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Der Israelit · 1906-10-18 · 42 (18.10.1906) · p. Seite 5

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
42 (18.10.1906)
Date
1906-10-18
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German
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IS. Cftobcr 1936. Silesia - Bonn, Ghibellinia-Freiburg, Liearia München, Badenia - Karlsruhe und Bjadrina Darmstadt. Der Breslauer Berein ml,s;te infolge von Konflikten mit den Universitätsbehörden seinen?iamen ändern und heiszt deute Thiiringia, der Heidelberger heute Bavaria aus ähnlichen «Gründen. Schluff folgt., tin Besuch auf der Kolonie (Uoodbyne. Baltimore, 20. September. Die Baron Hirsch'scheAnsiedlung 26 o o d b » n e »n Staate New-Jersey besivt eine durch (besetz gewährleistete Selbstverwaltung, die von Fuden geleitet wird. Die Ansiedlung hat nach lieber Windung mannigfachen Missgeschickes ans dem Gebiete des Ackerbaues gute, auf dem der ^11־ duitric ^crnöeyt vortreffliche Resultate gezeitigt. Sie umtafft :40 Farmen, die mit den zugekörigen «Kebänteu, sowie den Maschinen und dein -rieh volles Eigentum der Kolonisten sind. Die Gärniereiproduktc, die der nicht gerade erstklassige ׳Boden hervorbringt, werden auf den benachbarten Märkten oder in Philadelphia und Rewuork mit ansehnlichem Gewinn verkauft. Diejenigen, welche i» den ersten fahren der Kolonisation nicht genug Oieduld besauen, um den Erfolg abzmvartcn, wurden damals zum Scheiden von der Kolonie veranlasst, deiner Beit verkaufte man zivei Landstriche an uickujiidische Polen, seitdem jedoch die Gesellschaft mir dem von Emus M. Sulzberger in Rewnork begründeten Berein zur Förderung des Ackerbaus und einer ähnliche» ׳Bereinigung in Ehirago zu saiilmcnarbeitct, kann sie von ihrem Grundbesitz nichts mehr entbehre»; einige Landwirte, die anderswo wertlose Farmen ausgebcn mussten, ferner zwei?Neuankömmlinge aus den russischen Ansiedlungen bei Ebarkow wurden hier auf genommen. Der genannte Rcwliorker Berein ׳'endet die für den landwirtschaftliche» Beruf in Aussicht genommenen Einivanderer zunächst auf ein Fahr nach Kiug's Pond auf Lang Island, wo sie auf ihren künftigen Beruf voibereiter werden - jede der dorr nch nufhaltenden Familien erhält während dieser;,)dt N'öchcntlich sieben Dollar. Haben die Leute sich als willig und für den Ackerbau brauchbar erwiesen, so werden ne alsdann in 26o!db«ue angesiedelt. 'Bon Beil zu Beit besuchen Sachenverständige die Kolonie und geben den Farmern nützliche Anregungen. 'Bor allem in jedoch die Tätigkeit des Herrn S- 26. Pinkus zu erivähncn, der aus der Hirsch scheu Farmschule hervorgegangen ist und auch als Lehrer an ihr gewirkt hat. Derselbe leitet ein?Austergilt und spricht tagtäglicki bei den Farmern vor, um ihre Geschäfte mit ihnen zu erörtern und ihnen Rat zu geben in?betreff des '?ferkauss ihrer Gartenprodukte, der Beschaffung von Saat- ׳rücknen und Düiigcmittcln u.s.w. Sit besorgt er die geschäftlichen ^Verhandlungen nur den aus׳ ivärlige» Komiiiissionären auch selber, ohne das; jedoch durch diese Unterstützung der Farmer mit Rat und Tat deren Selbständigkeit beeinträchtigt würde. Die in 26oodbnue seit etwa zehn Fahren bestehende ׳Ackerbauschule ivird von einigen zwanzig!»»gen Leuten besucht, die dort ein Fahr lang upnächlich praktisch in der Landwinschaft aus ilder iverde». Das Lehrerpersonal ist von den technischen Schulen hierherbernfen, und nir die A ׳snattung der Anstalt werden keine Konen ׳chcut. Bon grösster Bedeutung in die indunricltc .'..:ncdlirug, auf der der Bestand und die 26ohl ׳abrr der Kolonie beruht. 26ährend nämlich die -'andwirtschast treibende?Bevölkerung nur!.'><> s 2<n 1 Seele!! umfasst, finden in den verschiedenen Fnduslrien der Stadt über 2<")0 Personen einen '.:rchaus hinreichenden Lebensunterhalt. T ie ge- 'uudheitlichen Berhältniffe der FnduNriearbeiter "nd die denen. Kräftige 'Männer, hellblickende '-o:׳,va,lrsige Mädchen liebt man dort überali ihr Irr Fsrarlu. 26erk verrichten. Eine Tuchfabrik beschäftigt 1.‘>0, eine Hutsabrik 2*'»0 Personen. Ferner giebt es eine Strickanstalt, cim* Pappschachtelsabrik und eine musterhaft geleitete Maschinen 26erkstätte. Ein Elektrizitätswerk vermehr die Fabriken mit Betriebskratt und besorgt gleichzeitig die Beleuchtnng der Stadt. Die Löhne und zwar ander wärts höher, aber 26oodbl,ne zieht die?lrbeits kräfte an, weil dort die Sicherheit einer ständigen?Beschäftigung gegeben ist und die Lebenshaltung sich billiger stellt. Die Leute erhalten von der Gesellschaft hübsche Häuser, deren Kaufpreis lange gestundet ivirdauch eine am Srt besindliche Bau- und Darlehensgeiiossenschast dient diesem Bweck. Oiegenwärtig wird in 26oodbnne ein neues 26asserresen׳oir angelegt. Da in es denn eine ivahre Freude zu sehen, ivie der echte russische Talmudjude auch richtig den Spaten zu führen versteht Die Ansiedler haben sich die englische Sprache angeeignet, und auch ihr Fnte.effe an den voll tischen Tagesfragc» lässt erkennen, dass ne gute?lmerikaner geworden und. 21 m Freitag nach mittag um 4 Uhr in?lrbeitsschluss, und man bei eitet sich aus den Sabbath vor. Der Sonntag in voller 'Arbeitstag. B>var besteht im Staat New Ferse« ein Sonntagsnihegesetz, aber aus das jüdische 26oodbtme ivenden es die Staats behordeu nicht an. 26ahrscheiul!ch übrigens ivird das Gesetz dahin abgeändert werden, dass nicht norweudig am Sonntag, sondern an irgend einem Tag in der 26ock1e die 2lrbeir ruhen muss. Korrespondenzen und ^«.rckin'cfften. Deutsches Deich.?Berlin!.'>. Oktober. Die statistische Sr ganisation, welche in ihren?lnsängen mit iiiaiigeln dem '?ierständnis für die gemeinnützige Bedeutung ihrer 2lrbei1en zu kämpfen batte, hat in diesem Fahre eine sehr gedeihliche Entwickelung genommen. Dank den Beröffeiitlichiiiigen des Bureaus für Statistik der Fuden wurde die Tragweite und Unerläfflichkeir jüdisch ׳ statistischer Erhebungen säst von sämtlichku jüdischen Srgailjsationeu und hervorragenden Gemeinden anerkannt Demzu folge wurden d e!» B e r b and ׳ ü r Star! s; i k Fahresnibveutionen bewilligt und von manchen Srganisationen?Vertreter in das Kuratorium des Berbandes entsandt. B» den Körperfchasten, die schon in den früheren Fahren den Berband für Stariffik durch Fahresbeiträgc oder?lnkaus einer grösseren An zahl von'Publikationen subventionierlen: Jewish Colonisation Association, ,Fentralverein deutscher Staatsbürger jüdisch. Glaubens, Grosslogc und mehrere Einzello.gen des ll. S Hnei Brith, Dentich Fsrael Gemeindebund, Gesellschaft zur Förderung der 26issenschaft des Fudentunis, jüdisck e Gemeinde von Berlin,?ffeslau und Posen, traten neuerdings hinzu: Deutsche Konserenzgeineinschast der Alliance Israelit« Universelle mit einem Fahresbeitrag von 200 Pik. und einer einmaligen Subvention von 10<«1 Mk. - Hilfsverein deutscher Fuden mit einem Fahresbeitrag von 000 Mt.; mit Fahresbeiträgen von 2<x> Mk. die!üdischen (Gemeinden in Frankfurt, Hamburg, 26ienmit Fakresbei trägen von 1<*> Mk.! die jüdischen Gemeinden LeiteNo. 12 in Danzig, Stettin, Eassel >181«; mit Fahresbei nagen unter lO<3 Mk. die jüdischen Gemeinden in Hannover, 'Beuthen, Aachen, 26iesbaden, Mainz, Gleiwitz, Elberfeld, Kattowitz Als Berrreker der Deuochen Konferenzge meinschast der A. I. U. ist Geh. Konimerzienrat tKoldberger in das Kuratorinin des?ierban des eingetreten. 'Auch der Hilssverein deutscher Fuden ivird durch ein Borstaildsniitglied im Kuratorium vertreten sein. Der?Vorstand des 'Berbandes hat eine Komniission für Wissenschaft liche?lrbeiten gebildet, deren?Vorsitz der bekannte Statistiker Dr. Fnlius Rotholz übernvnimen hat, daneben eine Kommissio» für Propaganda, an deren Spitze Hr. Richard Eassel steht. F-erner hat der?Vorstand Herrn Dr.?Bernhard Kahn, Sekretär des Hilfsvereins deutscher Fuden, als Mitglied kooptiert. 26ir hielten es angesichts derNotwendigkeit, auch die besonderen?Verhältnisse der gesetzestreuen, speziell der den Sabbath beobachtenden Fuden statistisch zu erfassen, für sehr nützlick», wenn der ״Berband für Statistik" auch den ״'Berband der Sabbat Hs reu» de" zur Mitarbeit heran zuziehen versuchte. Das würde seinen ׳?lrbeiten erhöhtes Fntereffe in weitere» Kreise» sichern. D. Red. München, 7. Sktober. Fit der von hier siaminenden Notiz, die 1(11•>«'׳ der bei Beginn des Schuljahres in die Siinultaiischulen aufgenom menen jüdischen Kinder betieffcnd, ist uock, es gänzend zu bemerken, dass die iKesamtheil der jüdischeit Schüler, die z. Fl. die hiesigen 26erk tagsschulen besuchen, 70* unter Ol.4.'»7 Schülern nn ganzen, also 1,0 Prozent aller Pflichtigen beträgt. 260!» man *0 jüdische Bolksschnlklaffen einrichten würde mit je 40 Kindern, dann fänden dabei statt 0 jüdischen Lehrern deren 20 2{er־ Wendung, und die berechtigten Klagen des Standes ivärol raschcstens und gründlich^ aus der 26elt geschafft, falls nachher die übrigen baper scheu Städte dem nittstergiltigen Beispiele der Residenz Folge leisteten, ׳?ln Stelle des gegenwärtigen Ueberflusses an Lehrkrästen würde dann eher ein Mangel eintreten. Köln, U>, l.'». Skt. Das zionistische Aktionskourirec teilt mir: Der Staatssekretär der Ber einigten Staaten von ׳?«ordamerika, Mr. Elb» Root. hat auf seiner jüngsten Reise nach Südamerika eine Abordnung der argeulinnchen Bio nisten in ׳Buenos Aires einpsangen, die ihm eine 26illko»»11adresse überreichten. Mr. Ravt am ivortete dem Führer der Deputation, dem Mitgliede des Aklionskomitees, Herrn Aron?׳echt, folgendes - ״Fch danke Fhnen von Herzen für Fhre freundliche Begrünung und schätze mich glücklich Beuge zu sein der ivarmen Gefühle, die das jüdische Boik gegenüber den 2<ereinigten Staaten hegt. Das amerikanische Bolk ivird inimer mit Freuden bereit sein, dem jüdischen Bolkc überall in der 26elt zu helfen. Fch bin aber überzeugt, dar; die letzte Hilfe immer nur von der jüdischen Nation selbst herkommeit kann, wenn es ihr gelingen wird, ihre alte Heimat in Palästina wieder zu erlangend Das Aklionskomitee hat bcschloffcn, in Palästina eine grosse 26aisenanstalt zu errichten, die für rmsn'che Fudenkinder bestimmt sein ׳'oll, die in den letzten Pogromen ihrer Eltern beraubt worden sind. Die anaestellten Erhebungen haben ergeben, das; nch noch eine beträchtliche Anzahl solcher 26aisen in R!!!land befindet, deren Angehörige nicht mehr in der Lage sind, die Erziehung der Kinder zu übernehmen. Das Aklionskomi'ree bar die?Vorarbeiten zur Aussührnng seiies Planes bereits begonnen und hat auch die anderen grossen jüdischen Korporationen eingeladen, sich an dem 26erke zu beteiligen. Köln,!4. Sktob. Eine rigeutüniliche Ausw a n d e r u n g s a n g e l e g e u h e i k hat in den letzten Monaten die hiesigen Behörden beschäftigt. Bor einig-», Monaten :״?״«:ב )ich im E-emeinvebürean drei jüdische Knaben ein, mit der Angabe, sie

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