrende, welche Wirbel der Beobachtung der mannig fachen und oft wunderbaren Pslanzensorinen und Z-arben, an dem Wachstnin und Gedeihen ein pfinden sind durchaus nicht gering anznfchlagen und entschädigen reichlisl, für den Berlust an Ertrag, den uns das Z-leckchen Erde sonst hätte bringen können. Selbst im einfachsten und be scheidensten Gärtchen werde!venige Bltimen pstanzen und Nosenstöcke Plan nnden und wenn wir ihnen nur die Nabatten anweifen, fehlen sollten sie nirgends. Und wer ganz ohne Ar und Halm ist, wie unsere Kollegen in der Stadt in den allermeisten Zällen, der lasse sich die Pstege der Zimmerpflanzen angelegen sein. Tie Zrende an den saftiggrüncn Blättern und den farbenreichen Blüten isst fast jedem Menschen eigen nnd der Städter, der so wenig von der Nanu hat, sollte fisch den Sinn für das Schöne in de! Nsitnr wenigstens dadurch erhalten, dast er sein Zimmer mit einigen Blnmennnd Blattpflanzen sschm,ist! mrd sich ihrer Pflege tm Sommer und Winter widmet. Seine Lieblinge anS dem Pstanzen reiche werden ihn vielleischt veranlassen, sich einen Garten anzulegen und er!vird nnden, dast das ansch in der Stadt keine schlechte Spekulation isst, denn es soll dort Leute geben, deren Gärten das Zehnfache des Ankaufspreises als Baugelände wert wurde»; das isst freilich ein Gesstchtspnnkt, von dem fisch der Lehrer!lischt leiten lassen soll. Ausch die Zink er ei lind die Geflügelz ucht kommen in Betracht,!venn man sich muh Einnahmessnellen ans der Landwirtschaft!»nficht. Tamit bin ich sreilisch sshon über den Nahmen meines Themas hisiaiisgegangen. Meine Arbeit sollte nur ein bescheidener Beitrag sein zur Lösung eines recht schlveren Probleins: ,,Wie kann der Lehrer auf dem Lande sein Einkommen derart erhöhen, dast er auch auf einer gering dotierten Stelle noch fein glites AliSkommcit hat." Mein Nat zur Landwirtschaft zurückkehren, isst weder nen, noch pastt er für alle Kollegen. Er seht ja, >vie isch bereits hervorgehobcit, lebhaftes Znteres'fc, Lust und Liebe für die Sache voraus; sind diese nicht vorhanden, dann bleibt der Erfolg anS. Zch glaube, dast sie am besten dadurch geweckt!ver den, dast schon in der Präparandenschule und im Seminar praktischer Unterricht in der Gartenbaukünde erteilt wird und ich begrüste es daher mit Zreudcn, dast in Hannover sowohl in der Präpa