Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 30 (26.7.1906)
- Date
- 1906-07-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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Rr 30 fcetle 8 Der HSraelit 2«. Zull 1906 — Der Cbcrvn! glaubte endlich auch der zion islische» Beweqnnst durch sein «Gebetbuch emqeqe» trete» z» tolle». .11 gesehen von der Lneickmng der out die .'Hiirtfdn »och 'tviliiftino he;ÜAlick,en Gebete, die gernde i» der jctMfli•» ,Seit gewist nicht olltir de»?iebenzweck einer Btüskiernng des Zio nisnins erfolgte, bo׳ »in» wiederholt mit ,,Zsraels Glanbensgemeinbe" üliersetzt, oder »io» hat in der Ueberictzung die?Eorte 1^. überhaupt nrirert rückt, »1» dtmiit zu be kiniden, dost es ei» Bolk Zsroel nicht mehr gibt. Man mag nun;»in Zionismus stehe» wie man willdos Bestreben, hier einer politischen Be tveginlg entgegenzutreten, macht das (Gebetbuch zu einem Tendenzwerf und »inst deshalb out dos ollerschämte verurteilt rverdeu. Wenn wir uunniehr zu der Betrochluug des Gebetbuches im einzelne» übergehen, werde» »vir uns für die Beurteilung der verschiedenen '?len dernuge» nicht »nr on die Borbeinerkunge» holten, sondern auch dir Predigt berücksichtige», die der Mannheimer Stobtrobbiner Dr. Stecke! niocher vor drei fahren noch der (Gründung des ״Bereins znr Wnhrnng der Interesse» des gesetzes treuen Zndentnins in Boden" vor seiner bst׳ uieinde hielt und die bei de!» hervorragenden?Inreil dieses Herrn on der?intonchosl des bk׳ betbuchcs nls eine?irk Pi0grom!uerk!är!1»g an gesehen »׳erde» kann. Wir können hier natürlich nicht aus olle Beränderuilgeu und Kürzungen eingehen, die sich der Cbcnot erlaubt bot; ober die Betrachtung der lvichtigsten Punkte wird schon;nr bknnge erkenne» lassen, dost der Charakter des neuen Gebetbuches ein durch :iiid durch ui» j üdi scher 11t. 30d>cnnmM<bau. Ramsgate-College.;^u der in?co '>* und _9 berührten?l »gelegen Heu des Bionlrsiore'schen Legates sind »ns Z,n!chri'teii zugegougeu, die;!!»! Teil i» sehr rempe romentvoller und dorn», s»r die Heneutlichkeit ungeeigneter Wei'e ihrer Entrüstung über die dem Zeins College gou; entgegen dem bkiste und Wortlaute der Stiftung gemachten Zuwendungen, vor allem aber ihrem schmerze darüber?lus druck verleihen, dost auf solche 'Weile eine vielleicht nimmer wiederkehrrnde Gelegenheit zur Wieder enveckuirg echten, alten Thorageines ii» Englond zu Nichte gemach! ivnrde. Merkwürdigerweise schiveigl die englische Presse bis jetzt völlig und auch die >lnrat0re1« der Ltistung lxrben bis znr Stunde aus die Behauptungen unsres cüs zuverlässig bewährten Korrespondenten kein Sterbens wörtchen enviden. Unseres Erachtens hat die jüdische e s s e n t l i ch k e i t ein Recht daraus, volle Änsklärung zu verlangen,; damit, »1111 ׳1 ׳ die erhobenen Beschwerden be i gründet sind, das einmal begangene Unrecht jt'bt! wenigstens, nachdem Zew s (sollege über gröstere! Mittel verfügt, ohne Berzng »׳jeder gut ge macht werde. * * Die Auflösung fler Reichsfluma.?Ule die Hoffnungen, die sich o» den sreiheitlieben und gerechten Sinn der russischen Reichs dnmo geknüpft, sind nun zerstört Tie Bei treter des Bolkes sind ganz plötzlich »och Hanse geschickt »ivrden, und die zorische Regierung wird nun wieder allein die Zügel des Staates führen. Ein beklemmendes Gefühl mag sich »>ohl aus manches Hilden Herz gelegt haben, als er diese Grinde vernahm. War es doch dos energische Eingreifen der ob der (Greuel entsetzten Duma, das dem Morden in Blialiffok ein Ende machte' Und war doch der moralische Einslust dieses Porloments immerhin eine gewisse Schürfung des Geivinens für die '.Nachthaber' Zetzt aber stehen die russischen Zuden ohne?lnnehmer da, zu einer Zeit, da die politische 'Berivicklnng durch das Borgehen der Regierung doppelt bedrohlich geworden in. Wird jetzt, wenn die gerechte Erbitternng des Bolkes neue Unruhen zeitigt, die Regierung nicht wiederum versuchen, die revoln tionäre Bewegung »n Blute der Hilden zu erstickend?lm Montag wurde ein in Odessa durch Kosaken begonnener Pogrom von den Polizei- und ׳Militärbehörden sofort unterdrückt. Wir möchten gerne optimistisch genug sein, um onznnehmen, dost die Regierung es vielleicht für vor teilhoiter holte, durch die Berhütnng von »׳eiteren?lusschreitnngen gegen die Zuden der 'Welt ihre Stärke zu erweisen, Gebe der himmlische Be schützer, daß nur in diesen Tage» der Trauer um dos alte Veid unsres Bolkes nicht neues Unglück zu ben'enien haben möchten. * * Reue öesede über die Sonntagsruhe. 'Wie wir bereits in voriger '.st'nininer mitteilten, hat dos kanadische Parlament ein die bisherigen ׳Bestiinnningen über die Sonntagsruhe bedeutend verschärfendes liesest i» letzter Vesniig ange nommen. Dasselbe ist ein bedeutender Rückschritt gegenüber dem britischen 'Mutterland. Zn Eng laiid ist es nach den Z-aeton»?lets gestattet, daß die on einem anderen Tag der 'Woche ruhenden Personen in Bureaus und Werkstätten am Sonn tag ar-beiten. 'Rur dos!Tffenhnlten der Väde״ unterliegt gewissen Beschränkungen- und auch die Borarbeiten für ein neues Eksetz über die So״״ ragsruhe erltrecken sich lediglich aus das Vaden geichäst. Zn Kanada jedoch ivnrde trotz aller?ln streng nngen der jüdischen Bürger ein Bor schlag, der den envähnren Bestimmung der eng lischen Faetorl,?lets entsprach, vom Parlamente abgelehnt,?luch in Frankreich ist dieser Tag ein neues Gesetz über die Sotiiltagsrnhe von der Kammer und dem Senat verabschiedet worden. Z» den Berhandlungen wurde die Möglichkeit, die 'Wahl des Ruhetages dem Einzelnen sreizustellen, leb hast erörtertnmsoinehr ist es zn bedauern, daß die französischen Znden nichts getan haben, m» eine solche?Rodinkation des Gesetzes zu erlangen. 'Wenigstens hat man nicht gehört, dast sie sich in dieser Richtung irgendwie bemüht hätten. 3u den Klageliedern. Bon Robb. Dr. -Hermann Klein 1» ftronnadi Die'Tage der jüdischen?iationaltraner iind n^in wieder angebrochen und es tritt dos?st dursnis, die Pfficht on uns heran, wieder einmal über die Quellen unseres Unglücks nachzndenke». Ein Gott gab dem jüdischen Bolk, zu sagen, was es leidet. Zn den Klageliedern des Propheten Zerennas, weint die jüdische Boiksseele, sie sind der?rieder schlag aller S.nal und ollen Zammers, die >1m empstnden. Sie geben uns ober auch gleichzeitig?lnsschlnst über die Uriachen der großen Kara strophe, die unserer Selbständigkeit ein Ende l׳e reitete, unseren Staat zertrümmerte und uns z» heimatlosen, hernmirrenden Bettlern machte. ׳״Wie hat nmwölkt in seinem Zorn der Herr die Tochter Zions, er schleuderte vom Himmel zur Erde die Herrlichkeit Zsroels und gedachte nicht des Schemels seiner Z-üste am Tage seines Zornes." Van ge bevor die Katastrophe Hereinbroch, ivarnke Gott sei» Bolk, er schickte trübe 'Wolken, die ihm eine 'Warnnng Hütten sein solle», er schickte seinen Propheten, der es znr Umkehr und Rückkehr er mahnte, aber es achtete nicht der düsteren Wolke», die sich über seinem Haupte verderbenkündend und »nheildrohend ziisoinmentiirmren, es verspottete den Propheten, der am Hellen Tage Gespennei sah, und so brach denn die dunkle?lacht herein, die olles begrub, was :ins heilig und lener war Zsroel fand erst in der?locht seine Tränen, so *1 S'fll. ineiiieil r'lrtifel: ״?as erste ilapilel der ׳Nage 111״•001־ im vorigen ,'101)1». d. Bl. Kleines Feuilleton. Aphorismen.?01» autmoihiinun Hörer!!!!׳ge» honte, wo er auch lnnhorchi. aus Raun1r»״enichan and Philoiovlne, ans Nun» und ׳ctwner Hilleraiur, aus dein Hachen der Lpölier >r0<׳ aus den?uhmamben der ׳Prediger »»?ichiergewande er gleitende Tone onigrgo». dir von dem dehnen nach neuer Religion er!ahlen R»i ivrlchein Wege diesem Lehne» ör'üilung ivrrden soll, wein von den buchenden kam» emrr!n sage», und auch dir es!11 einem Linie»! religiöser p.st-lierlHirung au! moderner i'irundlage grbractn, erweisen >>ch ,uinriii nark nur 1» der Reganon. olmniächng aber n» Ru'ba» der neuen Well. Lolche! .;eil des Livhrns und Ringens in der Aphorismus die angemrssenr Ausdrucks sonn: er giehi die Probleme kur! und pragnai» an, er hehauviei Höningen. ohne sich!u anderer 'steweispslichl!» hekennen als!» der Uehereinsiunmung »in dein Ei» runden des Hrurs Bon solchen PInlosophieen in rlpho nsmentori» llegi uns rin 'stand heule vor ..Aplwrisinen >ur 4'>oralvh1lo1ovlnr״ nein» ei n>h in hei Herrn. Leeinann 'st'achi. »> sterlin ersctnenen und hal einen uns hisher »>chl , vrlanni gewordenen?>. vl»l. Viani» Me «er!»1» Ber sa'ser ^lui il>»> Leite»!irlien eine ׳strihe geistvoller 'str inerlungen!u den vrrschirdeniien 1neiavh»s1׳chen. psvcho logischen und eihiicheu Brohlrinrn an uns vorüber, die! >»»'!e>l von einem uvrrans grnniden nnlichen üinpunden j und vor allem von enirm tirtnriirrr»?ränge nach religiöser l iirnndlrgung der is1־l»I ,־',engnis ahlegrn Vanen nur einige »rvue panirren; -iwr, iirgnrr nur kann es gehen, in» w-iutt ich keine Berwlinung kenne de» «1l»r>»1»us lind d,r «״״rchie Ältrs. was iiher die nichleinvirischcu?!»ge!n sagen i isl. läßt sich cigrmlicht doch »1 Einem Latze!uiannnrn sassen; und dieser »'l von Lprucer herrus ausgesprochen i l Bon dem Ähwlnte» wissen ivir nur, bas! es eriniert »n i'irnnde hai auch das ,'cudeutum schon dirie» L01< aus gesprochen 1 .־ Linlich hande.ii i»e>1!l dem Wesen der meuichllcheu Lerlr gemäß handeln, dar»! henel» der »»verhrüchliche ^usainnirnhang!wischen?ugend und Volm.?chuld und Li rase . Lv unverhrsichlich >sl der -',usammeninrng von Tchuld und LÜline, das; wtum lurmand sonn, der Lchnldige srlhsi die :»olle des r'intlägers iind 'stichiers nhernehmen wiirde. . .?>r moralische!׳ierrchligkeu nelli sich »1 ungewöhn lichen ,z»Ilen!uweilrn erst im Haute mehrerer i'lrschlechirr ivieder her' . . t A * Zn kein Bollnrecker da für ,rvrdernngen der iaewissrns well, so bür-t die gan!e Bkenschheii .?10 Weligerrchtigkeii ist »mnanenl. aber ihr Ziel liegl »1 der llnendlichkeii, dir i'strechiigtrn, die die Menschheii selber :>־>!!.׳rl»>rlb der eigenen Lphcrrr >»>:. in »in allen den Mängel» brtxrs:e1. »nt denen das Heden der M'eiischlirii nberlxrupi tvhomt in . . st'aiiirlich, wenn man rein bliebe, wurde von dem äußeren Hetx״su>erk nur ein kleiner?eil vollbracht werden l können, aber i» Wahrheil ivnrde das Heben seinem vlelxrln nach doch »neiidlich viel mehr bedeutrii . . Lei siets?11 beivußt: später wohnsi?u i» dein-Heil» der Leelr, das I»? ir im Halis des Hebens gr!i״"»erl .. :>>'»־ ohne 'Jiot die ,Vrde» nach rückwärts durchschneide» Lie schränken!war allerdings den Lpielraum ein, aber sie geivährrn einen Halt und sülirrn stets neue stran aus den Wnr!el» der Erisie»!!״.?10 größie Liiiidr isi, aus eine We»ansäxrul»»t vrr!1ch1en könme man arich sagen . .?io ineisirn Bienschrn begnügen sich daimi eine» mudus vivendi gestnidrii haben sü> die Erküllima dn normale» Ansorderungrii. * lieber den pshchologischen Prozeß, vermöge dessen d>v' Berbotene das Änssehrn gerade des in besonderem Mak!c Erstrebensiverdrn annnnlin . . Das Berbot beivirki eil« Reaktion des Willens,?,'rugirrde, häufige Reproduktion des (Slegenstandrs, '?lssozialivn mit der allgeineinen iRücko sehnsnchi . . Ruch dir frmite Psvchologle kann Religion nicht er setze», der ganze komplizierte Mechanismus der aUgemeilM' Meinung machl immer größere Nosien als eine jede rck> giöie Bindung, und kann artet) tm heften Zolle n>!י* ׳ nähernd die gleichen Erfolge zeitige» .