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Der Israelit · 1906-09-27 · 39 (27.9.1906) · p. Seite 4

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
39 (27.9.1906)
Date
1906-09-27
Page
Seite 4 (sequence 5)
Language
German
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wt.r89. Sette « Der Jlrarltl. ständig sich in den Haaren liegen würden, wähmid jetzt die Richtungen friedlich nebeneinander ker gehen. Professor Lands berget und Wolfs Dannstadt envidern, dag die Geldopier gebracht werden müssten und bei der bekannten Opsenvilligkeit unserer Glaubensgenosson auch gebracht ivürden. Der Vorsitzende erklärt, dag die Zuschüsse an die christlichen Körperschaften nicht gesetzlich sestgelegt seien, und dag eine Verpflichtung des Ltaates hierzu nicht bestehe, Die Wdbei iverden alljähr lich ״beivilligt", und ivürden nach seinen ^!,fontm tionen auch uns derartige Bclvilliglliigen ziveisellos zu Teil werde». Wolf Alzcp und der Vertreter von Bingen äugern ebenfalls starke Bedenken gegen das «besetz. (Grundsätzlich ablehnend spricht sirii Seidel Pfungstadt ans. -sei» Widerstand gilt insbesondere dein zu schaffenden Obertate. | Rach dei, allgcineii, bekannten Ersaht nngcn, die wir mit ähnlicheil Körperschaften in Baden, Württciiiberg »nd Elsasz Lothringen gemacht haben, unter Hinweis aus den bekanilten Prozcg des Badischen Oberrates mit dem ״Israelit", aus dem zur (.(ienüge herrwrg'.iig, dag sowohl in der Gebetbuch als auch in der Lchächtangelegenlieit die Rechte der Orlhodvric in der gröblichsten Weise schwer verletzt wurden, inng die Schassiing einer ähnlichen Körperschaft bei uns entschieden abgelchnt werden. Trotzdem Freiheit des.Kultus und des Ritus dciii einzelne» soivohl ivic den (Gemeinden im Gesetze zu ge sichert werde, cm halte das Gesetz namentlich in den Artikeln 104 und 10;> eine ganze Anzahl Bestimniungen, welche diese Freiheit schwer gefährden. Hier unterbricht Borsitzender den Redner mit dem Ersuche» nicht zu sehr ins einzelne einzugehcn, um so niekr als die jedem Redner zugeincssenc Redezeit B>Min. nahezu abgelaufen sei. Seidel betont noch, dag es lächerlich sei, wenn e!»c fast anSschlieszlich ans Laie» bestehende Körperschaft Gutachten über religiöse Angelegenheiten, von ivelchen ge absolut nichts versteht, erteilen soll, iind schliegt mit einem Appell an die Gerechtigkeit und mit der Hoffnung ans den Lieg der gerechten Lache. > West hei m er Rimbach lveist aut die gefährlichen folgen hin, ivelche die Trennung der Lchächt sunktionen von dem Lelircraiiite sowohl in rel> . giöser als auch in finanzieller Beziehung haben! würde, Zustimmend äugern sich nur Heichel heim Giegen, n׳riedberg und Lelige 11׳ stadt. Darmftadt gibt die ׳Notwendigkeit einer Anzahl Abändeninge» zu. Der Borsitzcnde schliegt die Debatte l«rrd cs gelangt eine Resolntivn zur Annahme, ivelche ausspricht: ״Der vorliegende (!׳iitivliN kann als Grundlage benutzt Iverden, bedarf aber erheblicher Berbesserungcn und Ab änderungei«." | Lehrer Wertheimer.Heldenbergen will die Ergebnisse der heutigen Verhandlungen der nächsten Lonntag tagenden Bersammluncz der isr. Lehrer Mitteilen. Der Vorsitzende schlägt vor, diese Ergebnisse sämtlichen grösseren und mittleren (Gemeinden zu übermitteln mit dem Ersuchen ihre Bedenken und Wünsche einem zu ernennenden Komitee binnen 14 Tagen mitzuteilen. Die Wormser Herren beantragten, diese Mitteil »mgen auch den Religionsgesellschasten, den beiden LehretDereinen und den Rabbinern zugänglich zu machen, damit auch diese sich zur Lache äugern können. Beide Anträge wurden angenommen unter AnSschlug der Rabbiner. (Bon anderer Leite ivird uns noch berichtet, dag ^ustizrat Oppenheimer im Lause der Ber- Handlungen zugegeben habe, ein Oberrat ohne Einflug ans religiöse Dinge sei natürlich nicht denkbar. Wir geben diese letztere Nachricht mit aller Reserve wieder, weil wir nicht glauben, dag eine iiin daS Zilstandekommcn des Gesetzes so sehr bemühte Persönlichkeit diese oft von uns betonte Binseinvahrheit, die dem Gesetze in seiner jetzigen (Gestalt das Todesurteil spricht, e-xpeessis verbis anerkennt! Einem Mitgliede unserer Redaktion, das um Zutritt zur Versa,nnilung behufs Be richlerstattung ersuchte, war übrigens der Eintritt verweigert worden. Dag die jüdische O esse ntlichte it an einer so einschneidenden gesetzgebe rischen Aktion ein lebhaftes und berechtigtes ^n tercssc hat, scheint den niapgebendcn Persönlich keilen leider noch immer nicht klar zn sein. Red. d. ISr.i Korrespondenzen und ^nchrichten. Frankfurt a. M.. lg. Leptcinbcr. tteber die Tötung der Lailachrtiere mit dem Lchnsz apparat, über die auch die Bersammlnng des; ״ -יייילh 1 27. September 1906 sprechendes Urteil gefällt hat, liest man in der ״Allgemeinen Fleischer-Zeitung^ folgende Aus führuilgen: ״Dast der Lctmst>rpparat, >vie er bisher dei den aim lichrn Bersuchrn auf dem Berliner Lchlachthos benutz, worden ist, zur geplanten zwangsweisen Einführung niäu geeignet ist, haben die Herren, die mit diesen Versuche» betraut sind, der Direktor der städtischen Uleischdeschau Reistmann und der Qbertirrarzt Dr. Bongert, bereits selbst erkannt. Direktor Reinmann erklärte schon nach dem ersten ,Tehlsckust, dast von einer Einführung dieses Apparates nicht die Rede sein könne und wollte eigentlich die Bersuche sofort abbrrchen. Es ist seit jenem verhäng nisvolien Mittwoch (an welchem der Apparat dreimal per sagte) bisher auch nur noch ein einziger Versuch gemach! morden und zwar ani letzten Montag an einer Kuh des Grostsleischrrmeisters Ernit Lelm, bei der der Apparat in der Hand eines besonders geübten Beamten auch funk tionicrrr. Wenn überhaupt in den nächsten Tagen noch wettere Versuche folgen werden, so werden sie sich immer nur auf Miit>e, höchstens aus Crinnt, nie aber aus Bullen erstrecken, da man neb bereits zur Genüge überzeugt hat. dast bei Bullen der Apparat säst immer versagt. Man hat inzwischen aber bereits angeordnet, dag stärkere Patronen angesertigt werde», und will dann mit diesen eine neue Versuchsreihe beginnen; ob mit weniger Mist erfolg, wird die;suknnst lehren. Wenn man aber erwägt, dan die Amvriidung des Lclmstapparatrs schon jetzt bei den schwachen Patronen eine graste Kraft erfordert, so kann man sich eine Vorstellung machen, welche »ranmrnsriien dazu gehören, um Apparate mit stärkeren Patronen, also aurii mit erhöhtem Rückschlag, zwcckenr sprechend anzuwenben. D׳e Lache steht also für die Ver leidiger des Lchustapparales herzlich schleclü, und da sich dir Herren, welche hier mit den amtlichen Versuriien bctraut wurden, schon darüber klar geworden sind, das; die zwangsweise Einführung des Apparates nur dann cm piohlcn werden könne, wenn sie auch tatsächlich erhebliche Vorteile gegenüber dem jetzigen Versniucn des Schlagens bringe, solche Vorteile sich aber dein! besten Willen!!ich, herausfinden lassen werden, so ist die Lache für Berlin eigrntlirii schon setzt abgetan und zwar, wie schon wiederholt betont, umsomehr, weil bei Anwendung der Lcims; apparate, wie sie aurii beschaffen sein mögen, die L-ualnäl des Fleisches ganz entschieden leidet. Das bat sirii m ganz evidenter Weise auch in Amsterdam erwiesen, wo man gleichfalls aus Verreiben der Tierschutzvereinler für alle ,Fleischer, die Mitglieder der szleischer Vereinigung ״Eensgezindheit" sind, den Gebrauch eines Lrimstnppnralcs. der sogenannten Lclmsimaske, obligatorisch eingeführi Hane. ׳Wie der Vorsitzende der genannten Vereinigung, A. W Dakc, bestätigt, wurde aber nach drei Monaten in der Litzung der Metzger Vereinigung ״Ecnsgezindlieit" ein stimniig der Beschius; gcfasit, die Lchustmaske fortan nicht mehr zu benutzen, weil inan die Erfahrung gemacht haue, das; das Verbluten nach dem Gebrauche der Lchustmaske ein unvollkommenes ist, wodurch das ,Tlcisch eher dem Verderben ausgesetzt ist, daft ferner gewöhnlich infolge des plötzlichen Rieder,lürzens des Tiercö eine Verletzung zwischen den! L7bcr- und Unterschenkel entstand, und das; mich das Darmsett von Blut durchlaufen war, sodast, wie der Vorsitzende der Vereinigung wörtlirii betonte, ״wir oii bedeutenden Lchaden erlitten und froh waren, die Sache los zu sein." Der Vcrsurii ist also mid! in Amsterdam, wo man .zurrst mit groster Begeisterung an die Sache berangetreten war, vollständig mistlungen." Aet)nlict1 äußern sich die ״Dresdener Neuesten ׳Nachrichten^ über die in Dresden mit dem Lch1lsta׳'"orat gemachte״ l^ssabmmaen, denen zu Den ersten Kaddisch. die Muffas ^nverlure, batte er «stieben mit einer Virtuosität zu Ende grsungen. n׳ie es kein Lbrrkantor der Welt besser fertig grbrariu hätte. Da siel ihm treist ein, dast man ja am ziveiten Rosrii Hairiivno Tag den ganz gewöhnlichen Sriiabbos Muskai Kaddise singt, sogar ohne den srirvnrn NaLlinron-ljenImv-Liille am Ende. Dast ihm das aurii nur für einen Augenlict eiusallen konnte, verdrost >Im. denn er inustlc daraus sriüirsten, er sei doch noch kein vollendeier Ebasan von iViri, Er schlug nch deshalb »in der ffachen Hand vor die Stirne und ging nun an den anderen Kaddisch. Ter Ltirn'chlag war aber so heftig, da,; durch dir Bewegung das ausgeichürztr Sargenrs heruiilerglill »nd etwa eine halbe Elle weil unter dem llrberzieber hervor lugte Groste Künstler vom Schlage Rrb ,Teurls beachten solche Kleinigkeiten mrin, ne leben so etwas »Irin ennilal. Er war gailz verliest in irmrn Gesang, den er le sr vor sich bin irällrrtr. aber doch laut genug um dir Aunnerk samkrit rinzelnrr Panamrn aus ffch zu ziehen. Aber man lebt und bewegt iich nirgends ungenierter als ,!! einer Gtostitadi. ivo die Koimnenden und liebenden achtlos vor überfluten, ohne au« irdr Besonderheit zu achten es gib, de,rn gar zu viele. Ein Herr, der eben aus einer Lcnemiraste einbog und ,uü m derselben Richtung wir Rrb ,Teile! ging, folgte diesem eine <(e>t lang au׳ dein ,'vu׳:r nach Ter gebornie Langer immmntc 1I»1. Ein Via»» das Hrind am Ende des Rocks einige ,"Wm breu zur Schau tragend in der rerinen Hand rin Horn, »1 der linkrn ein Buch womit ei den Iah zu seinein Gesänge ictilug. das begegnete rinei» sorii nicht >rdcn Lag nunen ii» lebhafteste» Llrästrnverkrhr.! Er ban nrii dicht lnnirr dem Länger, »du die Tningkrn! d>r Hingrbung drs Sängers an icinen in einer ׳remdrn ' Lpract'r vorgeirggemn Griang ob's ein Dculicher ob s ' nicht einer der allen Barden obr> ,->>» ein ׳ährender ' die ,vi'itrl rinr» ganz bedenk!iriirn Emdriia, ׳'!»< ob er Geheimpolizist wäre. Er siebt aurii z>. und Weile etwas glänzen, was ganz gut das A. der i'iehrlnipvlizistrn sein kann. Aber ein Gelicinip lveist doch in Hamburg Bescheid und braucht nicht cril nach dem Weg zu fragen. Was Hane er doch gesragr Ben» Rlederstieg aus seinen Lairgeshöbcn aus das Hain burgcr Pffaster Hane er die ,Trage ganz vergessen. .Was wünschen Sie'?" ׳'ragte er deshalb znrüri. Ter ,Tremde iviederholrr du- ,Trage und Reb J>ettel brzr'chnrlr ihm dir Ririilung. die nach dem ,Tunqfen'stlkg iiihrte. .Sie geben wohl denselben Weg. dann gestalte» Sie danach mich Linien anschliestc״, fuhr der ,Tremde so«. 'Lbwolil Reb ,Tcitcl in der Tal m!r dem ,Trciudeu ganz gut noch einige Straften zusammen Hüne gehen können, war ihm dieser >rvt doch lästig: zumal daher den Gedanken an den Gkhriinpoll.zi'ten nicht los werden konnte das marine lim vollends kopssrirru. D>ch bedaure״, erwiderte Reb,Teiiel. ..,ch gebe c11<׳»del Ro. Ni dort habe ich das neue ^abr anzublaien.״ ״Habe ich L!e recht verstanden?׳ ״'ragte der,Tremde. ..Sir wollen das neue ,'״ihr aublasen' Wir haben ״r bcuic erst de» 14 Levleinber ״׳;Heb ,Teile! lächelte überlegen W׳s batte er aurii einrn! Mrn'che״ gegenüber, der nicht einmal weist, dast kcure dev evüc!ng in beneres run können

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