Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-06-21 · 25 (21.6.1906) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
25 (21.6.1906)
Date
1906-06-21
Page
Seite 5 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9888752--0459-7374959
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Ter .*1 Qum!!->׳!__ iUeinartxit ist aud) ein iotcher Wider legungsversuch und für Diele, Die an leiniateiten baüfP und alles, was ne glauben und verwerfen feilen, n.ii Händen kacken wollen, iucuir »in (Menifttrticfc, eine w'iisen.'chas!- licke Grostiar die nur den einen Fehler und die eine Unannehmlichkeil besitzt, dast über ihre Antegriiät una»s1«se!,׳i sorgsam gewackt werden mus״ damit in zwischen die WissenschaK. dir dekann'lick, in ewige»! ^luft begriüen iik. nick׳ dock! ein Gegenargument zu Tage iorkere, da-״ wieder Zweitel erregt und von neuem wieterlcgt werden ,nust. Wer fitti am natur wi'sensch?'t!!cben Inventar. des Materialismus >,1! febaifen mack׳. kan:, man dies schone und nützliche Resultat erzielen, greift ih:: aber nickt beim Schopf, löst >'>ck die eigentliche Zielschkibe ,'eines Pfeils aus dem Auge rücken und lebt in ewiger Nnrube und Be sorgnis, eines ,'ckcnen Tages durck ein Beitungs feuiilet.m ans der Sicherheit ausgefchreck! und oenöligt zu werden, vielleickt mit einem Gesthost. das s!׳r Spatzen gerade nwck ausre'ckl, aus die hberjagd zu geben. Mistlingt der neue Wanengang, dann sind die folgen nickt zu bcrecknen, weil dann eben der M'a terialismus sick dock wieder als der stärkere erweist, der die ,-seil seiner 'Niederlage glücklick benüvi hat, um nack Aahr und Tag mit völlig regenerierter .Kr.׳׳i erfolgreich auf den Plan zu treten. Gs gibt einen anderen, bessern Weg, der rai'cker und sicherer zum Ziele führt. (5s i,'t die Selbstbesinn ung, die t^inkebr in den geistigen Teil der Men schennarur. die 'Jfefleriort auf die Seele, das eigen! lick grosze. geniale im Menschen. Da sckweigen die Ergebnisse aller Wiüen'ckas!: was ans diesen L.»ellen flieszt, wächst immer mebr zu einem gewaltigen Strome an. der alles sortschivemmt, was steh der Au,'kehr. dem KmanKua oes sinnlicken Menschen zun! göttlich gebobenen, zum seelisch geläuterten wider׳ sctzt. Wie lautet doch unser tägliches klebet am Morgen? Was sind wir, was ist unser Leben, was ist unsere Liebe, unsere Hilfe, unsere Kraft, unsere Helden,'tärte? Aber dafz wir leben, dar, eine Liebe uns beseelt, das ein He!l über uns kommt und von uns ausgrbr. dasz wir .Helden sind und unsere Kraft an allem irdischen üben, das fragen wir nickt, das ist gewifz. ,'0 wabr und sicher, dafz wir in uns den Wunsch empfinden, mehr zu sein, als wir find, stärker und liebender. tra'liaer und lebensvoller, das der Blick, den wir über die Gestaltungen der (beschickte zurüctwersen. uns den Gedanken nabelegt, das-, eitel sei alles was wir obne Gotr erstreben und der Porzug des Menschen vor dem Tiere nichtig ift, wenn er sich nickt mir lein göttlichen Gedanken z» paaren iveifz. Wir leben. Wer :,!echte dies bestreiten ’ Wer fühlt das Leben nick! in allen seinen Adern pulsen Wer machte nicht leben so stark und so glücklich, tvie es die Dichter fingen und wie es die Propheten in eine ferne ,-seit binaus-projicieren? Wer möchte dies grosze. gute und glückliche Leben nicht schon nir die lebendig? Gegenwart erhaschen und was eine Zukunft trunkene Phantaste späteren Geschlechtern verheif-t, nicht schon dem Augenblick, seinem Augenblick ab gewinnen? lind wir leben nicht nur. wir leben als Menschen, als aottbe'eelte, höbere Weien. Unser bestes und ewiges bängt daran. Wir Kerben, wenn man uns eine Stufe tiefer degradiert. Wir iväreu elend und unglücklich, wenn, was wir für lebendige Wirklichkeit halten, als ein eitler Traum stck etwieie und alles Hobe und Ewige, von dem die Menschen geschickte erzähl!, nickt zugleich den Borzug de? Menschen vor allen lebendigen Wesen dokumentierte. Dies Leben, das uns glücklick und elend macht, ist menschlich vo1״ Anbeginn bis zum Schlusz, ohne Per gleich, ohne Aednlichkeit mit andern Daicinssormen, die nur die nivellierende Sprache Leben nennt, ohne die Unterschiede zu kennzeichnen und den ver wirrendsten Arrtümern korrigierend ZU begegnen. Und u׳i7 liefen auch, lieben als 'Menschen, als irdische Götter, als geistbegabte Weien. die Liebe als der Erde höchstes Gut zu schätzen wGen und im Nebenmen'cken die gleiche Seele achten, die Ehrsurckt, wie die unsrige. ׳'ordert. Verlebt einen Tag in der Gesellschaft eines noch so intelliaenten ('^efcheot« in der auste׳!,eufchlichen Well und cine Minute in der Näde eine? geadelten Menschen, ob ihr nicht eine innere Erhöhung fühlt, die von der Menschenseele ausirröm» und eine Depression der Seele, wie ste nur die Wirkungen einer nickt menschlichen Seele aus strahlen können. Und da mögen alle Wissenschaften n.h zu einer oe,'ck,!osscnen Pdatanr vereinigen, :::it siupender Geledrsamlen Nachweisen, da,'׳ zwi'cken Mensch und Tier nur ein graduelles Abstufungs aber kein ׳pezi'i'hcs PerschiedenVeilsverbältnis ov walte und mit Zualion der gesamten Mt-elterichein ungen den Materialismus zu erhärten ,!!.den. an der Wahrnehmung jedes normal empfindenden .Kindes prallt der Angriff ad und was wir in uns als sicherste Erfahrung wakrnebmen, lan» von keiner Profesiorent-eorie aus der Welt gescka'sl werden Gerade der A'atur gegenüber, als deren Glied l!nd :war als mit andern Gliedern gleicdoerechngres. gtrichgesormtes und dcmgcw.äsz zu ruvri zierende.- eckied der Mensch in einer Nicktungslinie mir all-.n übrigen <׳ie׳'chöp׳'en. nenn auch au,' höherer Stute dg sieden ''oll, fuh.lt er s׳ch in ׳'einer 'Würde,!-׳ein er fick in seiner Herr icke!krau und t'aszl er sick in ,'einem .Herrsckerberu׳' und gerade der Anblick eines Tieres, der Anblick einer Pflanze!nackt idn in!einem mensch licken Eigendünkel und Gröstenwahn nur noch oerslcckter, und indem er liebt, olles was die Erde füllt, von der Pflanze aufwärts bi-.- zum M'en.,'then. ''üblt er ,'ick als .König unter dcn Geschövsen. als zum Herrschen und Siegen berufener intelligenter Ve wältiger der 'Aarur, die ׳'ick ibm dienend unlerordnci. aber idn nick: als e i 11 Geschöpf unter anderen nivellierend urrfaf-.t. Die 'Jialur, die ihm dient, hat er sich unterran g»:!acht mit der .Kran ,'eines Armes und der Stört.- seiner menschlichen Anteiligent. irr lebt nickt nur ruf Erden, er versteht sie auck und vewegr sick mit Vewusttsein und Kjnstch! auf ihrer Dber׳'lacke. i-rn da dringt er hinab, fair dis zum entge'engn'etzlci! Pol. zu den Antipoden und hinan bis zu den Sk-rncn. deren Straf-.cn er kennt und deren Veiveaungcn .-r verfolgt und berechnet. Diese Ein,ick! in die Zu sammenhänge der irdischen Erscheinungen, die Ahnung der ihnen zugrundeliegenden ,besetze i''t die .Kraft, die ihm die Natur untertan mach! und ton zum Herrscher über alles erhöbt, was auf der Erd-׳ atmet und wirkt. Ja. nickt nur das verstände!׳.» Gesetz, die erreichte .Kenntnis und Einsicht, der Triev danach, der Sporn, der ihn zum 'Weliersaffen treibt, die Neigung zum Seben und Hören, zum Aor!'ch>.-n und Untersuchen, der Trieb zur .Kritik, der blcste Wille, sich in der Welt auf irgend eine befriedigende Art zurechtzusindcn, die Leidenschaft, zu wincn und zu verstehen, die in naiver!form beim Uebergana ins erste .Kindesalter schon wabrzunehmen ist ׳"e ist!:• vor allem, die ihm die Erde zu Süsten leot und ihm die.Krone des Weltbezwingcrs auf das ruhmbeladene Haupt setzt. Nickt erst wie er die Welt sich untkltgn mack!, adelt den Menschen, sondern das er stck dazu cnschickt, sick rüstet, im Siegeszua die Natur stck zu unterwerfen, das; er vor der steilsten Ausgabe nickt zurückschreckt, und jetzt in unserem io gtü.־flieh *ert geschrittenen Zeitalter, nacktem ,'0 vieles Unglaubliche der Menschen kras! aelungen. das ganze An-mgst aller noch zu verwirklichenden Möglichkeiten gar nickt ab zu,'eben ist und kein Mensch heute ,'aien kann, was der morgiae Tag an Umwälzunaen, an Umge staltungen aller bisherigen Anstckten über die Gesetze her Natur brinaen kann und ein ewiacr Wechsel die Erkenntnisbadn der fortschreitenden Vernunft be zeichnet, in dieser unbegrenzten Mögltckkei׳ des lforr schritts der Weltwiffenschg,'! liegt die schlagend,>e Widerlegung aller materialistischer Träun!ereien. indem sofort einleuchtet, das-., wenn Materie all׳? Leben fchafft und bildet. r!!s der Maierik kein?saden jemals hervorwachsen wird, den ganzen Erdball zu umstricken und ,'eine Kre!--bewe>1ungen io zu leiten, dgst der MetE-ch daran feine Genüge bat. Denn nickt nur der fehlende Schwanz ,'ckeide: uns 1 oeti»ifch von bfn Und nun — auck dos aeniiat unnick:, auch m t der -Heldenstärke. die der Mensch an den Westn re׳ Erdwelt üdt. mackt der Zweifel nickt halt und fraot noch dem En״er->eWE "-:.׳,'er irdi'cken Heldentaten, fraat nach dem Wozu und dem Warum und möckre Belehrung gewinnen über den Sinn alles Menschen daseins und aller Lebensziele, denn was ׳st nun dies Leven, dos den ">ken,'chen mir w stolzen Er folgen erfüllt, mg.; i ׳'׳ nun riefe Kraft, die ckn zum Her'sche׳ krönt, mos!st alle? Heil. Zvas ist alle L׳ebe. die ihn׳ wird!:nd d׳e e׳ üb-, wenn ste dabin schwindend nur dem Moment zu dienen scheinen! D׳e Helden, ״on denen ־׳ie Gefch-ickte weist, nc und _ ■seilt "> jit. -־' »r. Und t.e ..Tllan-.ier de׳- 'h'amenr" und. als wären üe »ie geioefeii unr Weise, als wären s,e Toren, cki1.j1chl:ge g.s ׳cdlie ihnen der Verstand -- üver oll dies *,1iftfchenroffen uni. Menick-eniagen. über all die'» i'tolzcn (- rsolac und ,*rgebniuc des Ntenschci! ge tu c 0 und der N Kn! ck < ,1 ge 1 ch 1 cd! e ,!׳recken wir unser ^Hewet".!»,,'er Nichtig aus. wenn, ,'-on nick! üver all die'en Tuimen unserer Men! denlwbeil a! - der eigentl1».1.t Spender aller '•1ienfeheneinfutst, als die eigentliche D.uelle g'Ier 'lltensthener'olgk iinucktdar uno deck so sichtbat ickivebt. wenn wir nicht durck» eine durchgängige Idealisierung, unseikv ganzen Lebens ticie״! Leben!eine,׳ Sinn, unierei!! Gbr.zeiz ein Ziel. linieren «Erfolgen Hali und einen ,׳!edanken geu-ädren wolle». Unsere eigene Men'chend-rheit kann nid! der >'׳t-rr ,'ein, dem wir unier Leben ov''ern, weil ,'ie nick! ausreick'l. dies Leben zu erklären weil sie wodl genug!, die '*rde uns uniertgn z» machen, aber auf die tat-fenh ,Traaen nach den! Ursprung unserer Wiszdegier und dem ckndziel aller Grden-iüh st »min die An!-i0!l schuldig dleibi.!011<׳, der uns ,'ckuf und die '.01 enיa־־יn!י!0יeit. den Tried und die .Knut Z״m Wissen und zum He׳rschen in uns ieukte. gibt erst diesem Leben seinen Wert, mgckl uns selber groi; und gut. stolz und glücklich, trastig und z 11 ,' r i e d e n. Weil wir mebr sind als eine stumme Materie, die keines Golies bedarf um zu leben -1!.d zu ׳.ittlen, um z» 1!׳j!ken und.!nenn die ^adre voll!':׳!d. aus den ,"ruarn zu gelxn. fehlt urt ferein Led,n der Sinn, wenn kein Gott darüder waltet und geben!, ir iiiiglücklich und zerralle!! aus der Welt, wenn unser Daiein des diniwlicken Schimmers, des gt1!׳l!ck.en!'tlanzes, der stiilichen Vefriediaung entdedrte. Die ".'aierie finkt und senkt zu Boden, «'-ol: erbebt aus der Tiefe,!!׳acht uns bock! und deilig. wie er selber ist, und bannt die Klef reu ,'!er alle, die ׳indurck die Jahrtausende bis zum heuinen Taa den Weg zum «stlück versperre:!!vollen. «Sthlust, »olat.» hiliorilche; zw OrganifaiionsTrage. Am! :'tabbuier Tr. M. V. Baindrrger in Lchonlanke Als ׳m ^al>re l>״> der Kitminalrat 'Brand, Nkchtskoniulent der Sradt Königsberg, von dem preuszischen '.'Ninister von Sckötler gefragt wurde, ob er 11'iiit ein Mittel wiiszte, um die ^»den ״zwar unblutig, jedock auf einmal totzuschlaaen". ernäverte Vranb. käst er ״in de-, 'Besitze eines gm anicklagen dtn Mittels wäre, zivar nickt die Anden, wohl aber das Aukentun, totzuschlagen." Das Ntirrel, das 'Brand in seinem (5ntwurf vom sll'. Dktober WN empsab!, b-e>tand in einer MokernifKrung und strengen Bevormundung durck den Staat. Wäre nickt in dtn leitenden Kreisen eine andere entgegengesetzte Au'sassung vorhanden gewesen, -nelcke jeder kirchlichen Drgani'akion der Ariden non 'taatskvegen cntgeaentrak,!'0 wäre in Altprennen ,'.hon damals das Minel angewendet worden, um das Audentum tc'zuschlaoen. genau so wie es heute vom Deutsch Asraelitisckrn hwrierntrhund druck den Rostn schen Gntwuri angestrebt wird! .An, Aabre W-s war in Frankreich eine Hierarchie bereits errichtet n-orden im folgenden Aahre wurde ste auch im iKrostberzoatum Baden ein gefühn Auch im -Königreich Banern sollte im Aahre l>IL eine folcke ins Leben gerufen werten. Die Ministerialpolizeisektion wurde beauftragt. Vorschläge über die Drdmina der Verhältnisse der israelitischen Slaatseiu'podner zu macken. An eine!״ umianzrcicken -."iemorandum entledigt ׳"!e nck dieses Auftrag-, schildert im ersten Teile die Lage der Auden in den rersthiedenen Landesteilen und ׳'chliestt daran ein eingehende-׳- ,llu'ackten über die .,?ünftiae Ver btsterung des Zustande; der Auden". linier anderem be,'ürwor!ett ׳׳! die Grrickkuna von "!׳n׳'׳stor!en für jeden .Kre׳- und eines Ztnlralkon,"!,'׳oriums mir dem Sitze in Müiwhen. Der .llcinister Gro.k -»,'ontaelas üderaab ׳en i^ntunirf "er Polizeiiektion. dem ae׳ Heimen No:e lstrü Welsverz. dami! -׳r in den ver einigten Sc'kw-en und dann im Plenum des Gekei-:en Nme dgrüver Bericht erstatte. Welsvrrg erstatte:-- -!--in: licken Bericht darüber und ׳-erwarf vor alle!״ die Grricklung einer Hierorckie ״^ilständig. An der Begrun>una iuvrte er aud a st zu br fürckten fei, da st dir ׳'ckul- und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.