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Der Israelit · 1906-09-13 · 37 (13.9.1906) · p. Seite 18

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
37 (13.9.1906)
Date
1906-09-13
Page
Seite 18 (sequence 21)
Language
German
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9lr 3“. 2ettf 1יו■ Ter ^Srarüt. לשנה טובה הבהבנה. Und Ihr, jübiirfic . Mütter, mcvbct ciiiflcfctjvicbcn zunt guten Jahr! Ihr, die Priesteriitneit im jüdischen Hause, seid die Erzieherinnen der jüdischen Zukunft. Eure Tochter sind die Mütter des sollenden Geschlechtes. Ter Lebenskampf führt auch die Töchter heute gar ott in einem Alter, in de», h?r 'Wat und die freund! S1»v s)lh1ftr»v 411111>^ •«י1י imh ihn» llrh^fj . I >*,it ו mV» «•»»»»»»•^ י kJ * **I \ •*•»' ...... wachung am erforderlichsten sind, ans der 'Bähe der Mutter. Welche sorgenvolle stunde» durch, ledt und durchbcbt dann ei» Mntterherz' Wird die ronbe Welt die Blüte ihr nicht knicken, die )arte, die sie geivartet mit liebender Hand, die tie gehegt und gepflegt!nie ihr tenerftcs Kleinod? jüdische Mutter, sei ruhig, bleibe ruhig! Hast Hu gennssenhast die Pflichten erfüllt, die eine jüdische Mutter und Gattiu zu beobachten hat, hast Hu den reinen und hoheitsvollen Sinn einer jüdischen Hir gewahrt, durste ein nn geziemendes Wort sich nie in Heine Nähe wagen, lickest Hu einen unmoralische» Menschen nie die Gastfreiheit Heines Hanses geniesten, lehrtest Hn früh Heine Binder alles Häßliche meiden, alles Gemeine verachten, dann jüdische Mutter, bist Hn eingeschrieben zu einem guten Jahre. Möge Heine '.Nachbarin mit 'Brillanten sich beladen und ihren Löhne» Hunderte und Tausende zur Per gcudnng zur Beifügung stellen. Sie zeritören ihre Lebenskraft, sic verseuchen ihre Familie. Hn. jüdische Mutter, erstrahlst in schönerem Schmuck. Heine Binder sind Heine Perlen, und ihr Wert für Hich, Hein Poll und die Mensch heit läsit sich nicht n!ir schnöden! (üeld bezahlen. ״Heine Löhne erheben sich, Hich zu preisen, Hein (Matte kündel Hein vob.״ לשנה טיבה הבהבו. Zu einem gnten Jahr möget auch Ihr eingeschrieben »׳erden, jüdischer Jüngling und jüdische Jungfrau. Wagt Ihr im Erwerbs leben Eure >iratt, dann vergesset nicht, da st nicht um des 'Brotes allein nullen der Mensch strebt. Has Greisbare ist nicht das Wirtliche, es bilde! nur die sichtbare ,vorn»,!!! die das eigentliche Wesen gegossen in. ,\1ח 'Wette» und Wagen, im Nenne» und Jagen must der Idealismus zum Ausdruck konimen. Es gibt kein getrenntes.^cben der ״Neligion" und des (Geschäftes, des Litten koder und des Nechtskoder. Es gibt für den gewissenhaften Juden nur eine Richtschnur ״das Gmc und osiade zu üben״. Nicht was man verlangen tan»; was man geben null, bilde inmitten einer hastenden Welt Euer Gebens und Geschäsisprinzip. Vasit Euch nicht berücken von dem eitlen Tand, der das ganze Ziel Eurer Mit arbeitet׳ bildet, flennt nicht Zerstreuung und Erholung. u׳as sie io nennen, nennt nicht Genusi und Bergnüge», rvas sic so lnzoickuten. Widtttel Eure freie Zeit der Thora, guter, veredelnder Lektüre, suchet 'Berkehr. von dem Ihr lernen könnt, besuchet die Hauser, u0׳ jüdisches Vebe» lebendig blüht, in denen Cwer gebracht »׳erden dem Indentutn zu liebe. Veniet dort den Lchabbos kennen, lernet dort das Frohgesühl, die Wonne und die Beseligung, den Frieden und die Ein tracht eines Familienlebens, ausgebaut und ge führt nach Masigabe der Thora. Leid in Eurer Umgebung durch Eure Lchabbosfeier, durch Eure marrricllcn Hpfe», die iht dem Lchabbos tamps selbstverständlich zu bringen bereit seid, die Träger des Gottesgedankens, die Bringer des geistigen Zuges, die Hüter des sittlichen .Eleinods der Menschheit. Zit Eurer Ehrlichkeit, zu Eurem Ilcisi, zu Eurem Ernst, zu Eurem Ltreben. zu Eurem Pflichteifer, zu Eurer Gewissenhaftigkeit wird man allein Bertranen hegen. Trotz Lchabbosfeier >vird man Euch suchen, Euch vcrtrauen. An Euch wird es sich bewahrheiten: ״die mich ehren, werde ich ehren!" Und Jüngling und Jungfrau, die Ihr arbeitet an der Erkenntnis der Hinge, die Ihr dem Hienst der 'Wissenschaft Euch widmet, לשנה טובה הבהבו zu einem guten Jahr möget Ihr eingeschrieben werden' Ihr seid berufen, das Wissen menschlicher Bernnnsr zu messen am Masi stab des von Gott gereichten Weltgesetzes. Mag der Nichtjudc sprechen: ״das Streben nach Wahrheit in unser, die Wahrheit ist es nicht." Für d n Iliden ist dieser Latz nur reiliveise wahr. Es kommt darauf an, was Mittelpunkt unseres Strebens ist. ״Hie Himmel sind Himmel für (Mott, die Erde aber gab er de» Menschensöhnen." Has Universnm mit dem Vicht der Wissenschaft zu durchleuchten, gelingt freilich nur soiveit das Menschenauge reicht. Ha liegt im Ltrebeu, der Natur ihre Geheimnisse abzulauscheu und ihre Gesetze zu beobachten, das ganze geistige Vcbeit geborgen. Hie Arbeit des (Geistes, die ihn rege hält, könnte die Wahrheit nicht vertragen. Jur Untätigkeit verurteilt, würde er erlahm.n. Aber des Juden Blick soll sich nach innen lenken. Ein (Gesetzbuch, kein Buch der Wissenschaft n׳ard »ns gereicht. Ha aber kann das blosie Ltreben nach 'Wahrheit, das ebensosehr ein völliges Berfehlen derselben möglich sein lägt, »׳ie ihre Aufsindung, nicht der Zweck dieser Arbeit sein. Hie 'Wahrheit in sittlicher Beziehung ist uns gegeben, llnd siehe, sie läsit soviel Mt um zu regster, angestrengter Arbeit, als der Talmud Bände zählt und die Eodiees Leiten haben, soviel Zeilen die Erklärer schrieben und soviel Worte die Nesponsen enthalten. Ist doch der sittliche Fortschritt das Hochziel der Welt! Hie Wahrheit ist keine blosi logische, sie hat auch einen ethischen Bestandteil; und das in der voriviegende. Bauet und zimmert nur eisrig an dem Baugerüst der Wissenschaft' Aber seid dessen eingedenk: Gern» bleibt es, ans dem Ihr lieht, Ihr jüdischen Bertreler der Wissen schau, um von diesem Gert"!» aus hoch und herrlich den Bau aufzuführen, der Thora heiszt, und über dessen Portal unverwüstlich die In schri't prangt: ״Anfang aller Weisheit in (Lottes׳ _ 13. *ci'tcnibcr 1!*»; furcht - Berständuis des sittlich Guten erhält jeder von denen, die sie übense n Ruh», bleibt bis ans Ende!" Und auch Euch und Euch tlichl zuletzt, Ihr lieben kleinen Freunde, Ihr .Enaben und Mädchen senden wir von Herzen den Grusi, den auck, I^ schoii zu sprechen gelernt habt,לשנה טובה הבהבו mpvhpti?11 ni ״” ••(•י"• ’י׳ייי,r ,>1׳• ....V..» ijumi Jahr. Auch auf Euch und aus Euch z״kr׳t rechnet der liebe Gott, dasi Ihr auf Leine Ltinniie höret und Leine Gebote beobachtet. So lang Hauch Eures .Kindermundes »och Worte der Thora lallt, so lauge ist Israels Hoffnung noch nicht verloren. Wollet nur brav und fleisiig lcruen. Wollet nur wissen, n׳as alles im Ehumesch sieht. Und wenn Ihr das alles selbst übersetzt habet, dann verlangt, die Mischnah kennen zu lernen und dauil die Gemoroh, damit Euch gelehrt tvcrde und Ihr wisset, ivas Go!t von Euch und allen Inden verlangt. Nimmer »׳erdet Ihr dann au, Lchabbos schreiben oder elivas tragen. Per doppelt Euren Fleisi in der Schule, dann werdet Ihr immer die Ersten sein, wenn Ihr auch am Lchabbos die Schule nicht besucht und auch nicht schreibet. Ihr!verdet die Braven sei», die als Beispiel Euren Mitschülern vor Augen grsiilirt »׳erden. Hann wird inan imnter sagen: Hie Juden sind die tüchtigsicit und bravsten '.Vienscheu. Mau »ürd Euch nicht schmähen und schlagen, weil Ihr Inden seid, man »ürd Euch ehren und achte», »׳eil Ihr als sromme Juden und gute Menschen lebet. Hann »׳erden die Juden mit allen anderen Menscheu friedlich und glücklich ,zusammen leben. Und ״Euer Kindermund in es dann gewesen, aus dein sich Gott diese Macht seiner Anerkennung gegründet hat." So mögen nur denn alle, alle eingeschrieben »׳erden zu einem guten Jahr. Begreifend unsere Pflicht, auerkenneud unsere Aufgabe, strebend sic zu lösen, werden nur den Inbegriff des Gmen in der Mizwoh selbst sinden. Her Eutschlusz sic zu üben, den wir fassen würden, brächte Legen genug, der reichlich segnet. So beginne das Jahr lind mir ihm. seine Segnungen des Segens!החל שנה וברבוהיה jaum Hippur. ״Ein Sabbat, durch Werkeinffeltung zu begehen, ist er euch, und lasset darben eure Vebensgenteram Nennten des Monats am Abend - von Abend zu Abend begehet euren Tabbat. Ein Labbat ist uns Iaum lüippur, ein Tag der völligen Werklosigkeit. Her allwöchentliche Labbat ist ein Zeugnis für den Schöpfer der 'Welten, den uür als Urgrund all unseres Möititetio anerkennen, indem wir auf sein Gelieisi am heiligen Tage freiwillig Bcrzicht leisten aus jegliche Lchaffeustätigkeit, der Wocheu-sabbat ist eine Heiligung des durch (Lottes Gnade Erivorbenen. möglich gewesen, den Sinn ganz zu erfassen, die unschuldige Aeusieruug des kleine», dessen Jan tasie eine einfache Tatsache verklärte, nnm ihm plötzlich Helles Vicht in das Hnnkel setnes Bcrsiandes. Her Junge hatte recht, das Maasier gebot, das ihm seine Taucher gebracht hat, ist ihm ein Engel geivorden. II. Jahre vergingen, lieber das Hort' halten sie schivcre Zeiten gebracht. Ein Nitualmordprozesi, der ׳'einen tranrigeit Schauplatz in der dortigen (legend hatte, machte es der jüdische» Bevölkerung iasi unmöglich in der Heimat zu bleiben. Heu Hausierer Basch hatte au»' seiner Horswaudcrung cute Baude ausgehetzter 'Burschen derartig zttgerichtet, dasi man ibn seiner Iran als iasi tot »ach Haine brachte und ivenn auch die Bertounduiig sich später als nicht 0׳ schlimm erwies, batte der Schrecken doch genügt, um der armen Iran, die gerade einem siinde das Vebe» ge 'chenkt, einen Herzschlag zu bringen, dessen Folgen sie bald erlag. Has siindchcn folgte der Mutter bald. Batch sah sich die Erisienzmöglichkeil abgetchnitten. Es gelang ihn! seine beiden i'.tf.gcrenBinder inWaisenliäusetn uitterzubringcn, mit den beiden älteren wandte er sich nach Berltn. Mn einem Harlchen, das ihm frühere Bekannte vermittelten, sing er einen Altkleider Handel an - so schlug er sich recht und schlecht durch. Hie minder gingett ihm hilfreich zur Hand. Auch der Lchucider Bär hatte das Horf verlassen. Er tvar nach Posen gezogen, und der j geschickte, ehrliche Arbeiter hatte tchnell einen 5k un denk reis gesunden, der ihm und seinem heran getvachsenen;»׳eiten Lohn Beschäftigung genug bol. Hem frommen Mann tvar es gleichzeitig eine gro׳e Freude, dasi seine Binder nun in einer grösieren jüdischen Gemeinde aitswachsen und eine jüdische Lchule besuchen konute» - kurz, er hakte alle Ursache mit dein Wohnorts»,echscl, zu dem er sich sehr schweren Herzens entschlossen hatte, zufrieden zu sein. Lein Aeltesier. Markus, batte das'Niinnasium mit glänzendem Abiturienten eramen absolviert. Lein väterlicher Freund, der Nabbiner, hatte ihm sehr zur gleichen Laufbahn geraten, und Markus tvar mit Freuden daraus cingegangen. Er batte ja mit besonderem Percznügen iminer ״gelernt״, und brachte bereits tchone .sienntni'se darin mit aus das Rabbinerseminar. Hie ideale Wirksamkeit seines teuren Lehrers tvar wohl recht geeignet, junge Gemüter zttr Aachejsetung anzuspornen. P knniäre Sorgen veunochten ihn nicht zu bedrücken, er vertraute aus Gott, der ihm soiveit geholfen. Lein vor zügliches Abgangszeugnis von der Schule hatte ihnt ein Lttpeuduiu verschafft, das für die erste Zeit ,11 der fremden Stadt für die dringendsten Bedürfnisse hitiretchte. Am Leminar war er bald bei Horenten ttnd Hörern gleich gern ge sehen, sein Wissen war grösier, als das der gleich altrigen ztollegen, denen er gern stets zum Aach׳ lernen zur Berfügnng siuud. Als profanes Ltudinm hatte er sich altorientalische Sprachen ausgesucht, durch deren Kenntnis er noch gründ licher in die jtidtsche Wissenschaft einzudringcn hoffte. Wenige Wochen waren erst verflossen, als der junge Student nach der Botlesuug vom Nektar des Sentinars atifgefordert wurde, >lm in seine Privatwohuung zu begleiten. Erstaunt folgte er der Aufforderung. ״Letzen Sic sich, Herr Bär, ich null Ihnen in .(kürze den Grund meiner Aufforderung sagen. Ein Bekannter von mir wünscht Privatsitutden int Hebräischen, er wohnt zu weit, als dasi die .Binder die Neligionsschule der Gemeinde be׳ticken können. Es sind zwei >knaben voit sechs und neun Jahren und eine Heranwachsende Tocktcr voit vierzehn. Hie beiden .Enaben sind iinnner und geweckt. Sie hätten utit dem ältcn! tvohl Gemoroh attzufangen und mit dem anderen Ekumesch. Grösiere Schwierigkeit dürtte der Unterricht des :Mädchens bieten. Sic dH dttrch nicht geeigneten Berkehr in religiöser Hin׳ sicht manches gehört, was sich mit den in ibrew Elrerithanse herrschenden Anschauungen an׳ scheinend nicht verträgt.!Fortsetzung folgt-)

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