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Der Israelit · 1906-10-16 · 41 (16.10.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
41 (16.10.1906)
Date
1906-10-16
Page
[Seite] (sequence 14)
Language
German
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lrt. Cftobrr 1!יייי>'. wird. Nehmt seine ״Gesammelteit Lchriskeit", deren dritter Band bereite• erschiene» ist. l'crnt Eure ,yefte betrachten und begehen, lernt Euer Leben im Einzelnen und in der (Gemeinde nach jüdischem Masistab einrichte» Horcht darausden Worten eines Aesajah, wie er die lNgemvart geißelt und doch von ihr den rosigen Ausblick aus eine herrliche Zukunft sich nicht rauben lägt. Lernt daraus den inneren Feinden entgegen treten und den Mn! haben, für die?Hora eine Lanze zu brechen, Freiheit des Wortes, 'Wahrheit der Nede, Erklärung der Lache, Nein heit der Perlon, der Lüge Bernichrnng, der Ned lichkeit Lieg. Nehmt den ״Ehoreb" und lernt ein jüdisches Leben leben, lernt cs jüdisch erfassen, Mensch zu sein, und menschlich begreifen als Jude zu leben, Nehmt seine ״Tesilloh" und erkennt die Bedeutung und de» Inhalt eines (Lottes dienstes, nehmt seine ״Psalmen" und singt mit ihm der Mcn'chheit Znknnst und Ziel, lachet mit dem sich Zrenenden und weinet mit dem Trauernden, nehmet seines Lohnes ״Hastororh״ »nd die״Z1völs Propheten" und lasser den Eie ist der Propheten schweben über eurer, unserer Zeit.-Wenn Alu־ in! Perke in mit diesen Schrine׳.׳. Euch Eure Abende verkürzt, ivenn All» draupen aut detn Lande Euch in Winterabenden vcrsanuueit und lasset Eure Zngend, Enern Lehrer und alle die, welche bereit sind muzuhelteu au dem heiligert Werk der Polksgesnndnng aus diesen Schriften verlesen. dann habt Zhr Eure Abende zum lichten T rg gewandelt, danil habt Zhr die Zeit gefördert, belebt, Natt sie ״totzrischlagen" dttrch vergiftendes .Kartenspiel, dann habt Zhr auf dein Lande mit ivenig Geld ivohl mindestens ein Heiligtum in eurem Hanse, in eurer Z»gend Euch errichtet, als die grosicit Städte mit ihrem Aufwand an änsierem Ellanz, dann habt Zhr die A-orin zerschlagen, die Schale weggervvrsen, und der herrliche Anhalt ist Nahrung zu eurer Lattlgung getvorden und Laaikor», das, in den Boden der Landgemeinden eingcstreut, als viel- :älriger Legen iveithin dereinst sprieüeu wird. Zsbbat. Wenn die Fettesrvochcn des Tischri an uns vorüber urzaae״ find, dann wenden U>it uns von neuem dem regelmäsugen Leben zn. Tie lieber׳ gaugszeir ist für uns vorbei. Noch lange vor dem ersten Schnee beginnt tu unserem Arbcirs׳ leben der Winter mit seinem ernsten, an genrengten Lchaffen. Tie Narnr, die uns bis jetzt so verschrvenderisch mit Licht und Wärme und den Segnungen des Erdbodens beschenkt hat, fängt an mit ihren Gaben zn kargen. Aus uns selbst sehen wir nns angerviesen; doch mit diesem Gesül l »nächst auch unser Schaffensdrang. Znnner »veniger lockt es nnö hinaus ins Zreie, dafür fchlicsien »vir nns umso inniger an unser Hein» an. Tie immer länger »verdendei» Winterabende laden uns zur ungestörten Tätigkeit tut warmen /,.»inner ein. Da beginnt nun eine ncnc emsige Arbeit. Es ist, als »volltei» all die inr Lommer amgespeichertcn Mräftc sich nun entladen. Zmmer ausichliesilicher suchen die Znteressen unserer Be ׳.׳:!sstärigkeit unser Auszen- und Znneniebcn z»> beherrschen. Wir sind in Eiesahr Sklaven unserer Arbeit zu werden,-»vir Menschen, aber,licht rvir Anden. Tenn nns A"den tritt mitten im Lchaffen ein gebieterisches Halt geistiger Befreiung und morali'cher Ncttnng entgegen. Der kurze Nachmittag des freitags will zu Elrdc geherr. llnd ttutt beisit's anfhören. ׳Nur zögernd legen »rnr die Arbeit arts den rastlosen Händen; aber die Tages׳ belle schwindet immer mehr, mahnt nns zur Eile. Ter Werktag ist vorüber. Heilige Labbanuhe tritt an seine Stelle, um uns zum Bewusitsein zurückzurufen, das; »vir nicht Sklaven des Werkes mtserer Hände siltd, dasi unsere Arbeit nicht Selbstzweck ist, dasi sie erst geadelt »vcrdeil »nutz, indem »vir sie in den Dienst des Erhalters der Wellen stellen, um auch unsern Anteil beizutragen, dasi Sein Wille sich auf Erven venvlrk liche. Was unser Tun anderen vielleicht auch Der zzsraelit. bieten mag, nns selbst wird es er»t dlirch diesen Eicdanken »vertvoll. Und »vas sechs Tage der Anstrcngnng nicht vermochten, der Anstrengung selbst die Krone deS dauernden Wertes auszudrücken, das beginnt die Sabbatruhe am Abend des siebenten Tages, und das vollendet sich in jedem, »veitcren Augenblick des (Kokt geivcihten Tages! Weil!» die alljährlich kommenden Acsitage Zeilen des Hoch gefühls sind, die uns von hoher ׳Warte einen Blick »verscn lassen über unser eigenes Leben und dasjenige unseres Bolkes, so steht der allwöchentlich uns anfsuchcnde Sabbat mitten in unserem Leben. Was »vir im Lause der Woche auch planen, immer »vird nnser Denken ans den Nuhetag Nücksicht nehmen. So beherrscht der Sabbat unser ganzes Denken »nd Tun. Es ist daher die selbstverständliche Pflicht eines jeden wahren Anden, sich mit allen Borschrislen für den Lab bat nach Möglichkeit vertrant zn machen. Bereits früher halten wir versucht, so »veit es nns in flüchtigen 'Blicken möglich schien, einen lleberblick über einen Teil der vielen Bestimninngen der Labbarheillgnng zu geben. Wir »vollen nun versuchen, eine weitere Kl-nse von Arbeiten, durch deren Einstellung 11<״ nach göttlichem ('ii'botc den siebenten Tag feiern, tu ähnlicher Weise zn behandeln Wieder schicken »vir voraus, dasi es nicht liniere Absicht ist, das gewaltige »»nd erhabene tGebiet der Labbat Heiligung, n»e sie sich durch Ilnrerlassnng jeder einzelnen Lchafsenstätigkeit kund tut, mit unserer slüchtigen Betrachtung zn erschöpsen. liniere Ausgabe soll int wesentlichen nur eine Anregung geben zum Lernen n»rd zum Aragen. Nächst den Arbeiten, durch die »vir unsere Nahrnng gctvinnen, sind für nufer ,inneres Leben diejenigen die »nichtigsten, die zur Herstellung unserer Kleidung dienet». Auch ihre Unterlassung am siebenten Tag bedeutet, Watt als den Herrn der Welt anznerkennen, und zn künden, dasi all umer?»»»» und Lassen, Leinen» Dienst geiveiht in. Deshalb in jede Tätigkeit, durch die »vir nu mittelbar oder ׳nittelbar nns unsere Kleidung bereiten, am Labbat verboten, »tnd auch jedes mit ihr verivandtes T»m, auch »venn es »»icht zur Herstellung der Kleider dient. Tn darfst deshalb am Ladbar die Wolle vom Schafe nicht scheren, ebenso m cs dir auch Untersaat, ein anderes Tier zn »cherenselbst von» abgezogenen Aeß darfst du es nicht ausrupsen. Auch vom eigenen Körper darfst du nichts abtrennen oder abtrennen lassen. Haare und '?,ägel dürfen aber am Nuherng nicht geschnitten werden. Selbst das Miinnnen und Bürsten mnsit d»t »interlassen, »venn dadurch Haare ansgerissen »»׳erden können. Benutze deshalb znin Glätten der Haare die Hand oder eine für den Labbat bcstininite »»׳eiche Bürste. Es sei bei dieser Gelegenheit daraus hingelvicsen, dasi — ans einen» noch späte» zn besprechenden (Krnnde Zöpfe am Labbat nicht geflochten »verden dürfen, — Es braucht ivohl kann, gesagt zu »verden, dasi Arbeiten »vie Hecheln. Spinnen, Häkeln, Stricken, Alfcksten »»,!»>. am Labbat verboten sind. ׳Weniger bekannt ist vielleicht, dasi man and) kein Gewebe ze» znpsen darf, »vie es z. B. beim Ehar pieinachen vorkonimt. A” gleicher Weise ist es verboten, K1 ölen zu binden und zn lösen, »venn sie langer als einen Tag halten sollen oder in handiverksmäsiiger Weise verfertigt »verden, ferner Doppelk»»0ten oder a»»ch einfache Miioten, wem» solche an» Ende eines Aadcns sich besindcn. Per urfacht ein K »toten aber Schmerz, so darf er gelöst »verden, »venn er »»icht in handiverks- »näsiigcr Weise für längere Zeit geschürzt war. Erlaubt ist es, Schleifen oder einfache Knoten — ansier am Ende des Aadens, — die nur für kurze Zeit halten sollen, zn biilde», oder zu lösen. Daher darf man z. B. die Tch»»ürbänder an de»» Stiefeln zu u»»d aitsbinden. Perboten ist es dangen, geriffelte Bänder zusammenzuknoten. Wenn Flatchen »nit Medizin oder anderen Ge Näitken zugeschnürt sind, so darf man den Aaden auflösen, »veil er ja dazu bestimmt ist, vor den» Gebrauche der Alascbe abgenommen zu »verden. — Ebenso »vie zu nähen ist es überhaupt ver boren, (Gegenstände fest zu verbinden. Daher darf man an» Sabb^ME»M^^ oder Leim oder ähnliche»« ^■»\\ kleben. Auch das Aufttennen \ % % das Ablösen eines aufgeklebten (^gr.-HK verboten. Doch ist es gestaltet, die \>nA Esilvaren oder Alaschen mit (Getränken zu öfs>., selbst »venn sie dctbei zerrrisit oder zerbricht. Streng verboten ist es, an» Labbat Kleider oder Stoffe zu waschen. Alles, »vas hierzu gehört, niltsit du peinlichst vermeiden. Weder darfst dn Kleider in Wasser legen, noch barfit dn die fenditeu ansdrücken. Auch darfst dn sic nicht zum Trocknen ansbreitcn* oder das frisch getvaichene Leinen kleid glättet» oder in ׳Aalten legen. Aß ein Kleid durch Ltrasienkot oder durch eine Speise beschmutzt, so darfst dn die Stelle abreiben, so lange sie noch feucht isi. Wenn sie jedoch schon getrocknet in, so darf inan sic nicht »»»ehr selbst abreiben, »volil aber sie durch einen Nichtjuden trocken abreiben laue» Alecktvaffer darf er hierzti natürlich »icht benutzen. Auch darf man »veder Staub noch Negentropfen. noch Lchneeslocken von einem »chtvarzen Kleide ablvnchendurch eine!! Nichtjuden mag e> ,׳.e'chehen Aß das Lever NN einen» Stiesel beschmutzt, so darf man es mit 'Wasser benetzen; doch »st es »»icht gestattet, die Stiefel zn putzen oder putzen zu lassen. -- Da cs natürlich verboten ist, am Labbat zu färben, venneide es atich, färbende»» Aruchtsaft oder Blut ans dein Tuch fpritzen zn lassen. Kannst dn eö nicht vermeiden, sc> schadet es nichts. 'Nicht verboten »si es, 'Nahrungsmittel, die!!!an sofort gentepen »vill, zn färbendaher darfst dn ohne Bedenken Kaffee und Milch zusammen giesien" . Will man Notwein mit Waffe»׳ mischen, so ist es am besten, das Wasser in den Wein zn giesien. Haben wir nns bis jetzt vornehmlich mit den Arbeiten, die zur Zubereitung unserer »vollenen und leinenen Kleidung dienen, und den ihnen verwandten Tätigkeiten beschäftigt, so münen!vir nns nun den Arbeiten znivenden, die »vir zn» Geivinnnng des Leders nötig baden; na türlich!verden »vir auch hierbei vielfach Gelegenbeit haben, über diesen etivas engen Nahmen binansgehend, auch das Arbeitsvcrbol für andere Tätigkeiten;!! bespreche». — Z!t!ins Anden d!e A"!',ö an Wochentage»» zn Bergnügnngsziveckcn zwar verboten, zur Ge- »vinnung des Aelles oder des Aleisches des Wildes aber gestattet, 10 dürfen »vir am Sabbat aber überhaupt in keinem A'Ale Tiere, selbst frei ninhergehendc Haustiere, Pögel oder Asichc fangen. Selbst »venn sich ein Stück Wild in das Hans verlausen hat, darf man die Tür nicht schliesien, weil man es dadurch sangen »vürdc. A" »'"! flcincr Bogel in das Zlinmer geflogen, so darf man das Aenfter znfchliesien, »venn man es ohnedies ans irgend einem (Grunde tim »vürdchat man aber dabei die Absicht, den Pogcl am Hinaus׳ fliegen zu hindern, so ist es verboten. «Ketlügel, das an deinen Hof geivöhm ist, darfst d»! in sh»׳, znrnckfcheuchcn, »ociiii es aber noch nicht an ihn gctvöhnt ist, »insil dn das »interlassen. Perboten ist cs, einen Hund aus ein Tier zn!agen, in» cs hierdurch zn ermatten. Alich Mä»»se oder Aliegen darf man nicht sangen. Dasi es am Labhat streng verboten nt, ein Tier zu schlachten oder sonst zn töten, bedarf kann» der Erwähnung. Weniger bekannt ist es vielleicht, dasi man and) feinen Menschen und kein Tier vernmnden darf, und dasi es auch verboten ist, ans einer Wunde Bl»!r hcrausznpressen. Erlaubt ist es, ein Ge schivür anszudrücken. Daher darf man auch keine Blutegel ansetzen. Zm Aalle der Lebens gcsahr ist natürlich alles gestattet. Daher ist es auch erlaubt, gefährliche Liere, rvir tolle Hunde, giftige Schlangen nsiv., am Labbat zu tüten. — Dem toten Tier auch nur den kleinsten Teil des Aelles abzuziehen oder das A?ß zn spalten, ist am Nuhetag verboten, ebenso auch alle Tätigkeiten, •) Nur tfi Windeln fütflctnc Kur der »st es genaltet. Allerdings nur wenn beides kalt ״der beides warm :ft. Js: eine» der beiden Aerränke bei!» und noch in dem (Irsaü, in welchem r» gekocht war, so gienr inan es zuerst tn ein leeres (UrM und schütte eS dann in da« kalte vtetrünk

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