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Der Israelit · 1906-07-19 · 29 (19.7.1906) · p. Seite 4

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
29 (19.7.1906)
Date
1906-07-19
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Nr *י. Leite 4. Adresse 11 n f c r e m frankfurter herein*■ inttztue 1 le ti. Sobald eine geuügenb׳ Einzahl von Anmeldungen erfolgt in. können die ersten Schritte zur Bctwirklickmug t»e* Projekte!» geschehen. Kausalität und Tinalität. Bon Dr. M. 'Ascher m tteuchäiel j fhr reliqiöS (Kestuuteu alle, die ihr auch!;»gleich verstehet was es heifft Gedttukeilkauipse I zu kämpfen, Herr aller Zweitel zu werden und; ernste Selbstbesinnung zu erlangen, frohlocket' > Boniber in die Zeit, wo jeder seine eigene Welt | anschauung nach Belieben anthropomorphifch zu rechtschniben konnte und feine eigene» Wünsche; und Hoffnungen -zu Weltprinzipic» zu erheben ' ivagte. Hie natnnvifsenfchastliche Weltanschauung, die so stolz und kühn triumphierte und alle e»U'11tiitn gelangen zu nehme» drohte, liegt ernst lich siech darnieder, ״sie ist wie eine Hecke ge ivorde», die zu kurz >fl und überdies »och Vöcher! hat." Enviese» ist, das; noch nach anderem Mast ן stabe gemessen wird als nnr nach Baum und Zahl! und duff es Effekte gibt, die mit Nichten von ן mechanischer >Ianialitat abhängen. Ueberwnitde» ist die s'ehre von der starren Notwendigkeit, von! der angeblichen Unentrinnbarkeit im Ablaut des ׳ Schicksals. Glicht nnr die Gemütsnatnr des Hiiyendmeiuchcit bänint sich gegen!e»e physikalische : fatumlehre ans, sondern heute sind es die Natur; wissenschasten selbst, die dagegen revolutionieren und den Zweck in den Bordergrnnd stellen. Hie Borherrschast der mechanische» Mmtmlität j wnrde von Demokrilos begründet. (Galilei und Hobbes wandelten in seinen Bahnen und auch ans Heseartes und Spinoza übte die Delire von der rein mechanischen Kausalität einen so grasten Zauber aus, das; sie ihrem Banne erlagen. Hiesen grasten t^etstern ahmten es dann die Groszen , unserer Zeit nach, Alles wnrde erklärt als ewiges i Sein und Beharren, als ein lückenlos verketteter! Ablaus intserer Borstelltntgen, oder als starre Notwendigkeit. Wenn jemand es ivagte Natur 1 Vorgänge nach Zwecknrsachen zu erklären, so wnrde ein solcher Mensch verlacht, verhöhnt nnd als Vaic, j der nichts von Sachen der Wissenschaft versteht, ' abgeiertigt. Ntin ist es anders geworden. Unter de! führung Sstwalds nnd 'Mach's ist die , Sppositivn heute schon z» einer derart mächtige» Beivegnng angewachsen, daff auch ohne Prophet .;11 sein, man doch deutlich voranssehen kann, das;! der Kamps zwischen Kaiualitäts und finalitätsi Intie mit einem grostartigen Siege der Teleologie enden ivird. '•In Pcmielben Tage hetani k>er Hcransgeher des ..Zseaeiw iännliche Ereinvtare der Be. ."י voic der inn'1 zurück, da auch Zemcngeic inchi mein befördert würden. Ter Haupt »niaidener in der Redaknon des ..Israel»״, ebenso de» cionekioc >»׳,»> en aus R>an1z geil oben, daiür, das» die zalü reichen D-rlmndicknilec. die damals zu Zünen des ( Red.rkienrs faftr». rech'zenig die >1ad> verlienen. Hane j letziere» geiorgi.?elh» 1» der Druckerei. »1 der de»! ..Israelit״ gedruckt!»׳»»de. fehlte es an dem »öiigile»! Berionat. Was tot nun Dr. t'ehmaiin ׳יזצ״ל Er flüchtete j iveder aus der?ladi nach ttellte er das Erscheinen des ..Zsraelii״ nir die »riegszeu ein Den Armen, »rante» t und H1isst>edü»sl>gen seiner Weineinde war er ein Drauer »nrd Heiser und de!» ..Zsraelil" gab er. obichv» »bgeschinlien ' von aller Weil, iropdem unenimuligl beraus. Ha er »!011! auswärls irgendtvelche Rachricknen »ich! erliieil und des ' lialb Mangel an?ton ennral. so iasrie er in diesen lagen den Einichlun mt Zsiaein grauere Erzählungen t» ver > aüeniilchen. und vietleichi in dem Uriege von «>«! die Ein itebung der berrlichen velnnan» scheu Erzählungen \u ’ danke». Am l'ischo he-Al» lien er es »ich nicht nehmen, nach alinidiiche» >?utc den Zriedhoi m besuchen, zniiiat es ״, der Diadi inen, es iei Wanenntlliiand eingetretrn. . Aber es n»r» ein falsches Werüchl. von der rechten?eite i des Rheins ׳logen die preuiusche» .Kanonenkugeln herüber, und nut die hohen Mazewoth des u,allen oriedhoies ׳.e!re!en ,1!״ Bald irackher irai dann 1a1׳äck!l>ch der üsane»1׳>ii!»>i.d e!n. de>n dann kur» daran» de! Zriede »olgle 4׳on de, Ban kamen drei grobe Nine» gesnili »1» Bneien und Zennngen die nch wahrend vieler Wochen angesanunetl hirnen. enrige davon einhielren bereits »iScvtchtc »bei d»e Dav'erkeil unserer Bruder aus den» »riegs , »chauviabe Trr ZSrael». Wohl ist es wahr, daff jede Wirkung ihre be! stimmte Ursache haben must, und diese form der I Kausalität gilt sogar in gewissem Sinne unbedingt und ausnahmslos. Hoch gibt es noch andere formen der Kausalität, die nur bedingter oder! gar nur sehr bedingtermasten ihre (Giltigkeit haben, | wir meinen daS Berhältnis von Grund und folge! und von Zweck und Mittel. Hier ist die Möglichkeit gegeben, selbständig (Kedankenreihen zu kombinieren,die nicht dem Milieu entnommen sind. Her gemeinsame Zweck des gesamten Menscheit geschlechts ist es, der hier den Ansschlag gibt, fn jedem Moment können Hinge geschaffen iverden, die aller Schematisiernng spotten nnd den Milien- Zwang Hügen strafen. Wenn auch psychologisch genommen das stärkste Nkotiv niastgebend ist, so können doch die Motive frei gewählt werden. Erst das Berhältnis von Motiv und Z,weck gibt die Nichtnng des (Geschehens an und bestimmt das menschliche Handeln. Wo wir, wie es oft bei der unorganisierten Materie der fall ist, alles »ach niechanischer .Kausalität begreifen können, da wäre es wohl unrecht, wollten ivir de» Borteil der Genauigkeit, der uuS durch eine solche Erklärnng geboten wird, j nicht auch wahrnehmen. Wo jedoch Motive eine j Nolle spielen, da reicht eine rein kausale Erklärung j niemals ans. Ha wir selb» organisierte Wesen! sind, so interessiert uns narurgeinäff die organische! Natur weit mehr als die nm rgantsche. Nichts > interessiert uns so sehr als das menschliche j Zusammenwirken, fn der Zweckeinheit des inensch licheit Zusammenlebens n!id Handelns genügt das Kansalverhältuis von Ursache nnd Wirkung, von Neiz und Empsiudnng entschieden nicht mehr. Her Mensch ist nicht das mechanische Produkt von Klima und Bodenbeschaffenheit, von Nasse nnd Umgebung, von Bererbung nnd Eharakter. Wäre der Mettsch in seinen .Handlungen der mechanischen Kausalität unterstellt, bann freilich hätten jene recht, die den unbedingten Hetermiitis ן inns predigen und der Berbrechcr könnte sich damit entschiildige», dast er die Prädestination zur Sünde mit aus die 'Welt gebracht. Zum (>)lück ist es nicht io. ״Her Mensch ist hei ge. schaffen, in frei", nnd Ziveckgesehe sind es, die unser k'eben regeln und aus dem Meere des Haseins uns die Nichtnng nngeben, i» ivelcher unser iff'bensschiffleiu zu steuern hat. Mag sonst überall alles nach Hruck und Stoff sich beivegen, derNlenich aber handelt nach Motiven. Mit ivachsendem Bewnfftsein des Menschen geschlechts iverden immer mehr solche.Handlungen! gezeitigt, ivelche den Zivecken am besten a»gepafft! sind. Wenn wir betrachten, wie der Bi'ensch die Tend»׳»; hat weiter zu streben nnd sich;11 ver vollkoinmnen, so werden wir dazu gedrängt nach Drensns.t ,;״ Mitrajim kämplie» hic cintklnen! galten iniieinauder fsraet wurde mürhandoll. Argvvle» kämpile »nt ׳.'Immen ,;»da bctnbltr die ,',eckie.;;mei g bin ge itvntcn ׳ick! '\11bn mnfr feinen D ribin den Ndinern geben. o>1 Spanien ririigen bhinten »nd '.'.1innven um Pie Bmlrerrrckiafi — Pie ,'siiben nnirPen veriagi. { .z!r De!ilfckr!!r!rP kämpft Per Bauer gegen Pen?lädier, i der 'l'vnPutent gegen den Händler, man be'reil tick׳ unräck'fl j non den ,;udenicknilde» dnrckr M>r>'enmvrde.! ,x» deiinelben '.',rnde kampfl in der B'euze» orennm gegen ckkeaklivn,?gaalPeiiivkraiie gegen .gapilal man er'iirdet als '.'illheilminel den Anlifemilismiis. Hn ׳iiusiland kämp'l das Bolk gegen die Regierung, die Revoluliv» gegen den ,',arismris gir ׳.'lblenkrmg manaerieri man die ,;»den. o» orankrenh flehen zwei Rickilungei!. ׳,wei Denkarlen. zwei?»neiiie einander plbvlickr kamv'beren gegenüber man nndel keinen Ausweg. dock׳ einen, ei» ,;»de in der Berrärer. Pogrom und -Hooligan. Bogrom in ein ins nfckres Wo« und hei׳!!!!, henf'ch etwa Ausfckrrelmnge» Eirene und Blündernng Den dem ,tahre l**» werden »in groner Begelinanigken von den >»׳,»ck׳en Behörden Arissckireilungen gegen die fuden l>e1vvrger»fen. Infolge deiieir hat dax- Wo« Bogrom allinählickr die 'Bedenliing von .Er'xe'ien gegen die ,'xiiPeit״ erIwlten Hooligan in ocr vuuiit tüiCV »*זד\1«ייזי ^cvbvfdH’v^tniiic. '1'י!0\סז ge>ren d>e׳e Berbreck׳er׳g»nl>e erregle wen über frland nnd England!»»aus 1>n!rehenres Anfiehen.?eit dieier > Zen trat inan Berbreckier ״׳'ck!er An. Blnnderern. Räubern u.i.iv. den ׳.'!amen Hooligan beigelegl. Da die rufnfckre!?prackre das H׳ nick» kennl. ׳o.wird im Rnfn'ckren dar! aus ^hooiigan oder >!ool>ga» gemackn. Dieie?chreibiveife t9. ^uii 190»ו einem Endzweck zu forschen. Eigentliche Endzwecke kennen wir jedoch nicht, denn was uns heute als Endzweck gilt, ist eS »ns in zehn fahre» schon vielleicht nicht mehr, fn demselben Ma׳ e. in welchem das Bewnfftsein erstarkt und sich v r seinert. in ebendiesem Maffe wird auch der von, Menschen gtffaffte Begriff der Zweckmäffigkeit r! ׳. nehmet׳ »nd freier, fe mehr das Bewnfft'ej» des Menschen sich veredelt, nmso erhabener wird das fdeal des Nl'enschen. Ueber die Schranle״ seiner fndividualität hinaus strebt der B,'e׳״ch nach dein Göttlichen hin und in diesem Streben das Göttliche zur (Geltung zu bringen, liegt relativ genotninen der Endziveck seines Daseins. Es steht also fest, daff das Berhältnis .״׳ Niotiv und Zweck die tliichtung des Geschehens angibt. Trägt nun das (Geschehen seine» ׳',wexf in sich oder nicht? Has Geschehen in ein Zustand der Hinge, der sich offenbar selber nicht genügt. Nus dem Änsich der Hinge kann nie eine Berändernng hervorgehen. Hie Beränderung inuff vielmehr von anffen hineingekommen sein, lleberall wo ein Znsainmenhaiig nnd eine Nnpassnng der Hinge besteht, welche in ihrem Wesen selbst nicht begründet ist, können wir dies nicht anders als Zweckmäffigkeit nennen. Hiese Zweckmäffigkeit kann nicht dem ^eschelien selbst innewohiien, sondern muff anffer ihm liegen. Wenn es nun aber ein änfferer Grund ist, der die Hmge mieinandersügt, so kann dies doch nicht anders geschehen, als daff die Dinge zuerst in dem 'Beivnfftsein dieses änfferen Grundes vereinigt wurden. Hieser üuffere Grund ist offenbar (ffon. nnd alles ziveckinäfftge Walten in den Gesezren der Natur in das Werk seiner gestaltenden fntelligenz. Schon die allgemeinen mechanischen Geiebe der Bewegung zeigen eine gegenseitige Nnpafflnig aneinander, die aus dem Begriffe derselben nicht abgeleitet iverden kann. Schall. Glicht, Würmc, das Gesetz der Gravitation, das ivnndervolic (ffeseh der Negntvalente sind Erscheinungen, deren inneres Maff und innere Selbstbestimmniig Spuren der höchsten fntelligenz offenbaren. Und welche unendliche Zweckmäffigkeit nt min erst in der organischen 'Natur zu bcobaditen' Hort vollends in der Zusammenhang der Stom derart, daff »tan ihn nicht als einen in der Natur der Stoffe selbst begründeten ansehe» kann. Has organisierende und gestaltende Prinzip in den Srganisme» kann nie durch bloffe Physik und Ehetnie erklärt werden. Der Sait, der durch die Wurzel der Pflanze zuströmt, formt Ziveige. Blätter, Blüten, fruchte, nnd a»e diese Teile sind selbst wieder in der verschiedensten Weise in ihren Zellen nnd t^esäffen differenziert nnd or ganisiert. Pynkalische und ch mische (besehe reichen hat ein Berliner Blak! irre ctefiih« Es hrackrte vor eimqer Zen i» enie, 'Briefkaneniroii; auf eine Ainrage die Am wo«, Hoolicinn würde >x>ohl von M1111 lierkommeir. ntin eine niedrige Me»fck1e1ifla׳׳e bedeine», genau fei das aber nicht bekannl. Die Berbreckrerfamitie Hooligan ist viel bekaimier. als B. Heinde, nach dem die ler He»>xe genannt wird (Eine interessante jüdische historische Bibliotttet) ge!» 1» diefeii Dagen »nt de» dafür durch o׳!׳׳m Intie Beifieuerii gefammellen Unterhatmiigsgetdern m die 'Dbhiil^des Voithonev II n 1 uevii111 Eo11ege »ber Diefe?ammtinig. defiehend ans iettene» Bückre«!, Hand felirinen »nd fonnige» Seltenheiten zur Ertäulernua de> lüdifckren cxtefchnchie, war t!n Vmifc langer Zähre von dem versiorhene» Herr» f. D. Moeatla, einem fehr angefeliene» Biitgtiede der ätier» londoner fudenkotonic, mit grobem Nof1ena»fwa»d msammengesletlt worden. Durch lebiwillige Berfügliiig üherliesr der Be filz er dann seine?chatu׳ der Ziidifchei, Hifiorischeii <׳>efel!schusi, einem noch jmigen Berem. der in dersethen Weife wie der Ltiner tortwirkl. Die Uedergahe an das Univernw Eoltege, das in E!׳we> Street mir wenige Minuten rx1׳» Bririichen Museum gk legen in. hat wohl den Zweck, diese?onderhiblioidet vielehrleii lind?tudiereiiden leichter zugänglich zu machen Ein nettes Bonmot erzählt iteorg Hermann »> feinem Roma» .,xellchen Wehen״ in der ..Bon ZeiiilNg" von der Mutter des zm» Ehriüen»»» ühergetretenen und dafür mit einer 'profenur hcdackne» Eduard Wan»', xurz nackdem iiber-rerreien war. sagte seine Mntier zu ihm: ..El!, wacke!!!!ch; immer so »n׳ä>?miii, D» mvgNhnifatlen und Du weiül, dein » r e u z > s n och ichwacd". ' Berei» zur Benichening gegen?letteniofigle» יכייי "י•”,?rrankiun a. M.,?chübeiislr. I». s i I

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