Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 36 (6.9.1906)
- Date
- 1906-09-06
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Ter ,^Srarlit. 9?1. 36. Leite 10. Nack diesen grringtuaigen «usitkllungen mag betont sein, daß der riflrntlichr Wert des Buckes für dir!üdischr Seite der vorliegenden Frage in dein durck dir ganze Tarsirllung sick hlirdnrchzirbrndrn Gedanken von den» u» Mittelbaren bistorischrn Zusammenhang des alt jüdischen und altckrisllicken Gesängezu suchen ist. Ter schon in srüderrn Jatzrzrntrn von sißk-ti-, Ehrlich betretene Weg der Bergirichung uiisrir» ,unügoüüicn Melodien mit Tvnaängen des katholischen Ritus ist bekanntlich durck die llntersuchungen Kirschner S und Fleischer s in den Bordergrund der Forschmig getreten. Besonders Kirschner verfocht aus Grund vergleichenden Materialdie Ansicht, dasi uns in manchen Limagogenmelodien Reste altjüdischrr bis in dir Trmpelzeit zurückrrichrndrr Gesang-weisen er daltrn seien, die nicht nur durch ibrcn altertümlichen, so׳ zusagen riidimeniärrn Elmrakter als uralt und original erscheinen, sondern auch durch ibre Urbrreinstimniung oder Arlmlichkeit mit entsprechenden Tongängrn der katdolischen Liturgie, Ich selbst dabe bereit» im ״Israelit" des Padres!n!«2 (4?0 •93 .ז»! rincn eingehenden Beraleich zwischen dem!üdischrn und katholischen «kottrsdirnit ge zogen und dir Wahrscheinlichkeit zu begründen gesucht, das, sich aus altjüdischrr Zeit Melodien in dir Gottes dirnstr des Urchristentums lnnübergerettrt haben, und dcrß wir somit in dem z» allen feilen sorgfältig behüteten katholisch liturgischen «kesang einerseits und in der Svnagogenmuslk andererseits zwei getrennte Llrdnie vor uns haben, die beide aus einen einzigen S-urll, nämlich den Gesang aus der Zeit des Tempels zurückzusübrcn sind. Wen» man von niancker SrUr diese Forschungen mit Achselzucken betrachtete, >a sie sogar für ״Faseleien" erklärte, so sind diese Llininirn des Widerspruches verstummr, seitdem Fleischer in seinen ״Rrumensiudirn" konstatierte, dass dir älteste katholische Kirchrnmelodie, die zu den Klageliedern des Jeremias, ein uraltes muff kalisches Prinzip darstellc, welches dir ersten Christen aus den Gebet-Versammlungen der Juden hrrübrrgenoininrn baden. IS» verschlägt Nickt», dass dieser melodische «*rundtupus Eigentum mehrerer Bölkrr des Altertums war — nach vorliegendem Werke £0 .2 ׳) kommt dem Tonsall dieser Klagelieder z. B. die altindischr Beden rezitation sebr nabe, jedenfalls zeig! das häufige Borkomnirn jenes Melodieinpus in den tvesängen der Sünagoge, namentlich in denen des süddeutschen Ritus» daß wir in diesen Tongängen älteste Reste original jüdischer Gesangs art ui ikben liabrn. AU diese Lchliißsolgerungrn aber basieren naturgemäß auf der Annahme eines unmittel baren geschichllicken Zusammendanges des alten!üdischen und christlichen «kesangrs. Tirse hie und da deilritirne Annahme lnu durch Lettner s Werk rmr neue und überaus teste Stühe rrsahrrn. Tie direkte Hrrübermchme der ursprünglich der Smragoge angehörigen Psalmen und wieder in dir kucke wird iLeite 6!« als selbstverständlich vorausgefesZ, schon deshalb, weil sich ״die tklauligen der eruen cdriulichrn (kemeindc »och durchaus als Oiliedrr der!üdischrn kultgemrinschatt fühlten״. Wenn der christ licke Gortrsdienu die allgeineinen .kulusdedingungrn, dir in der geschichtlichen Umgebung vorhanden waren, für seine Erscheinung brnupte, so gehörte dazu auch das zum Gesänge gesteigerte riebet. Fa, Bergaster spricht sogar hinsichtlich der Berbreuung des «krsangcs. namentlich umri den Hrldcli, den Slmügogen rmr providrnricllc Bedeutung zu (2. 7l Tie künstigr Forschung aus dem «*rbirr des simagogalrn «*eianges wird also das vorliegende Wkrk nicht unbeachtet lauen dürfen. Rabbiner Tr. Äcker mann »1 Brandenburg. sammrn. Tie vielen Stellen aus Gittin über die Ber- Handlungen R. Jochanan b. Lakai s mit Brspasian sind zur Ebaraktrrislik de» Titus ziemlich übersiüssig. F. Die Juden in Rusach von Tr. M. Ginöburger. Die )udcuaasse und die Lynaaoge i« Rusach i« Wort uud Vild von E Winkler. Gebweiler, 1!dkv. I. TrevsuS. Die unier obigen! Titel erschienene Arbeit eröffnet dir Schriften der Gesellschaft für die Geschickte der Israeliten in Elsaß Lothringen. ׳Wir begrüßen freudig diese Gesellschaft und hoffen, daß unter ihrer Mitwirkung und Beihilfe weitere Arbeiten und Beiträge zur Geschichte der Juden in Elsaß-Lothringen erscheinen werden. Be sonders möchten wir aus dir zerstreuten Memorbücher Hinweisen, die gewiß noch unentdeckt aus manchem Lvnagogenspeicher liegen. — Tie vorliegende Arbeit be liandelt in ihrem ersten Teil dir Juden in Rusach, die z>»n ersirnmal 12** urkundlich nachweisbar sind und dem von vB0fel um jene Ae!t t>0!1 Rudolf verpfändet waren. Später kanien sie unter die Straßburger Bischöfe und erlitten damals nianchrrlei Brrsolgungrn, worunter besonders jene von 13.°** zu erwähnen ist. Bon dieser Jett an verkehrten Juden nur vereinzelt in Rusach und nur unter erschwerenden Bedingungen, dir ihnen der hohe Rat auferiegkr. Das zeigte sich noch im großen Freiheits!ahr 1*4*, da Moses Weil aus Sulzmatt sich in Rusach Iräuslich niederlaffrn wollte; über Rächt hoben dir dortigen Bürger die Ziegel von seinem Tacke ab und hielten mit dieser Arbeit erst ein, als der unwillkommene Fremdling schleunigst sich entsernte. Seit dieser Zelt ist Rusach judrnrrin. Ein besonderes Kapitel widnirt Ginsburger dem Judenhos, der Juden׳ gaffe und der Judenschulc. Tie Baurrste der ehemaligen Lvnagogr werden von dem kaiscrl. Baurat Winkler in technischer Hinsicht beschrieben und in 7 Blättern durch Zeichnungen veranschaulicht. — Unter den historischen Werken, die in den Anmerkungen genannt und zu sachdienlichen Zwecken venuhi sind, veuuisse ich Weiß, Ge schichte und rechtliche Stellung der Juden im Fürstbislum L traßburg. L. Cesefrüebte. Chnc Glauben leben zu wollen, gleicht vollkomnicn dem Beriuch, sich an semen» eigenen -Lchopsc aus dem Wa«er zu ziehen — . . * Ter ungeheure kulturappara! ist m den Dienst des Tekalogs gcsiellt. Richtsdcstoweniger der einheitliche Grund, die religiöse Gesinnung. aus der der Dekalog rulU, ist lange bereits auigegebrn. Die Kaiser Titus und Hadrian in, Talmud und Midrasch sowie bei den zeitgrn. Geschichtsschreibern von Tr. D Spl rgel, Wien, nn Selbstverlag, -'>4 2 Bon allen!üdischrn Hislorlkrrii. die sich nnl der Zeit der Zerstörung des zw.lirn Staates und nnl den! Bar kvchbälschrn Aniiiande brsasien. wird aus dir gegen säbliche Bkuririlung der beiden Kaiser, Titus und Hadrian, »1 de» zrilgrnösnschen!üdischrn und nichtiüdiichrn Berichten dingrwiese». Beide Kaiser, besonders aber Titus, werden ihmi den römische» Hiitonlern verherrlich! und, was übrigens de! Zrurichliiiig rnisprottien Ixri, i» die Rcidr der Götier ausgenoininen. Dagegen werden sie in den!üdischen Be rlchirn als Turanne» bezeichnet, die sich in dem vrrmeinl Intim Rechte, mit dem Brneglrn »ach Willkür zu ver fahren, durch keine menschlichen Gefühle brstnninen ließen. Tie Entscheidung darüber, ani welcher Leuc hier die Wahrheit >ü. fallt nicht schwer. Bei der Art der danialigen kiirgiührung in es wahrscheinlich, daß die von den >ü diichrn Lchriilttellern brrichleten «Grausamkeiten auch wirklich gricheben sind. Lind övcü d>e Römer mit den anderen besiegten Böllern auch nicht viel bei'er uingegangrn. kanien kirr über die geivobnlichrn «Kreuel noch hinaus gehende Besiialiialen vor. nahm hier der Kamps mehr als bei den sonstigen Feldzüge» der Römer dir Form eines Beizweiilungslainpses. rnirr Eniichkldung aut Tod und "eben nn. io tit dies dem klanenden Gegenßih der beiden Religionen, der grundverschiedene» Wrltautsanung dei Irirgiubrrnden Böller;uzuschreiben. Es kam hier eben zu de,׳! poliii'chen «kegemalnoch der Religionsbaß als Ursache alles Borgekoininenen. Tie entgegengrirbken »•4 .־. S .*!. *. 4« ,«• »I «f» x '1 i UUtl I•( I Iklllliiuil 11 .1 1 ihm 1 11 1 11.1ml 11 Imin ■■1*1 rnischeidend in die Wagschale ׳allen, da diese Berichte »r vielen Firllrn gar rnchi der lieberzrugung der Ber te.ner entsprechen, sondern ans Furchl einerseits und aus L:> bedirnerei andererietts dem Wriirsche der Hoipanci arinaß abaerant worden und. Ten kklaiairiene» Beweis bieiur lieieri der zu «kun'tr» der Flavier griarbir Bericht des!»bischen ttcvoliilioirsgenrrals Joiepbus. Ter Be» der ׳eorl,egenden Arbrii iielli die :m Talmud und M Traich au׳ d!e beide» kaiier bezüglichen Lirllrn z» Einen Propheten der Humanitätsreligion fordert die «Krgrnwart, der die Begeisterung ursprünglicher Zeiten mit dem niodcrnen Ideal verbände! * Tie Religion saßt das »icnschlichc Leben vom Höben - und Mittelpunkt aus, zugleich aber auch als Ganzes, und daher reibt sich dann harmoiiljch Generation an «veneranon wie Ring an Ring! der moderne Standpunkt hin gegen, der zwar auch den Blickpunkt richtig aus das ,',entrinn gerichtet hält, aber nichts an die Hand giebt, was zu geschehen bat. bis der Mensch bis dahin gelangt ist, l>ai zur Folge d!e Bcrsündigung der älteren Genera non an der!üngeren durch Genußsucht und Egoismus, der!üngeren an der älteren durch Pietät- und Autoriläls losigkr»! durch Steigerung der Fehler der älteren, die ganz liche Unmöglichkeit einer Brrslandigung zwischen beiden, da die Lprackr, die man spricht, die Welt, in der man lebt, eine völlig andere in .... Aus Einsicht kann der Wille nichl nnmer gut bleiben aus iiltlichem Gehorsam das trifft iilir eine Seile der menschlichen Ra ur nnd kann daher auch nichl aus reichen. Aus religiöser Trmut. das alle»! in sowohl unserer inneren Erfahrung entsprechend, als auch in UeberelnUlmmung mit dem äußeren Berbällins des Men ichrn zur Welt ri'senn man keine Religio» bar. muß man ,ich erst rnrc suchen, und was »1 der Z.wiichenzelt verdorben wird, iß nie wieder gut zu »>>ul>rn . . . Martin Melier, ..Aphorismen zur Moralphltoiophie". Citerarischc Hotiz. Aach dein Jabresbrrichl des I4nti5k->zu8eum für l!*'■'׳. der socbr!׳. erschienen in. brnndet nch unter den werivollen Münzen, die n» vergangenen Jabr erworben wurde», cur 0. Leptember 1IKX;. Exeniplar des selten Schekels von Simon Bar kockba dem Leiter de-zweiten jüdischen Aufstandes <i. I 133 13.־,,! Tie Bordrrsritr zeigt den Tempel von Jerusalen, als eine Säulenhalle mit 4 Pfeilern; darüber ein Stern, das Svmbol Barkockbas. r» us der Revrrsseile sehen wir rin Elbrog und rin Lulaw. In den verschiedenen Kataloge» für Lrirntalia, dir im Jahre 130.r> gedruckt wurden, nehmen die hebräischen Handschriften 1'/, Bogen ein. Man findet dort 1*3 hebräische Titel: darunter 67 Handschriften. 3 hebräische Bianuskripte kamen neu hinzu. Zu den als besonderwichtig bezeichnctrn «kauisitionen gehören sol gende zwei Handschriften: 1. Leser Hazikkuk, ein Inder Expurgatorruhebräischer Bücher zusammrngrstellt von dem Zensor Tomenico Jrosolomitano im I. 136<־, und später vermehrt. 17. Jahrd. *°. — 2. Eine hebe lieber seßung des Koran auS dem Lateinischen oder Italienischen, gedruckt zu Bencdig m! I. 1547; 16. oder 17. Jahrh., 1*. Llngegangene Bücher. H 0 in , der saliche Prophet aus noackitsscher Zeit. Eine religions geschichtliche Studie von Anton Frhr. von Sw. 5-27 Veutkirch, Württemberg, koiinniffionsverlag von Zo'evd Bernklau, k. Hosbuchhaiidlung. Darwins W e l t a n s ch a u n n g, von ihm felbft dargenelli. «Geordnet nird eliigeleiret von Tr. Bruno Wille. iTie Führer der geistige» Strömungen der «kegemvart, Bd. I.׳ 21׳.« S. Heilhroii». Enge» Salzer. Das Buch Jonah, eine Studie von Tr. Phil. Ennno Thiem. 26 S. Leipzig. Berlag der Dürrichen Buchhandlung. S tirnerbrevie r. Die Stärke des Einsamen. Mar Stirner's JndividualismnS und Egoismns mit ׳einen eigenen Wolle» ivikbrlgcgeveii. Auswahl »ud Einleiluiiq von Dr. Anielm Rueii. 2xl Seiten. Berlin, Berlag von Hermann Seemann, 1׳,'achr. Der Buddhifiiiche K alechismns von Hcnru L. Sleott. 36. «3. dent'che» Ausgabe mic beiondeiri» Borworl des Bcrsaffers und * Illustrationen. Äutorifierle llbericvinig nebü Annrerknngen, Kanon Tafel und iklo'iar von Dr. Erich Bische" > '->>^ i'eivria. Th. (krieben°S Berlag. Im Reiche der <kn 01 i s. Die mnstUchen Lehren des 1Üdi'chen und christlichen Gno>lizis»1»s, des Biandäismus und RlanichäisinnS und ihr babvlonisch astraler llr'prinig, mit 2n Ahbildungen, von Dr. Erich Bi'choff. 14T L. Leipzig, Th. «kriehen s Berlag. T1111*1 kr» in tlu׳ Tiilmuil t׳y E. R. Monlagne. 2!»» L. Edinburgh and London, William Blackwood & Sons. D i e russischen M a«s a c r e s. Protestverianimlung zu Berlin in der Tonhalle am 25. Juni ll>"1'.. Heransg. von der Redaktion der Russischen Korrespondenz. Berlin׳Lchöneberg. Buchverlag der Hille. Katalog hebräischer Handichrifien von L. Schwager und T. Fränkl, Hufiatnii. ll n >' ch u l d i g B e r u r 1 e 1 l l e uud der M c n >' ch h e i ׳11» ז i 11 f als Befreier aus Reäitslosigkeit und Eleiid. Eine Berteidignng uud dritte kampses'chri't nir Recht, Wahrheit und Re׳orm. Bon L. Freiherr voii Ekhardi 267 S- Dresden. E. Pier'son's Berlag. Widerlegung der Widersprüche frommer Juden und Ehrisien gegen die Blutbeichnldigung der Juden von Dr. tbeol. Earl Mommert. 144 S- Leipzig. R. E. Haberiano. Bvrons Tagebücher und Briese von Eduard Engel -Renaiffanee Bibliothek, vierte Auslage, neue völlig um gearbeitete und verdoppelte Ausgabe!, l'.il L. Berlin, Leonhard Siinion Racks. Worte des Rackruses mr Frau Rebekka Gut geb. Fromm- «sseiprocken aus dem Friedhof.zu Eöln-Deuv. L. Frank fitrt a. M. '!•i. Slobohk». Skizzen von I. Brüitiacr ׳hebräisch3 .׳!> S- Lemberg, «kufiav Bader. Kalender »ür I srael > ten .'>«>«'7׳, I'.kk«—07, zugleich ,vilhrer durck die israelitischen kulinsgemeinden der önerr.-Ungar. Pkonarckie. Heransgegrben vom Bereine ״Seüerreiän'ch Jsraeliii'che lluion" in Wien. 1^7 S. Wien, Berlag der ..Se1!erre:ch!׳ch Israelitischen llnioii." Jüdischer Ranonal Kalender und Jahrzeil kal e n d e r von S berkanlor M. Fanü, Bclovar. Zu beziehen von Sberkantor M- Faun. Belovar, uns F. Alnnann, Wien IX.. Pranieraane 17. I. Moi'c T olekano. Tiberias Palün. 3׳c c א א- ־: s־c ch •ץ