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Der Israelit · 1906-10-16 · 41 (16.10.1906) · p. Seite 6

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
41 (16.10.1906)
Date
1906-10-16
Page
Seite 6 (sequence 15)
Language
German
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«fite «. Kt. 40. Me zum Gerben d«B Felles dienen. Du darfst daher weder aus bas abgezogene Fell treten, noch darfst du «0 tiuSbreiten, damit, auf cs getreten roettef «Mi es hierdurch hart zu mache». Lieder e^alz oder sonstigem Aetzendeni, noch mit Oel sst du es einreiben. Nach Borschrist unserer Weisen dürfen' wir am Sabbat keine Speisen stark salzen oder in Essig legen. Auch darf man nicht das Fleisch begiestenwenn durch das Glicht begiesten ein großer Schaden eittstehen würde, mag es durch einen Nichtjuden geschehen. Soll das Salz oder der Essig nur dazu dienen, die Speise etwas schmackbafter zu machen, so darf es unmittelbar vor dem Cüenuffe geschehen. Daher darfst du beim Essen Salz ans ein Ei und auf gekochtes Fleisch streuen, wenn du es unmittelbar darnach verzehrst, ebenso darfst du auch beim Essen Nemqstücke, Nadieschen u. dgl. einzeln in Salz oder Ettig tauchen. — Ebenso wie das (Serben ist das Glätten des gegerbten Felles rutd jede ähnliche Tätigkeit, wie Polieren, Hobeln »sw. verboten. Daher darfst du dir am Sabbat kein Pflaster auslegen, keilte Salben ansstreichen, kein Wachs auf eine» Spund anfiragen, kein ,Haar und keine Feder ans einer -v»,>! 1 reisten. Das? es Verbote!׳, ist. Stiesel zu;rüchseu, ist schon erwähnt. Erlaubt ist es, Speisen glatt zu streichen. Berboteil ist, das gegerbte ftdl und überhaupt feste Stoffe ansier Speisen zu zerschneiden oder zu linieren. ^11 keinem Falle darfst du am Sabbat eine Viiiic ziehen, magst du es tlin, um aus ihr zu schreiben oder nach ihr zu schneiden, magst du sie mit einem spitzen l^e״enstand oder mit Farbe ziehen wollen, In jedem ,volle gebietet dir der Nnhctag deine Hand zurückzuhalten, uin dilrch Unterlassnng deines Tuns tKon als deinen Herrn als den Schöpfer und Erchaltcr des Weltalls anzuerkcnnen. Wir sind am Ende unserer heutige» Besprech »!»',; der Urberblick über den Nest der am Sabbat verbotenen Arbeiten sei s. (M. »׳. einem!vetteren Anikel überlassen. Wir haben wieder versucht, darzutun, wie das Gotresgesez? mit seinen tausend sältigcn Bestimmungen alle Negiingen unseres Gebens durchzieht, wie jedes Tun und lassen des Juden durch das Gottcswort zu einer Mizrvoh eriivbeil Iverden soll, die ihre Träger über alle Kttiidmse mit! Kursen frnnt . ׳.יי•*'י* " - ״,(־. ’״י ■ •I‘"'1•» zu dem veincii ,Frieden der GotteSerkcnntnis. Tür unsere Kinder. Vie beschichte von der 'VrinzesKn Lkora. Ul. Wir -je Israeliten der Prinzcjsin Tbora untreu wurde». So schien im Pager der Israeliten alles ans das Beste geregelt, die Prinzessin Thora war freudig ausgenvinuien. ihr Barer, der völlig der Welt, schickte täglich die köstliche Speise, das Manna, damit feine Sorge um die Nahrung das Bolk bindern könnte, den Lehren der Prinzessin zu lauschen. Mv'es, der Bote des Königs der Welt, und seine Gesckiwister Vivo» und Mirjam erklärten die Gebote der P,inzessin Tbora und annvorteten freundlich und geduldig auf jede ,Trage. Die Israeliten bauen ja gesehen, wir stark das liebliche Prin.zestckien war durch deu Beistand des Königs der Welt. Sie erivarlere» voller Frende die .׳feit, da ne in das berrliche Land ko.-nmen sollten, das die Prinzessin ihnen 'cheiiken n׳olUe. Ter ISrarlil. Indessen, die Heit verstrich, Moses kam nicht! Da wurde das Volk besorgt, cs möchte ihm ein Unglück geschehen sein. Bald kam nun wirklich ein Mann, der erzählte, er habe Moses zwischen Himmel und Erde hängen sehen. Da war groster Kummer unter der» Israeliten, sie meinren, ohne den Boten Moses nicht den Weg durch die Wüste finden zu können nnd dort imikommen zn müssein So schnell hatten sie i» der Angst vergessen, daß nicht Moses, sondern die Prinzessin Thora und ihr Bater ihnen bisher geholfen hatten und es ioeiter tun würden, wenn sic den Gesetzen der Prinzessin gehorchen wollten. Tie liefen zn Aron, er solle ihnen sofort einen anderen Führer schaffeit. Aron glaubte aber nicht an die Nachricht von! Tode seines Bruders, er wnstte ja, daß der König der Welt, seinen Boten auf biefent Wege beschützet« würde. So ivollte er das Bolk beruhigen tmb mit ihm sein Stoffe Ehnr, der treu zu ihm hielt. Die Pente ivaren aber sinnlos vor Angst, einige schlechte, die unter ihnen waren, hetzten gern bei dieser Gelegenheit gegen die Prinzessin Thora, nnd als Ehnr immer wieder zur Nuhe und zum Warten mahnte, warfen sic ihn mit grossen Steinen, bis er tot nmsiel. Nun drangen sie von neuem ans Aron ein. ״Mach' ntis einen anderen Führer, der uns dnrch die 'Wüste geleitet." Aron erschraker wnstte ivohl, was sie meinten, In ihrer früheren Heimat hatten die meisten Pente Bildiverke ans Holz oder Stein oder iVietnll gemacht und da!!!! davor gebetet, sic glanbte» dann, diele Werke rer Hand seien Götter, die ihnen helfen oder schaden konnten. Solch' ein Ding!vvllren die Israeliten nun also haben! Das sollte sie dnrch die Wüste führen. Sie hatte» satt vergessen, das? die Prinzessin Thora bei ihnen war, die ihnen doch streng verboten hatte, solche Götter zu machen, die nichts Kelsen konntenes gibt doch nur einen Gott, von dem man sich aber kein Bild machen kann nnd darf, weil er doch unsichtbar ist. AlS Aron iinn sah, das? die Israeliten in ihrer Angst den Ehnr erschlagen hatten, sürchtete er für sich dasselbe Schicksal, und dann würden die Pente innner!veiter von den Geboren der Prinzessin abfalle:: Er beschlos? desivegen scheinbar ihnen den Willen zu um, um dadurch vielleicht die graste Sünde zn verbinden!. ״Gebt hin zn Euren ,Trauen und Kindern״, sagte er, ״nnd bringt inir die geldenen Schmncksachcn, die sic tragen." Er hoffte, das? ,Tranen und Kinder diese Kostbarkeiten nicht her geben würde», 1111b dadurch würde sich die An sertignng des Bildes verzögern, bis Moses kämme. Die -Trauen weigerten sich wirklich ihren Schmuck herzngeben, aber nicht ans ,Trende daran, sondern weil sie die Prinzessin Tbora lieb gewonnen hatten nnd nichts tim mellten, »!11 sie zu kränken. Die Männer nahmen ihnen die Goldiachen mit Gelvalt ton, ja, ritten ihnen die Dhrringe ans den Dbren. Dann brachte» sie all das Gold zn Aron, der es in! ,Teuer zusammenschmolz. Dann nahm er einen Meiste!, arbeitete ganz, ganz lang׳ sa»! daran herum. Allmählich gewann der Gold klumpen das Ansehen eines Kalbes. Da jauchzten die Israeliten und riesen: ״Das Kalb ivird uns rühren." Sie umraimrn es und jubeiten über den neuen Führer. Da ries Aron: ״Morgen ist ein ,Test"; er hoffte doch bis dahin sicher Moses zn sehen. Aber auch am Morgen ,var Moses nicht da; nun liesten sich die ,Vnu'litcn nicht länger zurückhalte», sie sangen nnd tanzten um das Kalb und asten nnd tranken. Der Prinzessin Tbora dachten nur »׳eilige, nnd die »r c» trauernd zu Hanse. Nim Hane der König der Welk vcr'vroäie». die!vichtigsien t^Vbete seiner Tochter in Stein raieln civzugrabcn. damit die Israeliten sic in die henliche Pa de ans kösilich dnstendem Holze mit Goldübcrzug legen sollten, die ja dasiir an gescrligt jeuvbe. Prinzessin Tbora schickte den Boten zll ihren! Bater um die Ta'cln zn holen. »,4י4* * י «,%!.«• ... f. « .?I ... ... — '1 י Ut| M.IM 1 14ןH1IIIII; Ul Tagen wollte er wieder im Pager sein; er wnstte jo, das? bic Israelnen ihn ׳ehr entbehren!vürden. Maies rvar in der Tat nichr gettorhen ׳ der Böscivjchl, der es den Israeliten erzählt hatte, wollte sie nur der Prinzessin Tbora adsvensiig machen und hatte deshalb diese Pügc ausgesprochen. Wie er den Iwcck ermcht harre, wissen >vir ja. Der König der Welt hatte die Slcintascln fertig gemacht und sie seinem Boren gegeben, dem er auch noä! maucherlci andere Beichlc au'ge nage!, haue für seine liebliche Tochter. Er merkte gar bald, nne ׳chnell die Israeliten 16. Oktober 1906. der Prinzessin Thora untreu geworden lvarensein arnres Kind tat ihm leid, das so gen? das Bolk gut und glücklich machen wollte, und das nun sehen mupte, wie die Israeliten mit Gewalt Böses laten. Deshalb sagte er zn dem Boten ״Schnell, gehe hin zu dem Volke, das Du aus dem Lande des bösen Königs geführt hastsie sind schlecht geworden und tun nicht mehr, was ihnen die Prinzessin Thora besohlen hat. Ich möchte sie am liebsten alle sterben laffen, und die Prinzessin bleibt bei Dir nnd Deinen Kindern, nnd Ihr bekommt dann das schöne Pand, das den Israeliten versprochen wurde." Aber Moses bar und stehle, der König möge daS nicht tun, denn sonst »vürden die Leute von Edom nnd Jsmael und alle die anderen Völker, zu denen die Pri» zessin Thora nicht kommen wollte, »veil sie!,ich! gut ,verden »wollten, spotten nnd sagen: ״!veil die Prinzessin ihr Wort nicht halten konnte, den Is raeliten daS schöne Land zu schenken, deshalb har ihr Vater daS ganze Volk in der Wüste erschlagen." Da gab der König seinem Boten recht, er gab ihm die in Steintafeln eingegrabenen Gebote in die Hand, und Moses rrar den Rückweg an. Sein Diener und Freund Josna war bei ihn!. In der Nähe der Israeiilcn angelangt hörten sie grosten Lärm. ״Gervist ist Krieg", meinte Iosua. ״Aci! nein", erwiderte MoseS, ״das ist Geschrei von einem Feste." Als sie nun ganz dicht herankainen, und das Kalb nnd die Tänzer um dasselbesahen, wurde Moses so ausgeregt, dast er die Sieiinusem niit beiden Händen nicht mehr halten konnte — vorher hatte er sie leicht mit einer gehoben —, ft**!־»»!* hii» ^-*־ — Moses trat nun sofort aus das Volk zn, nahm das Kalb, verbrannte es und warf dann den Staub in das Wasser,!velches das Volk trank. Da sahen sie nun, was das für ein Gott war, den sie trinken konnten! Seinem Bruder Aron machte Mores groste Vorwürfe, dast er das Kalb gemacht hatte. Doch, als dieser ihm erzählt hatte, wie -sich alles .?»getragen, sagte er nichts mehr. ׳Nun lies? ׳Moses alle Getreuen der Prinzessiir Thora kommen nnd befahl ihnen, alle diejenigen zn erschlagen, die das goldeire Kalb angebetet hatten. So geschah cs auch Die übrigen Israel!!(» waren sehr betrüb! leeaen des Vorganges, und ne legten ihren Schmuck ab. Die Prinzessin Tho!a hatte ihnen nämlich bald nach ihrer Antnin't einen köstlichen Schmuck geschenkt, ans ganz seines Pergament!varcir die!vichtigsien ihrer Gebote geschrieben, das!vnrde sorgfältig znsammengeroUl und in Lederkapseln getan, die dann die Männer an ihrer Stirn nnd dem linken Arm befestigte», man nennt das Tenllin. Nnn fühlten sie sich niciit mehr würdig, diese zu tragen. Auch an allen Türe» ivaren Behälter angebracht, in denen diese Per gamentpapiere waren, die MesnsanS heistenne wurden nicht entfernt, denn die Frauen, die nir alles sorgen, was im Halise ist, wollten ja da>> goldene Kalb gleich nicht haben sondern ihrer geliebten Prinzeriin treu bleiben. Nachdem nun!vieder Drdniing bei den Isra elitcn cingckehrt!vor, schickte die Prn,z>..ssj,1 Thor 1 den neuen Bote» wieder zn ihrem Barer, um neue Stenttareln mit den Geboten zn holen uud die Erlaulmis zn erhalten, bei den Israeliten zu bleiben Wieder blieb MoseS vierzig Tage um, dann kehrte er zurück mit der frohen Mitteilung, dast die Prinzessin bei ihnen bleiben dürre. Da war nun groste Freude bei allen, nnd die Pr>:1 zessin Thora beschlof? diesen Tag in jedem Jahre als Berröhnliilgslag feiern zu lassen, an dem jedenr Verzeihung nir feine Sünden gewalni iverden sollte, der die rette Absicht har, sie nicht!nieder zn tun.

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