Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 43 (25.10.1906)
- Date
- 1906-10-25
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
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•_־.׳>. Cfto&cr 1906. Magnatenhauses bei^Lr^Mojeffät in Porschlag zu bringen. L"er Petitionsansschuß des Reichstages wird ,,ch demnächst mir dieser Irage besaßen, die wir in einem zweiten Artikel, im Ziisaniinenbonge 1״ir dem Verhalten des gesetzestrenen Indcntuins in dieier hochbedeutsamen Angelegenbeit beleuchten werden. Der ^»raeltk. Kricgsrcchts dadurch zu mildern, bau er die Cfn zu einer schäriercn Uebcrwachuiig der Loldate» veranlasse. ,^»;^nfnnft wurde» »ch die Pogrome nicht wiederbolcu. Sämtliche Schuldige würden bestraft werden. —?er bischerige Perlaus der llnrersuchung lägt die Ausrutuigkeit dieser Per sprechuugen sehr zweiselhatt erscheine». Seite 7 .'ti I-' von der oWnorfinrt gekeilte Vast allen, tragen müssen,?er Gra'schattsrat bat;war eine :)100111 tiou angenommen, das; Maßregeln ergriffen iverde» solle», «»! die an dieser Angelegenheit iuteres sierte» Vehrer vor Schaden zu bewahren. Aber es iff nicht ahznsche», was er bei Annechterhaltiing seines Betchlnffes in dieser Dichtung tu» köniile.?ie Regierung wird übrigens das Urteil des Avpellatiousgerichkes nicht unaugesochte» lassensie wird vielmehr das Überbaus mit der lieber prüsung desselben besaiten, »1,d man hofft, das; der höchste «Berichtsbos des Königreichs die Lache baldigst i» besriedigender Weite erledigen iverde. (5s iff bekaiiilt, das; bei der?mchsührung des I reindengesetzes vor allein die Klagen über die Wohnnngsnok ein treibeiides Moment gewesen sind. (5s iff nun von Interesse, zll sehen, wie beisvielsweiie in dem Marktflecken Ltepnen die?inge sich entwickelt habe»!. Man macht hier die Beobachtung, das; in de» lebten süns fahren der Wert der ohnnbu'im' in» ctnm 21» Prozent, in de» lebten drei fahren um bis I«> Prozent gesallrn ist. Hunderte von Häusern und Mietwohnungen ffeben leer,;׳׳!!!׳ Tatsache, die im lebtenI»hre allein einen Rückgaiig des Lienerertrags um 22'MX 1 Psd. zur ,Ivlgc gehabt hat. Man geht wohl »lcht kehl in der Annahme, das; das Ireiiidcngeietz doch ganz anders ausgefallen wäre, wenn die Pe völkernng diese Entwicklung der?inge hätte voraiissehcn köiiiic». <K.^׳gctischc M.scellcn. B» ־1ך ייך (*inirtc Beinerkunae» von;11. *W. 'Wolf 1<*זצ ד öl יו >iap >-', I. t. .'׳. Wenn aut dir in B. I gegebene ttvzäblung Vv» der Aussül,»ung des in B. I an ^אדיה ergangenen Brsrülrs, mit B nach einmal eine Lchiiorrung von drin Ausbruche Awroboms eriolgk. io scheint deren Unterschied gerade tkiriii zu destellen, das; B. t nur von einer Reise Awrobonis allein erzählt, d.r er in B»gie1i»11g Loio uniernomnirn hat, B :! svricht dagegen vom Auszug des ganzen Haus standrS Awrokmn». Somit dürne die A11!!!tl»ue n׳.chl nli;u gewagt erscheinen, wenn man sagte, das; aus den unbestiinmirn Beseht «Hotten 1ך לך* ohne Angabe des tikisrgelrs Awroboni in der alleinigen Begleitung VotS dem Brsehle geiolgl ist. ui» nach Nr»nkniSiu1t»»e des Relsezieir»׳ uiti bn gan.;eu I«iu,lie uvüi C1W Sü;»l>,aiib1lH, der ihm angewiesen wurde. Wird doch B. '> bereit» das 2and ^דכי als Reiseziel genannt. »ap. 16, l:i. -כ* אכירה הנס ד,ליב ראיתי א־זי־י -א £a Hogor insoigr ihrer durch ihr Munrrglück vrr ursachlen Urberhrbung vor der sie drinütigknden שיה ge slotirn war, ilüchrrie sie sich in die Wiiiic, wo ne am wenigsten zu besürchlrn hatte, das; irknand sie ihrer Herrin grivailsamerweiie auslirsern würde. Als ne aber gewahrte, das; sie auch in der Bsüste selbst gesehen und als ,ציה' erkannt worden war, sprach tu: ״mus; ich auch bis hier her!:!!ch umsehcn nach jemandkii, de» mui! nein.־״• Mni'. 17, לא יליא עיר את שדך אכי־ב\ Ter Talmud ׳'-( ב־־כית> scheint deslialb den Ausiprch ,הקיי־א יאב־־דב אבי־ כ עיבי בעש־ nur bei «wrohvin, Nicht auch ähnlich bk! יעקב w tun, von drni es doch auch 10 לא יקיא ’צדך עיר יע״ב beiftr, weil an unirrer Stelle, wie die Tonzeichen lehren, עין־ zu ילך־א gebürt, und daher diesen negativen Ausdruck verstärkt und sagt: «es soll nie mehr genannt werden ' Dagegen nnnnii in die 1*0111^1 ע*ד eine andere Stellung ein. יאיייא ’צדך יעיד und sagt ״Dein hervorragender Raine soll nicht יעיב sondern שיא־ genannt werden.״ Bgl. הקתב ׳הי^יה zu.v>, 10. Anmerkung: Man vergleiche ausführlich hierüber dir wissenschaitl. Beilage zu Rr. '>» de» I-raelit vom 11. Jul! I!"'.׳. H. W. Unfrland. Petersburg, 21. Oktober,?ie?eplitation der Einwohner voll Liedlee an den Minister t׳״ällde1lten Ltolypin überreichte diesem eine?enk schritt, in der die Borgänge während des Pogroms nüchtern und ruhig geschildert werden,?je,cs amheiltische?okninent bestätigt durchaus die Mel d»»ge», die die deutsche Presse über die snrcht baren Ereignisse veröffentlicht hat.?je?enk ichriff iveiff überzeugend nach, das; der Progrom von de» Zivil- und Militärbehörden von langer Hand vorbereitet war und zählt dann die 'Perlnffe am, die ans Leite der Pevölkcrnng ieffgeffellt ivirrdcn. Während selbst nach den offiziellen Mit tkilungeit kein einziger Loidat getötet oder verivuiidct wurde, güb es unter den Eimvohnen! ->l!üdi'che und .'>—5 christliche Tore, verwundet wurde» noch den offizielle!! Berichte!; .-urch oeu vrivoren -'00׳ Personen. Po» den vielen unmenschlichen Grausamkeiten der Toldate» sührt die?enkschrist nur eine an: Ein junger Jude, Pater von 0 Kindern, namens Meier Wolf, ein sowohl phyffsch tvie and) geistig wenig entwickelter Mensch, wurde in seiner Wohnung von den Loldalen lvährend des (ffebets überfalle». Rachdem er in Anwesenheit des Offiziers schrecklich gegnäl. worden!vor, warf man ihn solange im Zimmer lieuini, vis sein Gehirn ansslos;. Und dabei l..,r man doch ivedcr bei ihm noch im ganzen Hanse irgend eine Waffe gesunden., Po» de!׳. l02.'> Häusern der Lkadt wurden einige Hundert be schone», darunter auch das jüdische Krankcnhans. .'׳!« Geschäfte wurden geplündert, l! Häuier und 12 Markthallen verbrannt. Po» den Piivatwobiiuiigeil wurde eine unzählige Pkenge beraubt und zerttört.?ie Perlnffe in Waren und barem Golde werden aus eine Million Rubel berechnet. Tie?enkschrist schließt mit der Erklärung, die Pertreter der Bewohner von Liedlee kämen nicht mir der Bitte um Gnade, sondern n!n ׳Wieder- Herstellung von Wahrheit und Gerechtigkeit,?ie .ludiciiz, die die?eputation am 3. Lktober beim Mnis!erpräside11ten hatte, dauerte 2«» Minuten, -tolupii! sagte, er habe die?enkschrist mit großem?;ntercffc gelesen, wie er überhaupt bemüht sei, ein verläßliches und klares Bild von den Porgänge» j» Liedlee zu gewinnen,?azn veranloßten ihn sowohl soziale und staatliche Erwägun M als auch die Ansragen, die vieserhalb ans ganz Europa an ihn gelangt seien,?ie offiziellen Gerichte, die in seinen Händen seien, nnterschiedcn "ch in vieleil Einzelheiten voit der?arffellnng srr?enkschrist. Es sei ihm daher »»möglich, vor 'M'dilu׳; der Untersuchung etwas bestimmtes über dir Porgänge in Liedlee zu sagen,?as köiliie n jedoch bereits erklären, daß das Militär in oidnt ,"willen seine Geivalt iilißbraucht habe, auch "nde er. daß die Perhaftung der?eputation, die dein, o>eneralgonvernenr vorsyrach, ungerecht ׳eriig! geivesell sei. Was die in der?enkichrisl er wähnten Räubereien luid Plünderungen beträfe, '0 habe er ans den offiziellen Berichten die lieber ikuguiig gewonnen, daß sie übertrieben worden 'den. E ׳- seien nach den offiziellen Berichten nur Ullbedcutende Oiegenstäiide, wie Leise, Eigaretten, dergl. ivcggeuommcu worden,?ie feiiiö־ ‘ifflc Haltung des Militärs gegenüber der Bevöl- 'krinig habe ihrer׳. Grund in den unalishörlichen lerri'tor:scheu Taten der Revolutionäre,?aß filier der Revolutionäre festgenommen werden konnte, erkläre sich ans der Gewandtheit, mit der 'tc,öer Polizei zu entgehen rviffen. Es sei »in ...׳3'ןק wenn man behaupte, der Pogrom sei >org ^unvorbereitet worden. Die Lignalc, die nach -t-eiikschzjff gegeben, seien während der Per ngung des Kriegszustandes nichts ungewöhu '"'ks. Er iverde sich bemühen die Härten de: Wa r s ch a u, 22. Oktober. Leit der Rückkehr der?eputation, die bei Ltoluvin vorstellig wurde, hak!ich die Vage in Liedlee gebessert. Major Veonlieff, der an Lteile von Tichanowsky neu ernannte .Kommandank der Garnison, bemüht sich Ruhe lind Hrdnnng hcrznffellen.?ie E»t lassuiig Tichanoivsky's iff von der 'Bevölkerung mit großem sztibel ansgenommc» worden. K i ew, 21. Cftoba.?er >lo»gres; des ׳״Per bandes russischer Venre'• deichlos;, den Kaiser zu ersuchen, ein neues Wahlgeiev in nationalem Griffe zu erlasse», durch das den Israeliten das Wahlrecht eiitzog,.׳» werde, und außerdem den Wunsch;11111 Ansdri.ck zu brige», das; die?liiila nur eilten beratenden Charakter trage. Pelersbii rg, 24.Oktober,?en Regiernngs behörden d?r Hauptstadt wurde bekohlen, eine neue Registrierung der ivohnnngsberechligten Indcir vorzunehme» nnd alle »ichlwohnnngs berechtigte» anszuweise». 'Bei de» Answeisungen, die schonnngslos vor ticki ginge», spielten sich Herzzerreißeide Lzenen ab. Bialy'tok, 10. Lkt. Hir iff eine neue Geiellschast ״Esras 2!!doch:!!:" gebildet worden, die es sich zur Ausgabe stellt, Iudeil, die aus wandern, » it Rat und Geld zu lmterffützctt. Fvdttlrveictr. Paris, 2 l.? kwber. Eine merkwürdige Iolge crgiebt sich ans den Bestiminungen des sranzösischcii Olesepes über die L o n n t a g s r u h c, das seit einiger ^־»eit in Mraft ist. Bekanittlich gestattet das Gescy gewiffenBetrieben, statt des Tonntags einen anderen Tag der Wockic als Ruhetag zu wählen oder abwechselnd eilten Teil des Personals am Loniitag z» beschäftigen. Im Bäckcrgergcwcrbc iff iinn über die Irage, wie es mit dem mnhetag gebalten werdet, soll, zivischcn de» Arbeitgebern mid den Arbeitnehmern ein Streit ausgebrochcn.?ie erfferen haben beschlossen, am P,ontag zll feiern, dafür aber am Loniitag soviel zu produzieren, als bis zum?,enstag Mor gen nonvendig iff.?ie z'lrbeiter jedoch tvünschcn die Elllsührnng des ׳.'lbivechslungssuffems am Lonmag. 'Als t^rmrd für ihre 'Gegnerschaft gegen diese Forderung führen die Bäckermeister den Umstand an, daß, wenn nur ein Teil ihrer Veute am Sonntag arbeite, sie für jeden Sonntag fremdes Personal zum Ersah mieten müßten. Es hat ׳ich herausgeffellt, daß in dielen, Iall Arbeiter, die in ibre» Betrieben von Geiehcs wegen feiern müsse», für diese Rnhezeit sich in anderen Betriebe» einffellcn lassen, wo durch das Gesetz wirkungslos gemacht wird?iesc Holge habe» die Gesetzgeber offenbar in der Eile nicht voraus geseben. Enzlldnd. Von von, 1'.'.? ktober.?er Porkshire Olranchaftsrat batte vor längerer ׳Zeit de» Be ׳chlnß gefaßt, tür den Religion sn n t e r r i ch t an den' nicht staatlichen Polksschulen lsogenaniitcn I-reischulen" - keine Zuschüsse mehr zu zahlen,?icier Beschluß war vom Appellationsgerichtshos mit Ltiinmenmehrheit als gesetzlich anerkannt worden. Nunmebr hat das Beispiel des Porkshire-iKrasschaffsrates ׳Rachfolge gef,»,de»,?er londoner GraffchastSrat hat ebenfalls beschloffen, den Religionsunterricht an den ״Ireischulen" nicht mehr zu subventionieren. Hierdurch lvcrden auch viele jüdische schulen betroffen, und die jüdff'f'e G-mcinde in London wird jetzt die bisher