Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 47 (1906)
- Issue
- 24 (14.6.1906)
- Date
- 1906-06-14
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
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Ter Israel!! 2«ttf ')ix;1 14. ^mii H«*;. Hal Tpen er nickt reckt, wenn er behauner׳ .Weil entfernt, das. die Wissenschaft unreligios sei, in es vielmebt die (!!ernachlä'sigung der Wissenschaft, ist 1* die Weigerung, die umgebende Tcköpfung zu studieren, inelcke unreligiös in", und Perer Ro'egger. wenn er sagt: ״Kann man nickt gecade durch die Winensckas: nt0f•'■ *7׳׳enb-.rrungen rir;:t:;ehe״?" und steppler, wenn er ausrun: ״In der Natur greife ick »'*ott mit Händen'" Taft gerade und nur die Religion mit ihren unzertrennlichen Attributen des ('stauben- und der üiehe es ist, welcke die Treiben der Forschung garantiert, zeigt auss Deutlichste das Programm des eben entstehenden Monistenbundes. Hine »olcke Itnecktung der Uelterzeuauna und des Denkener inner! an die dunkelsten Seiten des Mittelalters. Die wahre Religion beainnt da ihre *iir den Mensche.: so notwendige Arbeit und 10 seoensreickik Wirkung, oe der forschende ')!('ensckcngeiit »iir immer, ermüdend und entsagend, den T palen sinken läßk. bars das kein bewegliches Ziel sein: cs i׳'t nietmehr der arckimediscire Mint:, der für alle Seiten fest gelegt ist und in der endlichen Natur des -taub geborenen seinen ('!rund bat. Getier Punkt, den Du Bois Neumond dinnaioritch vorabnend int Ignora'oimu:- fand und vor ihm kein (Merinnerer als (dötbc, der in der Morvkologie sagt׳ ..Man solle ein Unerioi schlick״» v״rau-7׳seben und zügelten. alsdann ober dem Torscher selbst keine (stren'.linie ׳,!eben." (*-: ist das in der Dat der einzig mögliche Weg. der der Forschung für alle Zeiten die Babn otien bükt, und ne nickt mit der künstlichen Dornenbarrikaoe eines ..Wir tviüen es schon" verschließ'. b״s ist aber auch der einzige Weg. — und die Men.׳chb״!t bat >bn >^ch nickt berausgeklügelt und sulkogistert. ׳andern ne bat rbn stck erlitten und erduldet, ne bat Jahrhunderte ihr Herrblui io reichlich tiir ׳hn verfpri'׳.t - der den Meni'cben. und insbesondere die fugend, oor der inneren Zerklüftung bewabren kann. Ebenso wenig wie vor TOlllli Jahren eine Veronlaisiino bestand. ..den leRndiaen cknell eines lauteren t'tlaubens zu berlanen und stch abzuarbeiten an geborstenen fsister-ten. die kein Wastcr baltcn". wie es der Pro-He: '0 prägnant ausdrückt •א־״• עזב• דק״־ ביב "יב י־צב י־: נא־—. נא־־, נינב־־נ איד־ יא •ני• ־:•: kann beute, wie der vrokestantische Arzt Robert Lehmann mit Reckt sagt, einer die Verantwortung auf stck nebmen ,.Religion und Bibel dem deutschen Volke 11׳ rauben." Wir möchten hier erinnern an das Wort ('Wellies: In unseres Busens Reine wobnt ein Ttrcben Dick einem Höbern, Reinen. Unbekannten Aus Dankbarkeit trejmillia kinzuaeben. (enträtselnd sich den ewig Ungenannten: Wir heißen's iromm sein. Und daß der Dichter auch als Torscher diesem Grundsätze treu geblieben ist, das beweist das Motto, welches er seiner Morvbologie vorangeieyt bat: Diebe, er gehl ror mir über, ehe ick's gewabr werde, und verwandelt sich, ebe ick's merke. Dder im Urter: Hiobs, dem es entnommen: ק •עב ־ עי• •יא א־א־ •׳־:י־ יא אבק י .• iMdKimdbay. Swki biblische Dramen. Wobt kein Teil der ganzen Bibel ist so o»'t dramatisch dedandetr worden, wie die "-rilliichte .Kouig Tar-it-s aus dem zweiten Buche 2amuel. Iwei dramatinerte (*pl soden aus der TavidSgeichichre liegen mir zur Besprechung vor: Thamar, Trauerspiel in vier A'ten von (*lara Lieiniiz. Berlin. Verlag von (*arl Treund. und Königs glaube von Hermann -tobte, ein biblisches Trama in fünf Aufzügen. Berlin, Bila. Teutiche» Verlagsbaus. .Tb«mar" bebandelt die »Heichebniii«, die uns im l:t- Kapitel de» zweiten Buches 2an.ael erzählt werden. A mnon. der älteste 2obn Tavid». verführt seine Halb schwester Thamar, die -chwester des zweiten Kömgssobnes Abiaton. iur die er!>! deitzer Liebe entbrannt »». und die auch ihm im -lillen langst zugelba» ist Aber ichon bald verwandelt stch ieine Liebe in Verachtung und Abscheu und er macht Thamar nur zu deutlich klar. daN ׳eine Liebe >ur fit ganz erlo'chen ist!damar ist nicht gesonnen, wie Am non ihr rat. was geschehen in -t>U>chwe>gen zu begraben: da» ganze Volk. Tavid »nd Abialon. solle״ eriahrr» wie ste-zebennitiat worden •?tdialon. der als R,ck>«r «er --»--״׳-';er Rechi sucht bei Tavid. wiltigl ,1: einen scheinbare» Trieben ei» Ter Himinel soll eiitsmeiden. ob Anino» sterben muN. oder ob er seine Tat dadurch sühnen könne, bau er Tdamar z»n> Weibe »!»!,in Wird! damar stch Müller ׳»hlen so soll sie das Weib Ainnons werde» Tie stul'cheiduug toll bei dem ,Teste der -chastchur iallen. zu dem Absalon de» Vater »nd alle Brüder geladen hat Aber!eizt nachdem sie Ainnon kennt, erscheint es Tbamar als das 2chreckllch>le. >e wieder •Anino» zu sehen: mit ihm zu lebe», ist ihr unmöglich :'iur um Brudermord zu verhüten. eiitichllkNi iie stch. da der Himinel so entschieden, zu einer 2che»1e!׳e Ter Priester soll ne als Vermählte segnen, und Ainnon soll danach wieder beimkebreu: ne will bei ihrem Bruder iur immer bleibe» Ben» Mahle, da •Amno» Thamar nach io langer Ieil wlederstebl. erwacht die alle Liebe iur ste wieder 1» ieliieni Herzen. Treinial tragt er sie, ob ihr 2m» nicht zu andern sei. dreimal weist ne ld» kalt zürnst da. um nicht össenllich die -chmach einer ,(uriickweisiing zu eriabre». erhebt stch Ainnon und ruft lau! aus: ..Tnrstin Thamar nun!»l »!ich ei» zweites Rial >n »stnade» aut und ich verstosze ne zum :weilen Miste!" Tamil ist sein Tod bestegeli. Abkalon und Thamar stiebe», die Knechte Absalons toten Amnon König Tavid. so schliefst das Trama, wem! um seinen 2okn und denki wohl schon halb versöbnl des Mörder« Absalon, Ick nniftte mir wenigstens keine andere Teutuiig iur das Trage und Ausrufezeichen am 2ck,lu״e des Werkes ״Tbamar" bat die Versasseri» ihr Trama genannt, ne batte es ebenso gut ..Aninon" oder ״Abialo» nenne» kennen, denn diese drei Personen teilen nch ziemlich gleich mastig in die Handlung. •Aber hcransgearbenet als leben» volle Persönlichkeit ist keine der drei «stestali»!! 21e liin ihre vorgeschriebene» Handlungen, aber warum ste sie tun, die ps»chologlist,e R0l!vendigke>t bat Versaskerui nirgends znm Ausdruck gebracht Wir haben keine 2i»»p׳uh>c mit Thamar, die nch wirklich ,׳UznschneU dem Werden des •Ainnon ergibt in der die -chinach. die ihr angclha», kein einziges grostes tstetudl erweckt, die weder ni Hast, noch in Liebe zum Handeln stch au׳ra׳׳l. sondern die ganz passiv tut. was andere von ihr verlangen Wir empfinden >n Ainnon »ichl. was doch wohl beabstchiigi war. eine krall volle Herrichernatur, die durch ihre -tarke zur »Gewalttat kommt, sondern eine» törichten, zügellosen Menschen. einen -pielball für andere »nd seine eigenen »•*elüste. Auch A b ialon erbebt nch nur selten zu einer gewissen Höhe. Tem Allem als Hmiergrund soll die herrliche «vestati Tavid» dienen, doch auch er ist matt, wir glauben ihm seine »Droste nicht. Rehme» wir noch dazu, dast der dramatische Aut׳ bau stellenweise recht wenig geglückt ist. dast die -prache. troiz der fünsfüstigen Jamben, durchaus nicht poetisch zu nennen ist. io und wir zu einei» recht abfälligen Urteil ge komlnen. Weil, weil höher stckl das zweite Trama. das den Kamps bebandelt um den Königsthron zwischen Adonia lind 2alo»1o. Ter Verfasser bat stch weniger an den Bibelteri gehalten und Kal dadurch eine we» wirkungsvollere dra malische Handlung erzielt. Tn beiden -olmen. in Adonia und -alomo. lebt königlicher »Keiii Tn Adonia der wilde, »»gebändigte Herrscherstnn. der nach Tale» dürstet, der den kriegerischen (korbeer eriedn!: jung, voll -larke und -chonheit iüblt er 1» »ich die .Kran, die ihm »lotles A«lchen ichelnl dafür, dast er zuin Herrschen berufe» Ruhig und »1 stch ge festlgi steht ihm der jstiigere Bruder -alouio. gegenüber, der Lchüler des Propheten •lialbail, der schon mtb erkannt, dast das höchste für einen .König iei: ״die Ruhe der »^eiuble. dast nur der feinein Volke »^tüst bringen kann, der den Trieben ihm bringt, deisei, Weisheit den Trieben erbalt. nicht denen kriegerische Heldentaten." König Tavid licht Adonia. in dem er igelst von seinem "leiste spürt, doch er erwählt 2alomo zum König, weil er ln ihm das stchere Heil seines Volkes stehl. Tramatisch wirkian» ist der Hebe punki der Handlung: die Koiiigswahl. in der Adonia dem König keine alte -chutd vor allem Volke ins «stestchl schleudert (^rschülternd ivirkt der Tluch Tavid». der Adonia» Lebe» für »nmer zerstört: schon ist auch die Rolle, die der Ver »asser der Abisag. der -ulamirm. zute:!r, und vor allem die erste, einführende 2zene. die bei allem kindlichen -viele schon den tiefen Hrnst erraten lästt und all das -chwere. das sich au» beide junge Menschen >0 bald berabieilken soll Ta» Trama ist in wirklich gewählter -prache geschrieben, die stch oil zu voller Krail und -chönheil erhebt 'Tkach alledem icheinl es auster ,(weife( dast es auch auf der Bühne seine Wirkung nicht verfehlen wird r. «Ku •Blick in die (»refchickue der Bekämpfung der t^efchlecknskrankdeiten. Vortrag gehalten m der 2tult qarter Lrtsgruppe der deutschen "fesellschafl zur Bekampsung der (Keschleihtskrankbriten von Kirchenrat Tr Kroncr, -tuitzart Herr Kirchenral Tr. Sroner hat m dem vorliegenden, auf »friuchen gehaltenen Vortrag eine kleine, recht verdienst volle Arbeit gelieien. -eben wir doch, wie alles da», was von der modernen menschlichen "(efellschaii angestrrbt wird zur Bekämpfung eine» der gröstten sozialen »stründübel bereit» seit Tabrtaufenden in der ludüchen »^esetzrslehre sein« strengste und würdigste Kodistkalion gefunden hat. und der Verfasser, der am -chluste diese Mastnahmen kurz klasstnziert. weist auch mit Arostem »Keschicke nach, dast es eine andere Bekämpfnng rüglich nicht geben kann Tie« gilt nicht nur von den ganz ausgezeichneten sanita!»polizeilichen Tsolierung« vor'chrinc» bei Behandlung vo» »•*eichtechiskrankru. «onderi! aiich.von den zadtreiche». von echt sittlichem »•leiste durchdrungen1 ׳: prophulaktilche» Btaftiiahuien der ,udltche» «Kefciz«si׳st,re hs wäre freilich ei» groger Trrtliin, zu iiielneil. da« d>e׳e Vorschriften au» Motive» von lediglich oder auch »u! vorzugsweise sanuarem h't-arakter beruhen, «ehr iiile» eisanl »nd de« Ver׳a׳iers -childerunge» der ietiieU st:r!ist:ou Tustaiide »״ »iim Bavlnon, wie nst> dieirlben nameiilllch ans dem -tudium der «Keieizgebung de» Hainurabi ergeben haben Auch über die ähnlichen ,(»stände in Teutichtand vom •Miiietaller ab bis ln die neueste ,(eil ergeht sta> Verf.ister des längeren a» der Hand der 1 r R e u m a n » > st, e n •.'lrbeit über die »•le'stnchie der Prost!^ lutiöii >n Tranksuri a Ri I>r. st. Tie zehn Welnne f»r (»dorfanger. Vo» To Hannes -cholize Heinrichshote»» Verlag. Magdeburg 1*111 ganz prächtiger Ratgeber >»r Tirigenie» und "horianger. populär und klar »1 der Tarstellung. knapp, alles •.Aoiige uiid Wi'ienswerie eristiopfend. alles lieber ilus'ige vermeidend Ter Vertaner giesil den reichen -chaiz »einer!*rfahrungen in zehn Lehren, die. lognch einander folgend, die Hauptpunkte, welche iur den (•horgeiang Ul Beirachl konlinen. erörtern T<de dieser Lehren enlhiilt >le und Verbote, und Alles ist beherzigenswert Tei» Tirigenien wird mancher Wink von Ruhen tem. und aufter dem wirb ihm die Leklure manches behagliche Tchinunzeln enltosten. dann ganz adgeiehe» von einer gesunden, nicht selten derben Aiisdrustsweiie stnbei er darin die lreu unk »chari gezeichnete» p'uchotogi'chc» Portrait.• der »•'horsanger!egtlcher ׳Haltung, wie ste 1»chl sein sollen, lauter alte Be kaiinie aus seiner eige,,.-!, Praris. lind der "horianger stndel ,ui«;«»׳ allen guien Lehren ll»d Warnungen ui« Au Hang noch eine A»iellm׳g zur l*rte,״u11g der Rote», aller Teichen und Adkurziingen. sowie ein kleines Lerikon all»r irenidsprachtiche» Verzelchnungeu Unteren -»nagogenchort» >el da» tuchlige und billige Werkchen ganz besonders warm empioblen. de״״ ivenn es von dem «-leiaiige 1», Allgemeinen beim, er solle edel ><m, >0 gilt di.'es zwar ielbstverstankliche. aber leider oil unverstaudriic Wort gewi« ganz besonder« «iir den itesang znr Torderung der Andachl und zur Ver hcrrlichitng des -chooieiv •An der Lchwelle dee> zlvanzigiien Tahrhunderl«. Von Pro'eitor Tr. (* 04unter. München. Best,che Vertagsbllchhanttiliig '•»> kleines Werth«״ von wenig -eile», kominl einein diese geistvolle, anziehende Zusaminenfassung eines an post tlvem '*rsorichen und glustsgekronler •klrbeii io «inzlg da stehenden Tahrhunderls vor wie der winzige glanzende Tont« einer R׳.eie!!l1.׳!se. Tedcs Wort der 2!rad! einer Uiiiuinnte von Arven, und all diese -irablrn gesamniell in einem im tKanzen wurzelnden barmonilche» Weltdilde Re'erleren. das heistl auszleben. l»stt stch iolch e>n auis höchste konzentrierter (frtrakt nicht Tm "*egenieil es kann nur dringend emptobten werden, ihn mit aller Muste zu geuiesten. Ten Pe»in11ste11 und •.Aegalivisten möge aber doch zur Beruhigung ei» Wort, ganz am -chlust. vorweggenommen werbe» . Unk wenn wir auch als körperlich« Tlibivibilen nicht mehr Vorhände», wenn wir als -taub gehören«^ zum ..-taube" zurustgekedrl stnb. so mnsseii doch uniere •?,'achfotger aus dem von uns gelegien Tuudameni« weiterbaue» T» diesem Toribauen gibt es au» räumlich zeillichem *״Vehiet kein Tube, keine VoUenbung. nur kie Retlgion verinag »n '"stauben an eine rernuntiige Teilnahme des '*»bliche» am llnenblichen bieies unter Weien bauernd zu verklären" Tr v Israel Deutlchs Briefe an Rbrakam Mukr. Beulhen. an,!׳, -chebat.VV'> :24 Tannar I1 ׳:;.<־ Sehr weither nreunb! Herr 2 war so gefällig, mir Ihr geehrtes Dckreiben, nebst einem Werke von Jean Paul, ein zuhändigen, (*r wird Ihnen wahrtckeiniich gesagt baden, wie es damals unmöglich war, gleich zu aniworlen, und noch deute fehlt es nicht an Ver Hinderung; aber wie Dir reckt wahr bemerken, ist eine baldige Äntwott die beste. To will ick denn auch nicht länger mit der Antwort zögern, wiewohl bei Ihrem glücklichen (stedächlniffe weniger zu bcfürchten steht, daß Die den Inhalt Ihres Brie'es sobald vergeffen mochten. Ich fange mit den Wmten einer unserer Weisen an: •״ יבבי־ י־ש־״א ־קש־סהא יז־ייקr ־ דד:א: Wir haben unS deS Ausdrucks יי»יאי1־ rvr schon so oft bedient, und am (5nde erst sehe ich mich »er anlaßt, diesen Ausdruck definieren zu müffen. da ich nach meiner Ansicht ganz etwas andere« darunter verstehe, als dasjenige, das Tie damit beze>chnek zu finden scheinen. Wir sündigen nämlich aus zweifccken Ursachen, entweder aus Tchw-icke und Leiden-