Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 32 (9.8.1906)
- Date
- 1906-08-09
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
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«יייי־^י־ \ -יי^י ר Feuilleton. Vamon und Phinlias i« der Iude«s«lfr. Bon Artkur Kahn. 31 Baii,druck on botcit. (iin herzliches febetuoltl begleitete il!11 bis ans Boot, dos ilin »och Holland bringe» tollte, t^uttav gab ihm ouch dahin dos <"eleite. ״Potte» Sie »uv ans de» MeschoreS aut," warnte zuletzt noch Wosenstein, ״grüszeu Sie nochmals Tlne Jyrniilei» Schwester und de» Pater." (Menilnt sah hhhtoo dem stromabwärts fahrenden Sdt.ffe nach, Limhadier tenior schien sich erleichtert zu sühlen. Maier Mm» erfchien!e^t täglich bei fitttbitdier, aber ittir, tue»» Schiss nicht da war ׳?,'och seinem Weggang tvar Limbackter jedesmal sichtlich verstimmt. Er ging, die Hönde ans deni Würfelt, mit schnüre» Smnue» (111 Simttui aut »ho »iebcv, oder tost, wie in trüben Gedanken versunken, aus seinem Stuhl und starrte ans die St rage. Petttt siel dos veränderte Wese» des Paters ans; sie entdeckte Gramsalten in seinem (Mcfirttt, die sich in kurzer Seit tief eingegraben batten. 2Las den 'Pater woltl bedrücken wollte? 'Mnstap zuckt mit den Schultern und srfnvieg. Und was die bönsigen Pesurfte Morns in den Sommer stunden, wo beide immer allein blieben, zu be Sltllflttl IwittOM V Of 1(4( Sav»'Uk%*• 1.»»««•♦^ ÜCiiUm tiuluii . «MiUf vuiuou IVIllilV. UVll Gustav feine Ansknft geben. 'Pettn wurde nackt denklicit und wollte dem Mimuner des 'Paters, denn er batte iidterlidt M»mmer ans den 'Mrund fominen. Has Nächstliegende ivar, selber erfunden, und, sie tvar eben ein 'Weib, sie bordtte, als Morn wieder erschien, an der Türe. ״Pis Ultimo," bör!e sie Morn sagen, ״braudte idt rund zwanzigtausend (Mulden. ,'zdt tvtll mein neues Haus ausbezahlen und mir die Zinsen er sparen. Tos Uebrtge, es sind, ׳otvett idt aus deu t'iotizen die idt bei mir führe, nodt zweinnd stebzigtantend Gulden kann bet *V1»et! ttebett bietbett.״ Hann tpradi Vitubadtev, aber Petnt es utdtt verstellen fonnte. Morn: ״tvarnn! nicht'? oder. Sie so leise, dag daraus wieder «•י*«** ווי>««»י(ו>1) mtimut »m 1 v doch utdtt übel, datür tttödue idt dodt, schon wegen Vebett und Sterben, eilt svanstpsand." 'Wieder sprach fantn hörbar Luttbackter. Und wiederum, in seiner rücksichtslos lauten 'Weise, sprach Morn. ״Hann müssen Sie mir schon die 'Wingert 'Weinberge eediren . .. . >a, ganz redtt, wir können einen Privatatt madten .... tvir braudten keine notarielle Urfunde .... es brandtt tetn Menidt davon zu eriabren . . Artige? nun der Meschores, der Hannes, und Meverthal .beide verschwiegen wie das Grab. Hann tubr Morn wieder lauter und nadtdrudsvoll fort: ״aber für die ztoeiundsiebztgtausend Gulden must idt. es nt ja nur vorübergehend, ,Tanstpsand haben. Sie mißdeuten es dodt bosseutltdt nicht?" Limbadter anttvortete wieder mit beflomineuer Stumne. Als Morn das Haus verliest, trug er ein Packet Papiere mit fielt sort, sünszigtautend 'Mulden osterreidnidte Stlbetrente, die Schiff Lim bacher anvertraut batte. — Monate vergingen, ohne dost nch ettvas ׳Besonderes zuzutragen schien. Mater Morn fant tevt seltener zn MiniNnche, Gunav und Bettn verkehrten aber in ihrer alt gewobnten 'Wette um Morus Familie. Emma e zu Nr. 02 des ״Israelit" Korn batte mit stiller Genngtuung wabrgenommen, dast Gustav die schöne Bella gänzlich vergessen zu haben schien und mehr, wie je zuvor, ihre Unter Haltung suchte Sogar tagsüber trat er zuweilen auf furze ,Seit in ihre Elternwobnung ein tun mit ihr zu plaudern. Mit triumphirettdem fächeln sab sie ihm dann, hinter den Gardinen stehend, nach, bis er um die Strastenecke versdtwand. Ttw Pater fümmerte fielt jetzt säst nur nodt »nt den Umzug, der im Hrühjar stattffnden sollte, sobald dies ohne (Mesährdung seiner Trau durdt die Witterung geschehen fonnte. ^ttt Montor lieft er fidt nur aus furze Seit sehen; dann fielen für Stegsried stet, tadelnde Pemetfungen ab, ohne Wücksicht aus die (Gegenwart des Personals und der Munden. S" Haute, in Gegenwart seiner ,Trau, schien er guter Laune; er unterhielt sich nur mit ihr und Simonüber Siegsrted und Emma sah er gleidtgiltig hinweg, Emil schien er überhaupt nicht zu betiierfe». Umsomehr und inniger verkehrte die Mutter mit Emil, der, von 'Pater und Geschwistern gänzlidt unbeachtet, ohne die Platter ein Fremdling im Paterhaus gewesen wäre. Er sab mit traurigen Blicken, wie das Antlitz der Mutter tüglidt blutloser, bleicher und schmäler wurde und wenn tie mit geschlossenen Augen tchlummernd dalag. sagte ihn oft plötzlich ein Schauder. Er suhlte, wie ihm das Herz stockte, wenn sie wie tot dalag, und ttidtt mehr zu atmen schien. Mit Entsetze» dadtte er daran, dasz sie sterben und er dann allein sei» würde, als habe er nieder 'Pater nodt Gesdtwister. '?Int meisten fühlte er tickt nodt zu Sunou ttingezogen, der zwar ebenso lieblos, wie die andern, aber doch viel gerechter tvar. Simon, der 'Perstandes liietitdt, war ihm noch rätselhaft. Er wnffte ttidtt, wie er sich anstellen sollte, um wenigstens in ihm Bruderliebe zu wecken Simon ging oft aus Weisen, wo er groffe Rührigkeit und Tüchtigkeit entfaltete. Her 'Pater behandelte ihn and! viel rücksidttsvoller als die übrigen Minder, nahm sogar öfter von ihm 'Widerspruch ruhig hin, wo er toult ausfallend geworden wäre. Simon ging sogar einmal so tveit, dem Pater vorznnersen, dasz versdtiedene seiner Gesdtättssühriingen gegen die kausmännisdte Ehre verttieszen. Und es kam sogar einmal, zum Erstaunen und zur heimlich״» Treude Metterthals, zu einem heftigen 2Lortwedt׳el zwischen Morn und Simon. Her Pater hatte, nadtdcm er lauge ivegen des Preises tickt mit einem Munden herumgettritten, diesem beim ׳?hie zahlen nochmals Abzüge zu madten versucht. Pei der ttamhasten Summe suchte Morn während des 'Bezahlens nodt einen Taler abzuziehen. Her Mann wollte fid» das ttidtt gesallen lassen und drohte, die schock längst abgeladene und aus den Speidter gebradtte ,vrndtt wieder mit nackt Haute zu neltmen. Simon nahm Partei für den Munden undtagte, er schäme tick! bald, dag solche gegen das fansmännisdte Prinzip verstoßende Hand lnnge» in einem renoimnierten Hanse vorkonitnen könntendas sei bei dem kleinste» Mrätner ttidtt mehr Braudt. Morn bekam einen setterroten Mops, zahlte ruhig den Taler und verlies; besdtämt das Montor. Mettertltal, der mit klugen '?lugen alles um sidt lter beobachtet, sagte sich, dasz Morn kein gutes Gewisse > haben müsse, denn der tvar sonst nicht der Mann, der eine so harte S׳1״ed1t Weisung ruhig himmiim. Er kannte den Mann, dem er lange Tahre schon diente gar genau und erriet midi mit zutreffendem Spürsinn, dasz es zwischen ihm und Limbadter nodt zu ernsten Montliften fominen werde llttztve!telha»t schien ihm, dasz Limbacher dann den Mürzern ziehen werde, mochte Gustav auch noch so glücklich spekulieren und Morn nodt 10 grosze Porteile dabei erzielen. Es muszte etwas zwischen beiden emittieren, sagte sidt Mettertltal, wovon dw Söhne entweder gar nichts, oder dockt nicht das 'Wefent lidtffe wußten. Sb es mit Gustavs Finanz TV* * 1,244* hl',*. ...tl. .• - r - ..<>*•*״.4.4144.4*j . uv WUU(. XUWUUIUl gerne schon gewuszt - aber darüber gelangte ntdits in die Seffentlichkeit und sowohl sdtiff als auch >ikrn ivaren stumm wie das Grab, sobald ,,״ Eff.'-, tvo man alle nur denkbaren Get'dtäfte besprach, vof neugierigen Leute Anbohruttgsversnckte unternommen wurden. Als nch immer noch nicht entscheiden lies!, ob es Vint endlich zu einer Perlobung unter den drei r ichsten Tamilien kommen werde, saszte ein Sdtchdten Mut zu einer verblümten '?lnsrage de, Schiß. Hie Antwort fiel zur Ueberrasdtting?es Schaldtens erinntigend aus. ,,׳Wejn Leontittchen Heirat t nur einen ganz sromnrn Mann, keinen Halbjnden, wie die hiesiger Herren", hatte Sdtiss in best mmtem Ton geantwortet. Her Schadchen wollte sidter gehen Porsichtig, wie ein erfahrener Gesdtästsmatut, lenkte ei Sdtisss?lnsmerksainkeit aus solche junge Männer, die dockt nicht anszer e etradtt zu lauen waren. Ha öffnete Sdtiff sein Herz dem Sdtad chen, nidti ohne eine diesem tvahrnehmbare Gereizt heit die Söhne Maier .Morus und Gustav Lim badter kritisierend. ,,Her »ine von Morus Söhnen randtt Heinilickt am Tätabbes, der andere iszt ans d>r Weite öffentlidt nefe. Solche Schwiegersöhne kann ich dnpendweise haben - und tuet!» sie meine Tochter in goldne Schlösser sehen könnten, würde ich nicht zu einer Partie mit ihnen einwilligen." Hann wurde Gustav einer strengen Mritit unterzogen. ״Glauben Sie", sagte Sdtiff, ״ich brauch׳ einen Schaddte», wenn ich midt mit Limbacher, meiitem besten sz-reuiid, verschtvägerti will?" Her Schadchen machte einige, wie er telber woltl ivuszte, nur theoretische Einwendnttgen. Sdtiff wehrte mit einer energischen Mopsbewegnng ab. ״Sie lind, wie eS icheint, d r einzige in der Stadt, der ttidtt merkt, dasz der junge Mamt Morns Tochter erstlich den Hos^macht" ״Was will das hliszen?" ivandte der Schadchen geringsdtähig ein, ״ist der Herr nicht auch ^edtiel TriedbergS Tachter drei ,>ahre lang nachgelaus.tt? LLenn's da Ernff »׳erden soll, muff Morn mit einer Mitgift nachlteisen, wie hier noch keine er legt worden i'־t. Emma Morn und Leontinckten Sdtiff", — der Schadchen lächelte überlegen — ״na . . Sie sind der Pater ... ich will szhnett ken!e MoüU'ümeiue machet:." ׳?Inch Schiff lädtelte gtsdtmeichelt, und inmier mehr aus der ansänglidtc» Reserve heraustretend, bekannte er, dasz er audt einmal an tMnstav als künftigen Sdtwieaersoltn gedacht habe. Hie ׳?lffaire mit der schönen 'Bella habe ihn aber sehr verschnnpst. ,T» frivoler Weise habe Gunav in dem armen Mäddten Hoffiinngea erweckt, die er nidtt im Traum gedacht habe zu erfüllen. Has toi tittjiibitd), mindestens w sdtliumt wie das Wandten und Weite» am Sdtabbes, und gegen alles Herkommen. So lieb er ausangs Gustav gehabt habe, so sehr er audt heute uodt teme geschättlidten ,Fähigkeiten schätzeals Sdttvieger׳ sohn würde er ihn jetzt nicht mehr einsetzen. Sl' Gustav and, so religiös sei, wie es die Tradition der ,Tamtlie Sdtiff bei ehelidten Perbindungen Nets verlangt habe, wolle er weiter nicht unter׳ stickten. Her Sdtaddten überdachte die Situat on Schiff batte audt erivühnt, dasz es Limbackters 'Wunsdt gewesen sei, dasz zuerst die Tochter heirate. ,Tür eine so teidic und vielhewnnderte Heirats kanditatin hatte der Schadchen keine so hockt hinansreidtende Perbindung. Ha muffte er sidt erst mit seinem Sozius in der ^יייי״+ו,, Groffstadt brieflich in Perbindung fcur^-N ihm ftan"• fett, dasz für ein P«ädd,en Limbacher kein Mann im Städtdten gut ^'י Inzwischen tvar Simon MoriHMieder einmal von einer länger» Weisetour zurü Hfekehrt. Es hatte den Anschein, als ob zwit'chcW ihm und Betti ein vertrauteres Perhältnis eiwtrete. Am Abend nach feiner Ankunft, besudtre e» mit seinen Gl sch»,in! (N viniiuidiei , wie stets »iVdi »tngrrcr Abivefenheit. Unter den jungen Leuten herrschte eine fröhliche Stimmung. Auch der. alte Lim j