Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 35 (30.8.1906)
- Date
- 1906-08-30
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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®eite א. Nr. HS. sie alle. Wer die «^roffttäbte wahrend dieser Saison besuctn, der nndet olles öde und einsam, viele Hauser und qesäilossen, die Sunaqoqen wie die Strafen menschenleer, aber in den Sonnneririschen und .Kurorten wimmelt es. X'iofc alljährliche Wonderiinq bat obne ^'veifel kinen qroszen Elnflnff aus dos ^ebcn und die Anscho» nn^en unserer t^laubeno^enossen. Ha werden Tausende ons ibrer «zeivolnitkii tl1n«zcb11n«z und Arbeitsweise lieroiisqeritten, neue Eindrücke, die zur Hebuiiq des religiösen «Kefühlö keineswegs geeignet sind, treten il>»r» euigegcn, wcre ne a׳.!s dies-׳ Weise erleben, verliert auch nach ibrer Heimkcln nicht seinen Einslug, j» srüberen Jahren tvar der Einrlug der Sommersaison, von religiöser Seite betrachtet, ein äusterst verderblicher. Schreiber dieser feilen kann sich der ^eik genau erinnern — cs liegt ja garnicht so iveit hinter uns, kauin A> jolire sind es — da der sommerliche E'ond׳ auscntbalt mir der Etteiliinz eines Schcidebriefcs an dos jlidentnm gleichbedeutend ivar. 'b'ituell gesiibrte Hotels existierten nicht, die Beschosst»»! koscheren jleisches nach den entlegenen Landes gcgenden war fast unrnöglich, und wos <kaltes dienst und Slinagvgen betrifft,.ליה דא; דכי *צבריר־ an so etwas dachte man überhaupt nicht. Heute liegen die Berhältnisse, (Gottlob, ganz anders Zahlreiche jüdische Hotels, die alle daran» An sprach machen koscher zu sein, bennden iich au de» schönsten lind populärsten Plätzen, die ^muln־ koscheren ,zlenches tvird jetzt rcgcimäffig und leicht beivcrkffelligt, an vielen!Hrleil bennden sich Schochtim, und es sind Shnagogen׳ vorhanden, in tvelchcn regelinäffiger t^ottesdienff stattnndet. Biele Plätze iverden von unseren bllaubensgc nosscri m so grofer ^alil ausgesucht, das; sie während des Soinmers zu regelrechten jüdischen Kolonien rverden Lolche lind beispielsweise?annersvillc m de» Earskillgebirgcn, Arverne bei Bert! Bork tmb Sharon Springs in dein wunderschönen und historisch berühmten Moboivk tal. Ein besonders schönes Beispiel jüdischen Somincrlebens bietet die malerisch gelegene und lvegen ihrer Schivcfel und anderen Mineral quetlen berunme Srlschatt Sharon Springs. Hier hat der ivohlbekanme orthodoxe Rabbiner Hr. Hrachmon seine Sonnnertvohnnng, und cs :ff hauptsächlich seinen! E>n»l»n;uzuschreiben, daff das Veden hier im Sommer einen ausgeprägteren jüdischen Ebarakter hat als sonfftvo. Hank seinen Bemühungen und der Mithülse freigebiger freunde und (Gönner ffebt hier eine niedliche kleine Snnagoge, in welcher!eden Tag Morgens und Abends gebetet tvird und die jeden Sabbat von einer andächtigen Menge gefüllt in. Bor betet־ der Sunagoge in Nev. Israel Margolies, der gleichzeitig als Schocher für die jüdischen Hotels und Prwot'omilieii »nngiert, und Herr Hr. Hrachman pflegt beim Sabbakgottesdiciin kurze Borlroge zu haiien. Auch für sagend unterricht in gesorgt, denn der Sohn des Bor beters. Herr Joseph Morgolies, ein talmudisch gebildeter junger Mann» har eine Anzahl von Kindern ilin ׳ich gesammelt, die er in Hebräisch nnd Religion ilinerivein. Solche ־',nttände sind ein ivohltuender.Konrran zu der Bernachlässigung alles jüdische», ivie ne srülier geherrscht bat. Es ginge zu iveit. ivenn man behaupte» ivolltc, daff alles in vollkoininenem ׳Zustande ivärc. An dem Ko׳chr»s inancher Hotels in vieles aus;» sepen. auch das religiöse Berhalten eines groffen Teils der sogenannten orthodoxen vsub0n lafft viel zu ivünschen übrig, aber 1111 Bergleiche z» dei־.׳' .׳!!Heren ^!!Nanden in ein entschiedener,vorlschritt nicht zu verkennen. Man hat heutzutage keinen Bonva d mehr, dem Judentum Balet zu sagen, ivenn man die drückende Hitze der Stadt gegen d!e Küble des Pondes nmtanschen ivill. und das in schon ein groffer bfeiviiiii. Her Sommer in auch bei uns die ־zeit der Konferenzen nnd .Kongresse. Unter den vielen Ber'ammlnngen dieser Ar! bar soeben eine Natt gesunden, die Ihre He׳cr geiviff besonders inler ressieren ivird. Her Berband der orthodoxen Nabbiner Hai am 4',׳. Juli in Trcinon, '?lew Der Israelit Fersen, seinen Iahreskonvent*׳ abgehalten. Her Konvent ivar von etwa dreiffig Rabbinern besucht, darunter die Rabbiner Joffe, Hnllperstein und sxried von 9kew Bork, Vewenthal von Philadelphia, /vriedermaitii von Boston, Siwitz von Pittsbnrg und Vewinson von Baltimore. Hie Herren haben sich rnit wichtigen Angelegenheiten besam, den ,fragen der Hebung des ,zligeiidnnterrichts, der bessere» Ausführung der Spcisegel'etze iind Beobachtung des Sabbats, sowie aud) mit verschiedenen dringendeil Probleme auf dem Webietc der Wohltätigkeit Her Berband bestehr ans schliesslich ans russisch pvluischcn 9kabbi:reru und hat zllnächst die spezifischen ^ntereljen des eigenen, gegenwärtig numerisch so mächtigen Elementes im Auge - aber alle ernst denkenden Juden, einerlei ivelcher Herkunft sie sind, iverden den Bestreblingen des Berbandes wohlivollend entgegen sehen, schon deshalb, ivcil es der russisch polnischen Be völkeruiig beffiinnit ist der leitende Faktor in der Indenheit des Vandes zu sein, nnd nnisomehr, als die jüdisch-religiösen Zustände in der Tat saff anarchische sind.!Hb der Berband viel Erfolg haben ivird, ist sehr fraglich. Es fehlt ihm eben jede tatkräftige Stühe. Hie t^emeinden sind indifferent, und es ist mehr als zweisclbast, ob es den Bobbinern, denen es an aller Autori rät gebricht, gelingt eine Uinwandlung zum Besseren herbei zuführen. jedenfalls sei ihnen der bette Erfolg gewünscht. er gen ..Israelit'?um Ohfober auf 1 Jahr abonniert, erhält die im Septbr. erscheinenöen Nummern gratis Unsere verehr!, poftabonnenten bitten wir um rechtzeitige Erneuerung fles Abonnements;um 1. Ohiober. ־ — Uermisclft«. München. 28. August. Tie jaden in Alteuschöii vacii. BÄ. Königshvsen, streite» schon seit Jahrzehnten mit der dortigen «Gemeinde, weil die «osten der Erlmlning des dortigen protestantlichen 'pfarrboss aus allgciurinen Mitteln bestritten iverden, wabrenb sie ׳ich uiei.su nullt für beitragspflichtig valien. ׳N'ach viclsachen Berbandlungcn und Entscheidungen hing die Entscheidung der jrage endlich davon ab, ob die «üemcindc Altcnschöin Vach als volitische Persönlichkeit diese Baukosten als vffcnt liche Vast üvernoinuieu und sritver getragen habe. Da nch dies als unbestreitbar verausstrllte. wurde die Beschwerde der Juden, gegen die schon die Negierung von Unter ׳'ranken entschieden batte, vom Berwaltungsgerichtsvose verworsen. Stroffburg, 28. Augun.?1111 l Avril >!"«! ve ׳lande» in Elia״ Vvtliringcn 2Ktl öffentliche Elementar ichule» ״»: .'>l2׳> Schulklassen und AK «;77 Schulkindern. Davon waren .">־-' Schulen israelilisch »ul .'"I Schulklassen und 121s 2 dnilcin. Bon de» vrivaicii Eleineutarschulen ivar nur eine israelitisch mit einer Schulklaff'c und 14 Schulkindern. Klcn1k!ndcr׳'chnlen ivaren H israelitisch. Ichenkonien. -7. Augui'i. Auch »1 der hiesigen ««eineiude ivurde am עיי'לן א«״׳ der ״ העניה צב״־ach den vekanulen Borschrineu gehalten. Es sasirlr eine groffc Anzahl der hiesigen '׳'cineindcnuiglicder: andere, die nicht ׳'asten toninen gaben Spenden für uiv'ere unglükklichen russischen «"laubensbrüder. Budapest, 2". Augun. Dem soeben erschienenen juniliene der Milieiluugen des ungarischen ־zentralst,! tl1't»'chen Amtes zut'olge wurden »» Monat Juni in 1111 gar» .'»> El'k» zwilchen Jude״ und Evrisien geschlossen, jn jalle״ gevorie der Bräutigam. 1» ׳.'«: jalle» die 'Braut dem judennu״ an. ju l t ,fallen wurde bezug lich der Neligion der ttiuder ein Urberelnkoiniucn gctronen. und zwar in II ,valleu zugunslrn der christliche» und in H ,valien zuguui'ien de» >üdisckc». Personalien. Vondon. -t. Augun. Nevcrend 2■ Ringer, der 'Prediger der neuen kpenrndsiinagoge. in am vergangenen Montag genorven. Er ivar >1» javre I^l׳׳ m London geboren seine jamilic ׳'lammte aus Bübinen. Ncv Dinger grnog in r'ondon grobes Ansehen. ^«kirnkauien. Augun. Am vrrg»rngrnrn Min woch beging der ernr Borttelicr der lnengcn tsraclitischen ' Unser Baltin,orcr Korresvondern bat über die Bcr i'annnlung bereits berichtet siebe No. HH. D. Ncd. HO. August 1900. Kultusgemrinde, Herr Ni>ckarl Dulzer, mit seiiier ««emablin die seltene ,jeler der goldenen Hochzeit. £,f in den weitesten «reisen beliebte״ und hochgeehrte» jubilare feierten dieses s>rst in voller ütrsundhrn ft:• Körpers und r-teisles. Herr Kultusvorstand Dulzcr ver siebt heute noch mir ,tigendlicher Kran in der uneigeu niibigi'ten Weise die verschiedensten Dbliegenbcitrn. welch, dir Ehrenäinler ihm auferlegen, die ibm sowohl seitens der iildlschen Kultusgrineinde als auch seitens der politischen vtrmeinde iibrrlragen worden nud. Besonders hervorzubeben ist sein edler Tinn und sein hochherziges Drreben wenn es gilt elnzustehcn für הירד, עבידד, וגדיליה חבדיב Die ,>r!er gestaltete sich denn auch zu elfter allgeineinen. die Wohnung des jubrlpaares glich am ffeitkage rincm Blumengarten. Bon allen Driten Uesen «Glückwünsche rin. Nidgen ׳'׳e dem edlen jubelvaare in Ersüllung gehen. Altona. 2־*. Augun. Am ר״ח א-דל wurde uns Herr A l e r a n d c r Ni ö l l e r ׳ ־ ע, ein, Niann denen Namen weil über das Weichbild umerer Ltadt hinaus bekannt ist, durch den Tod entrissen, jn Herrn Nivller isl ein Mann dabingegangen. der seine beste «rast allezeit für היה״ק und das vtedeibrn unsrer ,־קהל,־־ eingcscvl h,n Dchvn lin 1H. vebrnsjahr mitten in den Kamvs des Vebens bineingesiellr er hatte seine schwer tränten Eltern und seine Eteschwister zu erhalten ist er in seinem «fiollvcrlrauen doch nie wankend geworden. Durch seine peinliche Nedlichkcit gelang es ihm, seincin Geschaiie bei juden wie bei Andersgläubigen einen hoben Ruf zu sichern. Wo es galt Not «11 lindern, griff er ein, und es war echtes ׳גד״ייה ה"יב das er übte. Das Reichen begängnis des Hrimgegnugenen gestaltete sich zu einer Kundgebung der Bercbrung und Viebe, wie sie ergreisen der nicht gedacht werden kan», jm Hause hielt der Nene des Bcrstcrbruen, Herr Dr. Möller, einen kurzen Nachruf. Auf dem jriedlivs sprachen Herr Lberrabbiner Dr. Vrrner lind der Dckiwicgersohn des Bernorbenen, Herr Ct׳n• rabbiner vrmcni'tein aus Kopenhagen. הנצב״ה Sprecbsaal. ««eebrtcr Herr N e d a k t e u r ' An der Dchivelte der kommruden jeierrage möchic ich mir gestatten, der!»oiichen Diseiitlichkeir einen Bsrfchlag z»> machen, der, wie ich hoffe, hier und da kinigein jute reffe begegnen ivird. jn vielen kleinen «Kenieindcn ist bisher mangels dort ansässiger בהגיד die דציה de-s Duchenens an den jeieriagen nicht ausgeübt worden. Wie wäre es, wenn diese «Kemeinden auswärtige הגיב! veranlassen möchten, gegen Erstattung der entstehenden Kosteir die neiettagc in ihrer Milte zu verbringen, damit die genannte בי^יה dort erfüllt werden kann. Ich halte diesen Borschlag für der Erwägung würdig. V. m 2■ Jüdisches üereinswesen. Kiningen, 28. August, jn einer jen, die so sehr dem Materialismus tuxlbipt, daff diesem Moloch alte besseren Regungen zum Dp'er ׳'allen, daff man ״ ״”• cm weiht und andere heilige «Keseve über Bord wirst, ist es doppelt erfreulich, wenn junge Vrutc, die mitten in den Kämpfen und im Ningen der «Gegenwart nehen, nch kraft voll ,üdischrn Idealen zuwenden. Mil Bergnügen werden viele vernehmen, daff am hiesige» ׳Platze nach dem Mu'tci des ׳״N'achlaff-Zevi" in j-rankfurt cm ״Bcrcin zur ׳pflege der jüdischen Vebensanschauung" bestellt, früher als Ab zwcigung des .Dnra8-eme8־', nunmehr selbständig und eingetragen als ״Ez-chajim‘. Der Berel» will!ungen Kaufletiten, die hierorts konditioniert find. «Kelegcnheil geben zu לידיד ה-,"ק und zu echt jüdischer pcbenssutirung. Im Bcrein mit gleichgesinnten «Kenoffeu brachte Herr H. I a k o b s o b n feil «> Jahren die Bereinigung zur Blüte, so daff ne irvt ilir ständiges Vokal zum Verne» und Beten bentzt, ein בב<- :הייה und sonstige ד”יב ihr eigen nennt. Wöchrnt licli finden l ׳ד״עיריב statt IN ״ דידנייה ריניד -״׳בי־׳lid גדיא woran »N Durchschnitt!"- 12 inngc veulk parti zipirrrn. Ende Aw ׳'eierte nun der עין ר1ייב einen ב״ב über die «"cinoro von ביצה, Im festlich crleuchieien Bercinslotal und an gedeckter Taset entwickelte sich ״ach verrichtetem דעייב bald ein reges vcben, das sich zur echlen שדהה ידל דציה entfaltete. In feierlicher Weise vollzog man den בייב von ׳ביצה ui» dann sogleich >»» Traktat ב־היב ztl beginnen Der Brreinsvornvende, Herr jakobsobn, begrüfftc die Erfchtkneneir m herzlichen Worie». legte die heiligen jirlc des Bereins dar, stattete in seiner Rückschau allen Ircunden, Etönnern und Vcbrern des Bereins gebülirenden Dank ab und schloff mit einen: au'nuliiicriiden חל־ יאב״ן■ Dtürmischcr Beifall lohnte den Redner. Es sprachen noch Vebrer Mannheimer Dettclbach. der ׳'ich namentlich an die!uiige Kaufmanns׳ iveit wandte vcbrcr Bamberger-.Kltzingcn, in sinniger, wobldurchdachtcr Weise eine ,דשנה in ר^יה au׳' den Berein und den ״Abend" beziehend; Herr Steinmarder. Herr H. Selka und Herr M. Selka würzten die ש״ב! ebenfalls durch schöne דבייי ודרה• Herr Wallach trug die 1. Mii'chna von 'אביה בייל, נ als vied vor, was eben'0 originell als trefflich wirkte. Nach noch mancherlei jüdischen Ta'rlgti'ängrn sprach Herr Vehrer Bambrrgcr die;לדי die man durch Auszahlung au׳' M. H» gesteigert batte- Damit schloff zu später Stunde die schöne Heier.