Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 37 (13.9.1906)
- Date
- 1906-09-13
- Page
- Seite 19 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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13. 2rptrn1l«cr 1!M>. 2a״m «'Wuv bicm v״■ *cmmmq, soll^H läutern vom IVifcbramii der mm' verliebencn Äriittc 1111^ bcv' uno gewährten Mcmitie*. Tie Aflfle der Lschuwo, der ן1>1ווו1וו, lehren w utttf limnei von neuem: gar oft habe» mir unser Mömieii mituunudit. Wolle» mir tuirflidi uno abkehren vom Wege des Unrechts, so müssen wir es ternen, all dem y! entiaqcn, was >,״s yir 2üube führen kann, ׳.'{,du ni!■ immer ihm entfnflcu, bcun olles, mos mir burd) nufer in» fdioffen, sollen mir im Vienne Gottes gebraudie». Aber erkennen müsse» mir. dos; olle irduchen Güter nur Mittel yi dem einzigen Zweck find, Gottes Wille» noch P.'asgobe »iiferes Mönnens ans lirben yi venvirklidie»; Mittel find sie, ober nicht Lelbftzweck, dos leint »ns der erhobene Tag, on dem wir »ns freimochen von olle» n bischen Genüssen, dieser 'Berzidn kündet: wertlos sind on sich olle irdischen «׳tüter. Wen» der Mensch sie nicht in de» Die»» Gottes »eilt, so ist er nicht berechtigt, sie y! geniesten Wohl find wir lins beumfn, dos; mir »ns des Mistbroudies dieser Güter schuldig geniocht hoben. Möge dos Geständnis nuferer 2iinbe, wie es ^niini Kippur durch Won »>id Tot in, eine Sühne fei», eine L>"11,»e für dos vergongene verschulde», ei» Schnv gegen die immer drohende Gefahr, unsere Znklliift Miedern», durch 2»ן1«11ו^חחו1ד der »ns verliehene» <>)oben y> befielen. Ein Süiideiibekeiiiltnis in Wort und Tot in Ion», Mippur. Wir hoben gesündigt, ^u viel hniidertfocher ,Ton» entringt sich dos zermarternd,׳ Bekenntnis unseren Rippen in ollen Webctcn des Jom» Mippur. All die :nhlinien A.!!sdrücke der heiligen Sproche für dos Gefühl der Selbstonkloge reidien nicht ons, »in dos y, sogen, mos dos gequälte Herz bekennen will. Hos Unrecht, dos wir kenneil, berenen wir, ober mir wissen, ui! möglidi ist es on einem einzige» Toge niis oll dessen zu eriiinerii, wos wir in Augenblicken der Schwödie des Herzens im Vonie eines laiige» Sabres burd) Tot, Wort und (^edoiiten begangen haben Einer meist, was mir gesündigt haben, und Er weist auch, do wir bereuen, Er wird verzeihen. Wir!׳oben gefehlt, wir, jeder einzelne und wir olle. Und jeder einzelne fühlt sidi doppelt schuldig, weil er nicht für sich ollein gesnvelt hat, nein o»d> ols Glied der Gesamtheit, die sidi vereinigen sollte, Gott zu dienen, und die er entmeiht, do er ols ihr Teil llurrdit ge ton hot. Aber die Verzeihung, dos Wunder, dost mir vor den unglückseligen folgen des bereute» 11» rechts geschützt bleiben, läutert, erhebt, ermutigt und heiligt nilser Volk alljährlid, von neuen! durch ^onni Mippur. Tie völlige Einstellung jeglicher Sdiossens tötigkeit, verbunden mit Berzidit auf jeglichen körperlichen Geuust, erhebt den Menschen weit über dos enge Getriebe des Alltogslebeus, dos den Blick dessen notwendig trüben must, dem es nie vergönnt ist, fick, selbst einmal völlig losyilöien, unt von hoher 2011110 »Hi betreue•״ Auge dos eigene Tn» lind gossen, dos Weiter» und dos Morgen zu prüfen. Ganz wie der Lobbot macht uns Ionm .Mippur frei von jeglicher Schaffens tötigkeit. st ine Sorge für dos Behagen des störpers fesselt uns an dos werktägliche Voten. Selb» für Minbcr*) und Mronke, die wenn Vebensgesohr zu befürditeu wäre, nick» foneu dürfen** , wird nicht wie an oiideren Ietttogen Speise neu bereitet, In jeder 2׳eziehung gilt dos ׳Verbot der Werktätigkeit am Iaum Mippur wie on, <£ob bat, nicht wie on den übrigen freier togen ' Iaum Mippur bringt notiirgemMt erhobene Weihe durch die Befreiung von!c&cr änderen * d. b. Möddicn unter 1_», «naben unter l:ix\abren; out ist es jeboeh, fräftige Minber zur Gewöhnung tebon ,rüber einen 2e,l bes iageo ober auch bei, ganzen Xag fasten;11 lassen. *•) Man erkundige nck wegen eines!eben schwer kranken de, einem g e tv 1 i f e n h a f, e n — ,üblichen aber nichtjübiicbcn Ar;,, ob durch bas ׳>tten bas reden aefäbrbct werde. *\n öiefem *vatif ttt dem Mranfcn auctj nach dem göttlichen Gesetz bas ,Tasten verdaten. Tit m׳t einem Geieveskanbigen nt!eboeb, wenn irgenb' möglich, brmgenb geboten. Aber wer leicht sinnig an biesem Tage nicht faltet, icklient nch bannt aus bem «reife Israels aus. Der Israeli, Sorge für die körperlichen Bedürfnine. Weder Speife noch Trank bindet am Zehnte״ des Tifchr, den Weift des Juden on feinen Körper. Bevor ״och die Sdiotten des Abends nodi dem >,?e;mten des •'.i!>11׳a»s hevo׳n,o!;e״ bot!!!ott für länger ols einen volle» Tag!cbe, 'Bohrung ent fogl Hot die Sorge um dos täglid!e Brot didi lonft >o ott zu llnredit verleitet, 0׳ wiift du es heute inite, dost nicht nm des Brotes willen der Menfch auf Erden weilt. Wohl fonnft du ohne Bohrung nicht längere Zeit leben, ober sie ist nicht Ziel deines Hofeins. Um dies y! lehren, sei on, Jom» Mipput die Bohrung deinem MÜrper fern. Honiit du ober nickit etwa woh»»t, dos tägliche Brot, dos did, yim Unredit geführt hot, weil du seinen »׳obren Z.weck, didi;»»> Hiemte lMottes y> kräftige», uidit verftonden hott, es sei on fick, etwas Schlechtes, fei die H.nelle oller Hebel, von der du didi irrnbolte״ iiiüfuei't, dost did, Ionm Mippur uidit zu, Peinigung deines Möipers, zur Mistoduung der dir verliehene» Waben o»statt y> ihrer H iligiing führe, dafür diene dir dos iflebot. den Tag vor Jom» Mippur Ins kurz vor der onbrediende» Hmikelbei, gerade burd, festtägliche Bohrung onsyizeichnen, und streng verboten ist am Erev Ion»! Mippur fosten. 1יי od, vor Anbrudi der Tuukelheit zündet die Houstro» eine Merze on, die lang genug sei, »in 01» »äckiste» Abend »od, z» brenne», und sprüht darüber den Segen und dos Schel!eche>o»n. 'B'odi sdiöner Sitte ,egnen and, Eltern ihre Minder, Vehver ihre Schüler, bevor sie!» dos Gebetshons gehen. Hort oder schon zu Hause e?15!eö!()! fc?«r5* vCii!! midi mit diese sollen nur an dein tieili^en 1010ן 2Mn zidit leisten. Gestaltet ist es >edod,, solche Iiistbekleidiing oiiznlegeii, on der sid, »׳eher Veber nodi Holz benndet. Man benutzt Schuhe mit Iilz, Stroh oder Gnmmisohle». Mranke dürfen, wenn sonst e ne Berschliiiiniemng ihres Veidens zu befürditen wäre, ihre gewobnlidie» Sdnibe trogen. Bei fdileditem 'Wetter in es aus der Strafte midi Gesunden gestattet, Schuhe mit Vederiohle» onzuziehen. Hie länger ols ein Jahr verheirateten Männer legen dos Mleid o», 1» dos ne eiiin nodi ihrer Abbernsung von diesem Veben gehüllt werden. Ansterdei» ziehe» fie wie olle übrigen Männer dos Tollis on. ,;» feierlid, ernster Stimmung wartet man dann, bis kurz vor Bad» der ׳Borbeter dos Mol '?!ihre beginnt. Angesidits eines foldien Gebetes münen die bösen Zunge» oller,Teiiideversillinme». B»r Unwissenheit oder 'Böswilligkeit ton» unsere heiligste» i^fe bauten entstellen. Aber sie selbst schlage» sid, ins Wefidit, die uns ongreifen. Sie vermögen die Erhobeuheit unserer lMefinnnng gor »idit z» ohne». S>e denken in ihrem l^edankeugong »nd häuseil Sdioiide aus iid), indem sie uns zu vor kleinern wähne». Has Mol Bidre knüpft 0» dos lMesetz im IV. B. Bk. :r2 ,״ on: 2״Ve»,1 jemond ei» Gelübde vor (Mott tut oder schwört seiner : . ... ... ••...»» ,. * ... * « ,״MA » , » VCUUII w ׳> — iiivmv entsagen, darf er sein Wort nicht entweihen, go»z wie es ons seinem '.iBnnde kommt, ,»llsz er tun." Mol '?tidre hebt keinen Eid ans, der ״ns anderen Personen verpsliditet. Wir haben über- Haupt keine Instanz die von 'BervfUchtnngei, enk binden kann. Mol '?cidre kann »ns nur von <Me lübden entbinde», die nur die eigene Perw» detrefsen. Hätten wir z. B. uns vor (Mott gelobt, keinen Apfel zu essen und hätten es wohl getan, oder wir hätten gelobt, einen Apfel zu essen und hätte» es nicht getan, so hätten wir dos Gebot, dos im angeführten Thoroverfe enthalte» ist, übertreten. B»r solche Gelübde und Schwüre will Mol :'!ihre uns für die Zukunft und die ׳Beroangenheit onfheben, damit mir sie nicht irr tümiich übertreten. Hie jüdi,'d,e (Mewinenhaftigkeit beginnt nicht erst bei dem Eid, fie will im blot et, Wort gewürdigt sein. Hie jüdische Wohrhastigkeit beginnt nicht erst bei Mein und Hein, sie durch dringt schon das eigene Ich. Hie Ehrlichkeit gegen sich felbft bildet die (Mrundlage für die Redlichkeit gegen nufere Mitmenschen. Mit Hinweis auf biete Heilighaltung des Wortes wird Iaum Mippur eingeleitet und nur durch sie hat unser Sündenbekeiiiitnis einen Wert und kann u״S Sühne rnvirken. Lcitc I!« •kt. 3V Audi vergene mon nicht, das, Iaum Mippur nur Liihne bringen kann für Unrecht, das man gegen Gott und gegen »ich begangen Hot. dos, aber niemols Unrecht gegen andere getilgt werden kann, ohne doy >>>״:: ouss tciiiiiüuiie 1 «ersucht, bei, »Me■ kränkten zu versöhnen, dem (Meschädigten Er'atz zu geben. BB׳r ober selb׳'! Unrecht von einen» onberen erlitte» hot, ber erflnir ans vollem Herzen, dos, er verzeiht. Henn, ivie könnte der Mensch es wage», von Gott Berzeihung;»erflehe», ohne bereit zu sein, seinerseits »>e seine,» Bebrninienidie,׳ und mag dieser »hi, nodi fo idiwer gekränkt hoben z» gewahre»! '.'koch de», Mol Bidre fpredie!eher o u f, e r de n H o n s f ro 11 e >1, die es zu Ha»,'•׳ bei de», A»zünde» des Vichtes schon ge sproche» dos Sdiehedieionn Hon» bete »1an ,» ondä l tigfter Stimminig dos Maorin», wie es in unseren (Mebetbüdieni für Ionm Mippur angegeben nt. I» viele» Gemeinde» »t es Sitte, noch dem Moonw »odi die Sdnre •VHindnib ober die Psalmen zu lese». Bei dem 'Berlossen des (Mebetshoui'es und im eigenen Heu» vermeide man jeden Gedanke» und jedes Wort, die uns die ernste Ion», Mippnritiimiiniig raube» könnten. Cbipobl dos Waschen des Mörpeis sowie einzelner Wlieber am Io um Mippur verboten 1»t, 10 mus, man om Morgen doch die iMnide übergiesten Iedodi odite »10» darauf, nur die Iinger zu be netze», »nd vermeide es, dabei and, mir den ge ring'teii körperlidien (Menus, zu inchen. Auch wen» mau sonst im Voufe des Tages die Hände übergiesten würde, benetze man nur die Iinger. nur die .Monhonim niüfie > vor dem Priestersegen and; am Ionni Mippur beide smiive ganz, vis z» den Hoiidwiirzeln übergiesten. Mronke» ,st es jedod! gestattet, fom7it e.r ihrer .Mnrntheit »vegen »otiveiidig in, sid, zil »vrrsdie». Mo» strebe danach am Jom» Mippur Morgen möglichst früh im (Me betshouse zu sei» und mit größter Andodit zu bete». Besonders nehme man sich in acht, die 'Würde des TogeS nicht durch leiditfertige Unter haltiliig zu verletzen und gor dodurd, die Andacht anderer zu störe». Hie Hrdiinng der (Mebete ist ons den «Gebetbüchern zu ersehe». Pflicht eines jeden ist es, sidi mit de» Hauptgebete» schon vor Ionm Mippur vertrant;» »lochen, don״t man om heiligen Toge and, versteht, was man betet. Wenn wie in diesem Jahre — Ion», Mippur auf Sabbat fallt, so achte man sorgfältig darauf, die für den Sabbat bestimmten Einfügtingen mitzubeten. ,Hmin» mölke,1» wird da»» nur zu Be'ilo gebetet. Mon sorge dafür, dast Mnstos möglichst vor Mittag begönne» werde, ivährend Be'ilo kurz vor Sonnennntergong onzufongeii ist, fodast man es gerade vor Anbruch der Bacht beendet. Bach Be'ilo, im Augenblick des Scheidens vom Iaum Mippur,ist eherrliche Sitte,die Scheimonf; zu fagen, dos Bekenntnis der Anerkennung «Lottes, wie es einst im letzten Augenblick unseres irdische» HaseinS von unseren Vippen kommen möge, und das uns darum, wenn dos Veben den sterbende» Mörper nerlassen null, treue Irennde als lebten Scheide grust zur »sei, 1»ögen. Es ift auch der treusorg liche Sdieidegrust d.׳s Iaum Mippur, gleidnam das TVerk, das er an uns vollbracht. Ein emzel- »er Sdiofarton erschallt nun als Zeichen, das; der hohe Tag vorüber ist. 2Vie noch Ausgang eines jeden ,reiertages wirb dam, Bkaanm gebetet. Wohl fei inan froher Stlmmmig, in der erhebenden Hoffnung, dag <^ott unser Ilehe» erhört hat, ober man hüte sich davor, von nenei» Unrecht auf sich zu laden, indem man Maarim ohne Andacht beten würde. Auch macht man am Abend nach Iaum .Mippur Hamdolo über Wein oder ein anderes landesübliches Getränk. Auster dem spricht mon de» Segen über ein Vicht, das möglichst an einer Merze entzündet werden soll, die von Erew Iaum Mippur an gebrannt hat. lieber «Gewürze wird kein Segensspruch gesprochen, auch nicht, ivenn wie in diesen, Jahre — Iaum Mippur aus einen Sabbat fällt. Irohgemut setzt man sich dann zu Tisch, um a״ch den Körper nach den Entbehrungen des Tages zu seinen. Rechte kommen zu lassen. Eine schöne Sitte ift eS, noch an demselben Abend Borbereitungen für das Tukkaus fest zu treffen, um so pon der einen M,zwo gleich weiter zur nächsten zu schreiten und beruhigt und befriedigt aus der Vergangenheit ln froher Zu-