Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 31 (2.8.1906)
- Date
- 1906-08-02
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr 31 Tri» 2. _ ___ der moplirtiür« >kiir,c n׳äre ja auch die &^<ן)11ו1^10ן j des ganze!, Mnssasgebets ,»,streitig eine **er | desserung aewesen »oft dessen bat man es in! sinnloser *veise ningeitaltet, ,0 daN die Verrichtung : eines midien t^betes nach dem Beliiiionsqesetz als eine Blasphemie, al* eine Berlctznnq bes :1. Gebotes bezeichnet ׳״erden mntz. Sie '?lb »eigung egen fic Cpü’v wird ,0100(11 in ben Borbcineikiintzen als auch in der incbrfach er wähnten Predigt aussührlidi bestündet ״Sie groftc Mehrheit der Zsraeliten in den Multm ländern, meint der Cbcrvnt, ׳״ürde mit eine»! Zenkialbeilialiun, bae ״an Bäiunc» ^111 linker bri giing non Bindern » s. 11׳ uiiigel'kn itt, und in welche»! zum Sank für bie Wohltaten lfsvttcs nnd als Online für menschliche Sünden unschnl > dige Tiere geschlachtet nnb ',vettftfufc verbrannt werben, sowie mit Priestern, bie schlachten, '■Wut sprengen, räuchern, Meblopier rühren n. dgl. nt., nichts gkiiiein tiaben ivalleu." Wir ivissen nicht, ab die varneimien Herren im Sbcrrat auch mit Hrlirern, die im Bebenamt die!,eilige Znnktian des ritnelleii Sdiladitcns ansüben, nichts zu tun haben ׳״allen. Wir kennen solche Männer, die tratdieser Zunktton sich an Parnelnnlieit des! Wenns nnb an Abel der tVesinnnng van keiiieui ־ 'Mehetmen Pegieriingarat und non keinem Pattar! 11» Talar übeiticsten lassen, Ben i» nbrigena ' an den erwälmteu '.'lnsführnnisen, dag nach der aliermodernsten Anschannng nicht blas; die ״blutigen", sondern auch die »nblntigen 'C'ptcv, n״d nicht blas; diese, sondern auch die schlachten den Priester nernelimt sind. Herr A. Steckei niacher geht noch iveiter nnd meint, ״der denkende ^o-vaclit könne sich den Spserdteiut nicht »irlir gut ringeflihrt denken." Und ״der wahr hast religiöse, aber denkende ,!sraelit von beute könne sich nicht mehr in den ,Gedanken sniden, dan. n׳e!!:1 der Mensch gesündigt hat, die Sünde dadurch auogclöscht werde, dag er ein nnschnldigeo Tie» als Spier darbringt." Tao ist mm srcilich auch gar nicht notwendigdenn dieser Gedanke wäre absurd. Tie Sünde kann nach jüdischer 1.׳n׳cha»»»g nur durch Putze und lenmütiises Be; tennliiitz gesühnt ׳״erden, und diesem mutz mit j >ede»1 Sv'ei verbunden sein! ידב״כ הל׳ 0 .« הקי־ב:"־. £׳ג הי׳ י״ד. , das Spfcr, das nberdies nur bei irrtümlich begangenen Bergehen vorgetchricbeil in. hat lediglich den Charakter eines ׳ Sumbols Wenn nnr nicht wüsste!׳.. dan unseren v-ieguetn ,edcs 'v.'ittel als ״Bcwcio" für ihre Anndnen recht ist, '0 könnten tvir NNO über die UntviNenheit ivundern, die ans jener Behauptung U'iidtt. Wenn aber iiumer nnd iinmer ׳״jeder auch nt den Barbeniettnngen die Propheten! ohne >ede Eimchränkiintz als Gegner des Spier-; dieiutes angetiihrt toerden, io fallt es dem Kritiker Tn I-raektt_ schwer, dem Urheber einer solchen Behanutung den guten Glauben zuzngesteben und ihm gegenüber in dem g,'ahmen der parlamenta rischen ,formen zu bleiben. Sic Propheten ivenden sich wohl gegen die Spseraber sic ׳״enden - sich ebenso gegen Sabbat und Beumond und Zststseier, ja auch gegen das (VVcbct vgl. Zcs. M. I!, ׳ solange nicht die ethischen Pslidnen im l ^eben geübt ׳״erden. Senn diese ethischen Pflichten, P'echt und Gerechtigkeit und Mensch lichkcit. sind die Bviaussetziuttzkn aller Elottes Verehrung, nicht nnr bei den Propheten, sonder» auch in der Thora, Zn den Zeh»geboten, der Grundlage des k'äcsetzes, i» mit keinem Warte von den Spsertt die Bebe. San aber auch bie Propheteii sich nicht gegen die Spier an sich ipenden, das beweist der Utnstand, datz sie bei ihren Per heitznngtnt non der heilvailen Vv1fuuft Zsraels und der Menschheit auch von' den Opfer» nie■ von einer selbstverständlichen '?ln de! Gotteover I ehrung sprechen. (Bgi. Zes. G>, 7). Auch die Behnilptnng, datz Maimonides den Spterdienst nur als eine temporäre Anpassung an die allgenieine Borstellung von Gottesanbeknng be;eidinet habe, ist eine Entstellung der 'Wahrheit.! Maimonides sagt ivohl in seinem Moreh, das; die Spser eingesetzt worden seien, um Zsrael dem \ tvotzendientte ,11 ennvöhneu. Satz sie aber, ein : mal vor! der Thora geboten. al$ göttliche Bor-! schristen!vie alle anderen Gesetze eivige Geltung i beanspruche», bas tväre selbstverttänblich, auch ivenn Maimonides nicht ausdrücklich au der oben ,itienen Stelle als ein '?lttribnt der messianischen > ׳^eik die Wiederherstellung des Spferdieiittes be;eichuen würde ודקי־יבץ קי־ב:*ה . Sagt er doch . deutlich הלבוה יטו— ההויה פ׳׳ט הל' א׳־׳), datz selbst ein Prophet, der auch nur e i >l Gebot der Thora für eine temporäre Borschrist erklären; würde, als ein falscher Prophet zu betrachten j und des Tödes schuldig iväre. 'Wie verhält es sich mit! aber mit diesen Sptern> Sind sie nnrklich für den denkenden Israeliten von heute etivas so völlig u»an nehinbares > Sie Spier, sind ein Srnnbal, nnd der sinnliche '?lnsdruck einer ^dee. Hören ivir aber eiu!nal,n׳ie ein christlicher Schriftiteller ^ea» Paul sich in einem Briefe an einen Hilden über die Snm hole des ,Utdentiuns äntzert:* ״Wenn einmal die moralische Ergebenheit gegen den Schöpfer durch ein körperliches Zeichen ansbrechen soll, so in die Wahl des Zeichens, da jedes Körper liche gl e i ch u n eu dl i ch iveilvom Geistige» ab»elit, gleichgiltig. ^hre üieligion überholt darin unsere, datz sie keine ein;igc theoretische Unbe greislichkeit und >iantradiktion fordert." Und mit 1.' ׳»>!r1»>1r1 in &cv nc״l111n־ 11־Nctu' i>cs C boniilibnifr■:■!''üPfiiiniiii 1W1K11 Pif ■.Hb'iliamiiifl Pf!1111 110110. ׳P Cl״n־>wlH‘tf• __ *• August 1500. Pecht sagt S- N. Hirsch: Wer auch nur mit den, geringsten Bachdenken das t^otteswort lieft, u>cr sieht, wie gerade itt den erhabensten Momeiu,-״, in der Erlösungsnacht tu Egtipten, bei der Bei' pilichtiutg aus das «riesetz an! Tage nach der tztz sevqebiing, bei der Eittweihtutg des Tempels u. s. w., in Momenten, wo tvir das 'Wort ,,, seiner mächtigsten Anwendung erivarteten. die t^ottcslehrc Spier und nichts als Spier fordert, der mutz sich sagen: Diese Spser müsien das Höchste enthalten, das nnr dem Menschen -,״ seiner sittlichen Ballcndnttg zum Beivutzt,,-,״ zu bringen ist, und müssen dies in einer Wene zntn Betvntztsein bringen, die durch irgend ande!,s nur notdürftig ersetzt toerden kann. LLir können uns freilich nach tausendjähriger Etitwöhnnng von den nnmittelbaren Wirkniigen der Spierhandlungen auf die Spsernden ,״>d aus das Bolk schwer eine richtige Borstellniig maäieii. 'Weit״ mail nun aber als Parallele den ^chlachthoi heranzieht, so ist dies nicht nur eine Blasphemie, es zeugt auch von einer so unsäglich triviale״ und hnndwerfsmätzigei, Betrachtungsweise, das! die Autoren des Gebetbuches schon damit allein de» Besähigungsnachtveis für ihr Unternehme״ im negativem Sinne voll erbracht Hütten. übersieht dabei, datz es bei dem Bergleich znijsche״ zwei Hanvlnugen nicht aus die äntzere Gieahav tigkeit. ankomntt, sondern das; auch das M!!1e!1 der Handlung, die Umstände, unter deiten sie vor sich geht, die Persönlichkeit der Beteiligten ״nd vor alle!» die Gesinnnug, die sich darin äntzert, berücksichtigt ״»erden mntz. Ser vorurteilslaie ,Toricher hat übrigens ein Mittel, um /,״ eine! richtigen Würdigung des Spierknltns zu gelange״: er mutz de» Einflns; betrachten, der von dem Tempel, dem Mittelpunkt dieses >ruitns, ansgiiig. '?!ach der Theorie unserer Besormhelde» müs!te dieser Einslutz et» verrohender, entsittlichender gewesen sein, und ganz besonders mützten bei den Priestern und Leviten, die immcr im Tempel be schäitigt waren, durch den täglichen Anblick des Blutes und der Tötung nitschuldiger Tiere Bah beit und Gratisamkeit zu den hervorstechendste״ Merkinalen des Eharatters gehört haben. Und was sehen tvir statt dessen? Sie Priester wäre» die Gebildetsten, die Vehrer des Bolkes, itnd ans der Mitte der Veviten gingen jene gottbegnadeten Sänger hervor, deren begeisterte Psalmen noch heute, in unserer ausgeklarten Zeit, jedes ivahr hast religiöse Gemüt erheben und die sogar — lioiribil(! d ctu — iit dem allermodernsten Ge betbnche eine Stätte gesnitden haben! Sollte» diese hi »arischen Tatsachen nicht auch bei» ״denkende» Zsraeliten" von heute zu denke״ geben? Und sehen ivir ferner, wie ein christliche! Gelehr er, der aber ein guter Xenner des Znde!! Kleiner Feuilleton kine ül;cl»o-b'atv-Nacdt. L? ä» >! a, II1׳ »> n- I» ti I! d 11! g e >!. r »׳ »ornfrldr! wairn griitt gewcadc».?ir votien ׳.tili!!׳!! streckte» ׳ick», milde und grbreckie» mite! de! eignen v.ut;11! Erde alt d» ickNanten dtaiien Btstinelein. die , nin itne griinr ,';ngend geicknnnckl. inn nck! niederkmckrnd. rer ׳!tze,!!׳!!;rigie nock! einige ׳,>r>!ck׳e nnd Ziandlia'tig len. 111.׳' der ׳rock» »asterien Ützieie;eigien i'ck! bereits die eisten ^oiuen der wiede! anitcnnenden 1׳׳cne»>111onen und die si au off clftaiibv n w.n'en ci״c!mit! de, andern!brr n>e!׳!en 'tztüten ad and nabmen nackt nnd nackt ein malles .!e>des <*»׳>,du an. weidenr ׳.leine d» innsti!allen ' rock, beule nock, nickt! benie war >br dom vnninrt; .1111 eine wnadennist beickneden. Vt 10־ Mittags brreiis 1 Renten iencktielrn und ttnrien. da kam von ragen! »er die graue ׳".'aste taugiain nnd drobend durckt die icktivuie rni! ge ragen. Megen -tbend war!>r!11 einer tckt1o>!r!en!יecke brrangrioacktikii die den .itnnmel verdüsterte nnd die »׳!!ergebende?onne vrrbütNe. ..wt-utnier tagten auck, die voriicknigen Weurr v!ovt>e1en Und dann ert׳od!ick! ׳cbon der Wirdeinurm wie ein gatovvierender Suner den stamv' der Eirinrnir nilimdigend nnd einleiiend. Wie ivobtinend'״ ickmauiie de! dicke ׳stennr! am weit geeniieien ,venstk» NI der Uetter!e!lgung da׳, dir t'innnelsinacktte nur ibn!!11 ge'atien ardenen ^ckitide! i׳>!n rrl'en 'tzoggen mcktis׳ guntiert ׳',ackidar üa:.,׳nn. indein er d e dririis ׳rritg ge>nack»te?eine ivieder an den ׳.'läget bang!. Eine nervöse Witive suckn bei!» ersten Sannersckitag sckileiinigs! :hl'ilickit im dien. Und der lunge Herr M. iuckil in seinem :tzminer eisrig; nacki ieinrm ׳tzcmalrnckt, den er ien seiner Lck!11t!rit nickst inebr geiebrn. ..Wo mag er ivolii liegen ׳ ',a. dort liiiter dem versiaudien aUen strain. Aber v Schauder! Das > erste ׳!Matt, die gerade jetzt notwendige Lchbäinnq js>,!vir t viele andere Blauer, längst lxransgeriNcn. Bote lange!vob! ickton ׳ Er denk! bei ^onnen'cktein io ivenig an dieses!»ritigr Buck! nnd an das. was darin geickirirben ׳irb!. lind nacki und nackt beiten nck! s aut. Wie ein beklrr ^itberstrab! erscheint s am siidlichrn vor!!vnt, Vicht und sttarbe» 1»n sich verbreitend. Der .Hinniiet, den! es io schwer!11 Maie schien, hatte sich durch einen rbränenstroin tzust geinackst und auch der schwülen Erde Erleichterung verschaff!. . . Der Bes! der!erivrengten Wolken ver!og sich nackt Duden. Dort über dem dicksten Wald schienen sich die ,rtlicksttingc noch einmal!11 kon!em11rren. Dcknvar! und schwer hing es über den Wivfrln, die von -lest!1!;',11׳t auflencksteirn und der Donner ballte in gedämpstem Drdbnen tut g bale wieder. ..Erleuchte mir. o Baier. den Ptad'״ betete Datum bei ,rdru! Blitzstrabl. seine Augen in Angst und Hoffnuiiq naa, ölten ricknend. .Vas; nn'ck׳ den Weg finden, noeii!cnig!um ,;irlr gelangen'״ JTam! schob er irnir milden Benie durch das Moos, an Dtranchern und iMtumstammen tastend, weiter. Der ulmin!!• Masten drück!! leinen :stücken, seine ,'rüste wvllr» den Dienst versagen ,1» ^ckiweist gebadet und vom 'strgrn durchnästt must n!rdoch iveiter. immer weiter. Er dar׳ die Müdigkeit beute nicht aufkonnnen laneit. Ei brit seil!tstorgengrarikii!1, de» Dörsern baustert. Be, der sengenden!Bl» trr׳g er den schiveren .Masten von Hans!u Haus von Ho׳!>: Ho! und überall birst es: ...Meiner dabeiin, alles im ,'Zrlde. Momint Abends' ״ Dock: Abe»ds> Heine Abend '׳ ׳־.',ein, beute Abend ba! er wichligercs!״!.in. Er mnst zur nächsten Cndrngemkliide. Denn bente Abend ist der neunte Am, da will er den schwar!en Masten bei Dritr stellen und um dir -jrrstörintg Jerusalems tranern. ״Wir wen ist noch bis!um Dorie E-, ivo ,Zuden wobnrnf" ״Wenn Die durchs Hol! geben, knapp zivei Diunden׳ lautete die Austunst. Er sab wobl das istewitter brrai!!iebrn und wusste, wie nntiennlich, vielleicht auch geiabr lick! dir Waldiour werden kbnntr. Doch zum!stachdenkei! baue er keine!seit nnd in zwei Dtnndeii musste er m E. sei».!stur n!cht stebrn bleiben! ,Zinnie! weiter! Sb er auch vorwärts gebt!׳ Sb er ans dem rechten Wege!׳:' o» es übcrlianpt ein Weg, da, ivo er so sckiwersällig.!wischen Dträuchrrn und Bivklgen nck mit beiden.Händen Balm brechend, sich bewegen mns! > ׳.stach nnd nach bestert auch der Wald sich ein lveing aut- Dir sinkende -Lonne wirst einige schwache tzickstpnnkte duick' die -hveige. An einer Deitr des Hininirlsgewistbes ick> i sich bereits der Ästond voll und blaff aus dem Ar bei lrerans, bereit die vrrtasirne Ltellr der Lonne cn!!u nebmen. Dalum sab mit Eniietzeit um nck! her. Dieses >!asse Moos, diese nadeligen Hecken nnd Lträuchrr.!׳! ivar nickst »leb! aus dem Wege. lind doch ״!!ist er vorwärts, »inner iveurr. lind » ureude' Dort rnie Vichtnng, durch dir der Mond lockend bineinblickt. Grschivlnd bntdurch. an der kable» Dand grübe vorbei, jetzt noch!wischen den spärlichen Buchen die '.sticdrruiig binrnurr. Und da. hier der breite stzst' weg am :stände des Waldes. - Sb^auch dieser Weg nach E. sübr! 'J- Es ist keine lebende Lrrlr!u erblicke». Dir vollen Arbrrn tiegen >0״ irisck. bewaschrn und traunirn ihre» letzten Vebeiistraum. ...stinner weiter' Borwärte