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Der Israelit · 1906-09-06 · 36 (6.9.1906) · p. Seite 2

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
36 (6.9.1906)
Date
1906-09-06
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Nr. m. 9kitt 8■ Die Jolgen dieses Irrtums sind bekanntder Sturm der Nesorni brauste über dos Land dahin und tip die ältesten und beniahrtesten Ge nieinden mit »ich fort. ES bedurfte der Arbeit von Jahrzehnten, der aufopfernden Hingabe der prosten Männer des Nr Jahrhundert« »vie Hirsch, Hildes heim er, Lehmann, um dc»n gesetzes lr-euen Judemuin in Deutschland »vieder zit jener Achtung gebietenden Stellung zu verhelfen, die es heute einninnnt. Soll diese Erfahrung nn benutzt bleibe»? Soll sich unter de» Millionen Hilden DstenropaS »viederholen, was die Hunderttausende in Deutschland erleiden mutzten? Das sind die fragen, vor die das Jronier'sche Buch uns stellt. Wenn sie dazu beitragen, dasi für Osteuropa die Lösung des Problems endlich in Angriff genommen wird, so enveist sich auch Herr Ironie! nach dem Wort des ״Jvauft" als ״ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse »vill und stets das teilte schafft." Mochenrunöschau. f)us der theologischen ßexenhüche; 9er neologie. Der Mainzer Prvzesi mir seinen irnenvartet vieisäitigen, bis iu eie Tiefe des religösen Zeit dewutztseirrs reichenden geistigen Ergebnissen läßt unsere Bruder zur linken Hand noch immer nicht zur ch'ube kommen, In dem einzigen rcsonn jüdischen Piesivrgan, das seiner Traditionen noch nicht ganz vergessen hat, der Allg. Jtg. d. I., wird jetzt unter der Spitzmarke des hessischen Gc setzentwurskS die in Nlainz neuerdings ansge iprocticiic und durch das übereinstimmende ^eug ins der bcideu Antipoven S. N. Hirsch und Ma koiver erhärtete Behauptung angegriffen, dast der Gegensatz zn׳i»chen Nesormjudenlum und über tieserltin Judennun Himer demjeiiigen der beiden! christlichen Konsessivnen nicht zurückstehe. Es - ,vird bedauert, datz die Bertrerer des Dberrals! in Mainz nicht 1111 Besitze einer von Nabb. : Dr. S elvcr im Iatne l an die hessische Regierung! gerichteten Eingabe geiveien seien, die die ärger liche Behauptung der dösen Drrhodore» und der ebritchen Liberalen in ihr Nichts zurückiveiff, und! daß die Herren in Mainz iusolgedessen nicht im stände gervesen seien, von je!!׳!׳.׳, siegkanen Arg» י menten Gebrauch zu machen. Das Sclvcr'lche _Der Schriftstück, duS die Allg. Ztg auszllasweife mit teilt, wird uns eine loillkommene Beranlasiung sein, die von S-?H. Hirsch und Makower ausge! »'teilte These an der Hand der Tatsachen so gründ lich zu erweisen, datz die krampfhasten Selbstver leugnuiufSversuche unsrer modernen Reforinepigonen nicht nur vor dem gesmiden Mcnschenvcrstand — der ist mit seinem Urteil längst fertig sondern auch vor dem Jorum der Wissenschaft sobald nicht mehr verfangen »oerden. Mur ans ein Moment sei schon heute einsttveilcn h in gewiesen. DaS Hanptbe- »veisstück der Selver'schen Eingabe für die ״Nichteristenz eines prinzipiellen Gegensatzes" zivischen den beiden ״Richtnngen" ist die ״Nab bi «ererklärung" vom Jahre 18!K>. Damals galt es, den Änwürfen deS gemeiilen und wiffenschaft lichen Antisemitismus gegenüber die talntudische Ethik in Schutz zu nehmen, und die dazu be stimmte Erklärung, die einleitend, aber durchaus nebensächlich, die D.uellen der jüdischen Religion nach den Grundsätzen des überlieferten JudentumS namhaft machte, wurde von .'ltz! Nabbinern und zwar soivohl von einer Anzahl orthodorer Männer, als auch von sämtlichen ״fieisiunigen" Geistlichen niiterzeichnet. Wer damals das größere sneriki'eium mtelleetus brachte, die Gefetzestreuen, die eö nach schtveren innereir Kämpfen über sich geivannen, mit Leuten, die im Sinne des überlieferten Judentums überlfaupt keine ״Nabbiner" waren, eine ge1!rei!׳.sa!ne dog matisch auSsehende Erklärung abzugeben, oder! die Herren ״liberalen T he o logen", die vermöge j der unglaublichen Geschmeidigkeit der theologischen! ,Kunstsp ache auch ohne jede n-8 1-vHiio ״ eutalis \ die frömmsten Erklärungen zu redigieren imstande j sind — diese psucholvgische J-rage wollen »vir hier nicht ciitscheidcn. N uv se st stellen möchten wir, daß noch heute, nach sechszehu Jahren, jene gemeinsame Erklärung dazu mißbraucht »vird, um die ״Nichtexistenz c nies Gege nsa tzes in denGruud- Prinzipien" z rv i s ch e n N e f o r m n n d C7 r t h v doxie zu be>veisrn und eine geineinsame N el igionSbeh örde für beide zu recht-! 1 1 11 ß t u . Triumphierend verkündet die Eingabe.! daß ״an der Spitze jener Erklärung der j Name des Nektars des orthodorcn Nabbiner ן Seminars und NabbinerS an der Adath Israel! Gemeinde zu Berlin Dr. I. Hildesheimer, sodann! Nainen »vie Dr. Horovitz-Jranksurt,!Dberrabbiner Hirsch Hamburg, aber auch die Namen von frei-! sinnigen Nabbinern ivie Dr. Maubaum in Berlin.! Dr. Pogelstein iu Stettin" prangten. ׳ ״Wenn wir dagegen", »o heißt es wciier, ״unter! dieser Erklärung nur acht bis neu» ')lamcn von in I Deutschland anilirrenden Nabbinern vermissen, und zwar I auch die Name» der drei Nabbiner der orllio; doren Ne»i-.׳> ans- Ge > e l i s cha sten im 05roßj her^0n111 »1 Heisen, so beweist das nur, in we>cher ' _6. September 1906 verschwindenden MInor11üt -ieseiben gegenüber der Gesamtheit der neif11 וd!rn und geistigen Brrtretrr des Judentum ■n Deutschland befinde 11״.*, Jünvahr, man möchte laut aunveinen, u!e!,״ m n diese Lästerung eines jedem Juden heilige» Namens liest! Also ein Mann »vie Israel Hildes heimer, dessen Perfonltchkeir uns noch heute die vorblldliche Berkörpernng der .ייריאר־ und א״*:־ ist, der sein Leben hi,»gegeben hätte r״r jeden Buchstaben der ü b e r l i e ׳ e r t r ״ Gotteslehre, er repräsentirt Arm j״ A rm mit einem Mavbnnm, einem Bogelnei», denen dieselbeGotteSlehre Pfassentrug und Priester sälschung ist, das einheitliche ״Jormal Prinzip der jüdischen Glaubenslehre״! Nichts trennt sie, kein prinzipieller Gegensatz besteht zwischen ihnen, keiner zwischen Hovovitz und Maybanm, zwischen Hirsch und Boaelste,,, - nur hinten tief in der ')»acht der blinden Drthodorie Hausen einige ״abgesplitterte" Sektierer, die mit dem ״ofsiziellen" Jndeiitnm gar nichts ge»,ei» haben und deren dogmatische Ansi l ten daher selbstverständlich unberücksichtigt bleiben iiüiise״. Klarer und erschreckender hätten die unlicil vollen Jolgen jeder gemeillsamen religiösen Aktion mit unseren Neologen nicht ack oeulo, demonstriert werden können, als eS durch diese Beröffentlichiing derSelver'schen Eingabe geschieht' Was nützt eS, daß für jeden Einsichtige« die ganze Beweisführung geradezu absurd und ihre polit sche Ausbentung gegenüber den o »»e» kundigen religiösen Gegensätze»! im höchste» Grade verwerflich ist — aus die!Sefsentlichkeil, noch mehr auf die Behörden verfehlen derartige Arglinientationen ihren Eindrilck keineswegs, und es wäre eigentlich die moralische Pflicht der hier als Kronzeugen angernfenrn gesetzcstrcucn Nabbinen, daß sie auch der Josephthal'sche Brief an die ״Laubhütte" mahnt dazuden ansdringlichen Brudergruß ihrer radikalen Herren ״Kollegen" einmal mit nicht mißzilverstehender Deutlichkeit znrückiviesen. Es ist feilte theologische, keine wissenschaftliche Streitfrage mehr, um die es »ich hier handelt, sondern es sollen mit der B ers ch l e i er n n g des b i b el kr i ti schc!1 NadikaliSmils 11 n d niit der Ein schm n ggel ii ii g der Mavbaum scheu PastoralwriSheit in die Dogmatik des Inden tu ins politische Geschäfte gemacht werden. Diejenige-» grsetzeetrenen Nabdiuell, die zn uiiierei» tiefen Lckunerze, ak׳׳r iu reinster, nicht a»zn tastender Neberzeuguiigstrene trotz ihres »charsei! religiösen Gegensatzes zu Mapbain» und Genossen aus religionspolitischen Gründen Hand in Hand mit diesen wirken zn sollen glauben, die sollten, so meinen mir, ihre Politik nicht ioiveit treiben, daß sie auch jetzt, in diesem kriti sche» Augenblicke schweigend dillden, daß die Be *1 2iK11ö1iui der Ai!qrm.?,eii!!!!a des ^udeiminis Kleines Feuilleton. Elul-Plaudcrci. 4'nm »nnailen ,>0111 V.iumt Moto» vevnntzic idi einen allen Bekanmen der in krüberen ^abren pvei und drei mal des Laqrs das a״»en>i»a1e Belbaus brinckl batte und der int emifler ,’,ni darin eniickiirdr» lassiaer »r werden war. Db es mir der tzlul migrian bal, der einen;um ,;»rectiiwriien. aber midi «nn »di ,fnrrdn weiirnianeii mebr als eine andere ,zabres;e>l disvenirrl. iveitz >d> ieiber mdii. crienua, ich babe dceier Tage meinen Mann grnrili und van ü»!> eriabren. er in deshalb mdit in der Liinagogr gewrirn weil er nidrl griasiei babe. ..Aber Lir babe» dedi isnii immer an diririn Tage geiaiiel »nd diesmal imiien nur dodi nodi da«! Tanist. ^pbbnr >״ rir-iäen -Sie «udi״. >nbr id, nnbrnmlierua ton. ״wie,',dr irliger Murr iiod, als tiefet Adilugrr alle ,aisnage innr bieli, d» »iH»aIr11׳i>i1e11 und die iakuUalivett Das war dir Adnilrsierie meines Mrrinrrs. denn er ivar ein gmer Dolm rnid der Pirläl >ur leine ENrrn tKittr er ,edenen >rdes D»״er gebradn. Er rauinir daher nod> einigen erkunden verlegenen Zdiweigens die Nidilig!ו,,ו isrn r!« 1^ו nnSe in NIIM da» er ׳rnlicr ieiber alle dierr ,Brnrnge miigemadn bade, aber ganc v»nir der Bergleidi um dem t*ntrr doch »ich! denn man könne md» leugnen, da» dir Mrnichen auch »Ul um 3*• 4« ,lavren junld ״ärker יי?!י?*ד?!!?ימ!!»^> wrdernandsiadiqer waren 'vbnrn ie> ein ,Vnuaa gar nichls grwri'r». ne bäiien spielend Hunger und Durst, Ldiivädie und Niaitigkrit ertragen, ja diese Beschwerden hätten üc vieileidit gar nidit gekannt und jedem'alls nidn ׳ in dem Matze rinpsunden, wir >!7׳e stinder und Enkel.! Db das an unserem grotzstädusdfcn Vrben, an der . nervösen lleberhastung uuferes i^eidiänsverkebrs oder an I den gesteigerten Ansprüchen jeder Art!-ege. welche unsere Beit an ilirr stindrr stelle, das solle!etz! mch!;in» Auskrag gebrach! werden. Aber die Tatsache si.ne io ׳es!, das; es iln» mindestens;iveisrihail sei ob. i-.-enn der Batrr heute lebte, er noch so leichirn Hrrtziu-!asten würde, wie on»o datziwal. Was bätie ich gegen diese Argnmenie Vorbringen können " Datz es nicht der »örvrr sondern der Ebarakirr! und du׳ WiUenstrasl ist, die vielleichi sdiwächer geworden nnd> Das mußte ׳.ch für midi behalten, wenn ich meinen strruiid incht drlcidigen wollte. Bck> >vg daher behutsam! meine stühlbörner »irüd und wandte sic seiner Brrnadi i lässtgiing des geninnsamr» Mebrls zu, für welche man! doch nidn dir allgemein überhand nrhniende störprrschwäche ins Trcüe» führen kann. Aber er war midi birr nicht um Begründungen verlegen. 2״tr wisse»", nitgegiirie er, ..daß 1d> noch vor i wenigen Bobren srttb und spül «ir rechten Brit immer! inrnnil Mann stellte und pünktlich aus dem Bosten war; . das babe ich so von meinem ikilge» Baker vor mir ge ׳eben und habe es lange bribrtkrlien. Aber das laeschän, das iaeichüi'r' Das iwdiiirt ist ia beute ein ganr anderes als », der Zen. in welcher der Erotzvaier dir Groß . mutter!reue Es verlangt den ganzen Menschen, es »ordert unsere volle Kran und ^cil. sodatz nian mit der I >»,!»?><• p »>n d>׳r M'UN"- geizen »II'V - wie wäre es d<1 möglidi trüb und spät eine stunde der -Uynagoge zu opsrrnl״ Wenn niein Geschän, wie ich hoffen dari, >>ä>! mit tttottes Hilfe weiter in der bisherigen Wene cn!! wickelt und ausdclml, boffe idi in absehbarer;seil »>>ö> davon gan.t;iirückziipebni nnb es meinen Ilindern überlassen, dann werden Lie mich mit der ^lmcn an mir ' gewohnten Negelinäßigkeii wieder in der Lunagoge ieiien da babe» Die meine Hand daraus!" ,'!di schwieg einige Angenblicke und mein ,rreund deutete das Dchweigen so vollständig zu »eiucn Gninie» daß er ^u einem »rur» Worisduvalt ausbolcu wollic^ui» : seinen Lieg über mich recht gründlich auszunutzen. 4cm kam ich zuvor und meinte: ״Tie sind ganz gewiß niit Ncchi als tüchtiger Äc schästsmann bekannt, aber ',)brc soeben entwickelte,«" schauung macht ^kreni kausmännischen Ealeül keine crkre. Tetzen wir rnnnat das, was Tie hier geltend machen, >n .stlcingcld um. Tie gewinnen, wei»! Tle iiid» :-! dlk : Tvuagoge geben, läglich zwei Ttunden. Tb Tic d:e M- Tttinbcn ,!brem cstetchäik entziehen müssen >1nd, wenn L>e - nur wollen, sie nicht mis s Eonto z'!dres Autentbo Ea» - setzen können, der Tie auch täglich zwei D!unde>'! koster, will ich dahingestellt icin lassen. Tie haben vielen! Ausentlmlt virUridn für Ihre Erholung itötig v! iies®. 1 dient er and, wieder dem iUeschäst, da Tie hier >»»! vielen cueschäststreunden zusammen koininen und rndurai l wohl schau manches Gcsch>r»l abgrschlosirn haben. 4a» laffeu mir also aus sich beruhen. Halten wir uns nur j ausschließlich an Ihre Äusstelluna. Wenn Tic^icden 40|) durch den Austall Ihres früheren zweimaligen Tnnngogrrr ' Brsildics zwei Ttunden proffticrcn, so niacht das jabrliw 2 mal NOc> Ttunden, also *540 Ttunden gleich - 1 4a? pro Jahr aus. Die Tabdate und ,>e1ertagr, an Tie ja wie bisher Tlammgasi in der Tanagogr geöUeee״

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