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Der Israelit · 1906-07-12 · 28 (12.7.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
28 (12.7.1906)
Date
1906-07-12
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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l cl) Zur Geschichte der luden im nerzedistrikt. <<on :Knbbincr Di Bamberger m 2d)dni1111fc. :?.ד uu'itauo avonte Teil des?Kc1]ievumv>be zirkes ^vombcvrt »nd ein Teil der Provinz BTesl 1 prensten, bilde!! de!! äseyedistrcki. welcher bis;»»! , Zahre 17.6;!!»! ebcmali1;en Ntöni^void! Pole» , gehörte. Zn den meiste» 2rädte» nnd Tönen! dieses Tistrikts ivohnten ebedem Znden nnd in vielen Inuct! heute noch, teilweise sogar i»!ein׳ groster Anzahl. 1 Tie ^nden zur Zeit der polnischen Herrschaft! standen nicht nnter der Znrisdiktioii der ordent > lichen Behörden, sondern sie wnrde» nninittelbar vom 2raroste» oder der in der Begel adeligen (Kntsherrschast abgeurreilt. ,Tür die Znden bedeutete dies einen Borreil, der allerdings mit schweren (Keldopsern erkanst werden ninstte, ebenso wie jedes andere Borrecht, dessen ne sich er'renen dnnlen. Andererseits lag ein Bachreil darin, denn mancher 2rl venchlost deshalb den Znden seine Tore, 20 dursten beispielsweise in B u d s i » , E r o » e a. d. B r a h e , K r » s ch w i tz, Bi o g i l n 0 , Pako s ch, Cö o n s a w a , B a d o l i n , B6 i v 1 i y 'snben überhanpt nicht wohnen. Tagegen waren sie in Zilehne so stark an Anzahl ivie die nichtjüdische Bevölkerung, . nnd i» ,T o r d o n überstieg die jüdische Einwohner j zahl die christliche Bevölkeriliigszifstr lim ein Be deutendes. Z» 26 o!1 g r o w i v war eS bis zum Zahre 177.» den Znden nicht einmal verstattet, anster au den ,Jahrmärkten die 3tnbt zu betreten nnd länger als bis 2onne>1l»1rerga»g i» ihr;11 venveilen. 6,'ach einem Beichstagsbeschlnsse des selben Zalires dursten jedoch die adeligen und geistliche» 2tädte Znden das Bsahlrecht nicht mehr versa«zen, nnd so mnst'e auch der Abt von Bson growih die Zndenansledelnng gestatte». Ten Er werb von tKrnnditücken durch Zlide» liest er >e doch nicht;». 2ie must'׳'" zur Miete wohnen. Znrolgedessen erfolgte der Znzng auch nnr sehr langsam, was sich allerdings mit der vrenstischen Besipnahnre änderte. Als im Zahre l7'.׳:> ^r äsachbarstadr!)>' o 1z a s c!1 ein Brand aumbrach, verloren viele Zude» ihr Hab nnd <Knl und ihre Häuser. Trei Bogastner Znden Hirsch Kalliiiann, Böol» Mazech und Tc.vin B!'are׳.!s stellten den Antrag, sich >1 Bsongroivib niederlassen zu dürren. s Es wnrde ihnen gestattet, sich so lange dorr aut! znhalten, bis ihre Bsohnhänser in Bogasen wieder errichtet seien. We^cn Zahlung von drei Talern an die 2radtkasst wurde auch der Jude Zaeob Woli ans M' i e t s ch i s k o in Bson^rowip ausgenommen. Zm Zahre 1 4< **'־ wollte nch der Schneider Mores T'er aus B a d z! m i n dort selbst niederlassen. Er strtigte ein Bleisterstück. einen deutschen ,Track, Beinkleider und einen pol nischen Bock, zur Znsriedenheit der Schneider prurnngsfommisston an. Tessennngeachrer wollten die Tchneider ilm nicht zulasse» nnd bogrnnderen dies damit, dast in der 2radt bereits 66 schnei dermeister voiHänden seien, was für eine kleine 2ladr zu viel st> Ter MagistratSbericht stellte aber stst, dast nur 6 christliche »nd 14 jüdische Schneider in der 2radt leien, von denen »nr einer deutsche Kleider anrertige. Tier solle ebenfalls nur deutsche Kleider anrertigeil und würde dadurch den andern 2ch»eiden»eistern keine Kon klirren; bieten. 20 wurde Cm von derKammer im Zahre l!-'» »ach lnngen Berhandlnngen zu gelassen. Tas 2chne1derhandwerk war nicht allein hier, sondern auch anderwärts im Bepedistnkr bei den ,Tilden sein beliebt, ebenso das ,Tleischer »nd (sslaserhandiverk. Auch Musikanten begegnen »ns z. B. in ,T i l e h n e , trloldschmiede i» K a l m a r Ehodziesen . Zn Z o r d o!1 waren 6'» 2ch»eider, 4 Bäcker, ."> Barbiere, ."׳ Kürschner, l^laier, m a l l o » t s ch waren # Lckmeider, 4 2chlächter, 1 Kürschner, 1 Barbier und 1 Tnchmacher. Auch in 2 ch ö 11 l a » k e »zab es noch zu Anraiitz des vorlize» ,TahiHunderts viele jüdische Tnchmacher. Bach einem Einrratz der Borstände Aron Marens, Aron Melier »nd Abrabai» Hirsch i» das äöe ilieiiidebnch der jüdischen tB'iiieinde;11 2 ch ö n laufe betrmz die Tnchstener, »velche am I". Mai 1 Hי an den 2radt»,aqistrat abqelierert wnrde, .'uü׳- , Eilen. Tie;-־vaiii in ״.Kullnsieule", welche diese Tnchstener ablieserte», ist nicht anize ׳zeben, doch dürste» es qewese» sei», da die Änsstellniilz so viele Einzelposten anstührt. L6e»i׳zer beliebt scheint bei den .Tilden וווו Benedistrikte in damalilzer;V’it der kansniänniiche Bern! ,zewese» z» rem, denn ׳elbst in t'äemeindeli mit »zroster jüdischer 2eelenzal>l wie ,Tordon n» den wir nnr 14 Mmiilente »nd ״Torsinäniier" Hnnsierer. Tie soziale 2lellnnq der ,Tuden war die aieiche wie im qanzen polnische» Königreich. 21e waren gezwnngeii, nch an die Kleiderordnnng vom ,Tahre I.'»."׳x zu halte», wohnten in beion deren Bierteln oder 2!raste» »nd ersrenten nch nur selten des Bürgerrechts, in den meisten ,Tüllen waren sie eben 2chnp1n0en, wofür sie besonderes 2chnbqeld a» die Krone;11 entrichten hatten, das recht beträchtlich war. ,T!l Margonin z. B. zahlten sie insgesamt!יייייי vviilische (Mülfccn, in T ü h zahlte jede Person '2 Tukaren. '>nch Me!'׳Irundhcrrschast forderte besonderes 2ch>lvgeld, so z. B. in 6abischin 'Mi THaler 1,' «droschen. Tazu kamen noch BTohnnngs , 2nnagoqenzins u. a. ,Tnterenant ist auch die Bieisteuer, welche vielrach den ,Tuden ailstrlegt war. i7b die ,T»den Bier tranken oder nicht, ne niustten der Gutsherrschast ein bestimmtes T.nanlnm Bier abnehmen. ,T» T üp iiinstken die ,Tnden .'!>> Tonnen Bier fiiv »M* Taler abnehmen nnd in Mä rkisch ,Triedland batten die ,Tnden;!!!eder Hochzeit eine Tonne Bier imu zwei T.uart 2ch!!!'.ps nnd;» jedem ״Kriidelbier״, bei •־!mm! 2ohne '■׳, Tonne Bier Mid eil, Cmnt Braniikivein, bei einer Tochter ‘. Tonne Bier und V, T.nart Branntwein von der Heilsdunr nehme!׳, müssen Märkisch ,Triedland hatte zur ,steit der ersten polnischen Teilung eine lüdnche Bevölkerung von ♦K 2 * אeelen. ^u Zeiten Babbi Akiba Egers, der von I7'ckl 1*1:"» dort als Babbiner ivirkte, lebten dort 14«u» 2eelen. Bor ihm war Babbi ,Tochanan ben Br'eir ans Tissa B'abbiner in Buir kisch,Triedland, er mar seit 17x׳> dort, und der erste B'abbiner in Bkarkisch,Triedland überhanpk. Auch in den anderil t^eineiiiden, die »nr dem zKepedistrikt a» Prenste» kamen, in ,T 1 l e h n e, 2 ck> ö >1 l a » k e, K r o > a n k e , Z » o w r a; l a w und T ü p ivaren hervorragende tBilehrte als Babbiner tätig. ,T» ,T i l e h n e lebte B'abbi 6laphtal1 Hirsch Bleichrode, der mit B. Akiba Egcr i» gelehrtem Brieswechsel stand ,T» 2 ck! ö n - laufe 1)1 ,Tsrael ,Toel 2chönlank oder Aich, Benasser eines Koinmeiirars zni» Pentat. »ch, be titelt ־.ד״יי’, א״ליס'* Bachkommen von ihm sind die hier lebende ,Tamilie Asch. Babbi Zoel nntenchretbt seine» Barnen ^rnz:. Zn K ro,a nk e amlierte Babbi Zaeob Matisjahn Munk, der ebenfalls in den Tschilwans voir Babbi Akiba Eger als Kor respondeiir genannt wird. ,T» ,T no w r a zl aiv Hvhr!nulza> tieiiei, Ivil dril brtähaii^il!),ubbi Zvskr 2p!ro hazadik, der vor dem Einziige Babbi Akiba Egers in Posen als der gröstte Talinndist der Provinz Post׳! galt. Zn T üv war B Bube» Ha lern, Hmvip Babbiner, an den ein T'chnwo von Babbi Akiba Eger gerichtet ist. Auch in den übrigen 2tädten des Tistrikrs rinde» wir hervorragende Talnindgelehne, tuelctw »ns den Beweis erbringe»!, dast kanäch.ich in den Provinzen Pore» und Bststprenste» damals »och ei» bedeiitender ^1'." war. ,Torrs, rolgk.) Pücherscbau. Die Zintflut. ümr al»1vgra1>hl>ch >mtu»w»>rn׳ctx>rtllche Uinrri'ucdung von Dr ol> annrs ,H 1 f 1», 2 1 u 11« gart, i•{ 0 r M < r I m a ח n l!"»i. 2eilen. I

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