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Der Israelit · 1906-08-09 · 32 (9.8.1906) · p. Seite 13

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
32 (9.8.1906)
Date
1906-08-09
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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% 9. Attguü 1906. bacher schien heiterer wie seit langer ^eii. Ihm entging nicht, das, Simon sich während der allgemeinen Unterhaltung immer in der Nähe Bettis aufhielt und ihr anscheinend etwas zu sagen wünschte. Andere «Niste kamen hinzu, vintbadbcr glaubte zu bemerken, das, Limo» dann t'tillev ward und uiiinutjg darein blickte. Es invchte ,vom Zufall sein, Dan l'imcv Moni in derselben Woche öfters von Himbackn'r in «-gegenwart Limons sprach. ״Und Bern", schlos, er ,eine allgemein gehaltenen Ansichten, ״in ein prächtiges Mädchenlieb, schön und gut, aber eine viel zu kostspielige Iran, als das, sic sobald eine Partie machen dürste." Fo» tsevimg folgt ׳. emrich Gmc Erzählung von Friedrich Noti. (Schluß. Aber ihm ivnr beständig,als könne ihm ei» Jeder das begangene Perbreche» von der Ltirn ablesen. deshalb drückte er seitdem de» Hut in s «Nucht und erkaufte den llöroßknccht zu der lügenhaften Zeugen anssaae, die sofort den Frieden seiner Ehe';er,tön und schließlich ans die Spur des Taters geführt hatte. Er hatte den Mord des Kindes längst geplant, das zivischeii ihn, iiild dem Peüß des reichste» Hofes im Dorfe stand - schon seit dem Tode seines Paters, der ,'einer Ansicht nach ein fchivercs Unrecht ihm geta!i indem er nicht ihn, sondern seinem Enkelkinde den Hof vennacht hatte. Das, seine Fra»׳ wie er's für sich nannte, an dem Fraßen einen 'Narren gefressen hatte, das war ihm grade recht, dadurch konnte er sich desselben um so un auffälliger entledigen. Ader wie er's inachen sollte darüber n׳ar er sich lange n-.chr klar, bis er eines Tages im Nachbarhofc den Juden ein Hühnchen schlachten sah. Da war es wie eine Erleuchtung über ihn gekommen, ivie ein Wink ״m» Hjnimel. so und Iiilln anders müsse er es machen, dann werde cs ei» Heichtes sein, die 'Welt zu überzetlgen, das, die von Wort verfluchten ,rüde» das Kind hätten schächten lassen, um Plnt zu gewinnen für ihre Passahbrode. Lo etwas hatte er doch einmal m der Zeitung gelesen, in der der Krämer ihm ein Stück Käse eingewickelt hatte. (Bedacht, getan. In einer stillen Lomincr nacht, als sein Weib und sein «N-sinde und alle Welt im Dorfe schlief, harre er sich in die Kammer des schlafenden Kindes geschlichen und harre dem mit offenem Mnndchen daliegenden vor allem einen Knebel in den Mund geschoben, um es am Lchreien zu hindernda» hatte er das lautlos um sich schlagende Kind ans dem Bette gehoben und es hinaus in den Lchnppeu getragen, wo er den 'JDrtvK *» r% I f V•* •4* ♦ ^UUViUUji, In welcher Wene das Pcrbrechen entdeckt wurde, ist bereits berichtet. An demselben Nachmittag ivar der Mörder wie zufällig an de»1 Nachbarhause vorüber ge gangen und hatte in der Nähe des offenen Fensters das in der Hederfchcide benndliche Schächtmesser und ein aufgeschlagenrs hebräisches Buch erblickt. Wenn er beides hätte erlangen können' — Der Zufall ivar ihm hold, denn in derselben M'.nute hatte der Jude das Jim,״er verlassen und er hatte rasch entschlossen durch das offenstehende Fenster sich der gewünschten Gegenstände bemächtigt. Alles, alles hatte er gestand-». ״Nil!eßo macht's mit mir, was Ihr «volll, mir freut ohnedem nix mehr. C jede Nacht, wann j d' Augen zumach, kommt das verfluchte Fratzel vor 6 Bett und raunzt — ni laut — ab i hör's nn 's schaut mi an — wie daznma' im Schuppen." Der große starke Bauer filhr schauernd in sich zusammen wie ein nervöses Mädchen, und fuhr sich mit der Hand über die Augen, als!volle er eine Piston verscheuchen. Der ,»broIH »־. Nr 13 No'? ״Machts mit mir, was s wollt'" wieder holte er. Nach diesem alles aufklärenden tKeständniffe war es leicht gegen eine entsprechende Kaution die sofortige Freilassung des unschuldig Peru»- teilten zu erlangen. Die Freude. den Jubel seiner Familie zu schildern, iväre unmöglich, aber nicht nur seine nähere Freunde, zahllose «Glaubensgenossen von '?iah und Fern nahmen innigst Anteil an der glückliche» Wendung seines «Geschickes, Hausen von (-ölückwiinschschrciben und Estück wünschenden Depeschen liefen ein. llnd nicht nur sämtliche Mitglieder der israelitischen «.Gemeinde, auch zahl reiche Mitbürger anderer Konfessionen beteiligten sich an dem ^ubcl. lluter den Ersten, die den Freigelassenen per sönltch beglückivünschten befand sich der Unter suchungsrichter, der ihn zuerst vcrnomnien. ״Hiebe» Freund" sagte er. ihm die Hand drückend und schüttelnd ״ich bin ein Meiuch und Menschen können irren, da»!»» müssen Lie nur verzeihen." ״Lo möge (Mott »nr verzeihe», ivie ich ans vollem Herzen allen verzeihe, die mein Unglück »׳erschuldek oder an meine Schuld geglaubt haben." ״Ich danke Ihnen" verlebte der andere, ihm abermals die Hand drückend ״übrigens »׳erden Lie stch erinncr», daff ich Ihnen schon damals meine Hochachtung ausgesprochen habe." ״llnd haben doch mich eines Mo»des fähig gehalten" entgegnete Weis-köpf, während ein Hücheln leine milden Füge erhellt- ״das macht das Nitual mord Märchen, das unglückselige Märchen vom Nitualmord, das schon so viele Morde verschuldet hat." ״Heide», habe auch ich e»st in der alle»jüngsten Zeit das unheilvolle Märchen als Märchen er kannt". entgegnete der Nichte»״ ׳aber ich bitte Tie, >vir saugen das Märchen mit der Muttermilch ein, »׳erden alt und grau ohne uns des Wahns bewußt zu »»׳erden oder vielmehr, ohne uns bewußt zu werden, daß ein ichanriczer Walmglaubc uns geäfft hat. Erst niüsscn wir anfgerütkelt iverden in allen Fugen, erst muß nagend»׳,׳ Zweifel des «Keivissens Nnbe uns rauben, bevor uns die Augen alifgehcn." Es war am Sonntag nachmittag, den die «Geschwister Beer geivöhnlich zu geincinsamen ^puzii»giii«,«! u zu benußen pflegte!»- doch durch die Porvereitnngen zu der in »vrnigen Wochen bcvorstcbenden Pcrmähinug des Bruders, war Ennni weh» als geivöhnlich in Anspruch ge nominell und deshalb zu Hanse geblieben. Eben war sie mit dem Ordnen verschiedener «Ngen stände beschäftigt, als das Mädchen ihr eine Karte brachte. Der Herr ivüusche den Herrn Doktor zn sprechen und lasse bitten ihm angeben' zu wollen, »van» er denselben treffen könne. ״Mein Bruder ivird sehr bald nach Haine ko>!!n!-u" -rv.'id-'te E""»1, ,,sühreu sie den Herrn herein." Gleich darauf trat Alfred Wrißkopf mit hös lichem Grnffe in das Zimmer. Emmi ging ihm mit ansgestreckker Hand entgegen. ״Willkommen Herr Weißkopf' mein Bruder hat mir gesagt, daß er Ihren Besuch dieser Tage envartct, ich erlaube mir deshalb Lie zu bitten, sich einstweilen hierniederlaffen zu!volle», H-viurich dürste sehr bald komnien." Alfred entsprach der ihm geivordeneii freundiiche״ Aufforderiing. während sein Blick mit nnverhohlener Beivundernng aus der liebliche» Erscheinung des jungen Mädchens haftete, von der er seinen Dnkel so oft mit solch unbegrenzter Hockwchtnng hatte sprechen hören, wie von keiner andere!« Dame. Emnn dagegen hegte für ihn eine Art schwärmerifckx's Intereffe, feit sie von seinem hochherzigen Borgehe» für seinen Leiter erfahren halte. Beide srenten sich dcrher >׳n Stillen die Bekanntschait des Andern zu machen, sonden sich sehr bald in lebhaftester Unter haltiing und hatten vollständig vergessen, daß sie noch ci»CII Dritten riwuriririi. EiUiiii Hütte ','ich nach seinem Pater erkundigt Uttd die Hoffnung ausgesprochen, daß der lange Aufenthalt im Kerker das körperliche Bestiiden desselben nicht geschädigt habe, staunend vernakm daß trch die «Ke׳!«ttdkeit desselben während dieier Feit geradezu gebelfert hatte. Alfr d wußte ,'0 viel zu erzählen von seinen, Pater, von dessen Ansentkalt in, «->«e׳ä,1g״iffe, ,00■3 derselbe «mvninden. gebacht und getan. Ennni batte ihn, ״och Stunden lang z״hören mögen und »var ge»«dez» üderraicht, als <>׳>»,ich gegen Abend nach Hane kam und sich entichnl digte, daß er solange ans /blieben Ihr ״nn bas gar nicht lange vo»gt*o>»»1en was sie ihm auch lachend erklärte. Alu׳d nVv sv,a»g fv ichrocke» ans, dntthaib Ltu>>ben b«1tre e, die «Nduld der ,»mgen Dame in A״ip-״ch x,,a״״״en. das ging doch über das Erlaubt« sich jetjt baldigst empsehlen, aber u,♦*; ihn nicht fort, er mußte zum Abendeffe-i btßz-er, und sie verbrachten noch mehrere Ltin.deivy,» heiterster llnterkaltnng. v Pon da an war Alned Weißkop׳ ein sch» häufiger «Mast im Haufe des Advokaten und Heinrich überzeugte ßch 'ehr bald, daß die beiden lungen Henke nur zn geneigt ivaren, seinen und Irinas Hiehli»gsw»»'ch z» realisiere», llnd als Alfred ihn einst erinnerte, daß er ihm »׳rrsprvchen habe ikm mitzutetleu, ivte er den Dank, den er ihm schulde, betätigen könne, da erividcne er ״Machen Lie meine Lcknvester glücklich, meine Emmi und Ich bin Ihr Lckttildner für s Heben.״ Heinrich s und Men» s Hochzeitstag >»׳׳»» ge koniine». In de» »nt Blunirn und Blattpflanzen t >ri׳k»>»»,! urix iiaii»!׳ Lra, עקב O H T: Anianq Taiuat ' 4u«tvm«» Nkr Mm 1 IHM* »an« Uhr IVin Franksurt n M ,!.. וi.Sin; .«׳. ab H |l» Mainz 7 Jii "! I. Berlin > München 7 I'. 1 17 Ltnttgart 7 fl Ltrastbnra 1. -4 Polen s . 1" Liettiu H -! Breslau ־ ,. d 1 t! Nürndera Wien Pran — 1 j ■1:> Für den Neklamenteil ist die Nedaktio» »idat verantwortlich; insbesondere ist es ansschliefflich Lache der Heser, die im Netlameteil enthaltenen (smpsehinnaen ritueller ii'dttn oder sonitiae Anrfj{1{i«nA^(f<1lifl1r11 Khdrattrr* aus ihre ^uverialiiakeit z« prüse«. Ltrena Q.J UnminiMn 11 1i Ufihn streng כשר «•••«ך• - ׳1L Hotel und Restaurant Marz. Kta1i(es Hotel a Restaurant am Platze, »ckb. aat. Aslaicht eines stiadixenr':?"? des Herrn)«. Karcasa. Krakaasteht Diner ä part Mk. 2.50. fable d bäte 2.25 ——- Rein• W«in«. > Besitzer: Wilhelm Marx, Elisabetbenatrasse Nr. 50 vit dem Kurkarten. *9• vis T«11pbon!Nr. 3u ~P»n*lon im Hauu Tiiaibon Nr■ 314. lrlttilm miglicb dieWebersingt inKirtiuid? N־־ <1״un <■- »ittt ״ .’rinn. I חי in ־xi IrMf’ li'tal hniwi. 14 ■! ־b .',dumווזזויוווו«י י>!' I ■1*•ebrr ivrm bru. n>a« r1111 11< 1־» u«! ibi iiuim ׳1׳ flebmiuiit um!irbit Sabnirr ••'<:1tu«l l>nit1ll,11 INI» dir babnr 1b> «mdi 1rt»1 wirdn ru »IN ttiiar 5»«1 •i*s bi; ui;dir irr, armarix. Wan fault ,־tnaa <11111; ^rbrim •ut <> ¥<4■ prr «,«xichirl in 1rb»r Api'ibrkr. «brr Itinnaltpanri• banbluna■

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