Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 28 (12.7.1906)
- Date
- 1906-07-12
- Page
- Seite 20 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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Sr. 2K 2ntt 20. Ttr ^»rarlit. 12. v\11It nun־ feilte starke Persönlichkeit - er hätte nicht vermocht nch von einer Umgebung loszuringen, deren ganze Macht eine Mette von Engherzig feit und Erbärmlichkeiten ist. Dam ist eben der svlnch der Kleinstadt, dag Nch keiner anm dem :ttnig von Vorurteilen loslöten kann, der die Baum ihres Daietiim bildet. (Gustav stellte nch vor, melche 3entotio11 m erregen im'tftfr, wen» er einem Tagem öffentlich, Bella am 211111, durch die Ltadt ivandeln wurde, und ein heftiger Tchreck durchsuhr ihn. 260hl hatte einmal ein -'Hail ichullehrer, der, wie (Gustav dem Eäzilicnvcrein, dem Mnfitto und dem (Mcselligkeltmverein ange hörte, die unerhörte Kühnheit gehabt, ein Mut annem, bildschönem 2lahmädchcn zu heiraten. Bon diesem :Augenblick an, war er für ״Leinemgleichen" toticiue Kollegen grünten ihn nur noch ganz verschämt und verlege», ,^u den Bereuten rückte!eder so weit tvic möglich von ihm ab. :'lbcr der kleine ch'ealschullehrcr, nebcnbei ei» aumgrzeichncter 2a11mkritlelner. war eine groste 2cakur. :Ilm er bei dem Direktor mit feinem hübsche» 26eibcheu einen der Etikette cutsprechcnden 2ln trittmbesnch machte und nicht empfangen wurde — der eben zu Hause angelangte -Herr Direktor ivar plöt-lich unwohl geworden und konnte nicht cm psangen — da lachte er so laut und höhnisch beim Berlasseu der Dircktormwohnnng, hast alle .Haumeiinvohner die Türe» öffneten, um zu scheu ivam eigentlich lom sei. Dieser kleine Vehrer und grofte Manu verlachte und verachtete den ganzen Mieinftnöttvof? und lies; sich zum Entfetten der 6eute nicht einmal verfetten. (Gustav musste an diesen ch'ealfckmllehrer denken, alm ihn Bella gelegentlich ganz unvermittelt fragte, ob er einmal ebensoviel Mut zeigen werde, >vie Herr Dr. Schmitz. Em war ihm schwer, sich aum zndcnken, wie er der Mreife entraten könnte, in denen er lebte. Er war, mehr wegen seiner Viebenmivürdigkeit und noch mehr seinem :h'eichtumm halber, zu allen Ehrenämtern berufen worden, welche die Bürger zu vergeben hatten, er spielte nach landläufigem 2lumdruck die erste:Holle in der t^eiellfchcitt und fühlte sich wohl in der kleinen Ltadt. in der er geboren war. lind trotzdem seine Viebc Bella gehörte, verkehrte er ebenso un parteiisch bei .Schiff und in Kornm Familie, ging mit den Kindern beiher ,Treundemsamilien spazieren, verbrachte wie Betti ganze 2lbende dort. Mit Emma Korn und 6eontine Schiff verkehrte er wie mit outen .Kameradinnen, ohne jede Befangen heit. Emma wus!tc tvohl um feine Besuche bei Bella und kannte auch den (»rund derselben. Troydem sie (»ustav liebte, schien sie nicht eifer süchtig zu sein, und wenn er von anderen dem wegen in ihrem Beisein zuweilen geneckt, rot und verlegen ivard, so schlug fic, laut lachend, ihm mit ihrem ,Fächer auf die Schulter und fetzte noch eine lustige oder ironische Bemerkung hinzu. Sie war eine kluge Person, von solchem Selbst bewusztseiu durchdrungen, das; sie em alm eine Selbsterniedrigung betcachtet hätte, die svlick schueidermtvchter, trotz deren groscr Schönheit alm Bebenbiihlerin zu betrachten, ^edent'allm, dachte sic, hatten ihre Brüder and! schon mit hübschen Mädchen u! ter ihrem'Staiid ein Liaison gehabt, ohne irgend eine» er! neu (»edanken daranzuknüpfe». Welcher junge 'Mann hat nicht eine Liebelei durchgemacht? Em lohnt sich schon, um dereinst einmal ,Tran ^imbachcr zu werden, eine solche Spielerei zu übersehe». Später, ja später, dann wollte sie schon zeige», das; eine Emma Korn sich geltend zu machen verstand. So, wie Emma, dachten übrigenm fern alle Vcnte, die zuweilen von der Neigung (»ustavm zur schönen Bella, wie ^ecknelm Tochter allgemein genannt wurde, zu sprechen pflegten. Em wurde darüber gestichelt und gemutmaftt, aber wcuigen kam der (»edauke, das; dam (»anze mehr alm eiuc Liebelei fei, bei der (»ustav nichts zu verlieren und Bella uichtm zu erhoffen hatte. Auch bei Bercz wurde jetzt, nachdem diesem Berhältnim nun schon bald drei ,^ahre dauerte, ohne das; em, wie Goldchcn sagte, von der Stelle rückte, öfter hierüber gesprochen, (»nstav lies;, klugerweise, um feinen Argwohn zu erwecken, auch bei Berez sehr viel arbeiten und ging öfters in die Schmterwerkstätte, alm gerade notwendig war. 61 her der Schuster war kluger und scharf blickender alm sein syreund, der alles von der rosigsten Seite zn betrachten pflegte, ficki am liebsten vor der armen Wirklichkeit in die Mmtik der (»esühlswelt flüchtete, über die Bedeutung seiner Tränme nachdachte und in den Winter nbendkn aus Pcterm Schreckensliteratiir mit wonnigem Schaudern (Gespenster-־, Nitter und Räubergeschichten vorlefen hörte. 21 ls einem Abends (»oldchen mit ihrem Strick strumpf bei Sprinz einen mehrstündigen Besuch machte und, da Sprinz in der Werkstätte, eben fallm strickend. Berez (Gesellschaft leistete, hier der Besuch empfangen ward, kam die Nede auf die schöne Bella. Berez schusterte grimmig draus lomein dumpfer (»roll bemächtigte sich seiner. Alle Welt sprach von (»nftav und Bella und Iechiel lies; dam alles io gehen, ohne Klarheit zu schaffen. Da hielt er es denn für feine ,Trenndem Pflicht Techiel endlich anfzurüttcln und dam sollte schon morgen geschehen, Alm (»oldcheu gegangen war, wandte sich Berez zu Sprinz, welche sein Borhaben billigte und em sogar alm freundem Pflicht betrachtete ״Dam arme Kind kriegt soiiü einen schlechten :,)iuf״. So üand em bei Berez fest, am nächsten Dag zu Wechsel zu gehe». Er stieg, kaum das; er sein Mittagessen zu sich ge nommen hatte, die Stiegen zn Tcchielm 'Wohnung empor. lTortfetznng folgt.) ^ür den Beklau,enteil ist die Redaktion nicht verantwortlich: insbesondere ist es ausschließlich Lache der Leser, die im Rcklameteil enthaltenen Empfehlungen ritueller Waren oder sonstige Angaben rcligionsgrsrtzlichen EharakterS aus ihre Zuverlässigkeit.zn prüfen. ב£ר M Hoilirg V. 1 Höhe כשר Hotel und Restaurant Marz. Einziges Hotel a. Restaurant am Platte, welch, unt. Aufsicht eines ständigen כשניח des Herrn H. Marcos a. Krakau steht - Diner ä part Mk. 2.50. - Tahle d’höte 2.25. - Reine Weine. Besitzer: Wilhelm Marx, Elisabethenstrasse Nr. 50 ‘•MT vis—ä—vis dem Kurgarten. ׳MW Telephon Nr. 314. Pension im Hause■ Telephon Nr■ 314. FQr den Inseratenteil Ist die Redaktion nicht verantwortlich; Insbesondere ist es ausschliesslich Sache der Leser, die im Inseratenteil sftttiaitenen Empfehlungen rltuellerWaren oder sonstige Angaben religionsgesetzlichen Charakters auf ihreZuverlässigkeit zu prüfen Iflffliatnm flPrrnr: Reiop ^rnntfurtmniR. OOGMOGG » Irlri'hon: Kr. H:t. ן Silberwarenfabrik, Modellier- und Ciselierwerkstätten | bajarus Posen Mm.! Franl<furt a. ß\. Hoflieferant ßerlin W. G G Küii-tUri-rh Hiisp-rUhrt•- Kultu^Vii-tSinl•' in Sillx r: ilkii A E> Chajim, Ta•■, Jad. Ner-Tomid, Chanukahlampen «•11•. ז«•.. wuriltMT Mu-ti-rln-ft und Pri-i» <\>,1r:u1t 1:r!cti~ Ili»! franko. J 3$radili$chc$ Kurhaus m ÄiTisn bet (!Toblcnj. (vcrtrrnmr Bdiiiciiungen für Krrvcn- und crtc! muedslridendr. t^rlioiungsdc dürttigc. vtarpliiuintraute re. — vcntrnliuicung. iiKnirrgan.. Billardun» Veiecimcner. eigene Lminqoqe. grvker Part. — ISaiierdeilveriadren.;«-letrroriierapiiie. <»eilgumnaicil. Matiage. S.Niict,- und Tiacturen. — Beiivatugung iu randiviridiedatt und eigeueu B>ertiratirn. 7!^,, —: ■ Proipetie tonenirei. — Tic arcrlicde Tircftion: Die Berwaliung». 1 י*« ni I Hl oral 11 Or. Iti-hn-mlt. Tirrtlion : llr. H«1«x-nthnl. It. Ja kn 111. heilt Proieüar Rad. Denhardt Eisenach I Thür;«-incige.liinaU, die nnbvt. icaatlich «ntsgoccitlt »et. wiederholt diioti ■s. ־.W. Hniirr 'Willu'lm II. i-vi'T flnit. Sen. »ad, öetlun.t. i7N our ein iieneo, ׳dieites, häu-5! erc^ tut ׳.!«äheti ». wit't. ö>uc: arhetlen ׳eh, ttidtiuieo. nt der Kaudwarendranlde eriahrr ne» M.idcben mit 7 Mtilc ־.Wtt rtitt u. ö>nt»ante1l wird l>a״e»de 'Partie ac'ttcht. .V.VC.'»■ k'neri. um. X. «»<! an <׳aa!rnuein X Bögler, B.-cw. -krantiurc a. M. AM LKA REINE SCHWEIZERMILCH C^CAO und ZUCKER VELMA CHOCOLAT FONDANT LEICHT SCHMELZEND . ’ SUCHARD, alleLnJger --:- FABRIKANT. » Höhenluttkurort .,Engelberg“ b. Luzern (Schweiz) i019 M. ö.M. '־-•״ Pension Schneider <•mli-T S|M׳i...>j<a| fflr 1.־h> I'. r>.»»1.. c־״.|.vkt-• k. rr!,-^ ,1. Krön/., in,d >i.nt»d״■ Kiicli«•. 1.V>U C 1\j|o I Bie^__ der LUttatiogen cienietitde Nr«unacti in wegen Todes des ׳etihertgcn >z»habcrs;11 hc'even. i-d.-hn I r '.Hi. doo trete i'Johnnitt; n»d '.>>the11kinkii11tle. die teilhcr das viehall tidertliegen. Ter -in;u'lellkt1de mein demhigi ׳eilt, anshtitswet'r als Borhcier 1111b 3 ehächier;11 iüitgterett. ׳ r»4ytV* Lotortige Mcldnngen mit .',rngniSahteliritkcn lind;11 rtdiien an den Borsiand der 21i»agogen-0irmeindr;11 Hrcu;na«t1. Zn!» I. Soptlnr. :1. >׳.?!>> iwn «-in,-» 17>.'>U> fielisianslehrer u. Citor K1-.--t.-s Ci.-hnlt Mk. *־י wio Ni-111 ׳״׳Kink«»,,,,,•11׳. .Mi-lilnn-ri-n sind zn ri< I,l׳ n I, 1,111-11 VurMtaml «l»-r l-»r. Siegmund ]uhl, Zülpich. -rii; (‘irif-jheim, nädiü. '.,«ähr von Tarmnadl, Berhiiiduiig der Llaais 11. Ltrancnhahii in die Lielle eines ׳eniiiiarini'di aehildcien Veiircrs. Vorheiers uad Schächters mit ecneiu efinfommen von -־«• i'if. l.'iu״, hei iveier ^dohnung II. >«Carlen,;,fr ,"otort;11 bo'tt'cn. verheiratete verren wecdei! de׳ vor;ngt. Meldungen mit ,׳iena׳ iiisad'diritten an Vorstand der isr. ־ l.c-up»l,l ItuNcnbrrgi 0232 ^59378844444