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Der Israelit · 1906-08-23 · 34 (23.8.1906) · p. Seite 10

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
34 (23.8.1906)
Date
1906-08-23
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Serie 10. Ar :U. Ttv oevaflit. IW* Mittel der Vcrbrcnnnnfl wandte die ^n» qnifinon and, dazu an, das Hand von ansteckenden und häretischen Lchriften zn reinigen wir finden hierin ba* Vorspiel für jene ^ennir der Preffetzeugnisse, die später eine der wichtigsten Antgsben der Inquisition wurde. IW* Ver brennen von Vüd(crn, die den Behörden nunfielen, war eine Litte von beträchtlichem '.*Mtcr. (5* ist bekannt, das; Konstantin bei Todes strafe die Auslieserung aller :'lrianischen Werke befahl Im Jahre 4."׳.'» liefien Tkeodosius II. und Valeiitinian 111. alle Wenorianisdien Bücher verbrennen.. Ei» anderem liefet' bedrohte mit dem Tode alle diejenigen, die nicht die manichäischen Lchriilen z» gleichem B"׳ecke au^licfcru würden. Instinian nerurtciltc die ״seeunda editio", worunter die Wloüntoreu übcreiuftimmcnb den Taliiind verstehen. Während des solgenden Zeitalters der Barbarei war wenig Ursache vor hailde», diesen Weg ,jur Unterdrück»»׳; des menidi liche» Geistes einz»td!lagen. Allerdings verbot 11» Jahre »Gl der Wen gotenkönig l^nrich den Inden, irgendwelche Bücher tu leien, die dem christlichen <’>Mnubeu widerstünde», mit Einschlns; des Talmud. Das Wieder erwache» des menschliche» Geistes hakte zur Iolge, das; bald wirksamere Mittel;nt Anwendung kamen.;'US im Jahre 1JH> die Universität Paris durch die Weberei Amanris in :1lufrcqum; verlebt iviltde, lies; man die Lehrinen ׳'eines Kollegen David von Dinaiil znsainmen mit der Plnisik und Meiaphlisik des Anfioieles, de» man für seine Webereien verantwortlich »inchle, verbrenneil. Hierher gehör! auch die Vcrbrennum; romanischer liebet icb»m;e» der heiligen 3dirin durch Jakob I. von Aragon, sowie die r5ano11es des Wouzils von Varbonnc im Jahre l durch welche den Haien nmer'agk wurde, irgend einen Teil der heiligen Ldni'l zu beuben, und ebem'o auf die Verbreniinng des Buches ״De l'ericulis" von Wilhelm von Laim Amonr. Indische Bücher >edoi> und vornehmlich der Talmud wegen seiner gotteslästerlichen Anspiel itiigen au» den Heiland und die heilige Inngtrau waren besonders verabscheut, und die »irche war »nerinüdlich 1» ihrer Unlerdrücknug. Um die Mine des I~J. Iahrlninderts vegnügre iub Petrus Benerabilis damit, den Talniud foltn;» studiere», und einige Linde develbeu der Bernichtuiig preis;»gebeu. Lein lediglich argnmeiitierendes Vorgehen pas;re aber nicht ׳ur die Ungeduld des 1Jahrhunderts, welches ein ׳trenne. V rgeben vor;og, und io ׳chlvs; sich die Versolgung der jüdischen;׳itkeranir uiiininelbar an die der Albi genfer und Waldemer an. Sie wurde veranlagt durch eine» bekehrten Juden namens Bikolans von Wugalla, der >H'׳»> die r"nsnierk׳a!!:ke!t «Gregors lX. am' die in den hebräische» Büchern, besonders im Talmud. angeb lich vorhandenen tWntesläner nngen lenkte. Im Juni erlief; (Gregor Brie'e an die Wonige von England, Irankreich, '?iavarra, Aragon, 15aütlictt und Portugal, sowie au die Prälaten dieser Woiiigreickie und befahl ihnen, an einem 3abboth in der bevorstehende» Ianeuzeit den Inden, wen» sie ur ihren LUiiagoge» waren, alle Bücher weg ,;mtebme» und ne den 'Beilelnioudien anshändigen .;u lasse», litit Bericht über die in Paris erfolgte Prüsuug in »ns erhalten gebliebe» und;eigl, dris; es nicht schwer war, in den jüdische» Bücher» .;ahlreiche Dinge zu finden, die 'ür frembe Cbreu auNösug klangen, obwohl die W'abbine», die;» ihrer Verteidigung;» erichenien wagten, die 'Be schnldigniigen eiilichiede» bestritten. Das ׳Bersahreu zog nch vier Jahre hm und das Uneil wurde ent am Mai I-4> ge'allt, ivorans Paris das erbauliche Ldiauwiel erlebte, vierzehn W a g e ir l a d u n g e n v o n 'B ü ck, e 1 >1 an׳ einmal n»d sechs b i einer anderen Gelegenheit verbrennen;11 ieben. Wie de׳ oder das ״Os coecy^is" nach talmndischer Ansicht unzerstörbar in. so fonrite auch der Talmud »ich: vertilg! werden. lb'.°v> befahl Vnht'ii; der Heilige in ׳einen In nruknonen au ieme Mar׳dralle rn dem ׳?larbouuais abermals, alle Exemplare desselben zu verbrennen, zugleich mit alle» andern Büchern, die ״Gottes lästeriingen" enthielte». Im Jahre 1B'»7 wies Wlemens IV. Gnido falcodias) den Erzbischof von Tarragone an, durch Andrvkuiig der Exkommniiikation den Wöuig von Aragon und seine Adelige» zu zwingen, durch die Juden alle Ex mplare des Talmud und anderer jüdischen Lchritteii der Inguisition zur Prüsung auslietern zu lassen; die, lucldie feine Gotteslästerung enthielten, dursten ale daun wieder znrückgegebeu, die ander» aber mnfiteii versiegelt und sorgfältig aufbewahrt werde». Alfons der Weife von ftnftilien war kluger: er lief; den Talmud überleben, um die Irrtümer den, Volke zu erklären. Im Jahre IBO sab iidi Philipp der Ldiöne genötigt, auf die fort währende Vervielfältigung des Talmud hinzuweisen und seinen Widdern;11 befehle», die Inquisitoren bei der Ansrottnng des selben zu nnterffüben. Iehn Jahre später, 1:10*.*, hören wir, wie die grofien 'Wageilladnngen von jüdischen Büdiern «n Paris öfienklich verbrannt wurden. Wie srudnios indessen alle die Bemühungen waren, ersieht mm! ans einem Urteil, das Bernhard Gnidoiiis bei einem Antodaf׳'- Kill* verkündete. Am Veranlassnng der Ingnisition hatten die königlidieu Beamieu abermals eine sorgfältige .Hanssiidmiig veranstaltet und alle Eremplare, deren sie habhaft »׳erden konnten, znsamuieiigebracht. Dann waren LadwerNändige, die der hebväi f dien Lp rache kundig waren, ge rufen worden, um ne sorgfältig zu vrüse», n,id nach reiflicher Ueberlegung zwisdien den Iiignisitoren und den zu ihrer llmerstübung zugezogenen Wechts gelehrten wurde benimmt, das; die Bücher auf;wei Wagen durch die Llrafien von Toulouse gefahreil werde» nnd königlidie Beamte dabei mit lamer Ltliiime verkünden sollte!׳., die Vernichriing dieser Bücher erfolge wegen der gotteslästerlichen Anffneliiiigen auf den Ltister des Ehrinemiims, feine Mutter, die hodiielige Iungsrau und den chrifi lidien Wauieii: alsdann sollten ne feierlidi verbranm werde». Das in der einzige Hall einer Bücher ocr breniiliiig während der Beit, wo Bernhard Giiidonis das Amt eines Ingiiisilors bekleidete, und ans den;rvei zur Wegsdiannng der 'Bücher ersorderlid>e» 'Wagen kanil man ׳diliefieu, das; die Lanimlniig das Ergebnis einer sehr gründlidien ׳.'sadisorsdinng war. Uebrigens sühne er in feiner Lamiiilniig von ,vormeln andi eine an, die allen Priestern befiehlt, drei Lvnmage hintereinander den Befehl;11 verkündigen, alle jüdifdieu Büdrer mir Einschlns; des ״Tal»!»;" müfiten bei Ltrafe der lyrfonnmmitariou an die Inguisition zur Prüsirng eingelieien werden. Wir ersehe» ans die'er Iorniel, das; Bernhard es nir nötig hielt, an׳' die Lache ein wadnaiiies Auge zu haben. Der Mampf gegen . eu be'onders gefährliche» Talmud dauerte fort. Im Jahre!."»-<> erlies; Johann XXII. de» Befehl, alle Eremplare des selben in Beschlag;1, nebtnen und zu verbrennen und im Jahre 1 HO mtterbntdi Alexander V. eine;eiilang die Verfiiidning feiner Gegenpäpste, um den Befehl zur Berbrennniig dieses Buches;11 wiederhole». Der Ltreit, der zur Zeit der Wenaiffauee;wi'dien Pfefferkorn und W'endilin als Vorkäinpser» aiisgefochte» ivurde, ist wohlbekannt. Dennodi »übten alle Beniühnngen der .Humanisten uid!rs, um den Taluntd vor der Aeditiiiig zu schüfen. '.fi'od, 1 .">.'»4 wiederholte Julius III. das Gebot an die Ingninrion, ihn ohne t׳׳nade;» verbrennen und den Juden bei Todesnra'e die Anslie׳er11ng aller ihrer länernden Biichern anzuemp'ehlen. ein t^ebot. welches auch in das fauouifdie Wedit ausgenoiiimen wurde n n d bis heute dann net!!. Wir bredie» hier ab und foumieu auf das interessante Werk, dem die׳'e Anssührmigen em nomine» find, vielleicht bei einem anderen Äntas;;»rück. * «׳««- «MW-*! זיווןןויאו Ai Caveant consales! Man schreibt uns: In der Br. ."»2 des ״Israelit" ׳'diilderr ein Berichterstatter, die sehr traurigen antireligiösen Auschanungen, wie sie von den Vertretern des Wabbinerkollegs in Eineinnati verfochten >׳׳׳״den. und »immt bntm Anlafi, auf Grund der Angaben eines Dozenreil des orthodoxen Wnbbincrtcminnrd in Bew;'jork, die Stellung des lebleren Institutes zu dem ent genannten zu inäzineren. Was min die erfie Ldiilderung betrifft, so klingt dieselbe für uns Europäer wirklidi inhelbiirt, und doch in es wirk lid! Tatsadie, dafi dort in religiöser Hinsicht eine Bügellofigkeit herrscht, wie wir sie uns kainii vorstelle» fönnen. Ldrreiber dieser Beilen Hane mehrere Jahre hindurd, v-lelegenheit initEineiiinatier Wabbinars.Kandidaten auf boutfiheu Universitäten zusammen zu sein. ' Trobdem es in de» belr. Ttädten an guten jüdifdieu WeNanrams »ich! mangelte, as;e» dieie;»knusligeu Wabbiuer aus nalmislos in dirinlichen Pensionen, und, - was zu ihrer Ent chuldiguug gesagt »׳erde» niufi, — fast ohne zu wissen, da»; ne envas Unrednes damit tun. Aber andi sonn konnte man an diesen Herren ivähreitd des ganzes Jahres nicht das geringste bemerken, das ihre Bugehörigkeit;um jüdischen Volke irgendwie gekeuuzeidinet hätte. In theoretischer Hiusidit umersdiieden sid> diese zuküiisrigeil :Ir'epräsentaiiten der jüdisdie» Weligivu von deil christlichen Theologen radikalster W!d,-- lung nur insofern, als die lebten׳», ihre» gr ofien Hehrem folgend, au der Bibel immer muti einen gewissen Grad hifforifdier Offenbarung »nd Inspiration anerkennen, wahrend den erfteten solche Begriffe völlig »remd find. Wie verhält ndi nun das fog. konservative Wnbbiner Leininar in ׳Vem Bort hierzu V Es in dankenswert, dafi Herr Dr. Iriedlärider den Irrtum, als ob das 'Bern;fiorter Wabbinerfeminar die nrrhobure Wichtung vertrete, zerstört »nd die Tatiadie klargestellt hat, das; es in den Bahnen der Breslauer Aunalr ivandle. Wir möditeu uns hierzu aber noch einige präzisierende Bemerkuiige» gestatten. Wir wissen z. B.. das; seit wenigen Jahren ein jüdisdi literarisches Unrernehmeu im «Wrnge in, weldies nur anerfennenemerter Offenheit in feinem Programul die Absicht zugenelit, dem pratriidieu Iudcmnm de:; lebten Hebensuerv zn diirdisdineideil. Es ist dies das Umernehlneil einer jüdisdien Gelehrtenvereinigung, für die hebräisch lesende oiteiiropaische Iuveuheil einen radikalkritifdieit Bibelkommeutar zu fdiaffen, der den extremsten Auswüchsen der modernsteii Evolmionstheorien Eingang in diese Wreifi' verfdiaffen soll. Als erster Band in fdion vor ea. 3 Jahren der Womniemar zum l. Budie Mo׳'es erschienen, der andi zugleid» als Prospekt für alles folgende hielten soll. Hier wird der Eharakler des ganzen l. Bndies Moies als einer sparen Hegeiidensammlnug ״nadigewiesen". Es werden nicht nur in!edein.Wapirel konstant-l—.fi D.uellen umersd,iedeu und dem Verfasser zahlreiche Irrtrimer vorgeworfeu, sonder» and» uod» unzählige gewissenlose Iälschnngen und Madienschaslen ״entdedt", vermöge deren der Elabormor i'o viele grundversdiiedeue Lagen zu einem Werke verarbeiten konnte. In dem 001PN8 I,1teraton1 , das iidi!ol.fi edles B>el geneckt hm, fehlen neben mehrere» Dozenten des liincümatier W'abbiuerseminars amb soldie des ״konservativen" Wabbinerseininars!» '.fi'ew Bork nicht. Bedenkt man nun, wie tu der osteuropäische» Juden!,eit, wo die Weligionsivifiensdiafl der Mittelpunkt alles Denkens i!t, solche die h'nmfn-mjt.״׳ der W'eligion behandelnde Ldirifte» förmlich versdilniigeii iverden, — wie dock! sdiou vor melireren Jahren ein berühmter Mcnncr der dortigen Verhältnisse in dem Hameliz versichern komite, das; das grofie, kostspielige 'Vöerk von A. H Vöeifi, von keinem jungen •־rr »ngeleien geblieoen in; die hebräisdie Ueberfebung der 11 bändigen hh'äb fdren Gefdiichte der Jude», weldie ursprünglich ea. Mk. kostete, ist heute iliii viel weniger als um den vierten Teil die!es Betrages zu haben, ein Beiveis für den enormen

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