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Der Israelit · 1906-08-30 · 35 (30.8.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
35 (30.8.1906)
Date
1906-08-30
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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wzief^ung und I-eh Bund und Oerband. Sdiluß - r״ tSattelcr rcU'rtiatcittafl bot die Gegen sätze innerhalb der indnchen Vebicifdiofr oertcbäm, atu’tott gemildert. Bor allem hoben sich ״die detitschen Lehrer jüdischen «Glaubens" unter ^ynlmuifl Adlers auf die Simnltanidmle teltgelegt, früher begeisterten sich nnr einige jüdische Lehrer bann׳. Der W. P. verstärkte teilte Ponno» in! Perbond nicht tinbedeutend. den» t'etn Pertreter erhielt anläßlich der Stotiitenänderniig Sit? und Stimme im geschästsf ü h 1 ende n;1l u s sdt n h, der nun mehr ans Adler, Ploschke, Siegel, Steinhordt, /reiner, Gral Esse» und Thalmann Wertheim besteht. Der G. P. behält oudi dann seinen Platz im Aussdwß, wenn künftig die bekannte Subvention ivegsällt. Der Antrag der Cttfrict'c» wurde sott ein stimmig obgelehnt. Cb dies mit oder ohne Debatte geschah, — worüber sich bekanntlich ein erbitterter Streit erhob, — ist wirklich gleidtgiltig. Der Kampf um dos Erpohendigte mit einem glänzenden Sieg des Porstonds. Dieser gab die Erklärung ob, daß durdi die gleichzeitige Perössentlichung des Referats über die ,Fortbildung der jüdischen Lehre bedauerlid,erweise die An schouung hervorgerusen worden sei, als ob der Perbond religiös parteiliche Tendenzen verfolgedos Erposö höbe ober lediglich als Material für die eingehende Pesprechung der ,Tortbildnngssrage dienen sollen. Rach langem Kampfe nahm die Persammlung mit 2'i gegen 4 Stimmen von der Erklärung des Porstondes mit Besriedigung .Kenntnis^ obwohl Or. lKuttmann sreiinütig bekannt hotte, dost er im allgemeiiten den Stand Punkt 'Wellhausens teile, über die Tendenz seiner Arbeit also niemand mehr im Unklaren sein konnte.*) Es wäre recht töricht, die Pedeutung dieses Sieges zu unterschätzen, aber er nt erklärlich. Die neologen Lehrer haben mit ,Fettigkeit. Aus dotier und Erbitterung sür ihr Prinzip gekämpst und sie verfügten über Machtmittel, die den orthodoren Lehrern nicht zu (Gebote t'tatthcn; ha fonttte der Erfolg nicht ausbleiben. Am prägnantesten aber kam der in liattel herrschende Geilt in der Assaire Steinhardt contra Wolfs-Aurich zum Ausdruck. Der Letztere nt ein auf profanem wie auf talmudifchem Gebiete gleich tüchtiger Mann und bis dahin galt er bei ,vreund und )yeittb als integrer Eharakter, ober Herrn Steinhardt, denen Element der .Kamps in, war *t seltsamerweise sind viele BerbandSmngliede» der irrigen Annckt, als ob der Vorstand sein Bedauern über die Beröffentlichung de» vrposSS auSgeiprochen badedas nt nie und nirgends gescheiten. er selbstverständlich itidit geivodite». Hätte er gleid, von vornherein erklärt ״Werden unsere ,Forderungen ntdit erfüllt, so iverde» meine Hollegen und ich ans dem Petbande ousscheiden", so hätte Steinhardt ganz ruhig mit seinem Wisch komme» biinen: telbttverttändlich vergewissert man sich über die Stiinmung seiner ,Treunde, bevor inoii die Persammliiiig vor eine t'oldie Alternative stellt. Herr Wolfs hot nd> verblühen Ionen und die Persoiiimlling mit ihm. Es war ein richtiger Theoterkoup, der aber doch nur teilweise die gewünschte 'Wirkung benunbradite, er entnmnnete zivor de» Gegner, ober die Lrennung der Clt Niesen erfolgte dod> trotz oller Sdilauheit Stein Hordts. Rur in einem ,Talle wäre Herr Wolfs ivirklid, der unehrlidie Eharakter, als den ihn sein (Gegner hingestellt hat, iven» er »ämlid! tdion im Sommer 1 *.H»4, also noch bevor er sein :)teterat hielt, in dem er sich als warme» Anhänger des Perbands bekannte, mit einem Anhänger i)r. EahnS Unter hondlungen über teilten Eintritt in den Pund anficfnftiitt hätte. Steinhardt bat!hm bekanntlich bieica idimeren Ponvurt' gemadit, ihn sogar trotz des Widersprudis vonselten Wolsss nodi verstärkt, dann aber plötzlich mit dem Ausdruck des Pe dauerns zurückgezogen, sein v>)ewährsma»n habe ihm >etzt eine andere Darstellung gegeben als früher, entsdnildtgte er sich Ach nein' Sein Gewährsmann hatte ׳hm mitgeteilt, das! W., als er im Sommer 1t:t zur Mur in Pad '.'iauhetm weilte, nodi ein überaus entidiiebetter Anhänger des Perbands war, 0110 das Gegenteil von dem, was Steinhardt behouvtete. Wir wissen das ganz genau, denn Steinbarbt־? Wemäbrcman», das war der Schreiber d 1 e 1 e 1 e i le ti. W konnte I!04 nicht mit uns in Pad '.'{anheim unterhandeln, denn da war er gor nidit dort und I!«<>."» hat tvtrkltch nodi niemand an den Pund gedacht. Das ist P a r t e i s a n 01 i s m » s, der sicH tttdtt scheut, den Gegner mit ollen Mitteln unschädlich zu machen und an seiner Ehre zu schädigen. Und dabei handelt es sich nicht etwa um einen bös.׳u orthodoren Rabbiner, sondern um einen Kollegen, der sich noch dazu rühmen kann, die ei'te Anregung zur Gründung des Perbands gegeben zu haben. Der wahre ״Uebersanattker" ist Steh, hardt. Wir kommen zu solgendent Resümee I. Der ('). P. bat sich im Perba»dsvoritand eilte einflutneitbe und maßgebende Stellung zu verschafien gewußter übt diesen seinen Einfluß durch eilten radikalen Pertreter des neologen ,Tudentums aus. '2. Cbwohl im Perband die übergroße Mehrheit!15*/.•׳ aus konservative» Lehrerrt besteht, ift im Porstand — jepi im geschästssührenden Ausschuß stets die radikale Richtung vorherrschend gewesen, was dtc Znteresien des orthodopen Judentums J .4. G. P und Pontond hoben die Lehrer 1111 neologen Sinne z» beeinflussen gesucht. 4. Die gesebestreuen Elemente sind einflußlos und vermöge», auch wenn he es wollen, »oelogen Tendenzen nidit wiikioi» entgegen zuarbeiten ä. Der Perbond bat auf fernem Gebiete R en »e n s w erteS geleistet, dagegen hat er den Gegensatz zwisdien Rabbiner» und Lehrern,;wischen gesebestreuen und neologen Lehrern ver schärst, ,Teindidiast und Erbitterung in eine ganze Reihe von Pereineu getragen und Zw!etract!t gesät, da wo er einigen sollte. Die Gründung des PundeS mar besdilossene Sache einige Monate vor dem Kasseler Dele gtertentog. Der Ansgang des lebtere» mar ja tür die>enigen, die der Entwicklung der Dinge mit ossenein Auge gesolgt waren, kaum zweifelhaft gewesenum haben ihn nicht nur vorausgesehen, sondern auch vorousgeiagt. Aber er bat doch mctentltd) da zu be'getragen, uns in unserem Widerstände gegen den Perband zu bestärken Daß ein iRoengeimcht geichossen werdet: mußte, darüber war man einig, nur über die ,Tonn herrschte Me,nt1ngsverschiedeuhett. Ptele Kollegen wünschten eine gesetzestreue Pereinigunq, die auch den Perbandsimtgliedern offen stand. Wir hätten in diesem ,TciUe ivahrscheinlich aus starken Zuzug von dort redmeu können und der ״Pund" wäre vielleicht recht stattlich geworden, aber langen Pehand hätte er nicht gehabt, denn von vornherein wären zwei verschiedene Elemente darin vorhanden und Zusammenstöße ganz entüer ''{.nur unausbleiblich gewesen. Einen fletnen Porgeschmad davon bekamen wir schon bet den vorbereitenden Schritten zur Gründung des .,Pudes." Rem, wenn es denn kompsen hieß, dann tvollten mir wenigstens riidemret fämp*en. Zur Lösung unserer positiven Ausgaben nehmen wir gerne und dankbar Zederuianns Hüte an - zur Abwehr feindlicher Angrisie sind wir stark genug. Der Paragraph aber in den Statuten des ״PundeS", der Perbandsmitglieder ausschltestt, das ist unser Schubparagraph, und wir sehen nicht ein, tvarum wir, eine Minorität, nicht auch eines solchen bedürien lollten. Daß auch noch andere Gründe tür den Ausschluß spredien, tverdeu wir gelegentlich Nachweisen. So ist mit GtteS Hüte der ״Bund" ge gründet worden, unfern Gegnern zum Trutz, unsern Treunden zum Schutz, dem Judentum und dem ganzen Lehrerstande zu Rutz. Za, dem Gesamtlehrerstande, denn auch der Bund will ihm, nicht blos einer bestimmten ('*huppe desselben, dienen. Und er tvird sich mit H. durchsetzen trotz aller Anfechtung, trotz allen Spotts über die Zluabhünglgen", denn auch er erttrebt die Schaffung eines hochgebildeten, hochgeachteten,etneS

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