Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-07-12 · 28 (12.7.1906) · p. Seite 13

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
28 (12.7.1906)
Date
1906-07-12
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9888764--0526-7375023
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

*«,«■ «3 *Jr > 12. ,11111 1f** bar&irttt, nicht darum verschieben, weil man dom, diesen (kennst in Zukunst besser und dauernder zu qeniesvn. Wir leben, was das Zeitliche de trifft, nur in der Geize,,wart; die Bergangenheit ist nicht m hr, die Zukunft noch nlche «,״>'», und die Gegenivart so wenig, wie ein mnthematischcr Punkt Ei! das klingt ja gar epikuräisch! dün tcn Sie kopfschüttelnd sagenaber ich rede von einer zeitlichen unsicheren Zukunst, dir jcn seitigc Zukunst ist uns sicher, sicherer als die Gegenwart. Wozu aber alles dies? höre ich 2ir frage». Zch lulll nur damit sagen, ich habe Un recht getan, daff ich darum nicht länger bei Zhnen »ertveilte, iveil ich hoffte, später länger bei Zhneti veriveilen zu können, Rach Guhrau kam ich ivahrlich noch zil zeitlich. Man verltchenc zwar bei meiner ^»kunst, es wärt׳ alles bereit, uiid ich habe lange aus mich warten lassenallein demiingeachtet währte cs länger als eine Stunde, ehe etwas vor sich ging, iveil eine Tame noch nicht mit ihrer Toilette fertig ivar. Taff ich nicht von W nach Pleff znrückkam, um bei Zhiien zu übernachten, das ivisseu Sic. Warum ich nicht kommen konnte, wird Zhnen aus der Finsternis jener flacht eiugeleuchtet habe» - auch das Toben des stunnähnlichen "Windes muff eS Zbnen laut genug gesagt habeii. Was Sir aber vielleicht nicht wissen, iit, das; ich auffer dem Hochzeitsseste noch eine aridere, wichtige ,^eier zu Gabhalten niuffte. Ter Bräutigam harte nämlich יום ב5יר und ich die lauge Nacht be kauntlich eiu provinzieller Ausdruck der Ehriste» für ליל יום הבפייים . Mein Wirt, der dortige Schullehrer, bemühte sich zwar, mir durch >ton versation die Zeit zu verkürzen, ivaS ihm aber schlecht gelang. Tiefer Mann ist zrvar mit Gei stigem vertraut, seine Unterhaltung war aber dennoch nichts weniger als geistreich - ivahrscheiil lieh, weil er geeigneter ist, Geistiges in sich auf;»nehmen oder vielmehr zu sich 51t nehmen, als es andern mitzutheilcu. Er sagte mir nuter a». derem sehr treuherzig, er habe in früherer Zeit den Trunk als Laster betrachtet, und dieser An sicht gemäff eiu Gedicht geschrieben, ivclchrs vom Schnlinspektor sehr gelobt wurdeer sei aber von dieser Ansicht zurückgekommen, und halte jepr den Trunk, namentlich Brannvein Trinken, für ein sehr unschuldiges, wohlfeiles Bcrgnügen. Wie ich später erfuhr, soll dieser Mann das unschuldige, ivohlseile Berguügen sehr liebe». Tas Schulhans ist auch ganz nah an der irrende. Wo Theorie und Praxis so harmonisch sich zilr Leite stehe», kan» das Gedeihen nicht ausbleiben. Mein T-uar tier ivar besser, als ich envartete Es ivurde mir eiu gutes Bett angewiesen, das zwar in einem Zimmer sich befand, ivclches wie eiu orientalischer Ehan, zum allgemeineil Asvl aller Zremden destimmt war: doch der Tanzlust der Gäste sei es «edankt, ich wurde von Riemand gestört, und konnte ruhig schlafen. Tonnerstag um 10 Uhr verlieffen ivir nnter dem ersten Schneegestöber dieses Jahres die Ufer der Weichsel. Wir saffen nn Wagen etwas gedrängt, was uns aber bei der Malte wohl that. Auch aus der Pilgerreise unseres Lebens, dachte ich, thut off Bedrängnis; ivohl nnd ivahrt vor Erstarrung. Wir fuhren "Wald aus ״Wald einder Weg ivar wie aus dem Tische zu G—, der so holperig »ind uneben ist, daff, als ich eine Flasche Wein, die mir offenen wurde, Hinsehen wollte, diese umnel, sich zerschlug, nnb eine Tamc bcsprihte Man muff so etwas erlebt haben, wenn inan meine Lcrlegcnheit und den aufferordentlichen Schrecken der Tame ermessen soll Ter Weg ivar also wie aus dem G er Tische und mein ה£לה הדי־ muff sehr andächtig geivesen sein, da ivir gottlob mit heiler Haut, ohne umtuwersen, davon kamen. "Wir gelangten aus die Ehauffe nach T —, ohire iveiteren Anstoff. Hier verläffl mich mein :KettejumUm, und dies!st wahrscheinlich das klügste bei der ganzen Sache. Zch habe Zhnen wenigstens eine Probe meines Talents zur Reisebeschreibung gegeben, und somit die Borsehnng gerechtfertigt, die mir einen Plax beim ivarmen r sen angewiesen. Wir wollen nun einen andern Gegenstand be sprechen, der, wenn »ch ihn auch nicht vernüitsiig Der Israel,! genug zu behandeln weiff, doch von vernünffiger Tendenz ist. Zck, habe mir in!»einem lehren Schreiben Vorbehalten, aus manche Punkte Zhres vorlehten Schreibens zurück;,!kommen. S r kattcn dort ')האבי חז״ל, אלב^י בהבורי; יהיאי^ 2׳ הה בהלנה; טיד נגאיי;:: erklärt — Sie NI,den in הבה, als Erinnerung an דדיה והאיים de» Glaube» * בציאיה ההם, als Erinnerung an יציאה בוציים aber den «Glauben a» יזיי־וה ם; ההבים, da יציאה בציים keinen andere» Zivrck als כריה; היהה halte >l >. w. Zch muff Zdiieu aufrichtigen Bei fall zolle!» - doch vermisse ich den dritten ,עקי הכי יעונה,,", der doch ebenfalls durch יציאה בציים hinlänglich motivirt werden konnte. Zch habe diesen ואבוי: ganz nach ihrer B>11e, aber doch mit einer etwas veränderten Wien düng zu erklären gesucht. Ter Zude ffeht nämlich zu Gott in zweifacher Beziehung. Erstens als Ge schöpf zum Schöpfer. '!״ dieser Hinsicht theilt er rnit allen veriiunffigen liieschöpsen dieselben Pflichten, diejenigen nämlich, ivelche die Bern»»»! religio» gebietet, und welche gröfftentbeils in den *■ הבע בוציה begriffen sind Zweitens als Bolk zum Her!scher <עם םגלה nicht wie man uns ver lenmdet, einen Rationalgott zu haben, sondern,!vie es der Bortedung gefällt, .phuüsäe und moralische Gaber!!!!׳.gleich zr! vertbeile».!0 genel es ihr auch, ein veritoffenes HäusUei» aus dem Staube zu ziehe», und es zur Erziehung der Bölker so lange als Träger der Wahrheit zu wählen, bis die verkeiszene Zeit kommt א! י אהפ־ אי* עבים הפי־ ביורה וגו׳ Z» dieser Be ziehnng nun hat dieses Bolk besondere Pflichten, ivelche aus diese Rational tat Hinweisen, und sie erhalten, daher auch die Thora die meisten Ge votr aus יציאה ביציים zurücksührt חי־יה העולם erinnert uns als Geschaffene au בציה הבליוה, hingegen als Unterlhanen a» בציה הבעיוה. Beide zusaiiitneii machen den Inbegriff der ganzen Thora Tie Ersaliruug lehrt jedoch zur Genüge, das; nur selten diese beiden Theile zu gleicher Zeit gehörig gleich gewürdigt ivorden. Bald und הבליוה vorherrschend und הביעייה vernachlässigt, bald linigekehrt, Wir habe» t'fflcgcuheit gehabt, >u dieser Beziehung einen Wendepunkt zu erleben aber nur die Ausübung beider Theile kann uns glücklich machen, von! phiisischen und inoralischeu Hebe! erlösen,אלבלי בוהביין יהיאי1 ב׳ הבהוה ובו׳, nämlich הבלייה — חי־וה העולם und יציאה בוציים ז .11 הבועיוה —. w Sie sagen ferner bei der Rnmensangelegen heit in Parankhese ״wieder Frucht einer min verstandenen Stelle: •עי הלא הנו אה הכוםף" Zch muff hier um Belehrung bitten Offenherzig gestanden, ich verstehe die Stelle nicht andeis, als buchstäblichdenn der Midrasch sagt hierbei •*1♦♦^*♦«* *לאיי* *•*••♦♦יי י7*| י- » > •w ן- N 1 * n- , > י*־ Zn neuerer Zeit haben Zuden nnd "?licht jnden viel von Amalgainiren gesprochen, aber ich halte mich fest überzeugt, das; eine der lticht un wichtigsten Absichten der Thora auch die ist, eben das Anialgainiren ^1 verhindern. Wir können a!s Menschen, als Staats und Weltbürger uns nähern nnd lieben, als Bolk aber münen und sollen!vir so lange änszcrlich gelre.int bleiben, bis cs der Borsehnng gefällt, alle l'llanbensdiffcrenzen iniierlich und änfferlich auf. .;»heben. "Wären die Zfraeliren!» Mizrain, mit den Ureinwohnern;nsaniinengeschmolzen, so iväre die Absicht Gottes, jene zu בובולבה בהנים zu erheben, vereitelt ivorden. Tie Zsraeliten hatten bekannt, lich zu jener Zeit keine Ecrnionialgeseffe- Ber ' Ä7n,1t»,1 rabtii '>, :12 ' 2abbaN, 11 x, 2. 2ilbo 111 i'emein ־Ükrfr ,;kkarim nimm, namltdi oui illaubensarnkkl an I בוצי אה ך,׳ Daiem iHottt*״ 2. ״ הייה בן ההבדםflöMiubr Cfffnbarunflהבר .״• .״ ״Brlotinunft und!Hcftrafunfl2 .־׳. ,iffarim I Äbictmut t * Die 7noacdidnaien (Gebote, Lant». 'י*> I י . «. •J (ן schiedenlieit in Glaubens »1 einungen aber ist zu sckm^ick, das Anialgainiren zn verhindern. Raine. Sprache und!k^eischivagernng waren die einzigen Mittel, welche sie nnvermischt erhalten könnt!> Ties sind »nn dir ג׳ הברים הב!בוה; נגאלו,.היא היי הבב יייה״נב יה" נהי־ים בעי־יה W» Kake» heutzutage Mittel genug, die Rati.nalitat zn erhalten, aber eben darum findet man Anstoff an dem Eermonieil, weil man!ed,׳» änfferlichen Unter schied, bis aut die Glaubensartikel vernichte! wiffeu ivill. Ein ''lame »'» das llnim'seiitlichnc» ein Richts das; weis; ich woleinen auffallenden Ramen, der uns Kränkun .en oder "?leckcreien znzicht, ver meiden, ist nichts UebUes Wenn man aber Natt Zoieph, Zohann, Natt Zsaak, Eduard und dgl. keiffen will, so will man nicht als Zude erkannt!ein, und dies in, meines Erachtens vielleicht ärger als Wuckun nnd Betrug, denn es in Ber lennidnng des Glaubens, cs in niedere Zeighelt, inan hat den Muth nicht zu sagen ich bin ein Znde. Ter Behörde!edoch, die uns Ramen «tut dringen null, sollen »vir mit Recht uns entgegen stellen, dr'nn jene beabsichtigt nicht die Erhaltung unserer Rationalität, sondezu sieht darin eine Znrucksepnng, d»e wir nicht verdienen. Wenn es!vis aber sreisteht, :','amen zn wählen, ilmruni wilien wir heidnische biblttckren vorzieben? Sic rechtfertigen ,chlienlich ^Zbre Parallele zivisches Moses, Ruma nnd Sokrates, sagen, ,.ich habe gerade diese geivaklt, weil sie nninittel bare Znipiration angaben-" Sie behaupten ser »er, ״Abraham war mehr als Philosoph, denn er uw» נביא und Zckarini spricht von הייה אביהם; B. ע«^ הבייה n s. w.״ Sie verzeihen, wenn ich Zlinen hierin noch immer widersprechen muff. Bon Sokrates iit mir nicht bekannt, das; er sich nnnnttelbarer Znspiration gerühmt hatte, Ruma hat ivohl vorgegeben, von einer ״?irnnphe niipiriert z» sein, aber ivcrther Zrennd' Sie werden doch nicht »,erlangen, das; ich auch die griechische Mmhologik »ür rffenharnng aner kenne, nnd hätte sie noch so v el lautes gestiftet. "Wer im Rainen Gottes etwas verkündet, das ihn? nicht besohlen worden, hat nach der Thora den Tod verwirkt'), »venu er noch so i^nres, noch so Edeles lehrrc. Sie wollen jeden der Mensch heit heilbringende» l^ed inken Offenbarung iiennen, meinetwegen, Wortstreit fuhrt zn Ruins. Zch sagte nur, es ist ein Unterschied zivuchen dem l'ffilen, das durch die Zulaffung Gottes anr natur gemäffem Wege entsteht, und zwischen dem, das Gott unmittelbar nnd eigens ans nbernatürlichein Wege bewirktnnd diese beiden Arten sollten nicht in eine und dieselbe Rubrik gebracht werden. Aiich dose und lasterhafte Handlungen der Menschen leitet die Borsehnng oft zum l^Iiick nnd Heil der Mit oder Rachwelt, sollen wir des wegen >c>1e z.>a1ldlnngr1> Tsff,ibür.!ng ::?!:!׳.!•:!? Abraham ivar als Bolkslehrer nur Philosoph, war er נביא, io war er doch kein ' נביא הייה Wir ündkii nirgends, das; er von Mott den Ans krag erhalten hätte. >n seniein Rainen in lehren, nnd so konnte nnd durste er auch Richts als Bernunstsgrilndc bei seiner Religion gebrauchen Tas CAfbot der Beschneidung wurde nur ihn, und seinen Rachkonnnen, er hatte also feinen Berns, dieses Gebot als Offenbarung anderen zu emp fehlen. Raum und Zeit gestatten mir nicht, mich über ״och ,Manches anszulassen, viellkiä t IN Zukunft ein Mehrcs. Antworten Sie bald Zhrem Z. Tent'ch ' IS. -סי *!*vnpwi g,r CflrntMiunfl einer tyriry'kdre

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.