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Der Israelit · 1906-06-21 · 25 (21.6.1906) · p. Seite 6

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
25 (21.6.1906)
Date
1906-06-21
Page
Seite 6 (sequence 7)
Language
German
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i>lr 2', Teile t> Ter Israel» 21. Iuin >!"»> t• i b f I f f ft f n Mabbtnfr unk Juden gemeinden den M 0 n f i ft c ז i f n ihr Z u - trauen nickt schenken und ihnen der, Gehorsam verweigern würden. z»r dal! die «nnftihrung von jüdischen Rreis und Zentroluersammlungen nicht für ersorderlick, die Juden hätten nichts Besonderemit einander <׳>> verhandeln, da sie, abgcs-hen von Religionssacken. in de» übrigen Angelegenheiten den Staalsl-ehördcn unterstellt seien. Ebenso erging es dem Gesuche »m Schaffung einer nach sranzösis-hem llstuster eingerichteten .stonsistorialversassiing. welcheim Jahre 1827 von Israel Hirsch Pavpenheimer in München dem Minisleriuin unterbreitet wurde, wozu allerdings rin Gegenvorschlag des Hosjuwelicrs Gbuarb 'JJiarr in München beitrug, der die Errichtung eines Ober rates a»S drei Rabbinen beantragte. «Gleichzeitig >nit Pappenheimers Vorschlägen erschien von dem tönigl. Regirrnngsrcst I. B. Grat'er in Banrernh eine schrill ״Das Judentum und seine Reform" «Vanreuth, 1^2^», »vorin er Vorschläge machte, die sich mit denen Pappenheimers deuten. Da? Ministerium forderte bu» auf bin mit «^!׳.!schließ una vom l. Juli 1828 die sireisregierungen zum Bericht ani. Die Ansichten der Regierungen gingen auseinander, weshalb das Ministerium sich entschloss, die ^!iden ׳elbst zu hären. Im Jahre I8st»; fanden die Rotabelnversammlungen in allen M reifen Vanerns palt und sämtliche mit Ausnahme der Vanreulber 'Versammlung erklärten sich für Gr lichtnng einer L Grkirchenbehörbc. Die Dache ruhte aber dann 1-steder und erst in der Thronrede bei Gröftnung des Landtages von 1818 wird die ״Gr richtung e׳nes israelitisckien .stirckenrates iür das Königreich Bauern" in Aussicht gestellt. Da zeigte sich nun die meckwiirbigc Grscheinung, dass die Juden selbst nichts mehr von einer Ober kirchrnbebörde wissen wallten. Vor allem ivaren es die ׳.mtersräntischen Juden, geftibrt von meinem slliaen Großvater. Rabbi Deligmann Bär Bambcrger in Würzburg. imlche gegen die Errichtung einer Lbertirchenbebörde Dtel'ung nabmen und daraus bin wiesen, das;!ste '׳int'etzung einer solchen Behörde den jüdischen Lcbr'׳egrissen widerspreche, und tvie sie ge radezu ״den Ruin der Religion »nd eine Breit! irächligung der Giewisten-'rriheit" bedeute. Die Vor lagan den Landtag unterblieb. Im solgend-n Iabre kam jedoch in der Abgeorb netenlannurr. aus Antrag des Abgeordneten Dr. Ter׳.״. d׳e D׳oae von neuem!nr Dvrackie. und das Minisreriul׳ »׳orderte hieraus die Rabbinen Dr. Deuch.rwang!n Dettingen. Dr. Aub in Babreuth, Dr. Löwi in Dürth, Adler in Aichaftenburg. 2. B. Va1״Grger in Würzburg. Hirsch Aub in 'יי•'iincben, Guggcribcimer in .striegsbaber. Dr. Glias Grüne׳ bäum in Landau. Dclirviann in .Oai׳'er-stcn1tern und den Privaigelebnen Rabbi Mendel Ro'enbaum in .PA zu qutachtlicl'er A.cusserung aus über eine Reibe von Dragen. darunter die: ./vermögen sich die Rabbiner sti l^ egenbänden "f.-. Glaubens, des Ritus und der Diszivlin einem aus ihrer Mi:te in einer Provinz oder i׳n )töingreick gewählten Dbcrrabbiner .zu unterw-r'en. oder vermögen sie dies in Abkicht aus die Beschlüsse einer Dtmo^e'" Die ortbodoren Rabbiner erklärten, das iveder einer Oberl׳el׳ordk. noch einer Dvnode das Recht eingeräunn iverden rönne, in Dacben des GlauRns, des Ritus undder Diszivlin bindende Gntscheidungen zu tres'en. Rur das Dnnbedrium im Temvel zu Jerusalem batte diele Betugnis. das übrigens auch strenge an das Reli gionsakten gebunden war. Die Re'vriner spractvn sich fiir die Dd>ellilch»nbehärdr aus. Im Jahre 18׳:! bis dahin war die Auge legcnkeii vertagt kam Minister von Zwei«! n ieder daiau» zurück und ivandte sich an drei ausioältige Rabbiner, ^r. Aub in Rlainz, Dr. Dkuckrivang in Rikolsburg und Rabbiner Hirsch in Irank'urt a. M. und erbat deren Ansicht über Zweckmässigkeit und Zulässigkeit einer Dberbehört-e. Die Rabbiner sprachen sich zum Deil entschieden gegen eine solcire aus. zum Deil versprachen sie sich keinen Vorteil von dersell'en. Run war die Errichtung einer Ober .stircken bebörde iür die Israeliten in Bauern ein für allemal abgetan. Das baverisi-ke Ministerium begnügte sich damit, das MAnisierialrestiivt vom 29. Juni Wvl zu erlassen, tvelckes beute noch in Geliuna isi. klkliklle ^rigrs in in WM» Widme. Äon Rabbiner Tr. Herma«« Met« in tt ron stabt, ll. Wir haben vor einigen Wochen in diesen Blättern die Ieschiwohfrage eingehend besprochen, und unsere Ausführungen haben in den Rreisen, die sich mit dieser Drage näher befassen, ziemliche Beachtung ge׳ sunden. Die )rage beschäftigt auch heute noch die Geister und Gemüter, denn es ist zu ihrer Lösung so gut wie aar nichts geschehen. Tic orthodoxe Landes׳ repräsentan; hat in ihrer letzten Ditzung darüber beraten, aber es wurden keine Beschlüsse gefasst. ״Man beschloss." so belichtet uns ein Mitglied der Repräsentanz, ״dass man beschließen wir d." Borläufig bleibt alles beim Alten. In den führenden Preisen scheint die Ansicht vorzuwalten, dass eine radikale Lösung dieser Frage ein Ding der Uninöglichkeit sei. Gs soll nun eine Altion seiten« einiger bemitteller Juden eingeleitet werden, um sie unab hängig von der Landeskanzlei einer gedeihlichen Lösung entgegenzuführen. Wir halten diesen Weg für inopportun, denn wir sind davon überzeugt, dass die Führer der ungarischen Orthodoxie eine jede Aktion, die die Regelung der unhaltbaren Ieschiwoh- Verhältnisse beabsichtigt, ireudig begrrissen und tatträt'lig untcrttiitzen werden. Gine Zersplitterung der .strafte ivürde in unserem Lande der Dache unbedingt .-׳um Rächtet! sein Wissen die Herren einen Weg. so sollen sie mit konkreten Vorschlägen an die orthodoxe Landeskanzlei berantreten und diele n׳ird sicher das ihrige dazu beitragen, damit die Aktion von Gr'vlg gekrönt werde. D׳e zweite Drage, mit der sich d׳e Landes repräsentan׳, beschäftigte, war die Pensionsfragc. Die Drage, um die es sich hier bandelt, ist eben'al!« eine Lebens'rage der ungarischen Drrbodorie und auch sie c-heisckst eine ausführlichere Behandlung. '•!Oer oic ungarischen «stemcindeverhältnisse nur einigermassen kennt, weisi, dass die Geineindcn in ihrer überiviegen den Mebrzabl nickst in der Lage sind, ihre Beamten in ausreichendem Masse zu besolden, geschweige denn ihnen im Dalle der Dienstun'äbigtcit auch nur die geringste Unrerstiitzung zuteil werden zu lassen. Die Gemeinden sindarm und vern'.ögen n׳.!r mit Mühe ihr Bridge, zu decken. In den einigen hundert Ge n-einden, die zur Orthodvrie gebären, sind kaum hundert, die ih!-n Beamten eine Pension zu ge wäbre» imstande ivaren. In den anderen kann von einer Pension oder von einer Versorgung der Hinter bliebenen absolut nicht die Rede sein. Deit Jahren dringe» daher die verschiedenen stategoricn von «sie mkindebeamten. wie Dchvchtim und Melamdim, aus Gründung eines Pensivns'vnds. Die haben schon zwecks Grricktnng von Pensivn-kasscn Vereine gegründet, die 'ich aber im Lause der Pitev als nickt lebrnsräbia erwiesen. Diese Institute solllen sich nämlich aus Beiträgen der Beamten selbst erhalten, was natürlich ein Ding der Unmöglichkeit war. Was tonnten auch *»?׳> Beamten, dikaum ihr tägliches Brot haben. s׳!r Beiträge leisten' Die Dache schlic׳ ein und sg-li-s >'o lan-ie, bis sich die Reologen ent schlossen, eine Pension- und Relillentasse zu schas'en. Die Herren waren froh, endlich eine Geleaenbeit ge sunden zu baden, die ortbodoren (stemeindeb-amten in ihre '1 reife ziehen zu können. Die Pensionstassc sollte als stöder dienen, um die armen hungerenden Dchockstim und '?'.elamdim, die in der Dorae um ihre Damilien tan ve-gingen. in die Rehe der Reologie zu locken Dass dies sich >'o verhielt, wird im weiteren Perlanse unserer Aussübrunaen unwiderlealich er härtet iverden Der «stesinnungstiichligieit und Ucderzeng»na--se'1igleit unserer ortbodoren Beamten gegenüber mussten all diese Lockungen sich als wirkungslos erweisen. R!an ries dem Bersiihrer zu: י־א ד־־בהך •י4א דעילצ־! Wie richtig die ortbodoren Gemkindebeamten die ganze Bewegung im neologen Lager beurteilt batte», beweist die Tatsache, dass, seit dem die neologen Greife diese entschiedene Absage von unserer Dcite erhielten, es dort merkwürdig still ge worden ist. V.an dort nickst« mehr von der ganzen Angelegenheit, was umso ausfallender ist, als ja seit dieser Pit die Drage der Gründung einer ortbodoren Pension- und Reiiktenkasie nicht von der Dageordnung geschwunden isi. In ersier Reibe ariindeten die Dchocklim unter Führuna des Herrn Redakteurs Leopold Großberg Len ״Agudas Hasowchim", der die Dendcnz hat. den Dchvchtim im Dalle der Tienstunfähigkeit eine Pension zu sichern. Ob dieser Verein Dchritte getan hat. um die Gemeinden für sich zu gewinnen, ist uns nicht bekannt. Sollte dies nickt der Dall sein, wie wir es annehmen, so wäre es Aufgabe des Vereines, der nunmehr auch von der Landesrepräsentanz als die beruiene Vertretung der Gemeindebeamten anerkannt ist, alsbald mit den Gemeinden Dühlung zu nehmen. Diese!-׳erden sicherlich den Verein tatkräftig unterstützen, deny sein Bestehen liegt ebenso sehr in ihrem Interesse, als in dem ihrer Beamten. Gs ist doch nicht zu leugnen, dass die Gemeinden die moralische Pflicht haben, für die Männer, die in ihrem Dienste ihre Rräflc aufgerieben haben und bienstunfähig geworden sind, tunlichst zu sorgen. Diese moralische Pflicht haben die Gemeinden immer empfunden, wenn sie auch nicht immer in der Lage waren, ihr nachzukommcn. — Gs sollte ferner der 'Verein sich möglichst erweitern und auch Rabbiner und Religionslehrer als ordentliche Mitglieder aufnehmen. Gs ist in der jüngsten Sitzung der Landesrepräsentanz von einer von »n« hochverehrten Seite ausgesprochen worden, dass Rabbiner diesem Vereine nicht beitreten solllen. denn der Rabbiner sei der ״R-'orv d'Atbro', und für dessen Hinterbliebenen sorge die Gemeinde in der Regel. In dieser Allgemeinheit dürfte die« nicht behauptet werben können. Gs erisiieren Gemeinden, die beim denen Willen nickst in der Lage sind, für die Hinterbliebenen ihres Rabbiners zu sorgen, oder im Dalle der Dieastunfähigkeit ihres Rabbiners diesen und eventl. einen Stellvertrcter zu erhalten. 'Von welchen Rachteilen dies für da« religiöse Leben der betr. Gemeinden ist, braucht nickt weiter erörtert zu werden, könnten auch Rab biner diesem P-rein beilreten. io wäre die Möglichleil gegeben, diesen Miszstand, wie auch die seit längerer Zeit in den Gemeinden übliche Art der ״Verscrgung der Hinterbliebenen." die den Ruin unzähliger. einst blühender jüdischer Gemeinden zur Folge ha*te, zu beseitigen. Gs wäre daher wünschenswert, wenn der ehrw. Herr, der seit Jahr und Tag mit Wärme und Hingebung die Interessen der jüdischen Orthodoxie vertritt, und den sicherlich nur die reinsten und ed-elsien Motive leiten, seine Ansicht einer Revizion unterziehen, und lein schro'ses ״nein" wenigstens einigermaßen modi'izieren möchte. Man kann in dieser Drage keine allgemeingiiltigen Prinzipren ausstellkn, denn es sind nickt alle Gemeinden und alle Rabbinen gleich situiert. Der Verein ״Agudas Hasowckim ' n-ürde aber nur dann voll und ganz seiner Bestimmung ent'vreckien. wenn er — natürlich unter Aendernna seines Rainen« — seine Rreise weiter zöge, damit in seinem Rahmen die Interessen aller Gemeir-.debeamten die notwendige Dörderung erfahren. Gr würde dann auch seitens der Gemeinden und auch seitens Ginzelner die!voblverdiente Ilnterstühung rinren >1nd damit wäre dann diese Drage, die seit Iabren wie ein Alp auf den Gemütern der gesetzestreuen Iud-nheft Ungarns lastet, der endgültigen Lösung und Regel'ing entgegengerührt. Deutsches Reich. Berlin, 19. Juni. In den letzten vierzehn Tagen sind O'-tsgruppen des Verbandes der Sabbatfreunde in Treysa, Ltirchhain, Ziegen- Hain sim Anschluss an Riarburgj, ferner' in Gelnbansen. Homburg v. d. H. und Braunsbach in Württemberg gebildet worden. Die Ortsgruppe in .ssarlsrube hat sich mit etwa 70 Mitgliedern tonstituiert. Die Gesamtzahl der Ortsgruppen betrag' jetzt 32. von denen 2? seit dem 1. Januar d. I. gegründet worden sind.

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