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Der Israelit · 1906-07-12 · 28 (12.7.1906) · p. Seite 19

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
28 (12.7.1906)
Date
1906-07-12
Page
Seite 19 (sequence 19)
Language
German
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<■ זא־ י:1 2rttr 12. ,\ut!!,סי•; zur ^rbaltmn! der ,Vumiu• imb der Kinder bei. 1 Ttc j'vnlafdioo voll ziehen die Beschneldung an beiden tvVeutilcditcrn; bei dein männlichen ist -a? Datum memvte»? ans den Beginn des achten Tages, d. ti. sogleich nach Ablauf de? siebenten sestgesesti. sie darf nicht am Sonnabend statt nnden, iveil ne al? Arbeit angeseheii ivird. Zu Cftern geiiicsze» sic selbstverständlich Mazzol ungesäuerte? Brot und trinken weder Bier noch andere in Währung übergegangenc (Getränke. Beim Schlachten eine-? Tiere? oder Ausüben der Schechira beobachten die Zalafcha? von dem Bit»? der Znden ganz abivcichende Zormalikäten; wie nur halten ne daraus dem Zlci'che da? Blut zu entzieben. Sie enen e? nicht nach der wilden Silke der Abessinier rol>. Dank dieser Ü־ntlmlt sanikeit, sind sie vor der Crkrankung an der Tenia geickiüstl. »׳ährend die »leisten anderen Ciinvohner an diesem Nebel leiden. Sie vermeide» »»vn־ gekochte? Fleisch oder essen e? sau nur am Sabbat und anderen Festlichkeiten. Clie ne sich zu Tisch sel׳en, waschen sie sich die Hände nnd sprechen einen kurzen Segen, wülirend ne da? Brok brechen, nach der Mahlzeit folgt ivieder Hände waschen soivie ein Schlust Segensspruch. Tie Zalafcha? tragen die Kleidung der übrige» Abe> linier : Hemd , Beinkleid nnd darüber einen Mantel. Alle »zehen bamif», ivenig darum besorgt ihre Zehen in eine lederne Bekleidung oder Ston binden zii;»׳äugen. Drau neu sowohl ,vie!111 Hanse nnd sie net? oh»e Kopfbedeckuilg, nicht ander? in de» Smmgoge; nur die Priester lratzen einen Turban an? meinem Tuch- Sehr sorgfältig achten ne ans die Beinlichkeil ihrer Kleidung, anch bei der Arbeit. Am Sonnabend »nd an hohen,festen ziehen sie Zeierragskleider an; die grauen soivolil wie die Kinder, erscheinen reich gekleidet nnd mir ihrem Schmuck gepulst. > Abessinien werden die Handwerke ge ivohnlich nur von den Kalasch«? ausgeübr, ne sind Ackerbauer, Schmiede, Blaurer, Architekten, Knnsttischler, Lieber, Tövser .׳e. Zn trüheren Zeiten war der Ackerban ihre besondere Beichäs tignng; da man ihnen aber seil etwa sünszig Zähren ihre Tändereien genomnieii hat, waren sie gezwungen, für andere zu arbeiten und sind nur noch die Pächter der Aecker, die ne bebauen. Die Christen machen e? ihnen zur Bedingung, alle landwirlschastlichen (Kerätschasten zu liesern. Zhre monatlichen Arbeiten bringen ne in beständiger Berbindung mit den übrigen Ci» ivohnern. Sie leben in gutem Cinvernehmen mit ihnen, denn erstlich braucht der Abessynier den Znde», der ihm alle Bednrsnine de? täglichen Teben? liesert, nnd serner kennt er diese? Tob must man ihm;»sprechen deil Beligionshasz nicht. Störte nicht die Tyrannei der Missionare und der unwissenden (Deutlichkeit, nnrerslütst von der (Keivalttätigkeit der Oberhäupter, die Criste»z unserer (Klanbensbrüder, 10 wären diese nicht allzusehr zu beklagen, beider beuten dieie Dber Häupter sie au?, misthandeln ne, und um sich die ('»iiitt der Bauern zuznziehe», zwingen ne ne. .Kirchen zn bauen, am Sonnabend zn arbeiten nnd verbotene? Zleifch, tresa, zu essen. Daher die so bedauerliche Zolge, das; sie fchliestlich in ihrem Clend. tit ihrer seelischen Bedräng!»? de» Cingebnngen der Missionare ihr C br leihen, die bei ihnen ein leicht zu erobernde? Zeld nnden. So zählt inan heute die bekehrten Zalafcha? zu Tausende». D i e Z a l a s ch a? sind a b e r wirkliche Zn den; sie haben dieselben Bestrebungen wie wir und glauben gleichsall? an die Zukunst Zsraels; in diesem (Glauben haben sie dlirch da? Bergangenc gelitten; ihr (Glaube an diese Znknim gibt ihnen die Kran, den Benolgnngen der gegen wärligeu Stunde zu rviderstehen; ne bildeu ein liitelligente?, tätige?, ihrer Ilmgcbung überlegene? Bolk: eine von allen Zonchern, ja selbst von den Missionaren anerkannte Tatsache; sie ver dienen daher, dasz sich ihre Wim,bei,?^1,001•» nir ne interessieren. Die beiden Zünglnuze, von denen bereit? die Der Zsraktii Bede war, und ungesäbr A» Zabre alt; da sie keine andere al? die äthiopische Sprache, da? Ainanna sprechen, wusste man nicht recht, ivas inan bei ihrer Ankunst in Pari? mit ihnen machen sollte. Obgleich ne von schwarzer hW sicht-'sarbe sind, haben ne nicht da? plattgedruckte (Zeucht der amerikanischen A'eger : ihre Züge nnd sein, die Augen lebhaft »nid geweckt, der Körper krästig und geschmeidig: sie ähneln sehr den Schivarzen de? englischen Zndien. Sie hatten nur den eineii Wunsch: die indische Beligion Curopa? zu lernen; da? Komitee der Alliance dachte, daN ein Ausenthalt in der Ccole pr׳'׳para roire Borbereltung?schnle im Kreise von >ungen Tente» ihre? Alter? ne schnell iördern ivürde. So in e? auch eingetrossen. Sie suhlen nch sehr ivohl in der Schule, arbeiten »in Cifer und wisse» sich schon ganz kreislich nn Zranzömchen an?;ndrücke». Zhre Kameraden »elnnen sich ihrer mit Teilnahme und Sinnvatlne 11». Crst später, ivenn sie die Sprache etwa? mehr beherrschen »׳erden, nnrd e? sich zeigen, ivelche A'ichkiing bei ihrer Ausbildung einzuschlagen fern ivird, und w e l cki e Dien ne sie ihren (Klauben? b rudern mit Hilie der europäischen Z? ra e l i 1 e>1 »׳erden leinen könne». Vamon und JllftittM* in brr Bubrngaflr. <;on 2lrtbur ftabn. ־* itiaitonid vndokrii. So hatte da? Totreriefpiel keinem einen (Ke ivinn, allen Beteiligten aber mancherlei Berdrusz gebracht und noch Spott dazu. Berez nnd Zechiel beschlossen jedoch, ivieder wie früher gemeinsam zn spielen, »>ie alle? iva? die Zreundichafl zu sainmenhallen nnd immer mehr zu befestigen ver mochte, bi?her von ihnen gemeinsam »nteriionunen ivorden ivar. Zechiel meinte sogar, er müsse sich schämen, wenn Zemand erfahre, das! sie nicht mehr ziisaiinnenspielten. itnbciüiiil von uuiii gro>zeu und kleinen Creignisse» in Stadt und Tand, blieb die Zreund sckiast zwnchcn Berez und Zechiel sich immer gleich. Sie nahm typische Zormen aii, der-en (Keprärze sich her Zudengasse und darüber hinaus sogar dem Städtchen eiiitgennasien mirreilte Wie sie in der Synagoge nebeneinander sage», gemeinsam beteten und genieiusam da? (Kotieshau? vcrlicszen, so gingen sie Sabbatmillag? gemeilisam spazieren. An 'Wochentagen, sobald ne ihre Mahlzeiten ein genommen und Berez für einige Minuten, irische Tuit schöpfend am (Kästchen stand, Straste aus und abblickend, erschien auch bald daraus da? schmale, bartlose (Kcsichk Zechiel? vom dritte» Stockwerk seiner Wohnung. Dann »iefte» nch beide zn, sahen noch einige Minuten lang aus die (Kasse und verschwanden, sobald da? Cinuhr glockchen läutete, ivieder. So wie die Teure in der Zudengasse die? alle? von Berez und Zechiel längst gewöhnt waren, so gehörte es auch zum eiserilen Zond ihrer (Kepslogcnheiten sich jeden Sabbat gegenseitig eine Probe von der Küchen kuiist ihrer Zranen zuzuschickeri. Aber bei diesem gegenseitigen ״Beriuche" ivar die (Kleichheit sehr zii (Künste» des Schneiders gestört. Bei diesem waren wohl die Töpfe in Anbetracht der zahl reichen Zamütc, (Kesellrn und Tehrjunge» so gron »me bei Berez. hingegen »•aren die Teller Zechiel? iviederuin, in Anbetracht der Mitesser, viel kleiner al? beim Schuster. Dessen Svetsegeschirr schien erna grost iüi de», grumltigen Appetit Berez nnd seine? Koppel?, über den wahre Märchen erzählt wurden, schon in der Zabrik hergenchtet zii sein, sodast Teller »nd Schüsseln de? Schuster? lii einem gewissen Cinklang mit seinen eignen riesigen Korperdnnensionen standen. Und d«1? war dem braven Schuster gerade recht, denn er wusue sehr wohl, dag leine Kostproben, die in seinen Angen noch klein erichicncn, obivohl ne >a nur ״znin Berinchen" sein sollten, die etwa? kärglichen Portionen der Scknieiderssrau ׳a׳r verdoppeln iKilfen. Wenn Zechiel »nn gar noch znni Cnt sehen seiner im ewigen Arn1lit?kan1ps kleinlich ge» ivordenen (Kattin an Sabbaktagen einen armen durchwandernden Zreniden mit zn Tisch brachte, d.inn »׳»nie Berez durch ein noch grünere? A»? inan bei Kostprobe die den Zreund unausbleiblich trenenden Borivür»׳ der SckineidersgaM» zu bc schwichtige». Berez lat gut daran. Kaum hakte solch ein armer <'»0» nach eingenommener Mahl zeit die Wohnung de? Schneider? verlassen, da nelen auch schon Zra» nnd Tochter über den leichtsinnigen Hausherrn mit vielen Borwünen her. ״Wir haben >a selber kanin satt befoiinnen", »chinollte Bella. ״>a, dein Baier braucku >a nicht am heiszcn Herd zu stehen nnd zu kochen", fügte die Mutter gereizt hinzu. Zn nch zusaininenge sunken, den 'Blick beschämt zn Boden gesenkt, säst der Schneider >v!e ein gescholtene? Kind demütig da nnd lieg allen Tadel ivortlo? »bn sich ergehen. So etwa? konnte 'Berez nn!»!,!-.ich: pass!re!׳.. Tiesz er »׳ine Svrinz anch zuiveilcii nichtig feiten, weil die? bei den Weibern von gesundheitlicher Wichtigkeit sei, >0 durfte dock, ׳Birmand seine Ixiu? herrlichen Masznahnien tadeln. Am allenveingsren hätte er geduldet, dasz ihm Zemand einen durch ziehenden Schnorrer ״tortgeichnappt" hätte. Cs gab dal»ei viel Konkurren; unter den Sckmlgekern, besonder? am Zreitagabend und Schabbosinittag; ja e? hatte vor der Simagogentür sogar »ch oft eine ärgerliche Zänkerei ennmckelt, iveil wegen nnzureichkild vorhandenen Schnorrermaterials nur ein oder;»>?! Beslektaiiten besriedigt iverden konnten. Auf da? nun schon ׳'eit Zahrzehuten in un getrübten! Berhältnis und in unzähligen kleinen ׳liöten auf beide» Seite» sefterprodte Zreund schastsbündnl? sollte»? nun die ersten Schatten fallen und die beiden schlichten Männer entziveien. Bald drei Zähre dauerten schon (Kustav? Be suche bei Bella Zriedberg, die, so harmlos sie erscheinen z» lassen (Kustav auch bemüht ivar, dennoch die Ausnierksuinkeil der Teure erregten. Alliiiählich ivar bei ihm eine Criiüchterung ein getreten; eine Crnüchternng, »vie ne!ehern Bainch nnd jedem Cnthus>a?n»u? folgt. C? war auch »ich: :•>•־׳ der gesellschastl'ch«1: ׳ knand, denen Schranken, nach enigctrercnem (Kkniütsgleichmast, ihm ivieder iinüberivindlich vorkamen. Cs kam Iiocki etwa? hinzu, ivas in sein Tiebesliäuiueu seine Schalten webte; der llntenchied in der Schul bildung. ivclcher denn doch eine gröszere Kluft schasst, al? alle anderen Klasseuunrerschiede. Hierin liegt da? ungeheure beivustte Unrecht des Staates oder der «Kefellickiaft, da? die Menschen schon frühzeitig nicht nur äuszerlich, sondern auch inner lich von einander trennt. Der gesellschaftliche Schliss 1» nicht nur etiva? angelernte? und Routinesache» sondern auch ein Tehrfnch konventionellen PasfinementS, wozu iveniger (Keift als Dressur gehört. Da? alle? ging der armen Schneiderstochter ab und (Kustav ivar iveder stark geistig geling, diese Aeusterlichkeiteu auf ihren geringen Wert einzuschästen, noch ivilleneftark genug ne durch ״erzieliertschk" Cnlwirkuug Bella eiuzuprägen. Zn einer grasten Stadt, wo die gesellschaftliche Zuchtwahl einen »׳eiten Spielraum lässt, soziale Borurteile rveniger drücken, als m einer kleinen Stadt, ivo sich die Dinge und Menschen Karst nn Baume ftosten, wären diese Hindernisse leicht zu überrvinden geivefeir. Bur starke Kampsesiiaturen vermögen in einer kleinen Stadt sich solcherart dlirchzufeven, aber (Kustav

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