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Der Israelit · 1906-06-21 · 25 (21.6.1906) · p. [Seite]

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
25 (21.6.1906)
Date
1906-06-21
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Botel Salzbach. Ein btfjnnur Rabbiner. einer der Borkämpier der deui'chcn CrtboPoyie, Hane in den sechziger Jahren des swngen Jahrhunderts mit der Regierung seines Ländchens schwere Kamps« auSzufechien, da man seiner neugegründeten Religionsgeiellichast dnrchan» die Korporationsrechte voremdalle» wollt«. Der Rabbiner Halle deshalb sehr oft <« der ״abgelegenen Residenz zu tun, n׳c> er sich meistens de» ganzen Lag aufhalien mußte, denn da» ׳Kniichambriren bei 'Äiiiliern und Hofleuten erforderte viel Zeit. Jüdische Restaurants gab eS in damaliger Zeit noch nicht viele, und die es gab, kennten Mten den Ansprüchen aus strenges Kaichrus genüge». Unser Rabbiner machte deshalb bei wiederholte!» Ausenthalt in der Hauptstadt von der Eaitsrenndschafl des alten Lösers «Gebrauch, der, ein Zerei schomajuu und Lamdon, es sich s»els zur großen Ehre ' rechnete, wenn der Rabbi bei ihm einkchrte, und alle mög liche» Leckerbissen, die die brave Eatlin des Sofers hinter schloß und Riegel sür besondere Anlässe ainbewabrt hatte, ivurden herbeigeichleppt, um dem Rabbiner seine schwere» zwange zu ,versüßen". Der Loser war eine bekannte Per sonlichkeit in der «ladt, er hieß Rabbi Löb Lulzbach und wohnie m der Lchsenqasse. Unser Rabbiner, so ernst er es mit der Ersüllung seiner hoben Ausgabe» nahm und so wenig scherz er bei Persolgung seiner Ziele kannte, in der Unterhaltung war er von erauukcndei» Humor, ja gar oft saß ihm der Lchelm im Racken namentlich solche» Perionen gegenüber, die glaubten ihm durch schnodderiges Wesen imponiren zu können. Kam da eines Tages ein Reiseonkel zu idm. der ihn mit allerhand gleichgültigen Dinge» längere Zeit aushielt und gar, als er nicht» mehr zu schwatzen wußte, über die jüdischen Earküchen der verschiedenen Llädte Deutschlands Betrach lungeii anstellie ״A propos, wo essen Lie denn in T."? frug unser Reisender nch endlich erhebend. ״Hotel Lulzbach, Lchsengasse", war die prompte Antwort. Das Rotizbuch herausgenomme» und die Adresse notirt, mar das Werk einer halben Minute, und mit einer eleganten Verbeugung empfahl nch der fire Kaufmann. Es dauerte gar nicht lange, und der Herr hatte in T. geschäftlich zu tun. er kam abends spät an, nahm nch an der Bahn eine Droschke und rief dem Kutscher zu: ״Hotel Lulzbach, Lchsengasse". Der Kutscher überhörte wohl das Wort ״Hotel", aber den ״Jud Lulzbach in der Ochsengafse", den kannte jedes Kind und >0 kam unser Bovagrur nach einigen

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