Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 43 (25.10.1906)
- Date
- 1906-10-25
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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•_>.־>. Cftobcr 1006. wird gelernt und gelehrt, in wiffcnfchaftlicher Betätigung nmnrfic tiefere (!rfemitme׳ der jiitnictie i ־^abrtieit errnngen, und io für nnfere heilige 2ad1c positive Arbeit geleistet, die ihre Drückte nagen wird. — Ztt dielen Blättern sind ,nieder liolt Semesterberichte der Vereine jüd. 1*י fabemifer veröffentlicht worden und es durfte danach lein gesetzestreuer Student im Zweifel sein, ivohin ihn!ein Weg zu sichren bat. Ein neues Kartell jüdischer Parteiverlniidnitgeit ,st :1, den ersten Tagen dieses Wahres;11 Berlin begründet worden, das ״Kartell zionistischer Ber biiidungen", welchem die beiden junge» Korvo rationell ״Hasittonäa" zu Berlin sowie ״Zordama";11 Blünchen angebören. Beide habe» sich die Ausbreitnttg zionistischer Idee» zur Aufgabe ge fept und geben nnbediugte Satisfaktion.'Zn der Ccffentlin:feit sind sie bis jetzt noch nicht weiter bervorgetreteu. Cime jede Berübrung mit den andere״ jüdischen Korporationen existieren zu Würzlmrg drei jüdische Berbinduugen, die kouleurtrageiiden ״Salia" ״ud ״L6ireebttrgia" eitern. 26. g. B., s. 0. und die ״Beda". (!׳in weiteres Ziel als einfachen Z״sa»tmet1fchlttst jüdischer Studenten haben ne f,ch nicht gesetzt, (!ine 'Bereinigung russischer studierender ist der in München bestellende ״Berbatid jüdischer Studenten". Hiermit wäre nach der Kenntnis des 2x׳rfaffers die Vifte der Korporationen jüdischer Stndeiiten erschöpft*), doch nicht das Zeld der "Betätigung jüdischer Studenten in akademischen Kreisen uni grenzt. Zn faft allen Zackwereiiien, die an jeder Universität bestehen, sind die Zu den die tätigsten Elemente, da dies so ziemlich die einzigen nicht jüdischen Berbände sind, die Znden gern in ihren :Kciheit sehen. Eine eifrige Tätigkeit entfalten auch jüdische Studenten in den sogenannten Ziukeiifchatteit .»Nrt*• »«•rttiltt יס^י♦ X * Xl'lt 11ו%{י' WK l (llllll CtitWIUUIIUIlUlUI/ V• ». «.-v•! •v v t tretnngen der nicht inkorporierten Akademiker, "cider drängen sich hierbei aimiasteitde (!lemente oft so in den "Borde rgrund, dasz Reibereien nicht zu vermeiden sind. So kam es z. "B. im Sommer seinefter 1'.*»»;־> vor, das! in "AKündien infolge von solchen Zerwürfnissen sich die Zinkeii'chast ^11 ach erregten "Atiseiitandersetzttttgen in zivei Teile spaltete, die Znden ausfchliesreiide und die Znden Der Jseaettt. ailfnebmende freie Studentenschaft, (!s wurde f. Z. in diesen ״Blättern genauer über den damaligen Konflikt referiert. Solche 2^ork01»mniffe sind leider nicht zu vermeiden, so lange Znden in solche Kreise eindringen wollen, von denen man ffe geffifsentlich fernzuhalteu sucht, und io wird wohl an den meisten Universitäten die Zinken fchaft entweder ewigen Reibereien ansgefetzt, oder entweder ״jndenrein" oder ״verjudet" fein. l.n. und 'Machrtchten. DeutlVt)es llctdj. Z ra nktn rt a. M., 11״*. Oktober. (5s wird uns soeben telegraphisch ״titgeteilt, d a n \ו e r r "ls a b b i 11 e r Z ü r st v e r h i 1! 0 e r t i ff, an de r Gefell fckiaitsrei fe nach Palästina teilzu nehme 11. — Ter nrünüitglch auf den 1*t». Oktober festgesetzte Anfbriichsterinin muhte ver schoben werde», da nicht diejenige Zahl von tiviMl '*1 H Uli'IhHtlili'll nt hip tinpnpii Xt!> I *4 )»• «««י , - "•(;"■•ן; , , - - . . . | . ... ........ « *׳>h \ ttl ץ»ו gewesen Iva 1e, um die :Keife öiogiuiningeinag mit eigenen! ^epar atdampier dnrrl! znsnliren. Tie :Keife foll »nn doch noch im Hanse dieses Monats angetreten werden, jedoch nicht auf einem Separat dampfet׳, sondern ans dem regelmästigen Tampfer .Konstantinopel Zaffa. Tie Aendetniig der Tis- Positionen hat eine (!rhöhnng des Teilnehmer »reifem um 171.* Kronen notwendig gemacht. Lohte an der oder jener Hvchfchiile neck! eine iKreuiigimg jüdischer 2tnbcnten begehen, die ich nicht ermähnt habe, so wird die Redaktion wollt gerne deren ׳ein, einem diesbezüglichen Aachtrag;Kaum zn gewahren. X. Bert. neliiiienden sibirischen Znden besondere Anstrengnngen ge mach!. Xie Koscherhntter wird unter Anisichl des Rahhiners t'ctniu■ in lihaibin bergeslellt und mit seinem Zeugnis verseilen nach dem Ausland ausgesüliri. Groste Beengen Ze׳e׳. Ware werden alljährlich nach dem Westen Versand, dieselbe stellt sich viel billiger als die in Xentschland vroduverte Butter. Jnieliekmeh stehen die sibirischen Juden lnuler ihren weltlichen russischen Brüdern zurück. Es ist ihnen nämlich verboten, Vchvcr anzustelle» und so wächlt denn die äugend in lies bedauerlicher Unkenn nis der ,üdiichen Vetuc aut. Grost jedoch ist die Anhänglichkeit der sihiri'chen Zuden an das heilige ('and, und viele von ihnen beab 'ictmgcit dorthin auszuivandern. Rabbiner Cevine wurde von na wohlliabendeu jüdischen Familien beaustragt, einen geeigneten Landstrich zur Ansiedelung für ne zu erwerben, räe reute besuzen zusammen 1 <;<MXhו Rubel sind also aus 'reinde Hilfe bei ihrem llnterueliinen nicht angewiesen. 0-״eint dieses Unternehmen sich als erfolgreich erweist, so wirdseitens vieler anderer Juden Sibiriens baldige uach'olge finde». l׳ Wertschähung der Bildung im Judentum״ Unter diesem Titel schreibt die «fläd. ,-euung^ ״ ׳<-.׳-..ach jst m unseren Lchulen die Beobachtung gemacht worden, das die Kinder aus indischen Familien, welche d׳us «- tlizien, dem van de des orthodvreslen Ztidentums, m der inangelhasten Schulbildung, bei uns einwandern, v>e deuiiche Sprache in Wort und -Lchrift Verhältnis wasug vorzüglich beherrschen. Eine Erllärung dieser ״unallettdeu Erscheinung gtebl der vor etwa Zahressrnt ver״!׳rbene wohlbekannte ^chrissteller Karl Emil Franzos, ,Mer der besten Kenner des galizischen Judentums, in etr.eat ras gal,zische Bolksleben schildernden hinterlaneueu nnan ״Xer Pojgz". Es heitzt darin «Unterricht und ''׳<l:esd1enst ist bei diesem Bvlke eins, und Unwinenhen Z"' Lodstinde. Wer nicht lesen kann, ist aus Erden ein ' "ruchler, int Jenseits ein Bcrdammtcr." «ES ist sicherlich »In tchaner und kluger Grundzug des jüdischen Bolkstums, hiI m.,cn zur religiösen Pflicht, die Gelehrsamkeit zum ^erdtemie vor Gott, den Adel der Gelehrtamkeit zum ägen mt Zuoentume gütigen Adel zu machend 5> anno ver, I'.( T kt. Ter jüdische "Bankier Sk. in Hannover hatte feinen Lohn nicht am jüdischen Religioi'suiitericht teilnehincii lassen. Tafür nimmt der Zunge an dem christlichen Religivnsniirerricht in der Schule teil. Auf Writiih einer alten "Beiordnung wurde der "Bater in eine (Geldstrafe genommeit und gleich zeitig angehalten ׳einen Sohn am jüdischen Re ligioiisiiutericht teitiieluneu zu laffen. St. beantragte richterliche (!ntscheidung, und das Schöffen gericht Hannover sprach ihn frei, (!s führt atrs, das; der Bater das Recht habe, feinen ׳Sohn in der ihm geeignet erscheincudeu Weise zu erziehen. (5m wichtiger Teil der (!rziehung fei der Reli gionsniltericht, das (!rziehnngsrecht würde aber illusorisch gemacht, wenn der 2x1 ter gezwungen würde, sei» Kind in einen ihm nicht ziisagendetl Religionsinitericht zu schicken. 26enn auch das Kaillmcrgcricht in einer ähnlichen Sache anders entschieden habe so sei dieses Urteil doch nur fo ztt verstehen, dasz der!üdische 2>ater sein Kind an irgend cinent Religionsunterricht teilnehlnen lauen muff 2lber das Recht müsse ihm gewahrt bleiben, die'.'lrt der religiösen (!rziehnngselcht zu beskimmen. Sd)n1etr. Zürich, 1*1. Tkt. Tas Schweizerische Zsrl- 26ochenblatt veröueutltcht in seinem Sptechsaal, ohne Lierantwortlichkett der Redaktion die folgende ungeheuerlich klingende Mitteilung unter der ge schmackvoUen Ueberschrift ״ssehachts Streich eines Zeloten": Bor vielen Jahren starb irr Endtngcn rin huuiüeutgtci Mann, der in seinem Testamente der Einrichtung einer Alters Bersorgungs^Anstalt tn Jerusalem gedachte und zu diesem Zwecke die summe von Fr. '2'*יי>. ausieyte. Xte Bedingungen, welche der Testator an diese Bergabung Ar. 2nte kiiüp'le, iianden in keiitem Berhitllnis mit der Höhe des Beirages, mit anderen Worten es wäre unmöglich ge wesen inn der vergabten -Lumme dasietuae zu erreichen, was im Tenameiite vorgesehen war. X!e Erben des Beriiorbene» beschloven daher da Berntächinis dem Altersaful in venguau zukomnien zu laflen. Lie hatten aber die Recbmti'g ohne den Wirt gemacht. Ein sögenainiler ..srommer5 ׳׳'err, von Endingen gebürtig, dem die L-ache arg zu Herzen ging, »uhlie sich gedrungen dem J.eiiiratbuieau für vatännieiisiiche Jnteren'en m Aiusterdain von diesem Boikoiiumus Anzeige zn machen. Flugs wurde zur Rettung der Erbschait ein aargauischer Anivalt betraut, welcher dann im Rainen des genannien Bureau bei der zuiiändigen kanioiialen Behörde gegen die angeb liche Berlevung der testamentarischen Besiiminungen Protest erhob. Ter Borstand der betrenenden Amtsstelle seinerseits, mehr der Rot als dem Xränge des Herzens gehorchend, verfügt ׳, das; hem Wortlaute des restaments nachgelebt werden müne und das vteld wanderle nun. zur hohern Ehre «üotles, nach Ann'ierdam. Alsogefchehen!nt Kulturkanion am Ausange des rd». ,zahrhnnderts' Und ivaruin das Alles wirst Xu, verehrter veser. fragen'!י Run. weil man liöre und staune weil die Asvl Verwaltung ihren Fletfchbedarf niku von der orlhodoren Lchechaah bezieht'0 ׳. ".Kack, aut heu tif eben Zitformatioiien, hie u»S von dem (s e n t r a l (5 0 in 11<• des Ber e 1 ns f ü r A r >!> e n u n d P t l g e r 10 0 h u u 1! g e tt a 11 f Z t o u in Zrauknirt a. 'XU. gegeben werden, stellt die Zuschrift des Sck>we1zertscheu "Blattes die Tat fach 11 geradezu auf den Kopf. Ter in (5'itdingeu verstorbene Märeu hatte tu seinem Teftatiieut ausdrücklich beftttttmt, daü 1.'>f> Zraues dem zu Amsterdam befteheu?e1t Hilfs Eonute zu dem Zwecke attsgezahlt werden tollen, um in Zerusalem ׳,u (Knusteu e 1 n e s armen Talmndifte» oder e i ue r arme!׳. Witwe mit Kindern eine "Wohuung zu erbauen, die den ".Kaute» des (5'rbiafsers tragett und dadurch verewigen tolle, nicht aber »tn damit eine ״Alter s v e rs 0 rgu » gsa 11slait" zu errichten. "Bon diesem Testament hat nicht ein ״Z,elot", sondern pfl i ch t ge m ä sz die zuständige "Be Hörde dem paläftiiieittifcheu Hülsseomit,- Mit teiluug gemacht, und dieses erklärte sich nach i\זוייו י h*’n! X*»* —״t — W(׳r «v; •11U t * *«l v- * ,» »»^ V V * *•■»' mm t m bereit, die Stiftung anzuiiehmeu Kanu nir den "Betrag auch nicht fosort ein neues HatiS gebaut werde», fo stellt doch der "Bereut aus de» vor« haudeueu, keine nähere "Bestimmtliig tragenden "26״h!l»»geu, eine nach dem ״Willen nnd "Wunsche des Testators znr Berfüguiig und verwendet dann die 1*'>0« t Zraues zur euttprecheudeu "Berar ctsteruv.g des u ä ch st e tt ".Keubailf. Trotz dieser Möglichkeit, den Absichten des StisterS genau gerecht ztt werden, sockiten die Hiiiterbliebeueu unbegreiflicher ׳Weise das Testament, an und die kantonale "Behörde gab dieser Aufechttivg ebenso »ubegreiflicher "Weife mit der ichoneu "Begründung statt, das Hegat trage ״kirchliche»" (!baraeter und es fei ״vertverf lich", (Kelder aus dem Kanton in andere tveit entfernte (?änder z» tragen" f-i׳ '-׳.Kach der dar ans beit» Bnndesgcrickit erhobenen 21eschwerde wurde felbstverstäudlich die Auszahlung des Vegates augeordnct. Tie llrieilshegründuiig, ergaugett am Ix. Zaiiuar l'.ni.'» , fällt ein ve r » i ch te!1 des 'Berdtkt über de» 2x׳rstickt, durch nichtige (!!!twände nnd ohne jede gesetzliche tKrundlage die (!rfnllniig des klar aiisgeivrocheiieii ׳Willens eines Testators z» vereiteln. Tas Urteil zeigt, das; es doch noch :Kichler in d.r Sckuveiz gibt, die es verstehen, die seltsamen 2Küteu einer spezifisch kautonalen Meiifckienliebe gebührend zu keimzeichue». Mesterveict). 26 ie u, 22t. Oktober. Tie Bukoivinaer Landesregierung veröffentlicht eine 2^erordl1uug betreffend die Sonntags 11 nd Zeiertagsrnhe, deren wichtigster Punkt, §!.־», lautet. Tic Sonntags arbfit, sowohl für das Haudelsgeiverbe, als auch für alle anderen (Kewerbe, ist au allen Sountaaen des Jahres von x Uhr bis 1<) Uhr vormittags gestattet. Hierzu bemerkt die ,,Buk. Post": ״Tas Ge setz räumt die Möglichkeit einer Ausdehntiug dieser Sottnragsarbeit bis ans vier Stunden ein. 2*01! bietet Möglichkeit wurde bisher bei uns ausgiebiger Gebrauch gemacht. Was vorlag, um gerade jetzt eine so weitgehende, ttesennchnetdende Einschränkung der Sonntagsarbeit^auf die .Hälfte der Zeitdauer, d. h., nur zrvei Stunden, vorznuehnten, ist nicht bekannt, um fo weniger, als diestnal weder das kauf.