Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 37 (13.9.1906)
- Date
- 1906-09-13
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 37. Tritt 10. Der ZSraelff. A. bic (*Irinriiibrit: h ivelche üba 2/>o Prozent der Einkommen stener als (Kemeindesteuer erheben, 5>«>Mk.- b welche eine (Kemeindestcner von l'ü• bis 2.'ff> Prozent ber Einkomnienstener erheben, Ux» Dt’f.; c) ivelche eine (Keinem bestener unter l'»0 Pro ..... .־v-..-.. , t’.j! viur ^flll Ul l Vi UUUllillklim Ul K UijVl'UI^ i•׳1׳ .Vli B. bie Beamten: hi welche Mtttcv 1 .'ü x > Mk Gesainteiiifommen beziehe», .׳;<> Mk. - lr) welche l.'ffff) bis 24<x» Mk. (Kesamteinkoinmcn beziehen, Wi'M.; c welche über 24• •0 Mk. tVio»omteinfomuicit beziehen, Mk. Ansier biesen festen Einnahmen har die Kasse noch Anschüsse ans ben Jahresbeiträgen ber anfferordcntlickicn "??Jikglieder, aus Spenden, Zinsen u. s. lv. Tie lebteren werben zum Teil zur <״t1 MUlU'V 1 u 1114 י! ו> rn npv»nf|1hpf wie bie Tividendcn ber s'ebensverslcherernngs aeiellschastcii »nb zivar aus folgendcit Erwägungen heraus! Die Höhe ber Pslichtbeiträgc die Brnttosäpc — ergaben sich ans ber Berechnung beS BernchcrungSlechnikers, um in allen Fällen die festgesetzten Pensionen leinen zu können. Ilm ben Kcmeinben nnb 1!0-*ו«*ו>י»4?ג die Voft dieser Pnichrbcirrägc aber zu erleichiel״, crseizr die Kasse einen Teil berselben ans be!r Eingängen der freiwilligen "Beiträge. Ter Sicherheirsfoiid ber Kaffe bleibt babei gewahrt nnb ben Eleineinben nnb Bcaiincn wirb eine Erleichterung geboren, ahn? bie nielleicht viele die formale "Bervtlichtung in ber Höhe der angesührten 3ä 15c nicht hätten übernehmen könrrcn. Anffcrdcm sind die Gemeinbeu so auch selbst daran interessiert, baff ber Kaffe niög lichst viele freiwillige Beiträge ׳,׳.!geführt iverben. Tie Tivibenbc betrügt seit Beginn ber Kaffe pro (Kemeinde nnb Beamten je 2<i Mk., also daff von den erüeren tatsächlich statt l'>" —10< ׳—.',(»?? Jk. und 12.״ mi unb .»יי!•if. gezahlt wurden, eben so von den lepreren statt '.*י• r>"־-:'><)!)«k. nur 70 4יי rnib l.', Mk. * Ta es not^bn«! noch arme (Gemeinden gibt, die diese Beträge selbst bei guteiil Willen nickn ausbringen können, vcrwendet die Kaffe einen weile»en Teil ihrer frei willigen Einnahmen zur Unrerstüvung solcher Gemeinden zum Zwecke der Versicherung ihrer Beanitell. zii >alch?n Weife nierben zur Zeit '.• Gcmciudcu mit 1111 ganzen .!in» Mk. p. a. uuterstüpt, unb cs in daher einer jeden Gemeinde ermöglichl. der .Kasse beizinreleu. Bei ber ״Ber iorgungskaffe" Kaffe für die Mirgliebergruppe B betrugen die von ben zugehörigen Geuiciudeu nnb Beamte!; tatsächlich bezahlt n Pffichkbeinäge 4472 Mk., ivahrlich eine ganz respektable Suunue! Taz» kouiiuen noch die Beiträge ber (Kruppe A mit :5**0 Mk. ״"Bezüglich der weiteren Entwicklung ber.Kasse", io schreibt uns Herr Bffnienhausinspektor Periv in Königsberg, bcraunliich eine Autorität aus bciuGc biete des Kaffeivcsens, haben wir folgende Absichten : 1. Bei einem Berinogeiisivnb von '■<1,000 M. wohin wir idion im nadtitrn ,'cabve ut gelangen hoffen; gebenfen um einen Teil bei uns zngewenbeken iii> 0 hl t ti 11 g f c i t e■ gelber midi \uv Erhöhung bei WelWiltev ber Beamten m bei! tlemen Wememben mit einen hcitiinniten i'i'iiibett '׳?trag z!> Hermenben. T!e vollen Pff ich! beitrage nnb ein Teil ber freiwilligen Tvenben bleiben zu weileren Eni widlung bei eigentlichen Pe11t>onska»e. Wollen wir »aut lieh bie Berhallniste bei Weitieniben, foweu fie von ber ־herfon bes ,'Benmten abhängig nnb unb bic bco Vebteven un ganzen heuern, banii »lüften wir midi auf bie Er hohung bet deuten, völlig mmireidienben WcbtiUa׳ vieler Beamten bebadit fein. C litte biete Maffregel können wir uns keinen giiien Beainlenffanb m iiiijerer Provinz iditiffcn. i'cadlbein wir eine?!nie in bei Berhetternng ber Beatmen nach bei Teile ihrer Beriorgiing erreicht. wollen wir nun and, nach ber anbern Teile hm bie bringlichfie Ber bcii'eruug erstreben. Unicic Muffe wirb bann natürl'.ch ihren ־'unneii elwa in C'U'rruni'd'c Z dnil unb Pennons t1־.ne• anbern unb int uberhauvi innerlich envas uinge iialieii .׳iii'feii. aber bas nnb mir formale Tchwierigkeiieii. bie le!djt zu iiberiomben t'inb. 2 2Kn weiterer gruifuge» Enlwidlttng unferer Mafi'e wollen w!r am bie gle!d1!naf!1ge Ernirbvenfron. bre heute gegeben wirb euc Tittlein einer er>ve1ler:en Beriorgungs furrorge au'bauen, bie auch bie Dieittliahre ben,vainilien »a»b unb bie frilheren Einkoininensverhallniffe als akliver idnmerkuiifl Unler bie Halite bes Brunofaves gehl b Maffe iridn herab. Beanuer berücksichtigt. Die Enlividlung ber Maffe nach dieser Teile hin wirb durch den. eingefchobenen Zweck 24 1 nicht behindert, sondern nur verlangfaiiil werben. »Unserer Hoffe", so schreihl Herr 4.^eriv weiter, gehören heute säst alle Wcnicmbcn mit Ausnahme derjenigen, die ihre Beamten in Telbsiverforgung halten, als Mitglieder an. Da» allein in ein Erfolg, der uns zu neuen Zielen mutig macht. Wir im vehrerverein arbeiten hier!11 engfter Areunbschast mit dem Wemeinbeverbanbe »nd finden סן?b?n bt? **?״ft *והי״״«?!י gto*jc״ prrtfth'rfim Werf. Bielleicht liegt gerade darin die Hauptbebingung un seres Erfolges. Auch die Königliche Regierung hat uns hei iniferen Beftrehnngen ernfthafi nnteritübk. -Heule ge nehmigi sie keine» Bertrag mit einem Beamten mehr, der nicht die Pennoiisversorgiing hei unterer Maffe auf genommen hat. Eine Ergänzung unferer Beflrebungen im anbern Tinne ist »wer in Weineinfchan mit dem Tlmagogenverhande festgeftellter ״Ror!!!alverrrag" für vehrer und Hullusbeamten.״' Mögen die hier angedenteten Ziele recht bald ihre Berwirklichnng finden nnb mögen unsere offpreliffischen K llegen cinch iveiterhin bewei'en, ivas Selbsthilfe vermag. Die Zwangs1 ־ Türsorge■) Erziehung.*• Es ist Arincleur (Kernch, der uns aus dieser Broschüre entgegcnströiut. "?eicht als ob die ״netten sz-rnchtchen" und um bereit Erziehung handelt es sich - in ben Häusern der ch'cichen ganz fehlen würben. Entartete Spröfflinge sollen sogar in den höchsten Kreisen vorkominen. aber sie find innnerhiu selten lind mau besitzt dort die!•i'ittel, sic iu geeigneten Erziehnngsanstalten unterzubriiigen. B?ar auch dort der Hiebe Müh ilinsouit, so bleibt noch immer bas groffe.Kvrrek tioushaus Amerika, ivo schon gar mancher noch gebessert winde, ber diesseits bes graffeil Bsassers als unverbesserlich galt. La sind eS vorzüglich die Kinder der unteren Bvlksschichten, bei benen kriininelle Bersehlungen häufig varkomincu. Tie Zahl ber jngenblichen, teilweise noch im schiilpftichtigen "?llter stehenben Berbrccher stieg so rapide, baff sich endlich alle ch'egieruugen verau laffr sahen (Keseize zu erlassen, welche die Z-ürsorgc׳ Erziehung dieser Kinder uiib ihre zwangsweise lliiterbringung iu besonberen Anstalten ober in geeigneten sz-amilien regelten. Zür »ns Zuden lag als solche bis vor nicht allzulanger Zeit keil! lffrnnb vor, lins eingehender mir dieser?^rage zu bkichästigeii, de!,,׳, wenn es bei 1!uS auch nicht an armen Heine fehlte, von eliiem eigentlichen jüdischen Proletariat konnte man in Teutschlanb nicht reden. Tie Berbältniffe haben sich leider auch nach dieser Nichtnng hi» nicht unbedenklich verschlechtert. Turch den starken Zuzug von Eali.zien nnb Nnfflaub weisen saff alle unsere Eroffgemeinben eine Bevölkerungsschichr ans, aus deren "??Jim׳ mir?caturnotwenbigkeit jene Elemente hcrvorgeheii müssen, die schliefflich ber Zürsorgc- Erziehung anheinisallen. Tie Wohnung der Eltern befindet sich in ben dunkelsten (Kaffen ber (Kroffstadt, ivs bas Haffer und dos Berbrechen wohnen und der Schuljugend iff oft nichts!•Jcnschliches mehr fremd. Barer und Mutter liegen meistens beide dem Hansicrergewcrbe ob oder sind sonst gezwungen, ihrem Erwerb anffer halb bes Hauses nachzugehen; so sind die Kinder in ihrer schulsrcicn Zeit sich selbst überlassen; die (Kaue mit ihren schliinmen Anreizen unb Bersnchungeii ist ihr Tummelplah und dort sind sie den schwersten Schäbiguugeu ausgeicht. Wenn auch ber "?llkohol in jüdische» Kreisen nicht jene traurige ffiolle spielt, wie i» ben ent sprechenden christlichen, es bleiben ber llrsachen noch mehr als genug, um es begrcifiich zu fiubeu. daff es hier so viele Erziehlingsnielen gibt. Zu ben städtischen Bolksschnlcn bilden biefe Schüler ein doppelt inrcrwünschtrs Element! als Kinder bes Elends unb als ״?luslander unt schlechter Aussprache: sie erfahren dort nalurgemäff nicht jene Z-örberung, die ne ihren in tellekluellcir Anlagen nach eigentlich vcrbicnten. ') Boitrcfae gehalten nr der Bereinigung für gen duliehe Bnidncitrie unb Pfvchologie im l^roszherzogtum. Berlag von Kurl Mar hot d, -Häkle a. T.!'•<w:. Ädov nemenisvreis für ein Band --- * Hefte א Mark; Einzel vrecs biefes Heftes l,'» Mark. 13. Teplemher Wenn irgendwo, so könnten hier jüdische Bvlk-׳ schulen von ivohltätigficm Einffuffe sein und die schädlichen Einffüge bes Elternhauses und d., Umgebung paralyfiereu unb gar manche Kinbee freie könnte gerettet werben, bi? heute dem lichen Berberbcn anheimsällt. Straffe Zucht und liebevolle Zürsorge, ein verstänbuisvolles Ein neben ans ihre besonderen Bebürsuiffe rermöge״ itämlich auch demoralisierte Kinder ans den Weg ber Trbnung unb der Sitte zurückzufübreii, wenn nur ber Kern ein guter ist. "?Jur in einer jüdischen Schule wirb nnrt Verständnis für die Hage dieser bedauernswerten Kleinen haben. Unsere (Kcmciudegewaltigen habe!, aber Tringeudcres zu tun, als an die (Krünbung jüdischer Volksschulen zu denken; das *:ד־•׳ בב עניים lernen fie natürlich auch nicht. Wenn »imi wenigstens jüdische Knaben unb "??Jübchenhorie gründen möchte, wo diese gefährdeten .Kinder ihre Hausausgaben unter ״?lnssicht ansertigen roiNileu und in ihrer schulfreien Zeit dem schr.d lichen Einfiuff ber (Kasse entzogen wären! Tie städtischen Anstalten, so segensreich sie a d> wirken, werben ans verschiedenen Ursachen von Zuden!venig besucht. Zn Zranksurt a. M. heit!!!an, lauge bevoi der preuffische Staat an die megeiung ber Ziir sorge Erziehung d!ichre, einen offenen Blick für die oben erwähnten Schäden gehabt. Ter wackere Pestalozziverein hat sich auch der jüdischen Kiilber nugenomnien und für ihre Unterbringung in ge eignere jüdische Z-amilien in recht lopaler We,׳e gesorgt, sobald es offenbar nun׳, baff ihre Auge hörigen ihren Erziehnngspslichien nicht naä; kommen konilten unb die Entscrnung aus ihrem bisherigen "??Jilien notwendig geworden war. Turch die Eirünbnng der israelitischen Volks schule ist ein weiterer Schritt aus diesem (Kcbicre geschehe»: die Zsraelitische Veligionsgesellschaft har damir ein tiefes soziales Verständnis au den Tag gelegt. Wenn wir in Vorstehendem ein Wenig über den ffiahmell einer blaffen Besprechung hinausgegangen sind, so geschah es deshalb, weil nicht nachdrücklich genug ans dieie Verhältnisse hinge wiesen werden kann. Wir empfehlen bas vorl!egende Werkchen ber ansm e r k s a nt st e u Beachruug all derjenigen, die vermöge ihres Berufes oder ihrer sozialen Tätigkeit mir jenen Kreisen in Berührung komme!!: es orientiert fie anfs Beste über den jetzigen Stand der Fürsorge Erziehung. Zngenäschrlkien. Knlturbildcr ans dem jübifche» Vcben in (Hnlr>1eu von ־.,cothau Samueln. Druck unb Bering von Zakoh B Branbeis, Prag. Wir wollen heule keine liesfinnigen Belradtlunge» darüber anstellen, woher es kommt, bah uns bas Veden ber galizischen Zuben fo feiten in 'Jcouellen ober Romanen, vielmehr fast nur in Bilbern vorgeführt wirb, von benen viele eiaentlidt mehr Zerrhilber find unb uns nach gar keiner Teile hin heiiu'btgen. Auffällig bleibt bic lattache jebenfallo. Das vorliegenbe Büchlein enthält 13 foldte Bilber, aber nur vier bavvn enlspredien nach ber äfthelifdten Teile hin e i n i g e r in a t; e n billigen Ansorberinigen. 2״cnr ilidit lübiscch", eine ganz amüfante Kesdiichre in ber ber ״christlich״ ausfehenbe srreier im -Haufe bes Herrn Herfdiku, alias Heinrich Bruckmann unb ber allen Efther?eure, jebigen Mabame Zeanene burdt ben Ehrin bäum baran erinnert wirb, bas; er vergeffen hm b>e Ehanuckaltchler anzuzünben unb bic von ihm Umworbene auf ׳.•ciminerwieberfeheit verläsn. ״Mil gleicher Rüinze" spielt in Wien nilb hat gar nichts fpezinsch t^alizlfdtes an sich. Die ,Trau eines Börsianers läßt sich ihre Müsse vvn ihrem Manne hezahlen lmb trägt bas l'Vlb auf bie Tparkaffe. Ais bann ber "Börsenkrach ben Watten ruiniert hat, überreicht ne ihm lhr Tparkaffenhudt über .»000 Wulbcn. Wir haben bie We schichte schon anberswo in etwas anziehenberer Zorin gelesen. Etil ganz alter Bekannter iff aber ״bas Düptel auf bem Z benu es in nichts weiter als bie recht nüchterne Bearheitllng bes -ייצא ״■־ *־רך von Iuba veih Worbon. Tamliel» verlegt ben Tdialipiap nur nach (ffalizirn unb milbert bie Erzählung iilfofern etwas, als er btc Vlgiutc als eine recht iittfanic Zrau flerhcn lagt. v\1n übrig?»' 1! er aber ebenso teilbenziös als fein Borbilb. Er verrat aildt mit keinem Wort, baff er Worbon kennt, ja auch bas herrliche Hebräisch bes letbetifchafklichen Russen hat auf bie Tprachc feines galizifchen Bearbeiters nicht nie nun׳ beiten ahgesärht. Di? Miiltnrhilber nnb nicht für Minber geeignet, wir dezwetfeln sogar, baff Erwachsene ein richtiges Bilb bes jübifcken Vehens in Galizieil baraus schöpfen können.