Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 39 (27.9.1906)
- Date
- 1906-09-27
- Page
- Seite 3 (sequence 4)
- Language
- German
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S7. September 1906. Der 3*ro»ltt ftx 3!«. •ritt I. buitbrn fein ׳? :iiMt kann da- Verbleiben oder - Scheiden der Seele an ein Stück Brot geknüpft j sein, daich Genies:? oder mir versage'? Die Unmöglichkeit beschränkter menschlicher Einsicht eine befriedigende Antwort aus diese fragen zu finden, hat viele dazu geiübrt. die, Leele üoerbanpr zu leugnen und sie als bloßes ' Accidens des Körpers öuzuscben. Mein Fahr zeitslicht belehrt mich eines bessern. Eine Antwort gibt es zwar aus diese Fragen nicht, aber eS zeigt mir ein Analogon, das itark genug ist, mich von dem Irrtum einer Versinnlichnng der Seele zu schützen, wie sie der öde Materialismus predigt. Stellt die leuchtende, ätherische himmelwärtsstrebende flamme, die an SM und Docht wunderbar geknüpft ist, nicht in verjüngtem Maße dasselbe Probleni gelöst dar 9 Werde ich die Flamme für ein Accidens von Talg und Wolle halten, »veil ich das Geheimnis ihrer Verbindung nicht kenne׳? Wäre eine solche Lösung nicht unver» stündlicher als die Schwierigkeit selbst'? Nein und abermals nein. Ein Gotteslichl ist die Menschenseele. Fst die Laterne ein Teil des von ihr belcuchtkleit Nanmes, auch wenn ihr Lichtschein in seine fernsten Fuget! hinein leuchtet und ihr Licht dort hastet'? Die Seele ist kein Attribut und Zubehör des Menschenkörpers. Dieser ist und bleibt an und für sich tot >rnd dunkel, bis er, mit ihr vermählt, in seinen tiefsten Tiefen von ihr durchdrungen, belebt und erleuchtet tvird. :י נר ד' נעזטה אדם חפ*2 נל הדר* בס Mischle 20,27.י Ein viel unergründlicheres Probleni als die Trennung der Seele vom Körper ist, »vie getagt, ihre Verbindung. Daß zwei vollendete Gegensätze ivie Körper und Geist siebrnzig, achtzig und mehr Fahre durch Gottes Allmacht zu einem harmo nischen (Ganzen vereint sind, ist ein grösieres Wunder als die durch den Tod eintrctendc Scheidung dieser Gegensätze. War jene Verbin dttng dennoch möglich, warum sollte nicht auch nach dem Tode eine solche ztvischen den Abge schieden?» undZurückgebliebenen möglich sein'?Wenn ich am Todestage meiner Eltern angelegentlicher als sonst nach dem Faden suche, der mich auch in ihr-er Abgeschiedenheit mit ihnen verbindet, so brauche ich nur dem Scheine ineines Fahrzeiks lichtes zu folgen uni überall aus die Spuren dieser Verbindung zu stoßen. Es ist ein gehrimnisvolles, vielsaqendes Flämmchen, das da vor mir aussiackert. Wo sie das Gedächtnis der Heimgegangenen iviederbeleben und sestbalten will, läsit die sinnige jüdische Titte ihre treuen Söhne und Töchter diese Lichter anzünden, dasi sie zu einem Lichtgürtcl werden, der die über das tveite Erdenrund Zerstreuten einheitlich umschliesit. Was für ein ergreifendes Geheimnis bergen dvcti dieie Flämmchen, auch nur äusierlich betrachtet' Seit satt vierria >>0־יייי" suche irft ׳״ ״׳iserem briligen Schnsttnin nach dem Ursprurig dieses! Brauchs, und nach seiner Begründung, ich habe( Kundige darüber gefragt, aber keiner konnte ,nir , ihn bis jetzt kodifiziert zeigen*-. LLenn aber dieser \ Brauch auch irgendwo schriftlich npien sein sollte, j so dies jedenfalls an einer nicht jedem dekannte» Stelle, so das; seine allgemeine Ein sührung diesseits und jenseits des Dzeans nicht darauf, sonden, auf dalebendige Band gegen- , seitiger Verbindung und Zusammengehörigkeit zunlckzi,führen ist, das die jüdischen Zerstreuten aller Zeiten und Zonen mit beispiellos treuer Fnnigkeit verbindet. Wer wollte eine Verbindung - der abgeschiedenen Seele mit uns und unserer i 2Lelt in Zweifel ziehe»«, wo ihr bloßes Svnibol \ dieses Wunder so spielend nnd selbstverständlich vollbringt'? Dabei sindet jeder für sich je nach seiner Fn dividualität im Fakrzeit-licht, was er gerade ' sucht. Wer vermöchte die Gedanke,«, die es angeregt, die Empsindungen, die es geweckt »ind die Vorsätze, die es schon gezeitigt Kat, auch nur in rohen llmrissei« zu skizzieren! dl. (Schluß;olgt., Zum fie$$l$cb«nOberra1s0־e$efz. Franks n r t a. M., 24. September. Einer Einladung des Vorstandes der Fsr. Neligionsgemeinde Darmstadt folgend, ragten gestern «m Saale der Frankfurt-Loge zu Franknut a. M. die Vertreter einer Anzahl der Fsr. Gemeinderl .Hessens zuin Ztvecke der Beratung des Gesetzentwurfes ״die Versassiing und Verwaltung der isr. Neligions (slcmeindei« bet»." Anwesend lvaren etwa 40 .Herren, karnnter die Vertreter sämtlicher Gemeinden der Städte. Von Landgc meinden waren vertreten: Gros; Gerau, Cfttiorc!!, Pfungstadt, Nitnbach, Beerfelden, Seligettstadt, .Heldendergeir Lehrer Wertheimer und nneinge laden Neichenbach i. C. ׳Außerdem tvaren na türlich die eigentlichen Fnspiratorcn des Gesetzes, die .Herren Fnttizrat Oppenheimer Mainz, Eommerzienrat .Heichelheim tstteßen, Professor Landsberg und Ludwig Trier Darmstadt, anwesend. Wolfs Darinstadt eröffnet die Ver sammlung, begrüßt die Erschienenen herzlich, wirft einen kurzen Rückblick an׳ die zur Be»a1uug stehende Angelegenheit und schließt mit dem Wunsch, daß dieselbe einen gedeihlichen Erfolg habe» »nöge. Er schlägt Bnreanwabl vor. Zur tN'schästSord Ftti »2 זז* ב' בל der Brauch crwalinl, am ,4 0 IN .0 1 p 1' u t ein Vicht für dir Seele der verstorbenen Eltern anzuzünden spven von in 2dj. A Ctudi vStw1!1!1 ן Sap. '!in, » 4 . Bielleicht nndet sich in dem groben : veserkreis d. B!einand. der über den Ursprung dieses Mindag, am .'־־־‘־־־ nnng fragt Baruch - Worms, n»eSh«lb die or thodoren- Neligions t^esellschatten Darmstadt usw. nicht eingrladen seien, da seines Erachtens kein Grund vorltege, die Drrhodoren von der Be ratungauszuschliesren. Fnstizrat Oppenheimer enviden. daß man bei der grundsätzlich oppositionellen Stellung de» Drtho doren gegen das Gesetz von deren Ein׳ ladung abgesehen hatte. Dieser Stand- Punkt wurde von Tr. Goldtchnildt S?stt<>bach nnd Levu Worms als entschieden »alsch bekämpft. Beide Herren betonten nnt n׳ar»nen Wotten in anerkennenswerter Weise, daß. da das Gesetz doch auch »ür die Drt ho doren (Äeltnnq haben sollte, man diesen unter allen Umständen hätte Gelegenheit geben inüsse», ihre Gründe gegen das Gesetz darzulegen, nnitoinehr als sie «elvst, die be»den Nedner diese Gründe nicht kennen und deshalb auch iticht entscheiden können, ob und wie weit diese Gründe Beachtung verdienen T ri e r ׳ Darmstadt erklärt, daß nur die Gemeinden eingeladen wurden nicht aber die Neligionsgesellschatre!׳., welche nur Privawrreine . seien! Ticie Ausrede fand keinen Anklang Oppenheimer Mainz n-urdc zum Vorsitzenden gewählt. Er sprach sich einleitend über die Bedeutung und Tragiveite des (Gesetzes aus und erteilte das Won >>errn Bar nch Worms. Dieter lehnt das (besetz in der vorliegenden Form ab. Er betont, daß dasselbe den (^׳meinden sehr große finanzielle l^pser auflcge, die sie nicht tragen könnten. Er brmängelr senier, , daß der Staat »ür die jltditchen lstenieinden nichts übrig habe, »väkrend soivohl für die evangelische als auch katholische Kirche alljährlich große Summen ׳ ausgewendct würde», soczar der kleinen alt katkolischen Geineinde in Dstcnbach werden aus Staat» j mittel» ca. 2."0סי M. bezahlt, zu welchen Geldern i auch wir beitragen müßten, und da müsse verlangt werdet», daß der Staat auch uns ähnliche Zuschüsse bewillige. Außerdem aber vermisse er; einen genügenden Schutz der ^rtbod orie > gegen Ucbergrifse seitens des Dber! ra tes. Aehnlich sprach sich Dr. Gol dtchmi dt! Attenbach aus, ivelcher besonders auf Art. IOf> Zister 7 hinwies, auf Grund dessen der Dbertat die Lehrbücher ffu den Neiigionsnnterrlcht de stimmt, wodurch dre »»thodoren schulen dem Einstustr eines freisinnigen Dberrats voll ständig preisgegeben werden. Auch Levp! Worms ivies ans diesen Umstand h»n, indem er > erkiärte, daß er niemals einem Gesetze zustimmen ' ivürde, durch das Andersdeiikende verletzt werde»! könnten. Nedner befürchtet, daß durch das We | setz »»ich» nur nicht friedliche Zustände geichasten! würde», sondern daß im Osegenteil unter der i .Herrschatt desselben die beiden ״Nichtungen" in» Fudenlinn, die nun doch einmal vorhanden seien, I1!u$$af-Khasan. «Eine 5?!4;e aus Hamburg. (Schluß. .Du hast recht," lenkte Sorte besanttigend ein, .ob ohl vielleicht gerne morgen und übermorgen nichts dagegen hättest am Jungfernirieg zu wohnen, tu hätte»'! dann nicgt so weit nach dem iürmdel, wenn tu »rrau Nosenberg Schautor blasen willst." .Nickt einen Schritt hätte ick näher, ivenn wir am Fungsrrnitirg wohnten." rntgegnete Ned Fettel. .,Zn die . uious in der Peterslraße ginge ich doch so wie so m Schul i und diesmal am zweiten Tag in die Schlesinger Schul, I i waS hätte ich da gewonnen'^ nickt» Nur daß ich jeden j ' Tag einen größeren 4tzeg in die!giauo und zuiück zu macken käne" Die Entgegnung war schon wieder ganz >m ruhige» Fahrwasser der traulichen Zwiesprache gehatirn, wie ne in der Familie immer waltete und am Nosck Haschono in noch viel düderem Grade. Red Feitel wollte nach Tisch noch em wenig sein Mullas vvrsehen, allein die Sinder waren so trbdast und er selbst war so müde, daß er srüb zur R»ihe ging um am anderen Morgen um so srüher aufzusteben und seine Mullasrollr einzustudieren. Aber die Siemen waren Morgen» noch früher aus dem Posten wie ihr Barer. Es ging wieder nicht. Ader Reb Fettes machte üch daraus nichts Er wußte, daß wenn man ikn »n> Mitternacht au» dem Sckiase wecken würde, er sofort >eder Zeit vor den >Smed treten und Mullas schet Nosck mschono als Ebasan vortrage» konnte Zudem hatte er 1 noch einen ganze» Tag Zen Er ging also getroü in e »lau» woselbst er als Lckammesch der erste und de» .hle sein inußte. Der erste war er, aber der tehtr kann er deute nicht sein Er muü direkt nach Schul zu Frau > Nosenberg aus den vtrindel. Obwohl leidend, genießt lle j nickt» ki« nach dem Schofar. Es war halb zwölf geworden, als oia« m der Staue »ul Schachar!» und Munal zu End»׳ war Zum Grindet trat man von der Peterslraße gern ie!ne drei vterrel Stunden, und da dars man nicht gehen, wie man e» sonst am Sckabbos und Iomtos tut Er muß sich also sputen. Eden will er sein Sar genes Sinel, adtegen, da säll« ihm ein, daß er e« >a nick« m der Stau« lallen kann, weil er e» morgen nüh in der Schtellnger Schul braucht. Es nach Hause zu dringen hätte wieder eine viertel Stunde gekostet. Da er aber!ernen langen Herdstüberztehrr de, nch hat. so scktägr er stug» den unteren Teil de« sararnes >n die Höhe, beseitigt ihn an, Gürtel, zieht den lieber zieher trüber, tnöpst ihn fest zu, und niemand ahnt etwas von der Kontrebande. die er unter dem Nocke mrrführl. So verläßt er die Staus, den Scholar in der rechten und sein Machsor in der linken Hand, geraden Wegs nach dem Grindei. Wenn «emand «n diesen heiligen Tagen für nch allem seine» Weges geht, so kann man hundert gegen ems wenen, daß er iummt, surn und nngi. Fomim ix»noroun Stückchen natürlich. Wenn aber jemand jmx wir Red Feitel morgen in der SlauS ex tempvre Mustai orr»» soll und er bl« >etzt noch keine sreie Btrnelstunde zu»! Borderntung gesunden hat, so kann man stch leicht denken, wir er alle Niguntm vom ersten Mustaph-Saddisch bis zum Schluß-Jiddisch Mit eingehender «gründlichken Nevne > paiüeren läßi.