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Der Israelit · 1906-10-18 · 42 (18.10.1906) · p. Seite 10

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
42 (18.10.1906)
Date
1906-10-18
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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No. 42. Seile 10. sic beim Bau deziveiten Tempels vomZürlteu Serubbabel und dem Priester Aoiua zurückqe drängt wurden, suchte» sie ihre mache durch Per leumdungen der ^uden als Ausrührer am persischen Hose zur Geltung zu bringenso wurde der Tempelbau 15, Zohre ausgehalteu. Auch der Ränke des Samaritaners Samballat gegen Rehen,in sei f)iej gedacht. Als sich später Älepander der Große von Rkoeedonien Palästina näherte, kauften von ihm die Samaritaner eine Strecke Landes aus dem Berg Morijah, wo der Tempel stand, in der Ansdehnung von 5» Kur — 41׳ preuß. Morgen, nni dadurch den Ternpel, der somit aus ihrem Gebiete stand, abbrechen lassen zu dürfen. Das Eintreten des Hohenpriesters Simon des Wembien, ber in dem berühmten Anszuge Alerander entgegenging, wendete die Gefahr ab. Der de treffende Tag wurde als Fr enden t ag erklärt. Rach Zoma l','.*« war es d>׳r Tebeth, nach Megillatb Taanis, der S-uel-e dieser Stelle, der >'I. Tebetb. Er erhielt den Rainen weil die verschmitzien Samaritaner von den Zubeu, denen sie von Alerander preisgegeben wurden, an den Roßschweifen bis zu diesem, ihnen heiligen Berge geschleift wurden. Rach o se pH »s, Züd. Älrertümer lI,K soll der Rerrer des Tempels, der Hohepriester Zabbua, Simons Großvater, gewesen sein. Die überaus euergischen Maßregeln Rebemias veranlaßten San! ballat, aus dem Beige (Rrinin nach den Angaben der Tdora einen eignen Tempel zu bauen, zu denen erstem Priester er seinen Schwiegersohn M e n a 1 cki e h, einen unznniedenen Znbe n aus ptiesteriichem (^eichlechte, einiehte. Als der sranzön'che Schriftsteller Pierre Lvti im Frühjahre eine Reise zu den Samaritanern nach Rablns unternahm, brachte er die Mitteilung mit, daß sie von dem jüdischen .König Menascheh veranlaßt worden ivären, die Lehre Moses anzunelune», und daher alle ihre ,Vite nach ihm benaiint hätten, io auch das יצל rr£ .דדטד, dessen ,Vier Lori mitansah. Diese Angabe nt aber unbedingt irrt g. Die'Behauptung, daß sie von dem .Könige Menascheh befehlt worden wären, ist durch nichts bewiesen, Zudem war Menascheh König in Znda, ivälirend die Samaritaner im Reiche Israel lebten, und selbst ei» göl'endienerißher König. Bielniehr erscheint es wahrscheinlich, daß die Benennung der V׳re ans deil enväknteu einen sainarilanischen Priester Mena׳ck;eh znrnckgehs der ihren Kultus begründe! haben diirtte. Der derzeitige laniartlannche Sbeipriener ״Z a f ob ben A li ro n;.־,rr, err: , aii den ich mich s. Zt. ivandte, schrieb iiiir. daß es bei ihnen weder nach der Tborali noch nach der Erklärung ihrer Wenen ein ..P e ׳' s a ck> ׳' ch e l M e n a s ch e h" gäbe, ivodurch die Angabe Loris noch rätselhafter wird. Der Penlaleuch wurde von den Sainarilanern ohne die mündliche klebe׳.lieserung dazu, n»e bei den Karäern als Grundgesep angenvinnien. 2 :׳. benze:: eine moubeimüuu. in iainarilanlschen *נ־־.ב עבי , nicht altphöniztichen Selnistzügen, geschriebene!horarolle vergl. S. Kob», >i p n t .1 tc ue ho >;t IN ,» r. p. •J , an deren Ende ״ch eine Rare benndet, nach der ne vor Pi nchas, dein Solnie Eleaiars und Enkel Alnons, im l t. Zaine nach der Ankunst der Kinder Israels im gelobten Lande geschrieben iein toll. Das ׳ainarnarl'che Targnin dazu hat A. Brüll I>7.'» in hebräischer D.nadratschrm herausgegeben. Es iveichl vielfach von nnserem Bibeltepie ab. Anner dem haben ne noch ein ״'Buch V'1,a" »nd eine Kbronik, -äe ׳pater abge«aßt ivnrde. — Zch koniine hieraus weiterhin zu ׳prechen. tkeoer die gegenwärtigen Berhältnine der Samo .lauer berichtete nur ln genannter Dber prienei. er sich, weil er surchreke, ich sei des Sainarilanischen unkundig, zur ׳christlichen Mn reilnng eiircs in Rablus ansässig geivesenen jüdischen llbrinachers, meines jetzigen (Gewährsmannes, be dienre, Vlgendes: ״Boas die Große unserer Gemeinde anbeirifft, so gieb! es ifOl männliche Samaritaner, alte und _Der Israelit._ junge, und Personen weibllchen Geschlechts. Die Knaben lernen zunächst die heilige Schrift und nachher die arabische Sprache. Wir sind alle arnie bedürftige Leute. Wier haben kein Lehrhans, soderii jebcv Baker lehrt fein Kind anfangs selber. Wir hatten zwar früher ein Lehrhaus, aber infolge der Wirrsale der Tekteit und der Macht unserer Vinde ist uns die Mög lichkeit genommen worden, ein Lehrhaus (Schulein unserer Gemeinde zu errichten. Wir waren dieserhalb bereits mit wohltätigen Leuten außerhalb des ׳heiligen) Landes in Berbindung getretenaber wir waren nick t imstande, die von ihnen uns gestellten Bedingungen anzunehme» oder ausziiführen." Mein Gewährsmann bemerkte mir aber hierzu in einem Begleitschreiben: ״Die Samaritatler ffnd größtenteils reiche Leute und besitzen Häuser und Ackerland, besonders ihre Priester. Hieraus können Sie ersehen, daß das, was ,Ihnen der Sberpriester über ihre Armut schreiben ließ, unwahr in. Zch bitte aber, dem Sberprieffer hiervon nichts zu schreiben. . ." — Bezüglich der A nbelungder Taube seitens der Samaritaner machte mir mein Gewährsmann solgende hochinteressante Mitteilung: ״Run will ich ^hnen auch jene Begebenheit erzählen, die mir vor mehreren fahren ein samaritanischer Priner, Ramens PinehaS, von dem Bilde der Taube erzählt hat, die man bei ihnen mit dem Berge Gerisi!:! gefunden har. Zur ^0,נit der Römer ivaren die Samaritaner aus ihren Eiben vertrieben und man ließ sie nicht den Berg ■ se. Gerisim besteigen. Sie aber taten es heimlich des Rackiks und kamen gegen Morgen wieder herunter. Schließlich aber ließen die Römer aus Gold das Bild einer Taube Herstellen und richteten dasselbe a»f dem Berge auf, und jedesmal, wenn ein Samaritaner aus den Berg heranskam, schrie die Taube und stieß infolge eines Zaubers hebräische Worte aus. Diese vernahmen die römischen 'Bürger in der Stadl, u׳om»r sie den Berg erstiegen, den Gesetzesübei treter ergriffen und ihn in qualvollster Weiße »lißhandelren. Das blieb so viele Zähre bestehen, iodaß die Sama ritaner den Berg nicht besteigen konnten, bis schließlich einem ihrer Priester ein Knabe geboren ivnrde, der, als er groß geworden, große Klugheit bewies ׳odaß die ׳'amaritanischen Priester und Weisen darin übereinkamen, den Knaben nach Rom zu schicken, inil der Weisung, dorr den Glauben ׳,!: wechseln. So geschah es auch. Man miibte den Knaben nach Rom wo er etwa Zahre blieb und schließlich infolge seiner großen Klugheit zur Stellung eines!Papstes? empornieg, indem man vergaß, was er früher ge wesen. Einff erbat er sich nun von dem damaligen römischen König die Erlaubnis, nach Palästina hinaiifznziehen das Land zu sehen, um dann wieder zurück;»'ehren. So lam er denn hierher, beffieg den Berg Gerinn!, worauf die Taube ivieder zu sckire en annng. Als er nach der Ursache fragte, erzählte man ihn׳ daß die Ta'.rbe keinen Samaiilaner hinauflasse, daß er durch sein Be treten den Berg verunreinige. Sie aber schrie, iveil er selbst ursprünglich ein Samarilaner ge ivesen. während er bei seiner Umgebung für einen römischen (Geistlichen gehalten wurde. Da sprach er denn zu seinem Gefolge: Sehet zu. ob hier nicht ein Samaritaner versteckt in in einer der Hohlen des Berges. Drei Tage lang suchten sie, ohne etwas zu tinden. Da sprach er zu ihnen: Da dem 0׳ in, ist die Taube wohl schon zu alt und kann nicht mehr zwischen einem Römer und einem Samaritaner unterscheiden - ne soll daher vernichtet werden. Und 0׳ geschah es. Die Taube verschwand von da an. iZoitletznug folgt. IH. Cftober 1906 ücherschau. Der Calmuä als ״öeuge“ für öas ״Bibelunfl Babel"-Mörcben. 2*0» Pros. Dr. A. Lulzbach in Tranksurt a. Pf. (Schluß. > Aus drin Angeführten ersehen wir deutlich: Holliischer will Delitzsch Handlangerdienste leisten, er will der Well durch Darbietung seiner ״Materialien" die Möglichkeit geben, das wisscuschanlich zu deweisen, was man' bisher vermutet hat. Herr Hollitscher steht vollständig aus dem Siandpunkte Delitzsch'. Aun gut mag Herr Hollitschrr glauben, meinen und beweisen wollen, was er will, es wird ihn niemand darin siören, aber was gehen die 'Ansichten dieses Herrn denn dir Well an? 'Will Herr Hollitschrr seine ׳Ansichten der Welt nicht vorenthalten, so mag er ein Buch schreiben so dick, wie er will! wir kommt rr aber dazu, einem Publikum, das sür eine Monumenta Sammlung iuleiessiert morden ist, das nichts anderes als geschichtliche Dokuniriue will für sein gutes <"eld ein Werk zu bieir», das mit einer ausgesprochenen Tendenz in die Well gesetzt wird, welche nur einige wenige interessiert und der nur wenige beistunmen denen bat man ׳ich >a gewiß nichi versehen', als mit de», Prospekt Propaganda siir dieses Werk gemacht wurde. Bun aber und das übersteigt noch die Kühnheit,!!!:! der de» 'Aboniienten diese /Vlonumenta vorgelrgt werde» die Beweissührung sür dir Kenntnis der talnuidischen Duellen, um die,Trage ..Babel und Bibel" winenschastlich zu losen. ״Der Talmud ist in seinen Lehren nichts anderes denn eine theologische Weiterbildung der in der Bibel gegebenen religiösen Darstellungen uiid Normen." Die moderne asivrio logische Wissenschaft hat nachzuweisen gesucht, ״dast der gesamte uns im alten Testament erhaltene Kompler rel> giöser Borstellungen von babiilonischcn derselben 'Art ab hänge״ : der Talmud aber bietet ״Erweiterungen des bib liiehett Borslellungsloinpleres", und auch in .,Verhältnis mämg iiingen talinudischeii Ueberlieserungrn Hai sich altes und ältestes (^tu des oriemaliichrn Lehrgebäudes erhalten,״ ergo liefert der Talmud Maierialirn >ür den wissenichaii lichen Beweis der 'Abhängigkeit der Bibel von Babel. Wenn aber auch aus der Zurisprudenz des Talmud fiel» der erwähnte -zulanimenhang möchte Nachweisen lasten, io habe inan sich doch nur aus die Stellen beschränkt, die die kosmolognchen Bornellungen berührten. Dies der (stedankengang der weitspurigen Erklärung des Herrn Dr. Holünchcr. Der Traktat Ehagiga war nun ersehen, ins Borderlu'tfen geiülni zu weiden. Pferken wir kurz an: Der Talmud besteht aus zivel nicht gesonderten Teilen, einem lialachischen und einem agadischen. Der balachüche bewahrt die alle seil Moses bestehende Trad non. behandelt diese und leitet aus dieser ab, wenn neue Talle an den Tag treten. Dieser Teil ist der wesentliche, er be handelt die ״pebenstührung״, das (stesctzlichr nach alle» Bichlungen hin. Die Agada behandelt Denkprobleine Kosmologie, Philosophie, Kabbala, Mvslik fällt in ihren Bereich, wie auch sür Bolksvorn-äoe verivertete Legenden Bölkeriagrn. Tabelii usw. Ein Talmudgelehrter kann nur der genannt werden, der tut! mit dem wesentlichen und auaniitaiiv gröneren Seil des Talmud bekannt gemacht hat er nur tan» zu emer 'Autorität m gesetzlichen ,Tragen gelan gen, n luim ieckiivenischeidenoer r. verrabbliier in ,leruialem werden, wenn rr auch vielleicht niemals einen 'Blick in die Agada des Talmud geivorien bat. Hingegen kann der grösue Agadisi, bat rr nch nut dem halachischen Teil des Talmud nicht bekannt gemacht, nicht in dein kleinsten Dört'chen der UtV ■'UU'VIMU 11111^1111 Dast nun kein Bolk sich dem Einstust seiner Uingebuiig aus seine Denkweise entziehen kann, ist klar. Ei» höher stehendes Bolk n»rd diesen Emstust in seinem Denken um wandeln, »1 eine höhere Sphäre erheben, Blitzanwendung sür sich daraus ziehen, aber ohne die Spur des ,Tremden ganz verwischen zu können, und so weist der agadiiche Te׳^ des Talmud babnlonischc Elnstüsse aus, aber auch persische, griechische und römische, Einstüste von :(ettgenossen, wir auch die agadischen Werke des Büttelalters, die in Deutschland entstanden sind, sich dem Einstust aern׳anischer Anschauungen, und zivar nicht immer zum Borteil des Tudentums. nicht entzielren konnten, lind nun kommt Herr Lollitscher mit der grandiosen Behalipiung, die in den Schritten des :>. bis zum ln. Jahrhundert denn so lange hinab reichen die jüngsten Midrasch'M) sich zeigenden Ein stüsir bieten Material sstr die Erkeniitnis des -zusammen Hangs zwischen Bibel ״und״ Babel: weil der Talmud ja den ״biblischen BorslrUungskomplcr" erweitert habe, somit must das .,alle ("ut des orientalischen -vorsichtig r Aus druck tiir babnlouisch. Am», d. Bes Lehrgebäudes, das sich 1u verhältmsmastig pmgen talmudt'chrn Ueberliesc rungen ״eeuuiiui -d. i>. sich durch den Einsiust de! zeit genöstlsche» Umgebung darin sindrt. Anm. d Bei.« Hai, der Bibel selb» zugrunde liegen, ,sta, recht babnlonisch, Sprach und Begristsverwirning sondergleichen, und daö

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