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Der Israelit · 1906-10-25 · 43 (25.10.1906) · p. Seite 6

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
43 (25.10.1906)
Date
1906-10-25
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Nr *« Leite •1 mouuifd)C i'hcmi.um, noch die Hatidels und Ge Werbekammer, noch der kaufmännische herein zuvor um ihre Wohlmeinung in einer io wichtigen, vitale Zutcreffen der Kaufinannsivelt lautierenden Angelegenheit befragt wurde, Zn der Bukowina s'^ziell aber tritt der nicht zu I rechtfertigenden Härte dieser Einordnung noch ein f Moment hinzu, das nicht blog?Pachtung heischt, sondern auch in nachdrücklichster Weite gegen diese Reuverordnung spricht. Mcbr als *־» Prozent der Kauffeute sind hier zulandc Hilden. Und ,vobl drei Viertel dieser jüdischen Kauffeute beobachte» freiwillig eine Samstagsruhc von mindestens einem halben, viele aber den ganzen Lag. Hem Ruhebedürfnis ibrer jüdischen'Angestellten ist somit Rechnung getragen. (5s geschalt noch ein Uebriges, dag sie auch den Tonntag Rachmitlag frei erhielten. Zept aber ,verden diele t'chivcr belastet«.»! Treuer träger zu einer nahezu ztveitägigcn Tonntagsrube gezwungen, >vas lveit über Gebühr und auch die Tendenz des Gesepcs gellt, weil cs geradezu zu einer Unterbrechung der Arbeit führt. ,׳oll die Kaufmannschaft den?lust'all am Tamstag cinbringru» wenn ihr am Lvnntag nicht einmal die vier Ttunden des lebhaften Verkehrs zur Vertilgung stehen! Tas Recht ans Ein- Haltung seiner Religionsgebote hat doch jeder Staatsbürger!n Ecncrrclch. Aber einen damit strafen, das! man ihn ztvingt, die tKebore einer anderen Religion zu beobachten, ist sckion niehr als üreng. Ten׳.« das ist ein Unrecht. Haben die jüdischen Handelsgeliilsen den Tamstag ganz frei, dann iit ja kein Grund vorhanden, ihnen auch die Freiheit am Toniuag zu sichern. Äber auch die anderen, ja alle Kauffeute können an» die vierstündige Tountagsarbeit nj«hr verzichten. Eine ganze Woche warte! mancher Geschäftsmann au׳ diesen Tonntag, wo die teilte Zeit zum planieren, t^usticreu und Einkäufen haben, wo sie nicht ivcg zur Arbeit müssen, und da kommt der T!aat und unterbindet dieie villsierende Er-!verbsade׳ mit kalter Hand und einer?,!icksichts iongteil, als ivenn 11 liipi gerade dieie >ie>>,sie>ite S>««« T.״| S״»♦• Mitfint »mivrtiMi C'lli l<i «.•{Mltt «CVll 4'U VlVItUll l'UUV 11 und nicht mui! ein Recht zun! Leben, rum Ver diene!! bäncn' Wie man auch die Lache nimitit, cs in gar kein Motiv auszntreiben.!velches die Berechtigung dieser neuesten Masmahmc der Landesregierung envencir könnte. Tie gesamte Kaufmannschaft empfindet es als einen schivercn Tchlag und ne erivarlct mit Zuversicht, dag das für unsere Verhältnisse wiederholt bekundete Wohlivollen des Landes ptändruien Tr. v. Blcvteben, aber auch icm Gerechtigkeitssinn nicht zögern ivird, diele neu getroffenen Einordnungen in einer Weile zu äi'dern, dag die. u1׳e nur ansgelührt babe», verlerne!! Z!!!c״>!!!en der Kanf,nauu!chasi. die geradezu eine Erdrosselung ihres Eriverbes vornellc», nnkn ausreclnerhalten bleiben, '?licht zu überleken in endlich auch, dag durch solche Ma'cnaltnien die Ttenerkralt des Kan1«׳anncs eulplindlich geichivächl wird, und der Tlaat nt cs lchlieglich, der die bureankrantch engherzige Auslegung von Geiepesbeffiininungc» zu lühlen bekoniml, iu einem?lnslallveii Tleucrleistungen." Wien. Tktaber. Tie unter Aufsicht des Herrn?«abbnier H li r st stehende jüdische Volks küch׳, über deren Vegründung!vir jüngst be richteten, emwickelt iich lehr auuttig, u»e dies itidu anders zli erivarten u׳ar. Tie Tpeileannalt bat ivährend der kurzen ׳zeit ihres Venehens ihre Lebensnotwendiglen und Lebenssälugken anls glänzendste bewiesen. 'Wien, >?-. Ttiober. Vor einigen Tagen erschien bei den ,'eübrern des Polenklnbs eine?lb ordnung der Vertreter der galizilchen jüdischen Kultnsgemcinden, um gegen die W a h l k r c i s ei 111 eil ui! g in Golizicn Prolcff zu erheben. Bekauiitlick, ha! de! vrrnvrbrnc Tr. Vnk seinerzeit Üir die Hilden tRrlizicns 7 gesicherte Mandate gefordert. Turch die vom Polcnklub vertretene Wahlleeisrinrciinng,verden!cdoch den Juden blog Ter ,zsrartn. .'» Mandate zugedacht und auch diese erscheinen nicht gesichert. Tie aus den Herren es. Edler v. Horoiviv-Lemberg, Tr. schass Lemberg, Tr. Tillcs Krakau und' Landtags .Abgeordneter ir. Löwenstein bestehende Abordnung stellte >>uu mehr die Forderung, dag den Hilden li-aliziens durch eine gerechte Wahlkreiseinteilung acht Man bare zugesichert werden mögen. Ter Polenklub hat bisher über dieses Anliegen keinen Beschlag gesagt. Ein jüöifcher Biictiof im ungarijehen magnatenhaufe. Von unterem Morrefponbenten. v" n d a p e st, 21. Cft. > der ungarischen Pairskammer haben sämtliche Kirchen ihre om zielten Vertreter. Tie katholischen Bischöfe sind ohne Ausnahme Mitaliedcr des Magiiatenhniises. Tie protestantischen Konfessionen entsenden ihre kirchlichen Tclegierren i» beschränkter?lnzahl. Ter israelitischen Kon seslion wurde dieses Recht bisher noch nicht zuerkannt, Zur Zeit der Reform des Magnaten- Hauses im Jahre war die Rezeption der israelitischen .Konfession noch nicht durchgesnhrt. Tie Zn den waren in bürgerlicher Beziehung schon gleichberechtigt, nicht aber auch das Zu den tniit. Erst durch die Thafsung des Gei'eg arrikels XI^II: 1 **.*.'> erlolgte die Rezeption der jüdischen .Konlession, ohne dag die Gleichberechtigung derselben auch durch ihre offizielle Vertretung im Magnatenhause zum 'Ausdruck gebracht worden iväre Tie neologe Landcskanzlei hal es zu wieder holten Malen unternoinmen, die Ernennung eines ihrer hervorragenden Reformrabbiner zum Magliakenhaiismitglied in Vorschlag zu bringen. Zhr Wunsch iväre auch schon längst!!! Erfüllung gegangen,!venu ne nicht dabei auch die Unterd«.ückiiug der >7r!hodvr׳.e geplant harre. Tas grseersicene ^lldeiicum in Ungarn ivollre den Ttaudpunkr einer anronomen, von der neologe» .Kongregparkei ganz unabhängige» israelitischen Glaubeusgenoneiischafr auch in diesem Belange nicht anger acht zu lassen. Tic neologe» Zührcr batten aber nicht den '?.Uut, den ver wegenen Gedanken auszudenkeu, dag ein ortho dorer Rabbiner als offizieller Vertreter eines orrbodoren Zudentnnis — dessen Eriffenz unsere Herren ׳?»'eologen hartnäckig leugnen — im un garischcn Magnatenhause Sit« und Trimme habe, '??iit der falschen Mutter sprachen ne: ״Weder mir noch dir, zcrschncideii!" Tie vsnziellen Führer des Reformjudentums, die im politischen Leben auch groge» Einflug Huven, verzichreren also zeinveilig auf den ״jüdischen Bischof" und begnügten sich damit, dag von Zeit zu 'Vit eine ihrer weltliche n Korvphäen als Verlrcrer der israelitischen Re ligion ins Maguarenhaus berufen wurde. Unter diesem Recht st nel gelangten Tr Hirschler, Z-ranz Eborin und a. m. ins Magiiatenhaus. Zranz Ehorin, bekanntlich ein Enkelsohn des berühmten Araber Rabbiners?lron Eborin, hat diese?luszeichnuug, die er seinem ^udentnnie zu verdanken hatte, damit honoriert, dag er nachher seine .Kinder der Reibe nach knapp vor ihrer Verehelichnng zur Taufe führte. Tiefer hervorragende Reologe ist übrigens auch Vorstandsmitglied der groge» jüdischen Gemeinde in Budapest. Vor einigen fahren war cs allgemein bekannt geworden, dag einer der jüdischen Rotablen sich tmien lieg, um leichter den ungarischen?ldel zu erlangen. .Kaum hatte er aber die Taufe an sich liiid de,, Teiuigcn vollziehen lassen, als ihm der Tiaalssckrctär im Ministerium des ^nnerii begegnete und ihn mir folgenden Worten be grügte: ״Hochgeboruer Herr! ,^ch beglückivünsche -Lic zu ,'elirer?lilszeichiinug!" Ter geraufte Herr war ganz verlegen. Tie Robilitierung hakte er wohl crivanet, diese war aber mit dem Titel ״hochwohlaeb " verbunden Ter Tlaatssekrctär erbarmte gch des armen ^udeu und erklärte ihm 2:>. Cftober!!•«Hi bald, dag er soeben das königl. Reskript erhalten in welchem auf rintrag des Ministeriums seine Ernenniliig zum Maguatenhausmitglied als Ver treter der israelitischen .Konfessron ausgesproche wird. Unsere neologen Führer lassen sich indessen nicht abschreckeu. Es handelt sich ihnen gar nick! um den ״jüdischen Bischof". Vielmehr mochten sic durch die Ernennung eines Reform rabbiners als kirchlichen Vertreter des G? samt Judentums wieder einmal kräftig deinon strieren, dag cs im Grunde genommen doch nur ciu ^udeiltuiu in Ungarn gebe und dag gerneein Reformrabbiuer das gesamte ״einheil liche" ungarische Judentum in der Legislative vertrete. Es ivird darüber eine ^udendebalre in beideii Häusern des Reichstages stattfinden. Tie Lache kam so. ^11 Tzeg sard, dem Hauptsige des Tolnaer .KomitateS, ivohut ein vermögender und einslugreicher Hude namens Leopold?l l e r a n d e r. Tieier Mann ist ei» leide» schaftlicher Kong regier. Er hat in feiner Jugend Thora gelernt, hat jüdischen Witz und führt sich halb wegs jüdisch, in daher in neologen -Kreisen für!^udaiea eine unbedingte?tutorität. Tiefer groge Älerander hat neulich in einer ueologerr?׳ersaum, lung eine Brandrede gegen die T^rthodoren vom stülpe! geiagen und 0uu6i oce Kuhuhect geliabt, ver stsrbcne "iN "?'^2 als Zeugen für seine?tngrme anzurusen. ״Rabbi Meier Perls ans Gr.״' Karoln war auch ein Gegner der!Trthodorie״. erzählte er in flammender Begeisterung seine» Zuhörern, die ilun selbstredend alles aufs Vöorr glaubten. Tag dies eine ganz gewöhnliche historische Fälschung ist, ne,tim diesen Herrn nicht. Rabbi Meier Perls?"k veröffentlichte drei Jahre nach dem K.mgreg einen?lufruf zur Kon siituieriiuc. der 'Trthodorie, in weichem es mner Anderein heigt: ״Tie Tistrikrs-Repräsentauteu der?leologen verderben und vernichten die Grund lagen unserer Thoragefetze, die in den vier Eodiees niedergeschrieben sind. Zch erkläre daher feierlich», dag cs Pflicht jedes jüdischen Mannes in, den Weffen zu gehorchen, die orthodore Konstiruierung zu fördern und vor dein gefegeSrreuen Zudeului!! das Haupt zu beugen. To sieht es mit der historischen Wahrhcirs liebe des Herrn?llerauder aus. Tiefer Herr bat einmal auch den Trient bereist und brachte seinen neologen Brüdern ein eigenhändiges Tchrciben des seligen Ehacham-Baschi ז״ר aus Zernsalem, in ivelchem der fromme??lann es feierlich be kräftigte, daff cs nur ein Judentum gebe und dag es eine Tüude sei, gerade das ungarische Judentum in zwei Lager spalteil zu wollen,?lls der Rabbi von dem Miszbrauch Hörle, der mit feinem Schreiben in den Zeitungen getrieben ivird. schrieb er eine Ergänzung seines erffen Brieses, dag es wohl nur ein ivahres Iudeurum gebe, dieses sei aber nur das thoratrcue, die schriftliche und!nündliche Lehre erfüllende Judentum. Herr Alerauder ist aber auch eine angesehene Persönlichkeit im politischen Leben seines??«'uni zipiums und es wird wohl kanm ein Tpicl des Zufalles gewesen sein, ivenn gerade die׳es??lunizipiuin beschlog an den Reichstag eine Petition zu richten, dag die Geseggebung der Zudenschast des Lai'des eine amtliche Vertretung im Magnalenhaus gewähre. Zu der Petition ivird ausgeführc, dag die Turchführnng des all gemeinen Wahlrechts auch eine Reform des Magnatenhauses in der Weise erheisch-, dag dort ’ den Vertretern aller Gesellschaftsklassen und Stimme gewährleistet werden?«ach der bisherigen Praris iverden als Ver rcter der israelitischen Konfession in der Regel Mitglieder des G r o g ka v i t a l s beru׳en, was weder den ans der Rezeption fliegenden Rechten, iioch aber den Billigkcitsrücksichten entspricht. Ta dieser Umstand in hohem Mage dazu beiträgt, dag Bevölkerung das Zudentum mit dem Grogkapiral identinzicrn, richtet das Tolnaer Muuizipium a» die kön. ung. Regierung und an das Parlament vre Bitte, die Ernennung eines hervorragenden Mitglieds der i S r a e l i t i j ch e u K i r ch e zum

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