Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 43 (25.10.1906)
- Date
- 1906-10-25
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
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vrzief^ung und Lei; Unabhängiger Verein israeiitifdier Lehrer im 6rossher>ogium Dessen. Einladung Die bieejäbvige Wc n er a lue v f 0 mm l n 11;ן findet Sonntag den 4. N o 1׳ c in d e r vor mittags IO Uhr in Frankfurt a. M, ״"?!!» Tiergarten 6״ «Turnhalle der tWealuhnlc der,V?v. ReligionSgesellschast statt. T a g e s o r d n n n g: 1. Bericht des Borna »des. 2.!Kechuuugsablage. :>. Wefctjcnmuivr betr. Berwaltrmg der Israelit.!Keligionsgemeiiiden. Net. H. Ehrnrann Zriedherg. 4. Besprechung des veröffentlichten Ncwmallehr- Plans. 5. xHnf welche Weise mug der Lehrer den Ergcdnisscn der Wissenschaft im Religionsunrerricht Nechnung tragen? Bundestliema. Ncs. vv Simon Pfungstadt. 6. Borstandswahl. 7. Anträge und Mitteilungen. Mir Nücksicht aus die Wichtigkeit der Tagesordiiniig ist vollzählige s und pünktliches Erscheinen dringend geboten. Die Bcrwaltung des Bundes g. I׳. bedarf zur Ausarbeitung der.stnffc Statuten der Kenntnis des Alters eines jeden Nlitgiiedes -Die vom Besuche dringend abgehaltenen Kollegen werden deshalb ״in nmgeheude Altersangabe ersucht. — Die Neisekvsten werden teilweise vergütet. Der Vorstand. I. A.: Leb ermann, Schriftführer. ver ungarische Israel. Cehrerverein. Bon Liegmund Pintcr m Budapcir. Bor 10 Jahren traten einige hochbegabte wackere Kollegen zur (Gründung eines BereinS zusammen, welcher für die jüdischen Lehrer Ungarns vor allem als geistiger Mittelpunkt dienen sollte. Dlirch das Zusammensassen der Kräfte wollte er aber auch ihre materielle Lage verbessern und das Selbttbewusitsein des ganzen Standes beben. Dasi durch diese Bestrebungen auch die jüdische Schule und damit das Judentum selbst eitlen bedeutenden Wciuinn erfahren nuiftte, leuchtet ein. Der ungarische Lehrervereiu zählt denn and) heute 06 Ehren-, 161 Gründungs-, 90 auswärtige und 570 ordentliche Mitglieder. Schwere Kämpfe sind in den vier Dezennien auSgcsochteti worden, bis sich die Ileberzeugung Bahn gebrochen hat, dasi der Berein ein Besörderer deS lviffemchafftlichen Strebeus unter seinen Mitgliedern in. Heute ist es bereits anerkainit dasi der Berein eine segensreiche "Wirksamkeit entfallet. Es würde zu weit führen, ivenn ich hier die Geschichte des BereinS erzählen wollte, obwohl sie des Interesses nicht entbehrt; ick!!!!örfitc beule 11 »r das amzahlen, was er leinen Mitgliedern für einen Jahresbeitrag von nur Krone!! bietet und was er aus den verschiedensten Wc bieten leistet, sehe es als die wichtigste Leistung an, dasi das Präsidium bei Streitig feiten zwischen Gemeinde und Lehrern als Sckiieds gericht fungiert. Wenn man in Betracht zieht, dasi das ungarische Schulgesetz, das auch das jüdische Schulwesen regelte, erst 167.4 in Kraft trat, dasi sich unsere Berhältuisse in sorwährendcm Jlusi besiiidcu und dasi der Neibungssiächen nur allzuviele vorhanden sind, so wird mau begreifen, ivie häusig die Bereinsleitung in Anspruch geuommeu worden ist. Ihre lKerechtigkeitsliebe und Unparteilichkeit fanden sowohl bei der Ne׳ gientng als auch bei den komenionellen Kor-, porakioiieu allgemeine Auerkenuuug. Dasi bei jedem Schiedssprilch die Interessen des Lehrers volle Berücksichtigung sinden, bedarf wohl kaum der Erwähnung. Aber nicht nur von Bereius- Mitgliedern wird dem Borstand das Amt eines Schiedsrichters übertragen, sondern auch von vielen der 700 Lehrer, die uns leider noch imiuer fernstehen und er unterzieht sich auch hier im Interesse der Sache mit gleichem Eifer seiner Ausgabe. Es in unnöttig daraus hinzuweisen, wie segens reich gerade dieser Teil der Tätigkeit unseres BereinS «st. Mitglied desselben kann jeder israelitische Lehrer, der au einer öffeutlicheu Schule angestellt ist, werden. Angesichts der Tatsache aber, dasi viele Kollegen mit ihrem Beitritt bis ins vor gerückte Alter warteten, sah sich der Borsiaud genötigt, erschwerende Bediugu»!geu!'ür die Aus nähme eiuzusühreu, sodasi 50 '. der Beiträge — vom ersten ^abre der Anstellung an gerechnet — in beliebigen!Katen nachgezahlt werden müssen. Diese Maßregel war umso notwendiger, da der Eintretende sofort Anspruch auf eine Srerberate von 400 Kronen erwirbt. So wurden im Jahre NX׳.'» für diesen Zweck 2066 Kronen an Lehrerwitwen allsgezahlt. An erkrankte Mitglieder zahlt der Berein ein Krankengeld von 10 Kronen pro Woche und er verausgabte hierfür im letzten Jahre 12l7Kronen; ebenso gewährte er eine Beihilfe für Badereisen von Rekonvaleszenten in der Höhe von 420 Kronen. Ausier der obengenannten Summe wurden für einige besonders schwer erkrankte Kollegen noch 404 Kronen ausgewendet, Jür diejenigen Lehrer, welche am Plattensee oder in den Jichtemväldern der Karvatheu Erholung sucheu, lvurde ein besonderer Joud zur Subventiouierung der "Bedürftigen gegründet. Besonders beiähigte» Söhnen jüdischer Lehrer ivurde aus dem Studieustipendilliusoud 720 Kronen gewährt. Die humanste Institution des "Bereius ist lvohl der voil ihm beislündete Waiieusond, der ein "Bermögi'ii von 24<ו»א Kronen Be^!!a!!,e Lehrerstöchtel e! Hai teu!vgar einen kleinen -i׳eitrag zu de;! Koster! der Ausstattung. Die Wesamteinuahme im Jahre >'.«05 betrugen 1«’ג«; I! die Aimgohen 17 265 Kronen; das Bermöger! deS "Bereius beziffert lick, aus 114 71 *,*5 Krone» au Stammkapital und 77 47,70״״ Kronen au Legaten. Hervvrhebcu »vollen wir noch, dasi auch Nicht- Mitglieder in besonderen Ausnahmesälleu mit!<05 Kronen bedacht wurden. Wie man sieht, hat nufer Berein für die verschiedensten Zwecke Borsorge getroffen und fast alle Zweige indischer Wohltätigkeit in seinen Bereich gezogen. Wenn auch die einzelne» Summen für deutsche Berhältuisse vielleicht gering erscheinen, sie habe» doch viel zur Oinderiing der Not in Lehrerkreisen beigetragen. י\» diesem Zusammenhang darf eine Stiftung nicht unerwähnt bleiben, die ein edler Menschen freund zum Bette» des Lehrerstandes geschaffen hat. Ritter Wechselbalim hiesi der Edle, der es durch ein sehr bedeutendes Legat errnöglichte, dasi aus den Ziusen 40" Lehrer (21 io Ehritteu und 200 Juden mit je 2 —400 Kronen zur Erhöhung ihres Gehalts bedacht werden kömreu. Eilte besondere Kommission prüft die Würdigkeit uild Bedürftigkeit der Belverber, die mindestens 25 Zahle im Amte läng »ein müsse». Ist die Unterstützung einmal zugeiprochen, so bezieht er sie nicht nur selbst lebenslänglich, sondern auch leine Witwe bleibt bis zu ihrem Tode im Besitze derselben. Das Andenken dieses Wohltäters lvird in dem Herzen der ungarischen Lehrer einig sortlebe». Mit dem hier Ausgezählteu ist aber die Tätigkeil des Bereius noch lauge nicht erschöpft. Er wollte ja nicht blosi die materielle und soziale Lage seiner Mitglieder heben, sondern auch der Mittelprmkt für alle geistigen Bestrebungen aus dem Gebiete des jüdischen Schulwesens sein. Das itt er m. W. H. auch in! Laufe der Zeit geworden. Der Zentral aus schuft, der seinen Sitz in Budapest hat, hält moualiich eine Sitzung ab, in der alle Bereinsangelegerrheitcu auf's gründlichste beraten werden. Seine Beschlüsse legt er den Kollegen in der Provinz zur Begutachtuug vor, die in Bezirkssitzuugen nun auch ihrerseits Stellung zu allen Jrageu nehmen und das Resultat ihrer D'^kussion der Zentrale mitteilen. Wichtige Jrageu und Aenderung der Statuten sinden in der alle 4 Jahre stattsindenden Generalsitzung ihre Erledigung. Das £ 1 g a n