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Der Israelit · 1906-09-06 · 36 (6.9.1906) · p. Seite 20

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
36 (6.9.1906)
Date
1906-09-06
Page
Seite 20 (sequence 22)
Language
German
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argtftrn lverden dürfen. f^olqt — wie in diesem Aabx - unmittelbar auf Rausch haschono ein Sabbat, so gilt drs Verbot auch für diesen. Man must sich also schon am Mimnnch mit Milch für die folgenden drei Tage versehen. Kleinen Kindern und Kranken ist es jedoch gestattet, frich gemolkene Milch zu trinken. Doch ist es ratsam hierbei rechtzeitig den Rat Gesetzeskun diger einzuholen. Am Lage nach Rausch haschono ist Zaum Gcdaljo, jener Fasttag, der das traurige Ende «stedaljos tut «stedäckitilis scsthält, d>1rch welchen nach der Zerstörung des ersten Tempels dem jüdischen Volke der lcpte Rest von Selbständig keil genommen tvurdc Er ist zugleich der erste Tag der Tf'chiuvowoche. Zaum «stedaljvh fvarnt ״vor den! Wahne, als müsse Israel im Golust sich Selbständigkeit crriflgen." Er ruft uns mahnend zu : ״Blcil'ct treu dem Laude, das euch ausgenom men . . . (Kokt ists, der überall euch hiugeführt und überall Mit kiich ist . . . v”Cut Ciiu) ganz ^zhiii hin, ... so Ivird er zur Milde stimmen das Herz eurer Dränger und auch die Zeit eurer beiden fvird sich niildern." Hirsch, Ehored, Eap. .'stin s ie Einfügungen in das gewöhnliche Gebet für diese Woche sind im Gebetbuch angemcrkt. Dag man das Gebet von neuem beginnen must, iveun man den dritten Segeffsspruch nicht mit Hameleckf hakodauich ge schlossen hat, ist bereits gesagt. Wie am Rausch haschono fvird auch in dieser Woche allster am Sabbat und ^reitagmittag nach dem Schacharist lind Minchagebct das Sivinu malkeinu gebetet. Die ׳Woche zwischen Rausch haschono und Iaum Kippur, dient Ulfs zur Vorbereitung für den feierlich grasten Tag der Verzeihung, zudem lvir, geläutert durch Rausch haschono, gerade in Tagen beruflicher Werktätigkcit uns rüsten sollen. Wie in den Selichansttagen begrüsten lvir auch in dieser Woche — ausier am Sabbat — den kommen den Morgen mit Selichanst an den Stättell des Geberes. Vielfach ist cs Sitte, an diesen Tagen soiveit es die (Gesundheit erlaubt zu fasten. Am Sabbat rmd ain Erev Zaum Kippur ist das Lasten jedoch verboten. Die vornehmste Airsgabe aber in cs, in den erneu Tagen des neuen Jahres unsere Werklätigkeit von neuem zll heiligen, sie von allem an ihr hastendem Unedlen zu reinigen und sie bcwustt in deir Dienst dessen zu ׳fallen, der uns die Kraft zu ihr verlieben hat. —^ Wr unsere Kinder. j Die «beschickte von der Prinzessin Töora II Das Manna. Das Land, in dem die Prinzessin Thora zu den Zsraellten kam, lvnr lehr lvenig schön. 'Vichts lvllchs dort, kein Getreide, kein Sdst, kein 'Wein, keine Väuine, ja, selbst Wasser flost dort kaum. Man nennt das eine Wüste. Gleich nachdem nun die Israeliten dlirch das Meer gezogen rv.'.ren, laheu ne, rvie lvüst ihr Weg nun 1r>ar. Da bekamen sie groste, groste Angstihre Reise Vorräte gingen zn Ende, und ivovvn sollten sie null leben? Städte, in denen ne ctlvas kansen konnten, roarcii auch nicht da' Run liefen sie zum 'Voten vom Könige der Welt und schalten mit ihm. dast er sie ans dem Lande herausge rührt baue, denn dort härreil sie doch zu essen gehabt! Ans Z-urchl vor dem drohenden Hunger hatten sie schon siist vergessen, wie der böse König sie gcanält baue' Und sie dachten kaum mehr daran, lvie der mächtige .König der Welt ibret nsilleii das ׳.sic'eer aiisrzenocknet batte' Aber der Voke Moies blieb ganz ruhig und sagte: «׳Vi'orgen lverdet Ihr sehe», iveläie köuliche Rah,-!!»» Ihr voil null an haben lverdet " Und richtig, als ne am anoelen Tage au'staiiden, sahen sie etioas Seltraines, es batte tüchtig getaut, dast der sandige Voden ganz rcst war, und daraus lagen lauter!reiste, glanzende Korner. ״Run gehl hm, und sannnclt davon, das ist Üiiev Brot", sagte der Voie vom Könige der Well. Aber die Israe luen llalliiteu die leuchtende Rabruug nur imnicr w'edcr an, ciiier »ragte den andere»: «Man hu?״ Das keiszt i>» Deutsch, ״was!!: das י'־• Aber keiner!raute sich Moies Anssorderung zu solgen. '.Kur '.Kachschon, der damals um semer Z-annlic »llerst mutig den ausqetrockneten Meeresboden vetreten hatte, ergriff ein «besäst und begann die Körner zu sammeln. Als die anderen sahen, dast eS ganz gut ging, ohne dast ihm etlvas geschah, folgten sie seinem Beispiel, und alle liefen mit ihren Töpfen hinaus um sich die Speise zu holen. ״Seid nicht zu habgierig," rief ihnen Moses nach, ״es wird jeder genug für einen Tag haben - für morgen braucht Ihr nichts aufzuhebcn, denn Ihr werdet jeden Tag die ׳Rahrung sinden, bis Ihr wieder in ein fruchtbares Land kommt." Das war nun ein Jubeln beim Einsanimeln des Manila — so nannten sie die Speise, lveil sie gefragt hatten: ״man hn" — es war köstlich voll Geschmack und sah so schön aus. Dabei hatte es noch die wunderbare Eigeilschaft immer׳ so zu schmecken, wie man es gerade wünschte. Wollte man gern Honig essen, so hatte Manila gerade den Geschmack von feinstem Honigdachte man an sl'isten Kuchen, so schmeckte es eben ranz so, ...a;nuu. um׳ iciuc juiuu; lumm!1111 uiv •viumiu^ lvenn man es sich so wünschte. Aber auch mahlen liesten sich die Körner ulid kräftiges Brot daraus backen »ind gute Speiseil daralls kochen- und für die Krauten >var cs Medizin, die aber nie-!»als schlecht schmeckte. Dabei lag es so hoch, daß die Sammelnden sich nicht zn bücken brauchten, lvenn es ihnen zu uiibeguem lvar. Als die Sonne Heist schiel«, zerschmolz das Manna und gab nun erfrischendes Getränk, und die Hirsche des Gebirges eilten von weit herbei um davon zu schlürfen. Und iveirn dann die Jäger die Hirsche singen lmd schlachteten, dann schmeckte ihr Ileisch nach Manna. Und die Leute, die davon asten, sprachen, lvie herrlich mnst dieses ׳)Raima sein iiild lvie gütig ist dieser König der Welt, der es täglich den Israeliten gibt. Der Ruf der lvundcrbaren Rahrlmg der Israeliten ver breitete sich so durch die ganze Welt. Wenn aber die anderen Völker, die die Prinzessin Thora nicht bei sich alifnehmen wollten, vom Manila selbst schmeckten, dann konnten sie deffen köstliche Eigenschaften gar nicht recht lvahrilehmen llild es schmeckte ihnen bitter. Da sahen denn die Israeliten, dast der König der Welt am mächrigsten von allen Königeil sei, niid dast er ihnen groste «Knabe erivcise. Es gab aber alich böse Menschen unter den Israeliten. Obgleich Moses es verboten hatte, ivollten doch einige vorsichtig Manna rar den andern Tag anfheben, weil sie ׳■ptjt in ben .^öniy fr־f und siehe, cs lvar ganz verfault, liltd ekelhafte Würmer krochen daran hernm, dast sie cs schleunigst weglvcrfeii »illstten. Aber als der Ireilng kam, sagte der Bote des Königs der Welt selbst zu ihnen, dast sie doppelt so viel Manila sannnelii sollten wie sonst, denn am Schabbvs würden sie nichts dransten sindeit. Da sollten sic sich ansruhen lind nichts tun, was Mühe macht. Auch Kochen und Backen dürsten sie nicht sondern alle Speisen am Ireitag znbereiten, damit auch die Hausfrauen lind die Mädchen Zeit zum Ansruhen haben. Das be folgte» mm fast alle Israeliten, am Ircitag lvaren sie doppelt steinig, sic asten viel ivcniger, damit sie am Schabbos dann doppelte I-reude hatten, und am Schabbos zogcii sie auch andere bessere Kleider an. Aber manche hatten noch iinnier nicht gelernt, dast Moi'es ihnen stets das Richtige sagte-sie halten nicht ordentlich gesammelt und lvvllten am Schabbos frisches '))l'anna haben - aber sie fanden gar nichts. So ivareil die Israeliten init ständiger Rahrung versehen und batten keine Sorge mehr darnni. als die Prinzessin Tliora zu ihnen kain. Da konnten die Leute mit doppelter Iieude sich ihrem L «enlte lvid-uien, denn ihr tägliches Vrot ivar ja da. ohne dast sie sich darum bemühen lnustien. Das konnten ja beinahe ganz kleine Kinder' Was das für ein frohes Leben ivar! Jeder fühlte es selbst, lvie die Anwesenheit der Prinzefsin ihnen «»stück brachte, lvie ihre Gesepe dazu da waren, alle ihre Verehrer besser und klüger zu inachen. Und kam erst der liebe Schabbos, dann um׳ groste Iren de überall, da gab cs ja garnichts weiter zu lim. als den Lehren des lieblicheil Prinzestchens zu lau'chen, das lininer wiederholte, dast sie nur die lieb haben könnte, die am Schabbos nichts Verbotenes laten, ja, selbst die ganz kleinen Kinder sollten nicht ,0 spielen wie fönst, im Sande nicht mit den -Händchen unb den Iüstchen Striche ziehen 1p,r sonst. Aber sie hatten auch alle gar keine Pust etwas anderes zu tun als der Prlnzessm zuz» hörenden Groszen sagte sie, dast fie einander lieb haben sollten und sich bemühen, jeden, da? Gute zu tun, was er sich selbst wünsche, und den Kitldern befahl sic. brav \u sein lind den «fl»!*״.׳ und Lehrern immer zu gehorchen. Die praktische Ethik des Judentums und ihre Zukunft. «Ornamente aus den Lprüchen Salomos». Kap. ">0. B 4• ,,Wer denn ist zuin Himmel emporgestiegen und kam herab > Wer batte Wind gesammelt m seinen Händen. Wer batte Waüer eingeengt in die Iorm, Wer errichtet alle Enden der Erde, W!e!si sein ׳?käme und der Ba>»e seine» Online». dass du es mühtest f'-IN und die nebeneinander gehaltene Hände, die sich nach oben geöffnet, mit den kleinen Iingern berühren zur Daumenseite aber ausemanderstehen. Es ist also die Hand, die nichts saht, aus der ini vfegemeil alles, besonders wenn als Inhalt nach oben steigende (»fase רוח gedacht sind ennveichr. ״ ־דל ׳דדיהIorm" < Iesch. VIII., 2. in die Wasser wegen des slüssigen -',uslandes nicht zu bringen ist. 5» יודח ידדs Mühle einen Tot», eine? solchen Mannes gebe», wenn wir von ihm iviffen sollten, denn nur durch lleberlieserung kann sich die vfeschicbnsortpslanzen. Lie wollten den Himmel nicht aus Erden pffanzen, darum konnten ne es nicht wurden darum nicht zu Berkündern der Heilesbotichaft ausersehen, ne glaubten den Ltoff in ihren Händen zu lassen, sie halten eitet Wiitd gesammelt, zu Waffer wurde ihr 'Versuch, m eine besr׳.!i׳.!r!re I-orm die Elemente zu saffen, so konnte ihr Erdenshstem keinen Bestand haben. ׳Vicht Jener, nicht Vust, nicht Wasser, nicht Erde lieh sich darum von ihnen ergründen lind meistern. Was der eine zu sinden ge glaubt, worüber er frohlockte und jauchzte, schon der Lohn kam spottend darüber zu lächeln, um mit seiner ״Wissenschaft" die kuui» geborene - schon veraltete ÄöeN beglückungstheorie zu stürzenweil sie ״den Wind ver gahen" bei all dem, das ״'.»!oliv" — ריח den Urgrund nicht kennen wollten, darüber ja erschraken, lvenn ne plöhlich geivalinen, dah ihr Weg unfehlbar zu ihm führen muhte und sie ihm schon nabe nunen. Dah über den (geset-en ein ((lesetwaltet und seine Macht noch in der Wallung verspürt ivird, dah die Ersahrungslatsachen es erivelsen, und dah eben die Welt der Eriahrungen des Blülrens und Weltens, des Werdens und Bergehens und ebenso des «rleschictes, des (»lückes und des llnglückes, der Ireude und de»׳ peides, des Jubels und der L rauer, den Mensche» erziel» und läutert, dah die (Geschehnisse und Wandlungen euierr Eurdrurk uns du».׳ Meiischerrherz »raäie», dah sie alle mit ihm in Beziehung stehen und!r!chr spurlos air ihm vorüberziehendas ist das grohe .',eugnis und die Menschheiislehre, dah nur ei» Erfassen der Aaiur denkbar, wenn der Meirich als ihr Lpiegel erkannt wird und in seinem Busen der -!iivlenvunkl gesunden in. in dem die Bahnen des Werdens sich kreuzen. Lv wird in einheitlichem Iusanunenwirken von Aaiur rmd Weühidue. von deren Pnrailelisnius da--׳ Iudenr׳.:::: seither durch vrunge» war, erst beides erkannt und für die Erkenntnis der <relt der rechte Mahstab entdeckt. Bichl das Lote, das lebendige, bildet dann das ,stiel der Forschung, nicht das Leur, sondern das Lollen steht dann tut Mittelpunkt des Interesses. Dan» erst ivird das grohe Wort in semer Bollkrasi leuchten, das dem schlichteste» Juden geläung ist. das Wort, das von dem grohe» Baichi an den r'lnsana der induche» ,rorichung gestellt in ־, צריך לחהחיר*' »v" א־א ד־חריד הזח "בד■ Die Thora hätte erst »Nt II, 12, l zu beginnen brauchen ,׳’;׳ריא דציח '־אידיד־ weil dort nä׳ das erste vebensgeieh siir findet. Die (lleset-e zu unserer Erziehung werden da» Hauvlaugeiimerk fordern denn man wird verstehen, was es nach dem Bankerc׳!: aller Menscheiisorschimg heihl B . Jeder Lpruch «Zolles ist Vüuterung. Ldiild in er denen, die m ihm ihre Iuversid» haben. אדיח >» vorzugsweise der das Berhängms besmn inende (^lvt'esspruch :ציייס »ach der t'.nssassung der Weisen . Ioma 7-h.!aiichuma אח יחי־ :'-׳דחי' 'C Lubstanuv wie ״דיע־ נבירח ד־יבח Nicht: getällterl, sondern vauierinig. Lo von Joseph!Bs I".'-. Il> אד־ח ר״«-־ד-חחי nachdem ihn das Berhängms (äottes gelautert halle Bi. l>, :il ״ ח!חdas verstärkte ח7ח heiht. aus eine Hilie nul Zuversicht ausschauen. die noch ferne ist »» (äegemav zu דדח welMes das Bertrauen auf einen fchon gegen wärtigen Beistand bezeichnet.״ Bi 11 x, s.> Das Litten geiev und ilich! das A'akurgeselr wird die Wissenschasi b> berrichen. Wenn dann deremit dieie Erkenntnis durch bricht, dann liegt es nicht ferne, dah gar leicht gefehlt wird. Der Beiz der Aeuheit erhöht das ,trebende Bcr langen, sich üttlich zu vervvllkomnmen und aus dein Enrem des materiell :Heulen, m dem man bisher gelebt, schwankt man allzuleicht in ,enes andere des ideell Ab slraklen ein und man vergiht des Menschlichen im Men׳ schon. Im Hinblick aus solche (steiahr fügt darum der? ichter die Warnung hinzu: B. ׳!. .,Inge mchts hinzu — zu Leinen Worten, Er würde gegen Dich streiten, und Du würde» m die Bolle des Lauschenden gedrängt sein.״ I-onset-img folgt.

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