Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 31 (2.8.1906)
- Date
- 1906-08-02
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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2ntf 10. Mt :11 ligion, Baterland, (^ottessurcht, Cälaiibe n s. 11׳., welche, durch«!»» nnverstanden, nur da» «bedach« ni» belasten und für da» Leben Wirkung»!»» bleiben. Mit Pecht fa^t darüber T»־. Kolm A!Wb,ich: <׳x\iu suslematifchen Ncligioitsnmeiricht ift bisher am »al'chen Ende angefangen warben. E» ist wertlos vom Kinde unverstandene Miragraphen nach dein Silstein der Kakachese au» wendig lernen zu lauen und widerspricht dein l^emüte de» zartesten Kindesalter», da» göttliche Wesen gewisseimaszen zu analm'ieren." Hier iniisz also mit dein Unfug de» Answendiglernen» reinen (Kedächtnisstoffes einmal aiifgeränmt »׳erden. Man lallte »ur nicht entgegen: Was soll der Lehrer bei Prüfungen, besonders wenn sie int Beisein nichkiüdischer '?Behörden vorgenommen werden, vorführen, ,^di erwidere hierauf: Mietet da» »׳eite (Gebiet der .Pitualvvrschriften, de» Kalender», der Besprechung der I>> Anssprüche, der (Glaubens arnkel iind der biblischen (beschichte mit ihren hcrrlikliei! lehren kein dankbare» Ield, uni sogar vor diesem Ivrnm z» bestehen? 20 wird dann auch die Beligionslehre ^11 einer Stunde de» Bcrgnngen» sür Lehrer und Schüler, zn einer H.nelle geistiger und gemütvoller Er ginckniig in de!» Bewnfltsein. etiva» mit nach Hanse zu bringen, n׳a» nnverlierbar sür alle Zukuntl hancl. deshalb venvende »ran auch nur solche Lehrbücher, von welchen Hr. Kohn sagt: ״Ein Lehr buch der Beligion!nun derart beschaffen sein, dasz e» auch im Mannesalter noch als Lektüre mit ('',ennsz bcnüiM »׳erden kann und trvydem einfach gkiing ist, nm an der Hand de» Lehrer» auch vom Kinde verstanden zu »׳erden deshalb koininen für den (Gebrauch der Schüler nur die Werke von Bamberger •Y die Schriftleitniig und Anerbach in Betracht, tür die -Hand des Lehrer» da» treffliche Buch עכזרדי הגולה von Lndivig 2lern. E» empfiehlt sich, mit dein Uiiterricht in tlfe iigionslehrr, nainentlich vom 4. oder 4. Schuljahr ab, liturgischen (besang zu verbinden, um ein erwünschtes Element der Förderung und Hebung de» (Gottesdienste», ioivie als (Grundlage zur (tte »׳Innung eine» Sunagogenchors zu geivinnen. Has kann!edoch nur fakultativ, ioivie nur für Knabe» geschehen, Ich lxibe deshalb von der ׳?lnfstellung einer eigenen Unterrichtszeit t'ibuand genommen, troydem ich die E111führ»11g aus» dringendste be fürwoiten mochte. SpiaLkcbre. £n׳ «Krammatik kann als besonderem Unter richlsgegennand nicht die Bedeutung der übrigen Iäckier zuerkannl iverden, da dieselbe einerseits häufig im An'chliisz an den Lefe und lieber seyungsnnlerricht abstrahiert, anderseits die ge »׳onnenen grammatische» Besnllaie in beiden Lachern angeivendet und geübt werden. Hoch kann ein Nistematischer Unterricht in der hebräische» Sprache aus die׳e Weise nicht erteilt »׳erden. To aber der (Grammatik ein hoher bildender Wert besonder» zur Kenntnis de» Aufbau» der heb räischeu Sprache, sowie zu»! Eindringen in da» Weien derselben iiineivolmt, kann man einen 11 ׳» e m all׳' ch e >1 Sprachunterricht nicht leicht ent bekren. Man denke nur an die Deklination de» Hauptwortes, an die Sufüra, an die Koniugation de» Zeitivone» >1. ׳. n׳. deshalb »infz vom 4. Schuljahr ab, nachdem schon in den vorhergehenden fahren die elemen larnen?,egeln niid Begriffe in gedrängter Weise duichgenviluiien sind, eine eigene Zeit zur Er» iveirernng und Bertieiniig de» grammatischen Stoffe» — unter ständiger 'Berücksichtigung de» Iori'chreilen» vom Reichten zum Schweren — eingerichtet »׳erden. Selbstredend darr da» Ber ',ihren, im Anschlnf; an den Vefe »nd lieber skynngsnnlerrichi praktisch (Grammatik zu pflegen und durch vielseitige Anwendnng und Wiederholnng Festigung de» Erlernten zu erzielen, nicht vernachlässigt werden. Zum Schlüsse mochte ich ganz besonder» bctonen, da» zur zweckmäfzigen L"urchsnhrung eine» Lehrplanes!״ erüe Viitic die veinlich n e (>(e Ter ,Israel». w 1 > s e n h a f t 1 g k c i r de» Lehrer» gefordert iver den miifr. (^eiviffenhaft bereite er sich für jeden Tag vor und gewissenhaft führe er ׳ein Tage buch über jede Stunde und deren Pesultate. Wie in einem Feldzug nach Moltkeschem Rezept die (Gedanken und leitende!! Ideen nur in den .Haupt zügeii voraus bestimmt ,verdcn, deren Ausführung jedoch dem verständigen, genialen Erfanen und Hurchdiingen der U nt er׳!ihrer in die Hand gegeben ist, so kan» auch ein Lehi-plan nur an regen und richtunggebend wirken, während e» dem verständigen Lehrer überlassen bleiben!nun, nach Lage der Berhältnisse, Zahl und Befähigung der Schüler, dem Plan Leben einznhailchen, ab und ziizngeben und den Boden für eine geregelte Hiirführniig de» Plane» zu schaffen. Hafür bleibt aber als erffe und idealste Berordnung: Ta» treffliche, kon se g neu te Beispiel de» Lehrer»! llm planmäszig und gedeihlich zu unterrichten, bedarf es ganzer Lehrerper s ö n l i ch kei ten , pädagogisch und allgemein Nüssen schattlich durchgebilderer, sowie ans stete Iort bildnng bedachter Männer, aber auch gerecht und konsegnenl handelnder, glaubcnsbegeisterrcr lind ber»f»treudiger Eharaktere, denen die Schule im betten Sinne eine Welt ift, eine kleine 'Welt, in welcher der Lehrer nach dem Worte unserer Weisen דה ־יא יחיש א־ז אתה יחום וגוי da» ׳Walten de» Allgütigen in der groszen LLelt, getragen von Vicbe, erfüllt von Weisheit und (Küre, »achahmen und vollbringen soll, zu jeder ^eit den lebenswahren Lenau ichen Spruch beherzigend: ״Kinder sind Rätsel von cöott und schwerer als alle zu lösen; Aber der Liebe gelingt'», wen» sie sich selber bezivingl." Corre$pondenzen u. naebriebten. ׳.Hi!» Bavern. Hie diesjährige (Keneral Versammlung de» israel. Lehrervercin» für da» Königreich Bauern fand am I«>. Juli d. ,V'. in '?!nrnberg statt. Hie Beteiligung war eine aupcrordentlich starke, wozu wohl die Inbi läumsausstellung nicht ivenig beigetragen har. Hie Kiiltnsverwaltiiiig hatte in zuvorkommender Weise den rfiemeindesaal zur Berfügniig gestelltdieier ernne» sich aber als viel zu kceiii, sodafz uicht ivenig Besucher sich mit einem Stehplay im Borzimmer begnügen miifnnt. Seiten» de» (Kemeindevoritand» begrüszte -Herr Schuldirektor Sv m brich die Bersammlnng in einer recht Herz lichen 'Weiie. '.Hl» Sohn eine» jüdischeii Lehrer» kenne er die beiden und Freuden der jüdische» Lehrer sehr genau und bringe ihren Bestrebungen seine vollste Siunvatbie entgegen. Hasz inan auch in anderen Kreisen Berftändni» dafür besitze, zeige die Tatsache, das! der bäuerisch.׳ Landesver ein nicht unbedeutende Mittel bewilligt habe, um die Iorlbildniigskonferenzen der bäuerischen Lehrer zu nnterstüyen »nd zu fördern. Her Born and de» ׳?,'ürnberger Bezirkslehrervereins begrünte in den jüdischen Lehrern ivackre (Kenonen, die Schulter an Schulter mit ihren christliche» Kollegen nicht nur für die materielle Besserstellung de» Lehrer stände», sondern auch für denen ideelle Eniler kämpfen, '?,'amen» der jüdischen Kollegen in '?,'im! berg richtete Herr Hr. I. Bamberger eine kurze, aber kernige '.Hnsprache an die Bersammlnng und N'ünschl ihren Berhandlnngc» besten Erfolg. Her verdienstvolle Bornyende, Herr Lehrer ('׳oldnein Heidingsfeld, erstattete hierauf den Bechen'chastsbericht für da» abgelaufeue Bereins jahr Her Berein zählt gegeinvärtig ls(> Mitglieder und benyt ein Bermögen von l l(X>1>7Mk. Her Bornyende erwähnt lobend verschiedene Kol legen, die sich um die (.Äenüiinung anszerordentlicher Mitglieder verdient gemacht und fordert zn reger Werbetätigkeit auf. Behuf» Ausarbeitung einer Henkfchrift an die königliche Staatsregierung seien ,Fragebogen an die Mitglieder lünausge gangen, um natinische» Material zu geivinnen, leider iei ein nicht iinbedentender Teil derselben unbeantwortet geblieben; die Säinnigen wurden energisch an ihre Pflicht gemahnt. Hie Kommission 1 Auguil!!nt:. zur Herausgabe eine» Lesebuches für indisch, Bolksschnlen, respektive eines ׳.HuHangs mit Ltüchen jüdischen Inhalts erzielte kein ׳?,iesultat nnd die ihr kooptierten Lehrer sind ans derselben ausge. treten, wozu die anfechtbare '?lrt, wie die .! ihr noch niigehörenden Herren Babbiner die ׳?luge legenheit behandelten, da» meiste beigetragen hat. '?,'achdein der Borsiyende die fette '?lb'icht der Ber waltung bekundet hatte, auch künftig die llnab hängigkeit de» Bereins gegenüber allem Viebes iverben von recht» und link» zu wahren nnd zu! Einigkeit aufforderte, erteilte er da» Wort Herrn Lehrer Hingfelder '??,ünchen zu seinem Bor trag: ״Hundert z^ahre jüdischer Schulgeschichte in Bauern". Bon der Einleitung abgesehen, die etwas konventionell* gehalten u׳ar, bot da» Be feint des Interessante» recht viel und kann als eine ä n sz e r st g e d i eg e 11 e '?lrbeit bezeichnet »׳erde». Ha» Indcnedikt von l^l-". war grundlegend für die Errichtung von Elementarfchiile» in Bauern, aber schon vorher waren einige, so die in iTbbach, Mainstockheim, I-lvsz, Pegensburg u. a. m. ge gründet worden. '.HI» Batet de» israelitischen Beligionsschillweseii» in Bauern inusz Babbiner Wittelshöfer in Iloff betrachtet werden. Hj>.> Ber ordnung vom Jahre war im Sinne der Bo>schlage diese» Manile». Es fehlte aber au ge eigneten Vehrkräften »nd e» dauerte ziemlich lange bi» diesem Mangel durch (Gründung de» Würz burger Seminar» I^(4׳ und durch Umwandlung der Talmud Thvrnschnlen in Höchberg, Bur,!- preppach nnd Schivabach in staatlich anerkannte Präparaiidenschnlen so gründlich abgebolsen wurde, das! nicht nur recht kleine Äenieinden ihren seminaristisch ausgebildeten Lehrer haben, sondern das! tatsächlich von einer Ueberprodiiktion ge sprechen werden inusz. Hie Bedeutung de» Würzburger Seminar» scheint der ch'efe!ent ein wenig nnterschäpt zu habenseine Zöglinge waren auch vor der jüngst erfolgten Peorganisalion, die wir ja alle mit Irenden begrüszren, in nnd nuszerhalb Bauern» als Lehrer recht beliebt. Leider folgte auf die Zeit des Aufstiegs eine solche de» Rückgangs sowohl in bezug auf die Elementar als auch die Neligionssck^ilen. Hie Zahl der erstcren veimindert sich fortwährend und da diese Abnahme in der Landflucht der jüdischen Bevölkerung ihren Hauptgrund hat, so ist auf eine Besserung der Berhältnisse leider nicht zn rechnen, besonders da die l^roszgemeinden in vollständiger Beikennnng der tatsächlichen Ber bältnisse heftige (Kegner der Errichtung neuer jüdischer Bolksschnlen sind, obwohl die Leistungei׳ der bestehenden nach dem amtlichen '??,'aterial die der christlichen Bolksschnlen übertreffen. Her ch'eferent wies schlagend nach, dasz die bäuerische Pegiernng immer weiter von der Siniiiltan schule abrücktfordert sie doch sogar für die .Handarbeitslehrerinnen die Berücksichtigung der Konfesnon! ׳?,'och trostloser ist die Lage der Bell gionslehrerhier ninsz sogar in vielen I-ällen von einem wirkliche:, '?,'otttand gesprochen werden Zur Beseitigung desselben schlug-Herr Hingfelder die Eründnug einer Zentral kasse vor. Her reiche Beifall, den der Beferent für seinen Bor trag erntete, war ein wohlverdienter. Ha» zweite Nererat, das Herr Lehrer Adler Ansbcich über da» Thema ״Ha» Kind in Bibel nnd Talmud" hielt, war ja weniger aktuell als da» vorhergehende, aber auch es bot de» Inte reffanten mehr als genug. Ha» Mittelalter, 0׳ sührie der Bedner an», die Zeit de» Minnege sang», war die Epoche, wo das Weib im Border grnnd stand, unser Iahrhnnderl stellt die Sorge für da» Kind an die Spiye aller Bestrebungen. Er ivie» an der Hand eine» reichen Materials an» Bibel und Talmud nach, dasz viele Eirund iäye für Erziehung nnd Unterricht schon im alten Schrifttum der Inden eiitiveder klar ausgesprochen oder doch miiidestens angedentet nnd. Hie poetifch fchöne, stellenweise sogar schwungvolle Sprache liesz über manche geivagte Henliing hinwegsehen, aber der ganze Borkrag legte beredtes Zeugnis Mc»l>rl׳'ot>» - B , t11 ׳ übu'fPium ». >. w.