Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 43 (25.10.1906)
- Date
- 1906-10-25
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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יh. 4«. tfettt 4_ sehr, das, in einigen Jahren die Schüler deS großen Manne» nach Hunderten zählten. I» Hellen Scharen strömte die ungarische fugend nach Pregburg, um zu den Lüsten des grasten Rkeifters zu sitzen, um von seinem Munde Lehre zu empsangeu, um sich von seinem Hellen (leiste erleuchten zu lassen. Der groste Manu, dessen eigentliches Element dao Lehren >var, empfing die jungen Leute mit offenen Armen und ivurde ihr Lehrer, ihr Erzieher — ivurde der '^rtfcv seiner Schüler. Es verging kaum ein Tag, an dem er nicht gelehrt hätte und es verging vielleicht kein Augendlick. in dem er nicht an seine Schüler gedacht hätte. ^1, seinem Beth Hamidrasch ent wickelte sich bas Lehrsystcm, das man das un aarische nennt dieses System ist eine glückliche r^erbindung der analytischen und synthetischen Lernmcthode. Man beginnt mit peinlicher Analyse, niit der geivissenhasten Zergliederung und Prüsung der einzelnen Bestandteile des vorliegenden Ma terials, um dann zur Verbindung, zur Zusammen j sassung,zur Syntl-csefortzuschreileu. Hasvonvielen j Seiten w beivnnderte und wieder von anderen Seiten viclsach angefcindete ungarische ״Pschetl", dessen Geburtsstätte die Prcstburgcr Schiurffubc iff, ist im Grunde genommen nichts anderem als die Verbindung von Analyse und Synthese. Hast diese Methode groste Gründlichkeit voransietzt, > müssen selbst ihre erbittertsten Gegner;ugeben. Gründlichkeit ist der hervorstechende Eharakterzug der Lehrmethode Rabbi Moses Sosers, Wahrheit I und Erkenntnis bas Ziel, das diese Methode ver \ solgl. Ha nnden wir keine Spur von jenen j raketeiurrtig aiitsteigenden i^ciffesblltzen, die den! Pilpnl ven'chiedener Schulen in Mißkredit brachtenhier ist nur ein Strebe» יאסוקי •טביעההא אל־בא דהילגהא, aus dem tiefen Schacht des Gesetzes studinms Perlen xchtcr und reiner Erkenntnis heraus׳,!!holen und Oiovuini für die. Leben;» gewinnen. Hiekc innige Berbindnng zwischen Lehre und Leben, zivischen Srudierstube und ׳Welt, zivischen l Theorie nnd Prans i!t es ja, durch die die l Respoulen des grvsten Mannee׳, die טו״ה חהם טי?ר*, einen solchen Anklang in der ganzen jüdischen Gclehrtenwelt fanden, dast sie heute sür jeden טוי־ה הוראה unentbehrlich sind, ihre Entscheidungen unbedingte Geltung haben. Her (,*Veift, der uns ans diesem Riesenwerke entgcgenleuchtet, ivar auch in dem Berh Hamidrasch ist'. Kloses Sosers heimisch, dieiki, v-Kist suchte er aus seine Schüler : zu übertragen, dieser Geist verbreitete sich über; das ganze ungarische Judenrnn׳.. Alle geseheo! treuen Inden Ungarno sind, ivenn auch nicht nn ׳ ininelbare, so doch mittelbare Schüler des Ebarham j Der Israel«. Sofer. Aus seiner Schule gingen all die hervor׳ ragenden Männer hervor, die in Ungarn nach ihm lehrten uiid wirkten. Zn Prestburg selbst ivar der ivürdige Sohn des groste!« Bakers Nachsolger und in den anderen Städten wirkten seine Schülerin seine«! Sinne. Und deren Nachfolger wirken und lehren noch heilte in dem Geiste des grosten Meisters. <20 verbindet eine ununterbrochene Kette die .Kreise des ralmudkundigen Ungarns mit dem Rkanne, dessen Jubiläum es wahrlich mit gerechtem Stolze seiern dars. Her Geist R. Moses Loffrs lebt in unserer Mitte und ivirkt gestaltend aus unsere Entwickluiig ein. Wenn wir nach einem Bilde suchen, das uns das Leben R. Moses Sosers vergegenivärtigen soll, so nnden ivir kein passenderes als das Bild, das der königliche Sänger von dem Leben des ivahrhast gerechten Mannes entivirst. Er ist >vie ein mächtiger Baun», der köstliche Frucht trägt, dcffen .Kinder seiner ivürdig sind, — und dessen Blätter, durch die er Unzähligen Schatten ge ivährt, niemals ivelken — dessen Schüler, die unter seinen Fittigen Schub gesunden, im Geiste ihres Lehrers leben und wirken. Das Andenken cinessolchcii Gerechte!« ivirkt segen und heilbringend sür eivigc Zeiten. Die Stellung der iiidi$cDen Studenten an den deutschen Universitäten. (Schluff.. Her Hanptgrnndsab des K. Eist Abivehr des Antiseiilitisrnlis. Er sucht nach dieser Richtnng zit wirken durch die Erziehung seiner Mitglieder zu körperlich straininen Mensche», ferner durch die Gewährung :!!!bedingter Satisfaktion, besonders wenn eS jtch »1»! antisemitische Beleidigungeil bandelt. Freilich ein verkehrter Weg! Hiese Verbindnnaen sehen nicht, w!e wenia rühm! lich die Liachahmung ihnen verschlossener Kreise er-! icheineii innst. Sie setzen sich denn auch satt nur ans den Söhnei! der Hochfinanz zitsainmen, die offen aussprechen, dast sie sosort in die christlichen Berbindnngen eintreten würden, ivenn man sic ausnähnn׳. Es must einlenchrcn, dast solche Korpo rationen, die nur aus negativen Erwägungen heraus gegründet worden nnd. nicht jedem jungen jüdischen Stlldenten zusagei» können. Ein anderes Kartell fand daher bei seinem Auftreten einen > fruchtbaren Boden der ״Bund jüdischer .Korporationen", der die ״Bereine jüdischer Studenten" umschliestl. 95. Oktober 1906 Seine Geschichte geht zurück auf den Verein jüdischer Akademiker, der im Jahre!«;«.'> y, Berlin entstand. Zivei Jahre daraus gab dieser sich unter gleichzeitiger Annahme eines korporative» Eharakters den Namen ״Verein jüdischer Sr» denten". Ein Jahr später entstand der B. j. St. zu Breslau, dann zu Leipzig, München, Ehar lottenburg, Freiburg, Straffburg und Königs berg. Im Jahre 1001 traten diese Vereine in Berlin zu dem ״Bitnde jüdischer Korporationen״ usainmen. Her Leipziger Verein wurde wegen er unhaltbaren Verhältnisse au der dortigen Universität suspeitdiert. Her B. j. Etvill ein Sammelpunkt aller jüdischer Studenten sein, die sich beivnstt als Juden fühlen lind als solche wirken wollen. Hurch die entschiedene Betonung ihrer Zugeho rigkeit zum Judentutn haben die V. j. St. ivie der ZioniSnius sich geivist manches Verdienst er ivorben, infolge ihrer religiösen Gleichgülrigkei! jedoch und der Art, ivie sie zwischen jüdischem VoikStlliu iliid jüdischer Religion unterscheiden, können sie dem gesetzestreuen Inden nicht als die zur Pflege seiner Ideale geeignete Korporation erscheinen. Anders die in Berlin, München und Strastburg bestehenden ״Vereinigungen jüdischer Akademiker" Hiese beruhen auf streng gesetzestreue Grund läge, und ihre Arbeit richtet sich demgemäst mehr nach innen als nach austen. Sie suchen die religiösen Anschnuungen ihrer Angehörigen zu festigen und ihre Kenntnisse in den ralmudischen nnd biblischen Disziplinen zu vertiefen. Ihre Mitgliedschaft können nicht nur Studenten er werben, sondern auch schon im Leben stehende Akademiker. Ein Kartell zivischen den in den drei Städten «eit '2- :1 Jahren bestehenden Vereinig iingen ist im Sommerseinester dieses Jahres be gründet worden. Schon allein die Tatsache, dast diele Vereinigungen vorhanden und, ist ein überaus erfreuliches Jeicheu dafür, dast auch in den, Nachwuchs unserer L^rthodorie lebendige und ent׳ ivicklungöfähige Kcirne schlummern. Nirgends ist der junge Jude so starken geistigen nnd mora lischen Versnchilngen ausgesetzt wie gerade an« der Universität. Es ist Laster für jeden, der iveitschauend einen Blick auf die Zukunft des ge setzestreuen Judentums richtet, ivohltilend zu sehen, dast die jüdischen Akademiker sich zusainiiienichliesten, den Konflikten, die ihrer harren, gemeinsam entgegentreten und sich gegenseitig ttärken in ihrer lleberzeugnngstrene. Nicht hohle Redensarten uiid hohle Wenduiigen hört^maii in diesen Vereinigungen, hier sprudelt der^H.nell der jüdischen Lehre, Thora, Mischna, Talmud פיט לחתן An׳ der?Weife, n!io nicht her!'kriivermähltr." Talimid Bcracholb, ->01. II Was sich ionsi gegen die Unsitte der Hochzeitsreise» an Bedenken ,rdrr An gellend mactn. berechtigt zu der Honnung. dast diele Made das Schicksal alter Moden trüber iiHurr teilen wird. מ bei׳ >rdes einzelne BraiNvaar kann dazu briiragen, dast es ׳rüber gr>ch>cbl, wenn es sich eben rniichlirstt, diese Made ״ich! imizumachen. Es gilt dies nicht mir betreffs dieses, sondern auch noch binnchilich manches anderen »1 diesen Beirachnnrgeir geöreislen Punktes. Dir Braut nnd der Bräutigam, die »11» rritrninal den Min bade» werden, nn Gegensatz zur ganzen?lromung des Tages, sich nicht über ihre Brr lmllninr einzurichlen. sondern nnl er ibren Berlstriinisirn. der Brällligan, und dir Braut, die nch io vollständig gegenseitig genügen, dast ne unbekunnnerr um die kurz ledige Modewclsben der Maile, nch enischliesten, >l>r Haus nach dem Rezent bewahrter!üdischrr Fröiiimjgkeii und An spruchslongkeu zu gründen und zu iüliren. diese ,ungeu tzruir atmen es in ibrer Brschrldenbeit virllrich! gar nicht, ivie ne beruicn ׳!nd. die Retter unserer Gegenwart und die Arugrnalter unserer ganzen .;ul»׳״, zu werden. Es gilt dies nichi nur hinsichtlich der hier «tüchtig 'tizzlrrien Monirine beirr"rnd Hochzeit Trauung, Hoch zeilsrriirn u. a ׳andern noch viel mebr binnchilich eurer grosten .',alil anderer Gesichlsnunktr. die alle auszuzäblrir den Rabnirn die'rr feilen weit überschreiten würde. Aber lionenilich genügt d«rs bislierigr. um zunr eigenen Aadidenken anzuregen und »in dazu de!zu׳ragen dast durch Beletligung ,rden rtegrn'atzrS zwischen der über lik'krre» Gesnurung der Alien und der modernen Anschau ring der ,vunge» das Morgenrot der Zen angebalinl werde in der Gon seine Propberen sende!, und das Herz der Eurrn den «Indern und dir Herzen der «indrr den Eltern wieder zuwendei. ^cricukolonicui. Aui dem!üirgsl zu Zluiitgarl uangeiiabirn Aa1ur׳or»cher und Aerur Songrest ׳brach n,! der Abteilung »ür «mderbeilkunde -Herr DSrnbrrgrr ' München über Beobachtungen an ,verlenkolonistrn. Der 1 Redner teilte die ,'Feststellungen mit, die er »icbrere Eabrc lnndurch bei jüdischen «naben und Blädchen vor Beginn > und »ach Lchlust des nerirnkoloniraufrirthaltes arinacht \ bat, und betonte, dast die e1n!an,ebesteet,ung7-> durch orga , »inerte ,Fürsorge wäbrend des Jabres vervollständigt! werde» niüstteii. ,ln der Diskussion erörterte Herr Rauch! sust u. a. d!e Bedeutuilg der Winirrkolonieii iiir rekonvaleSzeinr und schwächliche Kinder. Die Verwendung der Margarine) gewinnt,; wie dem Berichte der städtischen chrinischrn llntersuchungS anstatt in tzeivzig zu rnnrrlnnen ist, »ninrr mebr an Brrbrci ning,sodastviele Buttcrbandlungrn nrelir Margarine als Butler verkausen. Zu Beansrandungen biete dir Margarine sowohl in ibrer chemischen wie sanitären Beschafsenbeit nur selten " Anlast. Dir Gründe biertür lagen in der Berwen düng tadelloser Rolnnatcrialien, wie auch in dein Unistande, dast bis >etz! nur groste szabrrten, denen alle neuzeitlichen biiglenischrn Borrlchlungen zur Bearbcilung zur Bersügung stellen, den Markt bebrrrschten. Da auch das Borurteil gegen Margarine mebr und mebr ichwnrdr, so sei eine ׳tändige Steigerung der ,rabrikanon und des Absatzes zu erwarten. Was die Berwrndung von Blargarinc durch Backereien betrifft, so soll ür, nach einem vor (Hericbt er srallkten rüuurchlcn des Obermeisters der Bäckerinnung, einem all^grmri» üblichen Geschailsgebrauche rin! sprechen. Obige MiNeilungen von sachkundiger Leite seien! deiyenigen unserer Glaubcnsgrnoilrn, die noch immer aus! diesem Gebiet eine unbegrenliche Lorglvngkeu an den Tag j legen, zur Beachtung dringend riiipsoülen!! Itrdirittfiitiint und Altes Teftainent.) lieber ' dieses Tbema Ivrach an! I« Oktober bei der teierlichen! Urbrrnalunr des Rektorats der Universität Bonn der! Prolrn'or der evangelischen Tbcologir, Dr. Eduard türäse. Er zeigte, wie die Kirche die schwierige Ausgabe, nch dir briligen Bücher und die Lchri'ten des Volkes Israels an zueigiir». gelb» b>rbe Es war das nur »lüglich Nlittels einer allegorisch tvbvlogischen Erklärung der alktenainrnllieben Tene. die aut rin geschichtliches BerständitlS verzich tctc und hinter dem Buchstaben einen tiefem 2tn» suchte und fand. To wurde das Alte Destamciit zum Weis- «agungSbuch, das überall BorauSweisungen auf Ehristentu»! und die christliche Kirche enthielt. Zu gleicher Zeit ber tvertelk man es als Erbuuungsbuch und nundgrilbc s>» ünltchc Ermahnungen. Ze länger je mehr betrachtete» sich dir Elirtsten als das wahre tslotteSvolk, das sich mn allen Prädikaten des alten, dessen Geschichte seine Bor gcschichte war, schmücken durste- Trotzdem die Ehriste» durch diese Beschlagnahme des Alten Testaments >» eine» hetstrn Kamps »in dein Zudrnlrnn verwickelt ivurden. habe» sie allmählich immer mehr vom!üdischrn Wesen angcnom men. Das Alte Testament würbe sörinlich eine auck für die Ehristen gültige Bersassungsnrkmide. Rur der Gnom zisinus hak gegen dieses ganze Bersahren Einspruch erhoben׳ die Kirche Hai ihn aber zurückgcwiesrn. Und in» Recht. Denn die unverkennbaren Mängel des kirchlichen Bersabrrns rvürdrn übrrwogrn durch den bedeutiamc" türwinn, dast aus diese Weise die reichen Schätze des Alle» T ritamemS dem Ehristentlim erhalten geblieben sind, llnd nur so habe brr luuge Glaube als alte rhrwürbige Religion in brn Kamps »in den übrigen Religionen eintreten u»o seinen schnellen Lieg gewinnen können. Die Zuden i« Sibirien.) Zn Sibirien leben elim ItHHH• Zu den. Ilisisi wegen politischer Bcrgchrn Deportier»׳, dirunrer polizeilicherAulsickl stehen,oder rhenraligcGrsangene die nach Beendigung ihrer Kerkerbast die Erlaubnis erhielten nn Vande zu bleiben und sich in den Städrrn niedre zulanen Die siärkstcn Grineinden sind dir in Ebita und Omsk m» etwa A«" ZaimUen. in Ebarbin mit t'HM» Seelen, u»d^»> Kaibensk,;')׳rkuisk und Zrkutsk mit > Familien. Mehrzahl der ans freiem Frist befindlichen Zuden er!re» sich guter materieller Berhäitnnlr Sir betreiben aüe Arten von iKeichäslen. bcsnsien sich mn Regierung׳- liesrrungrn, mit dem Erport von Butter, Pelzen row Sic würden in diesem reichen Vanb über nichts zu klagen lkrbe», wenn die Regierung ihnen nicht aus Schrin un- Tritt Beschränkungen ausrrlegtc. Für die Entwicklung des Buttrrbandels haben dir wohlbabeiiden und untc»