Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 29 (19.7.1906)
- Date
- 1906-07-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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19. Juli 1906 T>tx J«rar»t 9h 99. Sette 8. Veibe fltbfn. nxil wir. wmn Sunbmimnwrn J«f4:!}״ in d.e j Wett binausgeden. dir basienige wo» rin Teil von und »1 Lachen drr vrofonitarton will. bekawv'en. wir dadurch dr» vrtnflnn;enioren. dm 1011 ton« de äßen. j 20tueit Ätvnuo. itMv n»d rbcmalU' der! Meinung , das; der T rrritorial i $ 11111 * ן mit seinem rein mirtidvutlicticH und durch > ano nüchternen Pro,zrcttttm h«rs gkijebenc! neutrale lachtet ift, aut den!!ich Bei tretet׳ der vetichiedentten Anschauungen die Hand! zti geincinsatner Arbeit reiche» können. 1\ו$ gilt ■ uveisclloS für die Zionisten, deren englische ,vfihrev in den letzten Monaten den Territoria lisnino mehr als es int Interesse der Lache;11 >vünscheu!Pitt, dekäinpst haben, gilt aber unserem Einciitens unter gewissen Bedingungen auch für die gesetzeotreuen >k reite, die bis jetzt da die ^to ihre;putze Propaganda au׳ England und Atnerika betchränkte keine <>le legenbeit batten,;um?ciritmiriltsmiis Ltellung zu nehmen. Wir tverden ans diese Leite der Kolvnisationstragen noch;ttittrkznkvmineit haben. * -e * Die Emanzipation in Rußland. Bi'nn darf bei der vorurteilslosen (Besinnung der großen ORehrheit der Reidrsdniim die Hon nnng liegen, das; trotz aller Ztihennietzeleie» die EmmtzipiNion unserer Brüder in Rußland nur eine,';rage der Zeit ist. Lelbst die Regier »!uz hat sich, durch die politi che Entivickluttg gedrängt, entschlossen, ein (besetz ״über die Gewissensfreiheit" nnszimibeitcii Wie dieses beschassen sein wird, darüber ist neilich noch nichts früheres bekannt. Man ertahrt nur, das; die Regierung ganz in, Linne des Rattonaljndetttntns, einen ilnterichied zn'ischen (Gliedern des jüdischen Bolkeo und Per sonen jüdischen B e k e n n 111 i s 1 e s niachc, und das; den ^ndeu zwar die allgriueinen bürgerlichen Rechte ohne Beschränkung, ihre Zulassung zu den Ltnrrtsämterir aber nur bis zu einem bestiinunen Prozentsatz geivährt werden solle; den Zutritt zu den militärischen (Graden werde ihnen der R'egiernugdentwnrs vollständig verwehren Her von der H »in a konini i s s i on vvrzubereiiende t^esetzenttvurs über die Gleichberechtigung alle r 0 ürger tvird hiugegen die Abschassnng aller Londerbeschränknngen drr Juden fordern. Ha rüber herrscht bei der Mehrheit volle Einmütigkeit. Meinnngsverschtedenhelten sind blos in der Zrage des Vandenverbs vorhanden. Ein Heil der Kom missionsnntglieder spricht dir Befürchtung aus, das; das Recht gänzlich unbehinderten;'anderwerds dir Uuzutriedenheit der Bauer» »och steigern werde. Möglicherweise kommt ein >rompromis;;»stände, ivonnch jeder Per«an der Ankauf von Grnnd und Boden nur vis zu einem gewissen Mas;e gestattet sein soll. Hie konservative Minder dcit der Huma wün'cht, angeblich iveil ne bei einer unvermittelten t^leichnellung der Znden Bolksausbrüche befürchte, eine a l l in ä h l iche Ein sührung der Emanzipation : diese (Gruppe in aber zu lnibedeutciid, als das; sic einen beträchtliche» Eintlus; aut die Beschlüsse de: Hnnia ausübe» konnte. Hie .Kommission hat bis jetzt zn׳e> Litzungen abgehaltcn, und man glaubt, das; in etwa sechs Woche» das Plein»» der Huma sich mit dem Gesetzentwurf befassen »«erde. Va5 Sabbatproblcm in ve!tetteic!»-tlngatn.!{*"וו Morin Ä. Vccb IN ,\rmtfiun a. 1«? Unter dieser Ueberschritt erschien in :>>> R» des ״Zsraelit" ein Artikel, der in eindringlicher Weüe dafür eiurrat, das; die gesetzestreuen »reue Heüerreich Ungarns der;»nehmenden Labbat Entweihung inchl länger untätig ziischnnen, ion der» sich zu Abn׳ehr1nas;regeln antraften «oilte» lRrir; die gleiche Mahnung batte schon ein ahn licher Artikel in Oh.!׳;’> des ״Zsraelii" ansge sprachen. Zn den beiden Znichritten in übereinslimniend die Lchassung einer L t e l I r » v e rin i i i l » n g als erstes und dringendstes Eriordernis bezeichnet worden. Hamit stnnmt auch die Tatsache iiberein, das; bei der isr Ltellenvermittlungs Zentrale in Zraiik'nrt a *M fortgesetzt Bewerbungen eingehen, in denen, oit in herzbewegender Weite, »läge dar über geführt wird, das; die Erlangung einer Ltelle, in der am Labbat nicht gearbeitet zu werden braucht, in HeNerrrich Ungarn immer schwieriger werde, ja vielfach bereits zur Unmöglichkeit gehöre. beider in es uns nur in den seltensten Zollen möglich durch die Zentrale Abhilfe zu schassen Wenn wir auch grundsätzlich keinen Unterschied machen zivischen Reichsdeutschen und Ausländer» und die vorliegenden Bewerbungen einzig nach sachliche» l^esichtspnnkten bearbeitet werden, 10 wird dieser Unterschied doch vielfach seitens der Prinzipale gemacht und wie die Ersahrung zeigt, entschließt «ich nur ein verschwindend kleiner Bruchteil Offerten ausländischer Bewerber zu be r, cksichtigeu. Maßgebend hierfür in die Zurcht vor polizeiliche» Lcherereien, die Unmöglichkeit vor Abschlus; des Engagements eitle p c r i önli die B o r st e! ln n g zu bewirken nnd endlich die Er ivägnng, das; bei einem Angestellten, der «eine Heimat nur unter großen Ci'ü’ni an Zeit und <»eld wieder erreichen kann, der Prinzipal einer eventuell nötig iverdeiiden »ündignna gegenüber nicht die volle ,Freiheit der Ent'chließung besitzt. Abhilfe kann also nur durch eine Organisation geschanen werden, die nt £ eit erreich Ungarn selbst ihren Litz bat und sich bemüht die zerstreuten und tu ihrer Zerstreuung ohnmächtigen ^rä'te zu iauimelii und zu verrinigeii. Wenn nt den n» Eingänge rnvaknten Artikel dem Berband der Labbatfrennde die Aufgabe z» geiviesen tvird. «ich mit der Aufforderung zur «Gründung von *די**” Bereuten an eiittluß reiche Persönlichkeiten unter den i^e'etzestrenen Heiterreich Ungarn» z» ivrnde» «o ׳cheint mir das nicht ganz der richtige Weg zu sein. £1,1,1׳ der Entschließung der leitenden Periönlichkeiten unseres Berbandes irgendwie vorgrriten zu wollen, glaube ich behaupten zu koitnen. das; auch sie der *Meinung «ein tverden, die Zninative zur Lchassung der 0׳ ivünichensiverten £rgaimaiion müne von dort ansgehe»' Es würde |!t nicht allznschiver «ein von Heuttch land ans einen solchen Bririn ins;'eben zu rufen, aber es liegt in diesem Zolle die «Rnahr nahe, das; bei einer von außerhalb bervirkten «»rundung nicht die richtigen Männer an die Lpitze irrten und darunter ivürde die Entividlniig und Wirk tamkeit des Bereius sicher zu leiden haben iRrnz anders liegen die Hinge. loenn «ich dort ein kleiner »r >s von *.Manuel» bildet, der die Lache in die Hände nimmt nnd damit eine rich iige Hurchsührnng von vornherein gewahrleiitet Lelbstvernandlich würde» >r»r die Erfahrungen die ivir uns in beinahe I« «jähriger Praris er roo»bei! haben, dem neuen Uniernehmen gern >>>>d trendig zur Bersügung sieilen. Es dür'le damit eine rasche und sichere Eniwirklnng von vornhereiii gervahrleiiiei «ein ,U> sachlicher *Beziehung mochte ich vor'ihlngen. das; nan der *די*^• Bereine, rvie >o>r sie zu er» Hanen, gleich ein Benband der Labbat treu »de, mit ennprechenden Ortsgruppen ge gründet wird. Als e r «i e nnd v o r l a n «> g e 1» z 1 g e praktnche *Au'gabe käme die Lchassung einer L i e >l e n v e r in 111 l u n g, verbunden mit Ltelle» l v > 1 g k ei t s ve r s > ch eru n g n! *Betracht Zür die aktiven *Mitglieder dieser Abteilung wäre ein ent'vrechender Zuschlag zu erheben. Zür die Liellenvermitilung tvare dann >e ein Bureau in Wien nnd Pe't zu errichten. Hie locilercn *.'lnsgaben des Berbandes, die Heiligung des Labbat aus anderen «Gebieten betreffend, koniiten dann später in Angriff genonnnen werden *Mit der vorilehriw geäußerten Meinung, daß die Znitiative in dieser Angelegenheit den 0,'achst beteiligten gewahrt bleiben müsse, neht es nicht in Widerspruch, rvenn ich zum Lärlusie dieser Ausführungen au alle, die nch berufen ttihlen, »ansleute Prinzipale und Angestellte nnd *R!cin kausleute, in dieser hochrvichtige» Lache nntznar beiten, die AuNordernng ergehen r»sse, ihre drris crimu'vn; und zualrici! daran, >r»e arm umcrc hoct! ari'virinir Multuv an :Minner» ig Aiciri lner bei unteren wesiliche» Lianuiirsgenonen.. ׳vnderii dorr drüben, bei diesen *Polen, biail.zirrn. Auninne» Aiiiien ist die ,üdischc ^oikskrati tundirri nnd liniere;in lim» geneben Am Schiwwo osor betamus begegnrien mir eiwa trintzebn von ibnen. ,eder ein;eine rm iriieinder Lbviis. Einige Imlien grosrionnatige £*^EC bei lieh, tie knnien airgenicheinikhkinlich vom jüdischen Zriediros. Zch ging ihnen »ach »nd schloß mich an, und ich muß gestehen daß es sich Ivhnie, den Weg mit ihnen;11 «eilen, tzeider konnir ich dieser großen Züllr iridiichr» Wiiiens nicht nach kommen; solche grwaliige eletiriiche Eniladungen ialmu discher Weishrii bänrn einige Nutzend druitche Aabbinais kandidairn niedergeitrekkl. Und welche scharten >ir>1>ler! Es iatn sich u! ernem turzrn Brief auch utdit rinmal andeulen, ivas diese Menschen alles erdenken und ivie inigeinein zniretsend ne das sie umiluiende :'eben cvfnücn. Es tollen einige sehr berühmrr Rabbiner darunter sein, vielleicht in! Esegrniav zu nicht iveingen iniiidrrberülnnikn westeuropäischen, die gegenivariig hier zur Rur!veilen. Tie letzteren machen nch. da ne zum Teil inkognito reisen und daher die rituellen «Hilft häuter angsrlich meiden, nicht so sehr bemerkbar Einer von ihnen freilich, drr aber nach der grvgrap'.schrn Vage «eines Wirkungskreises eigentlich nicht zu den!oefiruro;»rischen Zuden zu zahlen ist, kokrtiirn irvr stark mir seiner Aikete Er ißt nämlich recht ißinng im «larien von Pupp ״nur׳ Zische ^rnre viaiiin, dir >a kein Raw und äugen scheinlich an keine sirengrrr Tiäi gebunden ist, erlaubt nch alles, rv«rs die weltberühmte Riiche von Pur׳r> bieiei. TaS rabinii'che Ehermar״ toll, wie dir wirklich rituellen Retiau rantbrsitzrr versichern, noch me in enicn, ihrer Laie grsriwu worden sein, ebenso nvnig wir einige Herren Rabbiner aus nicht rveii rniternien großen Zudenzentrrn. Wir weuber.zig das jüdische Publiku»! herciis den jiiölschen Leeltorgern gegenüber geworden ist, k»!s möge! Zbnen iolgriidr kleine Episode illustrieren.! Zch nahm inrine» Tbee an einem schonen Morgen | draußen m Lchönbrmin und aß dazu, da ich irnir Tiäi zu 1 ber'hachtrii habe, etwas Ausschinil. Ai» nacksir» Tuch saßen! rimgc Herren Bndedekamiischasi und trugen imck. warn!» ich kernen Lchmien äne. ״Zch e׳te überh-rnvi! keiiirn Lchinken״, envidrrtr ich. Allgeineinrs Eiliannrn! Wie'^ Lir ettr» keinen Lchinke». i'err Doktor -ll »b wir alle haben sie doch iiir einen .r r Rabbiner g e ha i i r n '* Birllrichi rrlauirrr ich Zknien das nächtiens. wr»n re de'ien übrrtmupi bedarf. Mmchas. Auicrikanisihe Zudcu. Ter ">c»r »al parier teilte in einer Brrsaminlung in zriiiriiinan soigrndr;׳«e schichte n»l Zch 1m«chle, tagte drr »«eneral, hier von einem Taiikbartrilsakle erzählen, der dir Zolge einer guten Ta» des vienerals Lharpr ans dem 2chtachttelb von Lhiloh irmr. Eni lüdncher Loldai der tviisoderirrten Armee harte den ganzeii Taa verwundet dageie^en Er lmtic einen Lchuß ins Bein erhalten, aber dir Loldairn achteten nicht ״»s seine Hlüerute itenrra! Lharpe bemert'r ihn ״nd gab Beseht, ban er in das Zeldhvipiiai gebracht ivrrde. wo sein Bein ampuiieri wurde Aach dem Rrirgr geriet vienerat Lbarpr in vieldschwirtigkeilen. so daß schließlich!»,nr Besitzung iubdstnert wurde Ein Zreund tagte dem vienrral» daß ne von einem Zliden gekausi worden sei. Einige Tage daraus erschien r-.n Ziid» mn einem künstlichen Bein be, dem irienerai und sagte -Zch dm der Mann, dem sie aus dem 2chlachtfetbe bei L lnlob geholten haben : ^*«ch lmbr das ganze vieschati in der Ltadi m nirinen! näiiden, weil ich ׳:: der loniorderiei!,,! Armee gekämpti j bal'e ,«ch hdrie daß ihr Besitz vertauti werden ׳ollie i Hier lmbrii n> die Ra»1»ntunde T ie Aoiare sagen, es tr, alles in r rdnnng׳ Damit händigte er das Dotiimrni ■ *irm «üenrial ans Cttw Er nst ״er ttianiiie Hamburger?chnnneller.! m >1 den!rtzlrn Tagen wegen einer A-ußerung. dir dr»! vtegriisiand eines Proze'ie.. tritt dem ,;vtirnalnien Viutmn I biideie. ganzlicti pi llnrechi anni'emiiischrr i"ei1n11m<g verdächngt worden. D ie Haniburger Blätter r«ers>׳eml״k>m s m dieser Lache tolgrnde Erklärung Wir iinirrznchnrlrn «üdiiche» Zrrunde Dito Ernns erklären es aus langltihrigri und inliinürr Rrnninis seines Elraralters und semer "iennnung sur : «iiisgeichlmie», daß er einen Mensche» ml» Ziidr»! de ' nun ziere. Leine allerdings aus irriumlichei! Boraus tctzuiige» brrubeitde Beh>mvlu>1g, -es sei dezrichilrnd sur Herrn Vindne«. daß er als Zubr i'ur anNseniilltche Blatter ׳chrride״, in ihrem >nne>sien Weirn nach eher judeniirund \ lieh als ntdrineiildlich Cuo Ernn ist rinet der wenigen! nanihatten modernen Lchrisnieller. vielleicht sogar der ri» zige. der unausgesetzt »ui leidenichaiiliiher (Hmcbltafnt u»d v«erechngkei1sltehe und Unrrschioetrnlreli n» Ni»;Hecht drr ,\utKn eingrireken m, wu verwrnen u. a au> die Eüahs »ber den Zudeuhaß.״ Avch in aller>u»gs>er Zen hm er! »eine vRiimitingen an׳ dem "«oeihrhunoiage energisch und י »IIuuriuiuiia d,künde: Hochachtungsvoll Dr M isaro! Vron «*«oldschlindl, Dr M. Vevor, fi. H Vvewrubeig | Dr *t«i Lpanier " <E«n tteieaSerinnetungl Am I! Zuli 1 ivar aut den ä.^»1br1e׳ta׳ien 1» Mainz ein Plakat grkievt worden, de» Ziidalis, daß man in tue Raiten nur Briete, die ׳iir die Llabt selbst beiuninii »eien, wetten möge, 11> Lendungen nach auswärts nicht mehr detbrderi ivnrdrn