Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 33 (16.8.1906)
- Date
- 1906-08-16
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
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>6 Äugut'k I9öfi Liberale Zumutungen; ein Epilog zum Müncbener Cehreriag. Es ist fein_flfltn־tiflco feilten, wen» ücfi an dir ״״ז; ltito iinqetcheiuMt Müvpcridjmt, ivie es der Teutiche Vehrerverein doch ircherlich ist, io viele Erorteruugeu, teiliveiie sogar rechtzeitiger Art, knupsen. tatsächlich ivird von allen Leiten zugegeben, das? die verband lungen diesmal nicht ans der Höbe irüberer Vebrer tage gestanden und da viele Teilnehmer recht nnbe iriedigt die Bersammlnngverlassen baden. ,V! der Vebrinnensrage batte inan «1. 1rato geurteilt: ,veil die Magistrate der großen Ltädte die ivetblichen Vehrkräne ihrer Billigkeit halber bevor;״gen, rvo durch oft die tüchtigsten Vebrer in entlegene Dover gedrängt werden, war »tan gegen die Vebreriitnen ungerecht in bobeni Blage.' ’> der ,Trage, ob Liniultan oder Monsessionstchiile, entschied ׳ich;mm־ die übergroße Majorität iür die Liniultan schule, aber inau lieg Dpportniiitatsrücksichten ivalteu. Weil inan in Baliern den Lehrern gern deii Borwuri der biottlotigkeit macht, ent schied man sich sür die Beibehaltung des fon־ setttoiiellen :)!' 1׳ I ז n i rrn >> 1 u! t e ׳ יv!d!tי־ >!!!d die Herren aus Bremen, die energisch sür die ivcltliche Lchuie, d. hdie koniessionolose Liinultaiischule, eingetreten ivare», wurden als arge Ltörensriedc angeieben und danach behandelt Die jüdischen Hehrer, auch diejenigen, die wie wir ans dein Boden der jüdisch fomcnioiidleit Bolksschuk Neben, sind mit ihren Lvnipatbieu aui den Leiten der Bertreter Bremens: iven» schon, denn schon! ,V, nur geben sogar noch einen Lchritt weiter und behaupten, das; wenn man 'ich schon einmal iür die weltliche Lchule entschieden bat, auch der Bl oralunterricht als solcher nicht bineingebört, denn auch er ivird stets im Linne einer Mont'emoti gelehrt werden. Leine Lchüler t!!r das Lchöiie, :)gabre und (gute;11 be geistern, da;» bieten dein Lehrer auch die übrigen Iliiterrichtssächer (Melegeubett. gloch weniger köuuen wir dem Ltandvinitte des Herrn Mreistchul i nspektors L che rer aus Büdingen Dberbetten;ustimine», der sür die Erteilung eines allgemein ckritt l 1 ui e u :)leligmnsuiilerrichrs etittrttt, entes »luterrichts alio, der die Unterscheidinigslebren der ein-;einen christlichen Monsetsionenunberücksichtigt lägt und nur das alle!; ,A'mci!tnu!te lehrt Herr Lcherer wird mit seinem Borschlage weder bei Matboliken noch bei Protestanten Auklaug siuden, aber das in seine Lache und wir würden darum keine Beraiilassniig genommen haben, uns mit ihm zu beschästigen. :'Iber er gab der Bleinung Ausdruck, dag and) die jüdischen Lchüler daran tcilnelnnen könnten, die ,luden würden am wenigsten Lchivierigkeitcn macheii. Der ttenv graphische Bericht verzeichnet au dieser Lteile Heiterkeit. Und m der Tat, der cärdanke in äußerst komisch: die,^uden sollen an einem dir itt» lichen Religionsnnterrtcht teilnebinen und der Herr Mreistchuliiitpektor hofft da sür die ־viimuilli gung der jüdischen Elter» eher zu erlangen als die der christlichen Momcmottcit. Wir würden das (Rinze sür einen recht schlechten Lcher; halten ilnd nicht daraus reagieren, wen» wir uns nicht eriiiuerten, dag Herr Lcherer s.;; als Redakteur des hessischen Lchulboten denirlbeu lgedanken urgiert bat unter ltettigen Auställen aut das alte Testament. Er -ivnr sogar der Auticht, dag inan die jüdischeii Lchüler aus der ^iiuultauschule weisen müßte, wenii sich ihre Eltern gegen einen derartigen Religionsunterricht wehren, eine Drobung, deren Berwirklichung wir nebenbei gesagt, gar nickt sür ein Unglück halten würden. Herr Lcherer ist ein sehr sreisinniger Mann — er ist wenigstens davon überzeugt — und bringt es dennoch' sertig, gegen ,Tuben unduldsam zu sein. Wir wollen ihn aber gar nicht darüber im 11» klaren lassen, dag ivir sein Auftreten für eine An inagung sondergleichen halten tnid ivir wissen nicht, wieso er aus dicBermutung gekommen, dag ivir uns das bieten laßen ivürden. Meine Konseßton bringt für den Religionsunterricht solche ^pser wie wir Tex ,1ןז1ז*ן» ,)»den und ivir sollten eine foldn־ (Uleichgiltigkeil an den Tag legen, unsere .Binder m einen dirttt lichen Religionsunterricht zu ׳chnken, selbst wenn er den steireligiösen ,Tdeen des >>errn Lckerer eiiiigeiniage» angepaßt >1>!mv \Yit Lcherer itt ja nirlif de, E"te. der der irrigen Meinung war. man brau die iich nur ein liberales Mäntelchen »inzubängeii, dann ivürden die ,Tuben gerührt in seine Arme ftnfcn. Dieie missionarische Tätigkeit eines liberalen entlockt uns nur ein lächeln und wir verbitten uns energisch solche ^»nnitunge». Gorrcspondcnzcn u. Haebriebten. W ür zbur g. iE in L chul j abr in der ״,Vs raelit i sche n Veb r e rbi ld u n g sannal t" Würzburg. Unter völlig ernenerte» 'Berbält nissen halte im Cftober des vor. ,V'• das neue Lchuljabr der ״,V>v. Vebrerbilduugsanttalt" be gouueii. Ter ,,Israelit" batte damals die feievl 1d>c Erönnung des neuen Lckuliabres und die Ein sübrung der neuen Vebrkräste registriert, große Erwartungen batte man allerseits an die Reor gauisation gek»ür׳st und die jüdische 'Welt bat wohl ein Interesse daran und ein Recht daraus, nunmehr, da das Lchuljabr mit der abgeschlossene» Renevrüsung iür die Lchüler des Dberkurtes in der Hauptsache als beendet gelten dar׳', über die Berbältnine des Lennuars Räberes zu ritalm־». Wie i» diesem Blatte schon gemeldet, haben sämtliche 1:1 Lchüler des Cberkurtes ,bre ertte Prü'liug iür den Lchuldienst vor der Mgl Prüsungskoinniissiou »nt gutem Enolg beitanden und konnten in die Praris als Reltgions und Bolksschiillebrer entlassen iverden. Es in mit diesen! schönen Resultate gewissermaßen ein Prob Nein sür die ,Zweckmäßigkeit der neuen Drgani hitic 11 gegeben, dieselbe dar׳ also in ihren Ein zelbeiten vor das V!ckn der Denentlichkeit treten. Drei ordentlichen Leniinarlehrer sind zu Beginn des i!e!!en Lchuijahres ne!! angettdl: worden, die Herren Tr. VI. Mlein, ,\afob Ltoll und Veopold Au sänget. Herr Dr. Mlein übernabm den Unterricht i» Biiichuab, Talmud und Ritual in allen Mursen, Pentateuch mit Ratchi tin konibinierten Unterknrs, ebenso ,Tranzösisch. Herr Ltoll erteilte den ge sannen Unterricht >!> Päd.igvgtk u»d ׳üktbodik Bi'atbcmatik und (Geographie, Herr Antänger den gesamten Unterricht in Teutsch Ltil, Viteratnr, Poetik, Vektüre, aus;erdcm (beschickte i»1 Dber kurs, jüdische (beschichte in allen Murteu, Peuta teuck mit Ra'cki im Dberkurs. Uebnngen im Lchiurlernen und ireie» B;oralvortrag ivurden allsabbatlick von Tr. Mleut nn Dberkurs, von Ansänger in den beide» unteren kombinierten Murten vorgeiioinuten, in gleicher Weite wurde von beiden Herren der Unterricht in 1״:? erteilt. Die übrigen ,Tacker iverden teils von dem Hil's 1111 ui, Herrn E'Hiitadter, teils von ,Fachlehrern erteilt. Es bedan wohl kaum besonderer Hervorhebung, das; sämtliche Vebrkräste svivohl bcz. thics Vehr ver׳ahrens als ihrer Pensenverteilung unter sich stets in engster ,Tühlung bleiben, so bas; satt nach jeder Velnttunde im Vebrerziininer eine kurze Aus ivrache über die Enabrungen in derselben statt nndet und es m bochersreulich, das; sich in den Hauvtsninkten eine seltene Harmonie der Ansichten wigt. Dieses gleichartige Borgchen gewährleistet die ltirrmonjsche Einheitlichkeit der gesamten Ausbildung. Das neue Lchuljabr brachte abe^ auch eine Reihe von ׳Reuschöpsnugen sür das Leminar deren hier nanicntlich drei besondere Erwähnung verdienen. Die allgemeine Leminarübungsschule, die Uebungsreligionsschule und das Llreichorchester der Leminoristeil. ,T» srüheren ,Tabren wurde der inethodische Unterricht am Leminar von Vehrern an der Ltadtschule erteilt, in deren .Mimte zuweilen ein Leininarist des Dberkuries bospitieren^konnte. Da war es satt ausgeschlossen, dag die Lemina risten die nötige praktische iyevtiafeit erlangen konnten. Mit dem neuen Lchuljahre wurde die ,״Tsraelit. Unterrichts- und Erziehungsanstalt^ Ar wi *fite II dahier, eine gehobene Bürgerschule mit 7 Vebr frästen sür die Leminaritten als UebungS'chule geivonnen. Mehrere Vebrer!ener Lckulc erhielten ein entspr. Honorar seitens der Letninarlettung b willigt, ivogegen ne als ״Urbuiii.sschullebler" sür die Lkininariiten sungieren. die n»u täglich abivechselnd aus allen Murten und in allen Mlanen teils hörend, teils lehrend an. Unterrichte teil uebinen und von den genannten Uebungslehrrrn ׳oune von dem Vebrer sür Bi'rtbodik in die Lchul praris eingetührt iverden. Manm durste ein an deres Leminar in der Vage sein, ausgedehntere ('׳elegenbeu tür die Eintübrung 1» dte Unter richtspraris zn geiväbren, als dies iiiinniehr hier der ,voll itt. ,>» der richtigen Erwägung, dag die Mehrzahl der junge» Velirer;»nächst an ReligionS schulen wirken iverden, der Religionsunterricht in der Religionsschule aber inimerinu von dem Religionsunterricht in der Bolksschule nach ^eit dauer und Bebandluusiveise ivesentlich verschieden sei» ivird, erschien es angezeigl. sür diesen ^iveck eine besondere Urbungsschule ins Vebe»;11 r»sen, und zivar aus etiva l>> Mindern de stehend, die den Elenientarunteriicht in der lne sigen christlichen Bolks'chulen geiueüe», al'o in gleichen schulischen Berbältniisei, ncki beniiden, wie die der Religions'chnlen. An dieser Uebungsschule niiterrichteii sämtliche!ndiiche;'»׳Infinite des Leniinars.;>» ,»der Unterrichtsstunde werden Leintnariiten zuge;oge>1, er't hörend, ipater seib't tätig, »in ,'0 auch hier möglichste (Gewandtbeit und Tüchtigkeit zu erreichen. Es soll hier zunächst noch davon abgesehen iverden. die Prinzipien d»׳r Unteliichtserteiliing dar;nlegen.!edensalls aber wird sich >» abteilbarer;;ott eine rbeoretiich wohl durchdachte und praktisch erprobte Methodik des jiid. religiösen Unterrichtes hier bcraussckiäleu, die dann veronentlicht werden soll. Rur soviel sei schon jez»t getagt Vcitsädeu .׳e. irgend iveick^r Art in Händen der Lchüler gibt es nicht B!br! ::»d (Gebetbuch und ilire gedruckten Htlssntittel ,Tntensive Ptlegc nndet int Leutinarc die Mirtik und hier und namentlich die Beniübungen des Herrn Einstädter höchst ancrkeunensivert Aus;er den regulären Mn!:ki!nterrichtsstuude11 hat derselbe ein ständiges Drchetter eingeübt, das schon wieder holt unter gros;ent Bestall ansgetretcn itt. Durch die Munitrzeu.z uieliu u» rdl»! B>11s>'?»e״ttde, welche dein Leiniuare wertvolle ,Tnttruniente schenkten, iviirde ein Berttärkung der Drchetters ermöglicht, »rn.ch d'.cten Herren Dank' ,V! reger Tätigkeit und ungetrübter Harmonie itt das Lchuliabr vertlosseir, das Prusungsergednis ivar die ,Trucht der ausgettreute» Laat. Wenn auch aut dte Einzelheiten der Prüsung iricht e>u> gegangen iverden kann, darf doch ivobl hernor gehoben werden, das; von den Ui!üd. Prüsluigen, die das Erainen genieinsain mtr den Lcktulerii des katholischen Vebrersenilnars able»)ten, benplels weite in (sietchichte aut Ctirund der schtMlichrn Prutung-sarbcit sämtliche vom mündlichen Enrmen dispensiert ivurden, in Phrittk alle bis aus esiien ein zigen. Donnerstag, den Ui. ,U>l>, ivurden bei äuge ttiessener Lchlus;se1er die Zeugnisse an die aus de» Auttalt in die Praris überlrereuden jungen Vebrer verteilt. Der rhnv. Anstaltsvontand, Herr Dlttrikts Rabbiner Ratban Bainberger, richtete warme Worte des Abschieds an die Lcherdendeii, ihnen das dreittuhe \חזק וא:ר, nauiltch .,בדויד ב:וי"־:דר., יבי-יך אר*\ als Lrunboiru» mit hinaus ms Veden, in der! Berus , ebend und rn׳t der nrabnenden Aussorderung schließend, der Anttalt stets in Dankbarkeit etngedenk zu sein. Auch die Leniinarlehrer verabschiedeten ttch in herzlicher Weiser von ihren bisherigen Lchülertr. Möge das versiossene erfolgreiche Lchitljahr allen beteiligten ,Faktoren ein steter Ansporn sein, auszuharren aus der Bahn eines gesunden zeit gemäßetl Fortschritts aus allen (^ebleten. ,^empeIburg, 7. August, ^um Mankor der jüdischen (Gemeinde wurde Mantor j'ack. »tan« aus Mvslowiy gewählt.