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Der Israelit · 1906-09-06 · 36 (6.9.1906) · p. Seite 19

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
36 (6.9.1906)
Date
1906-09-06
Page
Seite 19 (sequence 21)
Language
German
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30. Auftust 1906. wenn Dir letzte SÖodnr des ,\ahrr* Dcroitacfomme״ nt, dann beginnen die Sel,ch?ußtage, die Tage an denen es <-,ttc in Israel nt. schon bei,״' Morgengrauen nt den l*'bct*bä11icrn wrfaininrlt '32^ ־*"־ "•'?״י "י -'rr' blllch die Sklichauß, jene behren Gebete, zu all de», zu erbebe», ,vas den Hilden nt den Hochtagen des Gebens erfüllen soll, dem (Gedanken an den allmächtigen und allgütiqen?^öpier und Erbalter der 2*!:, der!ich ״״*' i״ jeder Begung des Leins offenbart, dem »Gedanken, dast wir, Israel, beterleben find, ihn zu kündett, unb dabei auch zu dem l^eiubl, das; wir uns dieser Aufgabe ^so oft uiiivürdig ge zeigt baden ilnd ivir, die mir ,zührer ie » sollken, a geirrt nnd.?och in den tausendfältigen Tönen dieser furcht' baren Selbstanklage fehlt ein Ton, der Ton der Berzweiflung. Sie in dem ivabre» fnden in allen Lagen des Lebens fern. Wobl klingt es immer wieder durchs wir babrti gesündigt, desbalb naf uns düs Mißgeschick. Und jede! einzelne iüblt^ sich »iitveraniivortlich. Mich, mich trifft die schuld! Hub doch fiiblt er sich nicht zermalmt unter der sürchtrrlichen Glicht dieser.zeriiiarteriide» Selbstanklage. Erkeiinen ,volle» ivir ,ins mir uner bittlich ernster Prüsnng, um dann ,nieder zu Gon zilrückzukehrcii.?ie Sunde mit all ihren schreck lirfin, folgen, sie ״»ist der bergan gen l,eit angc hören: nun beginnt das neue Leben.?as sind -Lelichaiiszgedanken, beit Anbruch des neuen Sabres begrüßend.**) Und wenn es amAbend des erste» Tii'chri bernngekoniinen in, da empfangen ivir es mit den herrlichen Worten, die wir nach Anordnnng unserer Weisen Miseren geivölmlichen Ge beten einsugen. fedes Gebetbuch lehrt uns diesen so innigen und einfachen Ausdruck aller Wünsche, die den Hilden zu Beginn des neuen ,׳seitabschnittes beseelen. ״Möge der Schöpfer aller'Wesen mit dem ileuen fahre eine feit des Lebens »md Segens beginnen lasse», eine ^eit der Erkenntnis, in der alle Böller sich vereinigen, um geinkinsam den Willen des Herr!» der Welten auf Erde» zu verwirklichen, daß jedes (Geschöpf sich des Schöpfers bewußt werde, nnd die ganze Menschheit Wott als den allmächtigen Herrn der 'Welt erkenne",?eit Gedanken, daß Gott der Herr der 'Welt ist, sollen wir gerade in den ersten Tagen eines jeden beginnendeii Wahres besonders zil verstehen suchen,?aß Er, dem wir uns in jeder Begnng unseres Seins durch die Erfüllung feiner (Gebote nähern dürseii, daß Er, der allliebende Batet, zugleich der allmächtige tööitiq und gerechte Bichter ist, das fallen wir uns besonders iil den Tagen von Bausch baschono bis ,fanm -Kippur vergegeinvärtigcn, in der ,feit, die iiach (Lottes Eleheiß dazu ersehen ift, für iiiiser künftiges Leben bestimmend zu sein, daß wir am fanin Kippur Berzeihnng für ver gangencs Unrecht und hierdurch Mraft z»m neuen Leben erlangen,?cshalb schließen wir in diesen IO Tagen der Gnade den dritten Segens, prnch unserer alltäglichen Tefillo nicht wie sonst, Gott als den heiligen htott, als das sittliche fdeal preisend, soiidern hamclcch lbikodauich, ihn als >>»»»!,״«>׳-׳<׳״ ht-r Weiten verehrend, der uns zur Beraiitivortuilg zieht, wenn wir die Heiligkeit nicht erstreben. Hat nun, sich Hierin geirrt, tvar man sich über diese Tatsache nicht klar, so muß man das Gebet von neuem beginnen. Ernste Gedanken sollen uns am Bausch haschono beivegcii, aber nicht Trauer. Bausch haschono ist ein ,feittag; so feiern ivir ihn auch im Hause, vertralieiid auf die t^nade Gottes, der unseren Gebeten Erhörung gewähren wird. Ein festlich gedeckter Tifch und leuchtende feiertags lichter empfangeii uns deshalb bei innerer Heim kehr ans dem Gebetsliaufc. Man begrtißt sich mit dem ernst freundlichen Wunsche, von Gott eingeschrieben zu iverden in das Buch des Geschickes zu einem Leben des Glückes. ,V‘ mannig faltiger Weise drückt auch son't eine schölte Sme die Hoffnung auf ein glückliches fahr aus. -L0 ist es vielfach Brauch, gleich nachdem man Kidöuich gemacht und über die' festtäglichen znwi Brote den Segen gesprochen hat, über einen süßapfel die Brocho zu sprechen, etwas davon zu eilen und den Beit in Honig zu tauchen und ihn ,0 mit dem Wunsche zu verzehren, das fahr n,öge em **) -»׳clfadj ist es nud> t-tebrauch — iorocit f« tie Wffunbbcu eines ,eben ftN'alirl - in der -el.chaußwochk, besonders aber am erfien Tage und am Errv Rau,L baschono. zu saften. Der ,ISraeiit. süßes werdeii. ^n den verschiedenen l>iegenden gibt es verfchiedene deranige (Gebräuche, die alle die freudige Hoffnung auf ein glückliches fahr ansdrücken. — G-ede E>vtt all diesen Wiinichen Erfüllung' ,hi feierlicher Stlmmiiiig gebt man in der frühe des nächsten Morgens wieder in d»1s!'»Vv bethtius * fn Süd und Westdeutschland, über au >vv der ivgrnünule deuliche ^'Endag gilt, legen die läiiger als ein fahr verheirateten Männer das Gewand an, das Hilft ihr letztes Kleid fein »oll, wenn sie von dieser Welt abge rufen sind. Mit Becht wird am Bausch haschono und am ,Vnn» Kippur dara»n geachtet, daß als Abgesandte der Gemeinde Männer vorbcten, die auch durch ihre angenehine Stnnnic die L-icineinde beim hiebet erheben, aber wen wichtiger!ft es, daß es Männer vou lanterem Ebarakter und religiösem Ledeiiswandcl sind, dlirchdrungen von dem erhaveneii fnhait der hieben׳. —?ec wich tigfte Teil des hiottksdienites am Ban'ch haschono ist daS Schaforblafen. Wen hätten die Sckiafor klänge noch nicht erschüttert unb erhoben' fener einfache, gerade To», Tekio, der uns ein Halt zu gebieten scheint. Haltet an, es ift der'.lugenblick zur Selbübefinnung gekommen. Schivornn und Truo, jene vielfach gebrochenen Töne. Sie sollen crfchülterii und erfchnneru. Selbübenn» ung, ehrliche Selbfteinkelir, fie ift gar oft schmerzlich: ja, ich habe nicht gut gehandelt, hier ein Unrecht, hier ein Bergekeii, dort ein Berbreckicn, und das Auge öffnet sich, es ivill »ich nicht mehr schließen. Mait ift ja zu Gericht gerufen vor den alimächtigrit Bichtcr, und offen iiegl da, was beivlinter und unbewußter Selbstbetrug so oft verdeckt hat. Ein Stöhnen und Wimmern ist die Antwort des zu ossencm Selbstbekenntnis gezivungenen Menschen, wie konnte ich cs tun'?och nicht zur Berziveislung null das Schofar uns führen. Einen ehrlichen Menicheii wird das schiverste Selbftge ftäiidnis nicht zermalmen, in» wird es iäntern. Ein dritter To» wieder die nngebrockiene Tekio, reißt uns hinweg von der Selbstzermaterung. Hast du deine ,Fehler erkannt, so lege sie ab. Ein neues Leben voller ׳zukunst liegt vor dir. —?reilnal sollen sich nach göttlichem Gebote die Schofartöne wiederholen, ztir Selbstbesinnung, Prüfung und zum gelävter'en Mitstreben rufend. Berfchieden find aber die Bannen der Menfchen.?en einen treibt die ichmerzliche Selbttprüsung zur wiinmerndkn Wehklage, den andere» zum harten Stöhnen, und beim dritten löit dieses fich wieder in leises Wimmern au,'. So kommt es, daß in vielfacher Beeise das Schofar blasen ftannndcn muß.''*- — Bach dem Ber leien des Thsraabfchnittes und der Haftara tvird Schofar geblasen. Wen! von der l^emernde die hohe Ehre übertragen ist, durch sein Blasen sich selbst und alle Anivesenden das göttliche Wc bot erfüllen zu laffen, die Schofartöne zu hören, der fei sich der Größe iclner Ausgabe bewußt. Selbstvcritändlich in, daß das Schofar genau nach Borschrift hergeftellt sein muß. Es i!t da her Psiicht des Borbläfers, sich genau zu er kuiidigen, ob das Schofar den Borschriften des Gottesgesetzes entspricht, damit nicht durch seine Schuld die tB'meinde und er selbst am heiligen Tage das göttliche Cöebot übertreten. Auf einiges sei hier besonders aufmerksam gemacht,?as *) Borlxr darf man iltzaffrr oder Uafsrr trinken: schwächliche Männer dürfen auch Milch zu sich nrdmen. Wer es nicht verlraftl, länfterc Eeil odnr fene Nahrung zu sein, darf nach dem?chacharififtebrl etwa» rüen. lir gehe d>1zu nach diefem für eine^ müftlichst kurze .jeii aus der Svniftoftr oder bete Lchachariß zu Haufe. Bor dem Effen mache man »iddufch grauen ift eS ft» ftrfiattel, w>r laftilch vor dem nirdet, so am Naui'ch baschono vor dem?chnfarbiafen zu eilen. **קייעה ״.קיע-, ׳ rypr bedeulkl Lelbfrbesinnung - Lrldsiprüfun^ dir den sich schuldig süblrn den Memchen zum barten siobnen bringt, das »ich dann »״ leises Wimmern aufldsti Wettersirrben. ry'^r 7•ב־־™ driitkl »ich dir Leibfiankiagk des Menschen im barlen L töbnrn c~Z?) aus, in ,תלךעד. תייע־• ׳־.קיע־ ,m lenen Wmimern tu vange ,eder richtet sich nach dem ,edesmaligen Mmelton. .-xz-׳.-, bat mindesten- 9 ganz klrme Ton'iöne, Z'~ZZ' -i größere Ltdßr, von denen ,eder aus mindestens 3 ganz Neinen bestrln, so daß dir fange von z~ZV gleich der von ryr-r! tfr, wädrend dre von doppelt jo?,rot! »fr, also mindestens gleich ganz' Nemen!onsköfirn ift. Kette l» Nr 3.V Schofar sei möglichst ein gebogenes Widderhorn, nicht kürzer als etwa 10 Zentimeter ,Vt kein anderes Scholar da, darf auf gelöchertem ge blasen iverden. Bester ift es, etivaige Löcher nicht z>i schließen, hat man es mit einer frem den Masse getan odcr selbst mit Schofar maNk, dlnch welche der Ton verändert ist, so diin nicht auf ihm geblafen iverden. Eine ^.ncrspalte, di« über die Hälfte der ^chotarbreite einnittnnt und vom Mundstück nicht l>> Zenti Meter entfernt ift, foivie jebc Längssprilte inacht das Schofar initairglich. So lange aber nicht eine ganze Seite durchgespaitru ift, kann man den Lpalt am ,vruel »vieder zlisamuienschmtlzcii. Es in zn empfehlen bei!eder Beparatur, die am Schofar vorgenoinnicn tvird, emen «ftefetzesklindigen zu befragen,?aß man ein gestohlenes Schofar nicht bckiutzen darf, braucht nicht erft betont zu iverden. Auf geliehene»! Schofar darf mau blasen,?er Borbläser blase stehend, ohne sich -?.!!׳,!!lehnen, mit der Absicht, daß er selbst und alle, die ihn hören, hierdlirch das t^oklesgebok erfüllcil.?ie Zuhörer liiilsskn ihrerseits die gleickte Absicht lmbcn. Be vor der Borbläser das Sißofar ansetzt, »piechc er Birchaß schanfor und 'Birchaß scheke»k>ejonu auch am zivclteii Tage.?ann bla'e er drennal tekio — schivornn truo*- tekio, dreiinal tekio — schwor im tekio und dreimal tekio truo tekio. Hierauf iverden die Thorarollen!» den Schrein zurückgeftellt »nd wird dasMusaf gebe let. Wenn ein Borbläser, der bereits geblasen oder von einein anderen die Schofartöne ge Hort lxrt, für Kranke oder tonst für Le»tr bläu, die nicht nn tnebeihause »varen, so laue er diese die beiden Segenssprüche sprechen. Es m zu cm pfchlen, ihnen doppelt dreiinal tekio — schwvrnn truo tekio bei dem eilten Mal schwor»» truo »nt Pause, bei», andern ohne Panse vorzublaien, dreimal tekio — schivornn tekio und drennal tekio — truo — tekio.?as Musafgebet am Bausch iiufchviiv iliiterscheidet üü, vvii dem der übrigen szetttage durch drei eingesügte Segrnsspntche .-׳IZ׳-!׳:! Nt denen ivir Gott als den allmächtigen König aller Könige, als den allivissenden Bichter der Welt unb als den alliebenden 4<ater semer Geschöpfe prei'eil. Während der Wiederholuiig des Mlli'as durch den Borbeter iverden an den in den hle betbückiern angegebene» Stellen einzeliieSchofanone geblasen. Bach 'Beendigiitig des eigentlichen Musasgkbetes ivird nvch einmal in der gleichen Beihenfolge geblasen ivie nach der Tboravor leiung.?a der Segen über dris Schofar auch für dieses Blaseu noch mit gilt, so spreche man ivährend des Mnsafgebetrs nicht bis nach Been digung dieses Blai'enS. tfiach einer schöne» Sitte citönen uns beim Bcriassen des Gebet Hauses noch einmal Schofarklänge.— ,fröhlichen Sinnes, vertrauend auf die gnadenvolle Erhörung unserer (B>betc kehren wir dann i» unser Heim zurück, lim dort ime an den anderen Feiertagen daS fetttägliche Mahl einzunehmen.?ie freie ,Seit des Bachnilttags sei entspechend der i>eiligkk1t des Tages durch Beschäftigung mit ״Lerneli" und guter jüdischer Lektüre sowie ernster Unferhaltling ausgefüllt?as Wichtigste dabei ist, sich immer der Würde des Tages beivttßt zu sein,?er ztveite Tag tvird wie der erste geleiert. «Bur beginnt an ihm Maariwgebet ent, tvenn es Bucht geworden ift. Auch am zweiten Abend wird denn Anzünden der ,feiertagslichter, das erst statt findet, tvenn es Bachl ift, und beim Kiddufch der Scheheckiejoniifegen gefprochett, wenn möglich legt man dabei etne neue,frucht, von deren An man in diesem ^fahre noch nicht genofsett hat, auf den Tisch, damit das Schehechejonu auch für sie gelte,?ie beiden Tage von Bausch haschono gelten ini lflegeni'atz zti den beiden Tagen der anderen Trtd 1*0 }Wlb l *)1/11141 hi# f >v,*v *׳ v•** *״״n* * '•־*;vיי•*״ יי׳ a* ״ -,t - am ersten Tag gemolken, auch am;wetten Tag nicht ^etruiiken werden dar! und Eier, die am ersten Lag gelegt sind, auch am zweiten nicht *׳,ln manchen ntemrindrn wird schworim lruoovnrad zufetzen ftedlafen, in manchen »m rmer kleinen ,^wischenpaufr Am befren ist, wie es vielfach aeichiedt, dag de! dem Blasen nach dem loraverlefen keine Pause fteniacht mub, dageaen bet dem Blasen wahrend und nach Mufas etne Pause zwischen schworim und truo ift, oder auch umge kehrt, daß de!m ersten Blasen d«r Pause!fr und ne n-L der unrerdlridr. Der Borsagende lägt in >edrm AaUe :״:r zusammen vor *

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