Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 31 (2.8.1906)
- Date
- 1906-08-02
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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S. Hufluft 1906. titni* war, wie Pros, H.anz Helitsch, der Ix j rühmte Orientalist, sich über den Tcinpelkultns! äusteri, loie begeistert er den Einftnsi dieses .zknlkus! ans das Bolk und seine Kultur schildert* ״Mit 1 ledern Morgen, ivcnn der Hrühdäinmer sich bis über Hebron gelichtet halte, rrschloft sich in Zc rnsalem der Tempel Lottes, mit seinem vor bildlichen, idealen Kulus, eine Welt voll ruhiger und bewegter Schönheit, die Parallele des Himmels ans der Erde, die unsachliche Miing des geheimnisvollen Nüttels der Nainr, der Menschheit, des Weltalls. Her Temvel. der Mittel vunkt der alttestameutlichen Miniic, ivnr das Her; der Nationvon da strömte das Blut in ihre Bene», da sammelte es sich wieder, »in von dem einzigen Lammclort ans ge trenn len Wegen von neuem auszuströmen. Hie stimme des Herolds t^abini «so erzählt die Lage , ,venu er die Priester an ihre Posten, die Revuen an ihre Pulpete, die Abgeordneten des Bolkes an ihre Standorte ries, in der Skille des anbrechenden Morgens, und die Stimme des Hvhepriesiers, ,venu er über dem Sühneopfer das Beichtgebel sprach, am geräuschvollen Tag, vernahm man deutlich bis Jericho, Za, »och iveiter, bis in die entscrntesteu 'Winkel der Erde, erschollen die! Stimme» des Tempels, sie sind noch heule nicht! ernorben, durch jedes national jüdische Tsied tönen! ihre nachtlingenden Echos, ivie;erwringende! Saiten — der T e in p e I i si d e r P a r n a si > der indischen Poesie.1: ״(luv. •Ton ein Zentralheiligtiim »nt Ninderställen, hier der Parnasi der jüdischen Poesie! >ian» mau sich einen schueidendereii t^egensap denken als diese beiden Urteile des christlichen Theologieprosessors und einer sich jüdisch nennende» Ncligionsbehvrde, die, gestüpt aus ihre tiefgründige Persiändnislosigkeit für indischen t^eisi und jüdisches Wesen, es wag׳! unsere uralten liebele zu resormiereu, von denen . derselbe Hclihsch sagt: ״Es sind nicht Mach-! ivcrke Einzelner, es sind Worte ans dem! N,'linde der Nation, das israelitische Bolk har ne gedichtet, ans seinen Tränen sind sie ent gnolle», aus seinem (Glauben erblühet."** Noch schliuimcr als diese Perständnislongkeil aber isi die Apostasie, die hier noch unver hüllter als bei der Leugnung des Messias zun, '?!!isdrnck kommt. Herrn wenn der denkende Zs raelit von Heine sich den Opserdiensi nicht mehr eingeführt denken kann, wenn dieser Hienst, wie es i» den Borbenierkungen heisit, ״vergangenen religiöse» Entwicklungsperioden" angehört, so wer den damit die Ovtervorschristen als ein Produkt der damnligk» Zeit bezeichnet. Hie Hpsirvor schristcn bilden einen Teil des Tboragesepes r es Delitzsch, zur iäeschichle der lüd Poene. 2. 177. *'•׳ Das. 2. 17s. Der J-raeltt. wird also klipp und klar gesagt, dasi die Tbora j nicht von blott gegeben iu, wildern aus dem religiösen Belvnsitsein venchiedencr Seiten hem ns enmanden sei. Has isi die grundsäblichc ^eug nung der Tbora. Hurch Beichlnsi der Ne ligionskon'erenz des badischeii Oberrats rvird alio das Erbteil der Bäter seines Wertes entkleidet, das beispiellose Marlnrium, das die Söhne »»nd Töchter nnieres Bolkes »in dieser Thora >rnd um jedes einzelnen ihrer Elerepe ,villen erduldet haben, : rvird für einen lächeilichen Zrnvahn und dir taurcndiährige (Ntchichte Israels >ür eine grosie; lsiige erklärt. ( d <* 30chcnrunM'chau. j Die Dnerhennung des jiidiichen Jargon! in der Kapholonie. 1 Hie >!apreg>rrl1ng und ihr Parlament haben! in das neue Einivaiiorr ungsgeseb eine Pest inmung ausgrnoninien, dasi der jüdische Jargon als eine euiop.liiche Sprache;u betrachten sei. H,es!sr deshalb von hoher Bedeutung, rverl geuräsi der Einivanderungsbill von I!«>- jede» ׳?lnkömmling, der nicht in den Eharaklerern einer europäirchen Sprache ein «Nsnch an den Minister schreiben tan», an der Landung verhinde>i rvird. Bezug sich des Jargon rvnr danach die Nechrslage un sicher. Häher rvandtc sich im Zahre lsn:i der ׳.'ldvokat 7'llerander als Benreier von _^.> jüdischen Eh'iiieinden und Organisationen der >!elonie an die Ncgie1״»g mit der Bitte, die Ännalnne eines i Ämeudement dieses bsi'iepes herbei;usühren, durch! das jeder Ziveisel über die rechtliche 'Beurteilung j des Jargon bewitigi »vürde. Hie Negierung j versprach diese Bitte bei der nächsten (Belegen! heit zu ersüllcn und gab in;wische» ihren Bear« : ten die '?lnweisung, die jüdisch geschriebenri« C'Vc ' suche;»;ulane». Znsolrze des Niicklritts des! damalige» Minisleriuins iiiiterblieb jedoch ernst rveilen die gesetzliche Festlegung dieser, auch llmer dem Ministerium Zanieson rv.itcr geübten Praxis, svdasi bei der diesjährigen Beronentlichung des! neuen tsscschcntivurses wiederum eine jüdische! Heputation bei der Negierung in dirier ׳?lnge legeuheit vorstellig ivurdc. Hie Bereittvilligkcit. ' mit der daraufhin die Negierung und das ge . sainie Parlament denr erivähnke» Bmendement ihre Znstiininnnr; gaben, soll als enr schönes _«T. 31. »fitt 8 Zeichen vortirteiiSsreiber l^ennnnnq dankbar vermerkt iverden. Clauäe lDonteiiore spricht. Elande Mdntenore isi nuninehr ans seiner lange berv.rdrren Nererve herausgerreken und har denr mit seine Per׳» entbrannten sia1»p׳׳׳ L>» Sanruel Montagus mit dem londoner "Bektr Hin in einem Brie׳ an die ״Zeivish Ehroniele״ das Wort ergriüen. Hie in der vorigen Nliirnner unsres 'Blattes nnedergegebcne Nede Montagus, in der wiederholt energisch der ׳.'I»stritt Montesiores aus der Berivaltirng der londoner indischen Nelig1ons׳ch»len gefordert rvird. dürste der '.liilasz hierzu gerve'en sein. Montesiore meint in seinem Schreiben, das; die ihm vorgervorsene» tkoraseindlichen '?leusiernngen kein t^riind ׳'eien, nm seinen ׳.Ins!»!« zu ״er langen. Er sühn eine Stelle aus einer bisher nocki nicht verösseutlichtcn Nede, die er vor einige» Wochen gehalten hat, an, interessant genug, um hie! rviedergcgeben zu iverden. ..Uni« allen seltsamen ,,Uuümnn »de, mneie (י i> die rofi'rmiiit'iKtK rlrlltnn; ni rnclleichi der ׳elnani'ie de» allerdings ansrictriige!"edanke da« >r»> nniere Ne der;cngnng »>r »ins;»> i׳el»1lren und die ^alirlren. die wir verelrrrn and an die ivir gli>nden. nicht;»r verdreit» lrairen >N 1». '-׳rvokil inner daN als auch aune, >>a'd der <^en!e!!;de nn!e,e P»!!ch! als.leuaen ari'rn'reien iiir den >׳'lar1t׳en. den r׳ent!r>en »nd ledendrinarnden i-nuiti-eii. ruir nur!im r!rr!!ruen und!!rde!!. ,;nncrr--.r!d nnd ansrerl>,1lt> der tleinrinde 1nn״en >r>1r uns ben׳»r»l l׳le1t>en, dan es nicht mir eine :(ft! des ^chir'eigens «andern auch eine ,',en des ׳iiedens qiedk rltllerdings kann auch die .;«>;1,1» »irden gr«l und «chlecht gkw.Nilt ׳ein. ,pvei rvichtige r2>n׳a>»>lnku11gen draiiften «ich un-- an« n!!d!!!!!׳'e!> ״, --<<<׳»»er aefteinvarria «ein t5r1׳ens vir Lichernng gr1r׳»«rr l>dch«ler ,siele die uns allen ge ineinlain «rnd da;>> gelidrt die tfiudnuhi!׳er Umdr, in dein "»ande» an «׳'vtles iilerrchligkert nnd V>el׳e und ncinen da«; »c >r»trl>rl>a>llg und gut ׳eien du,ne es ׳«tu 1r>rrtvr׳ll «ur die V1t>eralen «ein «ich nui Äub,n1gkrn der!radrusn ,׳.: '.iere!!r!ger> 'eltnt unter der Bedingung da«, der dein Ltreben nach drriein .',re! inanches geleirri werden ivnrde. was «re. die Videralen, >,!chr tnllignr nnd gerne adgranderl oder wrggeia«׳rn «alrerr, und »ranchrs ivrggrlaiien ivrirde, tvas «re gerne gelelrri «allen ,'rede «v;um ,pvekte gr1ne1n«a1ner Ärdrit eingrgairgrrre Bedinqurrq!״,lg gk1rn««enl!a׳r dret׳,ni!tel iverden. lind da״ solange als irnes .pel Nicht an« andere ^sene erreich! werden kann, ,',tveilkn״ . llns isi ersikus unersindlich, nncso der llnrerricht in den hier als Beispiel augesührten «ssiaubenslehreu, die doch auch von arrdereri Nellgioncii anerkannt iverden, eine Bereinigung der ״liberalen" uiid der kradiouel! gesinnten Zuden nottveildig macht, llnd;rveitens meine» ivir. dasi die ganze '.'luseinandersehung Montesiores nur dan״ in Betracht käme, wenn die l'le'cbes treuen eine solche Bereinigung luiutfciueu und es sich für die ״liberalen" darum handelte, ob sie sich einer genietn'chastlichcn Arbeit nm llnd von!?liale nn'e״ diirken levl einige l'iditcr;!»׳rau« Leinr׳ inüdr», wunden Beine brkanien nun j »ras׳. Wie tut Blitze eilt er liinnnie.. ,׳<״> liier ei. ״E. lachte dir gerraglr Bäuerin erstaunt. ..da und 211׳, lieber Mann, aut verkebrrem Wege. 2tc iiuinrn da lnnauf, dann rechts' ,z!r drei stunden können 2>e dori «ein. ^der wenn 2>c durchs vol; wollen. . ." Durchs •boUV Wieder durch den Wald!י Und drei 2'linden! . . . L>al1!ni »chauderle. Was sollte er letzt , beginnen '׳ x'lm nairen Wirisbauic siand von Barnnrn geichritzi ein langer Tisch, der von einer «rdblichen 2chaar uniringi n׳ar (Ls waren von einen! ,Teste lreiinkelirrndc Turner, dir lner bei Wein und 2ang Ban bieiteir. .2ic, Mann' liirrbrr! " rieten einige gulinuiig .,Hier ein vllas' Xoinin brr rrnd zeig uns Deine Nostbar keilen" llnnchrr stand 2alr»n einen -lugeirblict und »»«chlrinig Wie täte ihn, nur ein Momeni Bube «n wobl. Und der leere Magen ... dir fast ausgrtrocknctc >!rble. . . Und dann wird er >a ck. beule doch nicht mebr erreichen. . ״Es zogen drei Burschen wobl über den Bhrnr. ״Br, eurer ,Trau Wirt!» kebrren ne ein «»ngrn die Tnrne». Einen Äugenblick blieb Laluin un ennchlonen «leben und lauichir. Dan» erschrak er vor «ich selber. Welcher n11bn«rnn1gr ׳Bdankc. beule rinkebren > . . . in ein Wirtsbaus' Bei Wein nnd tririang' H-entr, am T1 schob awabrnd' ״Bein nein' ,Tininer wriier vorwärts' Der volle Mond brleuchieie die nanen reiche» ,Tlurrn.;ivischrn denen sich der breite Weg am T?a diauinc ichlängrlir. Dir i'utt war Nar und würzig. Bn einen, ausgrdäristrn Hcubngel blieb 2<11 »11! »eben, ־״.'fin einen I MomentBoch nie bar der schwere Lasten >bn ,'0 ge s drnckr. noch ine wirren seine ,Tnnr i'o wund. ..Bur rrnrn 1 Moment.י" ' Wir weich er da lag' Wie dnmg, es benabin ibni san den Bleur. tlnd der :vr!ir. nachrb!ar!e nernsunkelndc Horizont über rbin. Es schien ibni «a«i rnie 2«i»de. «ich j «0 wo bl ig und vebaglich zu «üblen, wäbrrnd ne >etzk dort ini iäoiteslxrusr an« drin Boden sitzen und weinen iveinrn ribrr dieses und itntf, AI eie w’al eie über grauen volle;zersiürung und ewiges Veid. . Ader nur emen Morneirr '״ Und wie reich und uvvifl «ich die -Telder ausbreitrn Wie wunderbar aus den blänerreichen. woblbeladrnen Äesirn das halbreife Cbsl bervorlugi' Ein Bauschen gebl durch die «tille, san«ke Bachllun. Man hört das gelrennius volle ivebrn und Werden seurcr Bvllendnna enigegen geben. ... Doch in dieser Bachl^' ttlel 8ekejr»׳lco1un »׳,eulu linnai, »r der Bachr. da die Xinder renrcs Bolkcd weinen und laminrrn uni de» Tempel, der zersidri. ..Bur euren '. oinrnr, dann toll es mit ernruler Iw«! vorwärts geben.-; Dann siel ihm ein. das: er eigenrlich schon al>׳ »lind! dir Batur inrr ibren wechrelvollen. blüdendei, Beizen so! iebnlich geliebt bat. Ein lwistes, brennendes Berlangen. eine Äri selbstlose, unglückliche vrrbe. obne Vlrund und obnr Honnung. 2iundrnlang konnle er d<rnrals obnr elwas bertintmtes zu wollen, stch in den grünen ,Tlrrrr» bewegen Mit nrachierider ,Trrudr sab er täglich die ,Trrichtbalme wachten und «ich füllen, obne nur rin »tvrnchen siin nennen;» dürsnr. Mn Entzücken sab er die blübenden Blumen und! dunendrn Boten, eine zu pflücken wäre trir 1b" rin Mord an einen! blübenden Veden geweien ... ..2alu11> ft ein Bauer, aus!bin ׳.v:rd nichts »eufge der Bater ott verzweifelt llnd als die Erntezeit lrrran kam munie er ibn mit Vtervalt ins Eheder und ins Vedr lxrus >agen. Dort lernte er im dunrpsen Banin ungeNort von ikicht und Vuft aus grosten Kolrantrn unziiblrgr Bor > »chr1«ten über 2aarrn und Ernte, «iber dir ersten,Trüchi» die Ecken des ,Teldes und die Bachlrfr des Weinberge-׳׳ Dann kam er in die Tiadi ms Ausland. Euro Beilre von llnirrnebinringen. 2l«irmrn. Hoffnungen borgen. . Mit den ,Trende» der ,zugend waren zu gleich auch dir Beize des Landlebens verwischt, verschwunden, wir die alten!;,ruberniärchen der rtindkeik. Ern jetzt, als er alles verloren alles, alles, ivoran» er gebaut und vertraul r» ein Blchir;-׳rrlost und er ans dem 2ch1nbruch ׳'eines vebens nur noch den schwarzen Eaunererka'ie» grretlri d>1 schien sich >enes reizend״ Miiichenbild wieder vor ibm rnirotten' ,n wollen. Ader nun fehlten ihm die Äugen des rrinde---. mit denen er es rniii beivlliioerrr ,;etzi »lustlk er ivirder täglich die engen Mauern der 2ta&t vcrlai'rn und durch ,,eld uud Waldwege m!1 «einem iraunerrrkram zu den Bancrii durans Dir blauen Nornblnineleui, die er cm«! so geliebt, verbargen ihre iiäpschrn und dir volle Äebrr ichuilelie sorgenvoll das Eauvr 20. 0׳ Taltiin' ilominil wieder zu u»S auis Vaud' Äber tute ilchst Du nur aus. airrr ,Treund' Wir erkennen Dich kaum noch wieder' ... Und beule T!schob aiv d.׳. ilraen und träumen ,V! - s »ich! eine 2ü!;L: Must er nichi water, um we1ng«tc»s noch am Morgengotlesdlrn't in E. teilnednien zu können ,Ta sogleich Wenn nu! seine vllieder nicht wir ge lahmt ivären Der iri'che Hrudusi bat 'einen ,׳,üben «*teilt wie berauscht. ״Bur noch einen Moment llnd wider seinen Willen ichlirsten sich sein» Äugen lrder. Ein wonniges, l>nragb»rrr« iärsübl beschleicht »ein Eer; Boiendusi und Blllinknjchinuck . . . geistes bestrickend und nnnrnverwirrend .Bur einen Momeni '״ lind nun war da» Märchenbild l» zebn'achrr Bracht wieder erstanden. Em glückliches vächeln »hielte um den offenen Mund des 2chläfer», in den baldgeichlonenen