Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-08-30 · 35 (30.8.1906) · p. Seite 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
35 (30.8.1906)
Date
1906-08-30
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
81% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9890644--0672-7375164
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

flr. JV*.?ritt 10. Der ZSraelit. :W. August IW«. sozial bodi und materiell siche» gesielt teil Vebver standes. Alter ivn sorderit zugleich, das» bei allen diesen Bcsirebungen das Zudentu»!» nicht nnr nicht geschädigt lverde, sondern dasi mit derZördernng unserer Interessen auch echte, rvabre Religiosität gefördert »verdc. Und de» ״Bund" lvird beweise», das» er nicht nil»׳ lebensfähig ist, sondern an» allen in Betracht kontmenden (Gebiete» anregend, helfend und fördernd uuift. »,lut einem (Gebiete bat er seine Eristelizbcreditiqmig ja sdion glänzend dargetan. Der Kamps um die jüdische Bolksschnle in Preusie» ist ein Ruhlitesblalt in der (beschichte unserer noch recht jugendlichcit Bereinigung. Es mus» aber in bobem (Krade erbitternd wirken, wenn die s e l b tt lose T ätigkeit unserer Bertreter, die es ausdrücklich abgclebnt batten, das» ihre erfolg reiche Wirksamfeit öncntlich besprochen werde, in der Wei>e vcrdächtigt tvird, tvie dies leider geschehen ist. SV»׳ Bund lvird aber schon durch seine blosie Existenz mäsiigend ans die Berbandsleltung ein wirken. Sic bat >voh! beute sdion einge«el>en, dasi es doch nicht '0 leicht ist, die Lehrer in neologem Sinne z>« beeinflussen und sie wird ioldie ״Fehler" ivic bisher nid,t mehr so raidl begehen. Hamit kommt sic aber unser» Wünsdien entgegen, denn der Bund ivill ivahrlich nidit von den Sünden des Berbands leben und ivir führen den Kamps gegen denselben nicht nur seiner selbst, sondern iim des Friedenswillen. Her Kamps, das witten ivir ivvbl, sdnvädn beide Teile,!!!den! er sic unfähig madit. »irf» ibrer Ausgabe,!::!׳ern Stand geistig, sozial und materiell zu heben, voll und ganz zu ividnien, darum erstreben ivir den Frieden. Za, ivir traten sogar ׳ür die Einigkeit aller ^rbrer ein. Sie alle unter einen Hut z!i bringen. I,alten ivir tsir eine Unmöglidikeit »lud den Bertitdi dazu tür »diäolid,, da die religiösen (Gegensätze zu tchron iiild. 'Wenn aber voir Zall;ll ,voll iozialdcinokrarisdie und dni'llidH’ e>icn.7׳rkschattcn Hand in Hand gehen, »in »dt bessere Arbeitsbedtngttngeii zu erkämpfen, sollte ein ähnlidtes Borgehen für uns Lehrer nnmöglidi sein? Haben die beiden Bereinc in Hessen indit einträdilig znsammcngeipirkr, um die Vage der jüdischen Lehre» im Grosiherzogtinn zu beben? Sollte sidi das, >vas »di hier im Kleinen voll zogen, tür das ganze Hentichc Reich nidit ver ivirklidten lassen? Sind ivir aber einiuai toiveit aekominen, uns von Zall zu ,'vaU zu verständigen.! .;»יי wird der Zrtede von selb׳! emkebren und >nau ivird sidi lviedcr besser verstehe.,. Hauit gibt es keine ״Ber räter" und ״Abtrünnig-" keine ״Bkantelhänger" und ״llebcrtanariker" inehr »ind die Torgueuiada, Peter Arbues mit» Ei.eninenger werden nidit serner znni Bergleich berangezoge». Wie es aber mul, komuien mag, ob der Friede, de!» wir ern,eben, und die Eintracht ihren Einzug hatten, oder ob de, .Kumps »ortdanert, den wir nicht fürchten. der Bund ivird nnbeirrt seine bodi gesteckten Ziele versolgeu. Has» er ne auch er reichen möge, das ivalte (»ton' (Correspondenzen u. rachrichten.?111•.' d e m Regierungsbezirk Kassel. Hie lievisdie Lehrer Konferenz Hane sich vor melireren fahren in einer Petition an das prensiisdie Abgeordnelenhans mit der Bitte gewandt, den israelnisdie» Lehrern das.Kantorat >m Sinne des (Gesetzes als Kttdieiidienil anzuledinen iiud das (Krnndgelialt einsprediend zu erhöben. Hie Staats regternng Hane s,d, damals an die Provinzial Bo,nelik,äniter tun Auskunft über die in der Petition vorgebraditcii (Kründe geivender. Zn der Anttvon ivnrde ihr milgeleill. das» eine Bor bcreiknng ans den Kaniorendiensi mn Ansnahine de» ..Penkopen Borle'iing" nidit nötig sei und dieser »elbn besondere;■>01t indn in Ansprnd: neliine, da d,e Lehrer obiiehin verpsiidnet seien, den Gvtlesdieiitt zu besudien. Her Hiensi >ei and» mit Ansnalnne an den lioben ,Feiertagen!'ich» o״ü,-o״.,o״n ■-!>>;..s....1״ .x »■.*.»1ו11י11ן <<< ״ llliyillUI ansechtbaren Gründen konstruierte der Regier,»,gsverrreler noch den weiteren, das» das Interesse unserer Gemeinden an den Fortbestand der jüdischen Schule nicht so grosi sein ivnrde, wenn sic nidit aus diese Weise einen billigen Borlänger erhielten! ^n einer daraus abermals eingereichten Petition wurden alle die vorgebrachten Gegengründe zu entfväfteit gesucht und niiter Berufung ans das historische Recht die ^silte inn Anrechnung wiederholt. Daraus steht die Antwort noch ans, da die Petition wegen Sdilus» der Berbandlunge > nicht mehr zur Beratnng kam. Zhr Schicksal dürfte aber io lange die Borsteheräniter ihre Ansichteil nicht einer gründlichen Revision unterziehen, kaum zweisel hast sein. Wir sind unn der Meinung, das» heute einige Reigung dazu vorhanden ist. Hie Vage der turhcssisdien (Gemeinden ist ja infolge des ueueu Schulunterhaltungsgesetzes eilte viel günstigere als bisher, da sie voll den Sdinlvcrbändcn eilten angeiuessenen Beitrag zur Unterhaltung ihrer Bolksschulen beanspruchen köniien. Es dürfte sid> also empfehlen, wenn der Borstand der Vclirerkvnterenz in nochmalige Unterliandlungen mit den ma!'»gebenden Kreisen, respektive den Bor steheränitern treten ivürde. Es mag ja ganz angenehm sein, einen so billigen;חז zu haben, aber es ist unbillig, den: jüdischen Lehrer etwas znzuninteii, ivas sidi sein christlidier Kollege unter keinen Umständen gesallen lassen ivnrde, und nnbillig in es ferner, die Tätigkeit des Lehrers als Kantor erst 1» dein Augenblick so gering zu belverlen, wenn er eine Bezahlung dafür verlangt. Zranksnrt a. M. Sonntag, den 12. d. M. fand dahier die Borstandssitzung deS unabhängigen LehrerVereins für das Grosiherzogtum Hessen statt, in weldicr zu dem bekannten Geselzentivnrs Stellung genoinmen ivnrde. Bkan war darin einig, das» er in seiner jetzigen Zassnng nicht (Kesep!»׳erden dürfe, das» es aber unklug iväre, ivenn man nidit versuchte, dem verfehlten Regierungsentlvurf einen bessern entgegenznsielleu! Was speziell den ״von dem Religionsnnter ridit der israelitisdien Kinder und dei, israelit ischen Religionslehrern" handelnden Teil der Re gierungsvorlage Artikel 74 bis *7) anlangt, so ivar der Borstand der Ansicht, das» er im allgemeinen den bereditigten ,Forderungen der Lehrer cntspredie, das» aber nod! viele Besiimni ungen unklar und manche sogar recht bedenklich seien, Besonders n-erde die vorgesehene Unter stützung der kleinen Gemeinden ans der Zentral lasse sehr gering anssallen, ivenn die Regierung keine Subvention gewähre, denn die Kosten der!Organisation werden einen nidit geringen Teil der voll den Grosigcineinden aufznbringenden Zuschüsse absorbieren. Hie (Keivälirung einer Subvention ivnrde bisher stets mit der Begrün dnng veriveigen, das» die Zuden keine Hrgani sation besäßen; mm ivill die Regierung eine soldie ׳diasien, aber die Taschen hält sie nod, immer zu. Has in ein umso größeres Unrecht, als ja be kanntlidi die Zuden zu den kapitalkräftigsten Steuerzahlern gehören und soivohl Katholiken als Protestanten, ja sogar die freireligiösen (Ke ineinden eine Subvention erhalten. Bezüglidi des übrigen Teils des Entwurfs sab der Borstaud davon ab, scsiformnlierre Bor sdiläge zu madien, aber die Ridirlinicn, auf die er sidi einigte, srimmen in der Hauptsache mir den Ausführungen ii» Rr. 3:'. d. Bl. ״Hie Be ivegung in Henen" überein: Ausbau der vor handenen Znsiilutioiieii. Insbesondere iväre das Rabbinat zu einer Behörde übnlidi den Pro vinzialänitern in dem benadibanen Kurliessen um zngesialten, dem der Rabbiner als Borsitzender, ein Lehrer und;׳ reip. .'׳ Bezirksvvisieher als Beisitzer angeböre». Zedes Rabbinat in selbnständig und ihm fallen fasi alle Aufgaben zu, die der Regierungsentivnrf dem Hberrar;mveisi. Her Ainonomie de» (׳׳emcinde siünde so die des Bezirksrats — das »värc vielleicht der panendsie Titel tür diese Behörde als Korrektiv gegenübereine Bergeivaltigmig iväre ali'o ansgefdilossen. Hie vorhandenen Landjudenfchaftskasscn sind zu einer Z,e!:;׳.?.!ka׳se z>! net einigen. ans iveldier die (Keliältcr der Rabbiner und die Zuschüsse zu den Uuterhalkn»gsfo>tcn der Religionssdinlen kleiner Gcnteinden gezahlt werden. Her Titel der Behörde, die diele Kasse verwaltet, in wirklich glcichgiltig,׳ die Hailplsache ist, das» ihr die Möglichkeii genommei» wird, das religiöse Leben in irgend einer Weise zu beeinflussen.* Hie baldige Einbernfniig einer größeren Be» sainnilung, in der man sich über das dem We Kb mu'uii ijtijluuttvi v 1u(y4iu1U(tji 1u*v vlJ . l. -OtTiui. HUIlCll einigen müs»tc, wurde als drittgend notwendig erklärt. 5chnlbericht. Zahresberidn der Privatgiimnasial Anstalt zu Ungarisch Brod Bk ähren. Es ist z»var eine ausicrdemsdie Anstalt, über die wir heute berichten, aber sie verdient trotzdem unsere volle Beachtung. Bor allem ist es die Persönlichkeit ihres verdienstvollen Begründers, des Herrn Rabbiner Hr. Zung, der ans seiner Wirksamkeit als Stiftsrabbiner in Mannliciill noch im besien Andenken bei nns sieht. Hann aber ist die Anstalt selbst ein tür Heile»reich änsiersi wichtiger Beri'ndi. Sie vertolgt das hohe Ziel mit der wissensdiaftlidien Ausbildung in den Lehrgegenständen des (ÄtimnasiilmS eine gründlidie Unterweisung der Sdiüler in allen ,Tädirrn des jüdisdien Tdirifttums z»i verbinden. Z!> dieser Sdinle ivird der Zngend die allgemeine Bildung zugefnhrr und zugleich der tiefe Zdeengang des Judentums in solchem Grade ersdilone», das» ne befähigt ivird, selbst ans den H.nellcn unserer Religion ideale (Kesinnnng, edle (Kesittnng und glühende Begeisierung für das ererbte (Knt der Bäter zu schöpfen. H urd, die Berwirklidiung des alten Prinzips: ״Schön isi die mit Bildung gepaarte L hre" erstrebt die Sdinle, eine Zugend heranznbildeu, die weltlidie Zntelligeiiz mir tiefem jüdisdien Wissen tind inniger Religiösirät in sich liarmonisch vereint." Diese (Grundsätze sind in Henlsdiland Gemeingut aller gcsctzcstreuen Kreise und ihre Hurcht'nhrbarkeit für die Realschule, für die Präparandensdinle und für das Seminar i׳t durdi eine ganze Anzahl blühender Anstalten nachgewiesen. Hiese Zdeen im Hsieu heimisdi ge- 'macht und die Möglichkeit ihrer Hnrchführuug auch t'ür Hesierreich, n׳o die Berhältnisse noch viel ungünstiger liegen als bei uns, sogar tür das Glunuasiulii dargetau zu haben, das in ein Berdiensi des Herrn" Hr. Zung. Hie profanen Lehrgegensiälide werden nach dem Lehrplane der Gmn'nasien m Hesierreid, nntcrriditet.^ Has Hebräsidie ivird, den Borkennrnissen der Schüler angemessen, in '» Abteilnilgen gelehrt. Ha ein groszcr Teil derselben sidi aus Galizien rekrutiert, io isi das Ziel dafür ein ziemlich hohes, denn sdion in der nntersien Abteilung trirl ־•צ״' על ד*צנ*וה, קצ,,־ "•"יע auf. Zn der obersten ivnrde bcispiclsweie in 7'י! ב*צח פיק אע צ!״--- >w י!, w ,4 1״. ן י - * -׳ gelehrt. Wir beglückwünschen die Anstalt zu dielen Erfolgen. — Hem Schulberidit gehr eine ,echt lesenswerte Arbeit: ״Hie Rabbiner in und aus Ungariidi Brod" von Rabbiner Hr. Zrankl Grün voraus. *) Am». &. :Heb.: Wir sind mein der Meinung, öuu es nch enumelUt, die Lanbnibenickatlskanen »u einer:srnnallane »u vereinigen, weil tür bie w geichattene ,leiurul tane eine nänbige Berwaliungsbebörde ivobl »inumgünglilh wäre und weil diese bann zweisellos-bie Tenben» baue, ihre Besugniste und den Kreis ihrer vieschätie sueeeinvc zu erweitern. (5!n gemeinsamer Ausschus» der drei bualisiischen ״Be»irksräle״ ohne jede behördliche ge»schall würbe unseres Erachtens völlig bmreichr» um die eriorberliche nkühiung ber»us1ellen und Ertabrungen »uni besten des (׳tanzen auszutnuichen. Ter Ausschuß der (Kewerbegerichie z. B. bietet ein Muster einer solchen treten -;entralnelle mehrerer Einzelbebörben. möchten übrigens weiter bemerken, bas» wir bte k u r be׳ tischen Provinziatrabbtnate trovbein ne zur Zen >u meist itreng geiebestreuen Ebarakter tragen keineswegs sür unbebingt nachatmienswerte Vorbilder batten, denn die dort zu Grunde liegende Unselbständigkett der ineinden vernöstt ohne weiteres gegen die Vorichrisien dt- :Heligtonsgeiebes. bas unseres Erachtens auch u> solche" Versanungstragen die erste und ntaügebenbe Autorität sein sollte.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.