Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1906-06-14 · 24 (14.6.1906) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
24 (14.6.1906)
Date
1906-06-14
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
82% known words query
IRI
…/2446951-9543451-9887993--0424-7374925
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

ג ct)eNX^art lilerans Heuere msuitlilcke Citteratur. Äo» Dr. hum! Baphael Vfbi l» 'J.'iuneben. 'ut feiner Keinen Schrift: ״Sind Tiere und Pflanzen beseelt?" <Lei׳»zig und Berlin, G. Teubneu fte"t H»e! die Torderung. dan bereits in der -2«±>uIe darmn luugen ieien werde, da?׳, auch Tiere unl Bllonzeu ein Seelculeben haben; ein Pewuszisein, im «^mosiiiden. ein?i-idc den! organischen Sieben inegcsamft gemeiniglich;!ilomme, und ein bie^enic!!} suifdien 'JJJcnfdj, Tier und Pflanze nicht beftehe. Ta tu red fp!I der 2 cl' ii l e r schon au' Tragen nach dem Veben, seinen! Nrspruna und den daran-/ weilerbin sich entwicteluden philosophischen Problemen vorbereitet werden. Tie lebte Bonseauenz würde unter Um- «tänden die Torderung des Gebens auch nie un organifdx׳ Mbn׳cr fein. Tiefe letzte Bonseguenz ziel׳,! der 'vertaner nicht.?Iber sie ergibt sich wo bl aus seinen! Tundament von selbst. Und stiemus ba: diese Torberung in den Tat, tru Perianer fagi, ״ln geichieiter Weise" auch auf die Niedre von den unorganifchen .flörper ausgedehnt «Sammlung i.alu. winenschaftl. päbagog.?lbbandlungen>. Tas Buck selbst if: eine tfiimibunur in die allgemeine -Seele.׳!ehre, ׳ns soll den biologisch nicht vorgebi!dcl<>: Lehrer unter .hiniveis aur die einschlägige Lit.ratur befähigen, die Tragen der Lebensvoraänge und Tier Seelentunde den Schülern zur T-rrstelluno zu diingen. Tas selbn it't schon ein Persuch mir untauglichen Plineln Tenn die Tinae. die hier in Betracht kommen, machen die schwierigsten Problemen des Tcnken-׳ aller?eiten aus. Und wie es da möglich ׳ein '011, den!.’ebnen, die bei ihrem Studien zana neni.ier lief in die Lel'ensvorgänge eingedrunae״ sind, an der Hand einiger einfachen Tragen, einen Einblick in das Seelenleben aller Lebewesen ru eröffnen und das aus wenigen Seiten, in schwer zu verneocn. b!och weniger verständlich aber in der!׳Gnnd, de>׳ Persaüer angibt! ״Tenn diese Tragen aur die Uni verntär verweUen, heiszt ne vielen nie vorleaen, allen denen nicht, welche weder durch eigene?,eigung »och durch die Erfordernisse Ihres künfliaen Berufes ge hieben werden, sich mit der Seelenlund» überhauni zu besdiäftigen." Weldren Sinn es haben fall, dem :!!nenblirhen, sich entwickelnten (Meifte Tragen vor zulegen, zu deren Lösung ihm weder ״Peigung noch Beruf" da-: erforderliche Püstzeug verschafft, in ׳chlechterdinz: nicht einzuseben. Ter Erfolg wird in Wirklichkeit der sein, das׳, sich der heranreirenoe 'Be!f׳, anstatt Puhe und .Ularlreit zu finden, in d׳r gleit des Lebens- und?lrbeils Trühlinas mit einer Lall des Zweifels und der inneren Zerklüftung abschlevdt, von der er sich aus eigener .Uralt niemals wieder befreie» kann, und die ihm ein Leben, das ohnehin schon schwer genug ist, noch ungemein erschwert. Und das das tatsächlich iw «befolge diefer Tragen 'ehr häufig der Tall ist, wird jeder winen, der in die Berhälrn׳'fe eine nraltische Gin'lchl hat. Hilfe kann dann diesem Zweifel nur von s'emder autoritativer Seite kommen: es mufz und wird die Gntscheidung denen angerusen werden, der selbst über das Nüstzeug zur Beurteilung dieser Trage verfügt. Und damit kommen wir zur sittlichen Wertschätzung einer solchen Torderung: Bus dem w i s f e n s ch a f t l i ch e n Unterricht tvird in Wirklichkeit ein d o g in a t i \ ch e r, die Wissenschaft wird in einer ganz einseitigen Weife dogmalisiert, und somit wird;!! der Schule bereits der Grund zu einer Subjeitivität gelegt, von welcher sich viel leicht die Wenigste,׳ je wieder aanz erholen. Und das ist dopoelt gefährlich gerate heute, in einer Zeit, wo die wissenschaftliche Bevormnndnng in manchen naturwinenichasrlichen streifen zu einer ernsten Gefahr 'ür freie und unavhängige Torfchnng geworden ist. Mit diesem Momcnt hört alfo die Wissenschaft auf Wissenschaft zu sein, sie wird Togmatit, Pel'gion. Beschleunigt ׳r-ird tiefe Metamorphose noch durch den Inhalt der hier geiode behandelten naturu׳ist'enschafl lictien und bhilofobhifchen Traaen. Tiefe Besiirchiuiig hat ihre Bestätigung bereits gefunden in einem mit einem ״nicht geringen Grade von Tonalisinus" begabten ״tlieligionsstifler",!nie ihn ein Hallenser Professor nennt. '!! e h e זו dieser Beligion einer zur Togma berabgewürdigten Wi'fenfchoft bat natürlich keine a״,dere einen Plotz mehr. Was aber זיז das für eine Beligion ’ «äs i't jene monistische Weltanfchauuna, welche im Weltganzen nur einlreistiche Tinge sieht, ohne ״.störper und Geist", ״Leben und Seele", welche in der Seele nur Leib, im Uürper nur Geist iviedersteht, je nachdem sie ihre Welt mit maierialistischen oder spiritualistifdien?lugen betrachtet. Und wie wird solch ein Gebäude ausseben. das in der Zukunft unserer Jugend den festen Grund des Glauben-׳. -׳rieben soll, auf dem .stultur und Sitte nach vieltan'endiäbrigem Pinacn gewachsen ׳!nd Gin einheitliches Bild hat es nicht, )eher Gin;eine zimmert sich s zurecht, 10 gut und schleckt er es eben kann. Gs sind meistens gequälte Svstemc, die das. wogegen fick der naive Men'd'enverstand auflebnt, nnd woran» die erakte, mit Tatsachen ove rferende Wissenschaft und die Philosophie keine?ln, wort gehen, durch einen künstlichen .stombler von Be griffen und HnpoNieferi zu lösen versuchen, Tie Zahl dieser Perfuche ist Legion, und kau!!׳ einer ist mit den Grgebnisfcn des andern zufrieden. Sehr tiöstlich fleht hielt etwas pluralistisch angehauchte tariff; Hi|»|M1«׳T-at1s des Monismus ja eigentlich nicht aus. Ties Bekenntnis legen auch die?lntaren selbst unbewuszl, beinahe fast ausnahmslos, in ihr»n?luseinanderfelzungen nieder. So dar» man es Haart «Vom Strome des Seins, Leipzig Theod. Thomas! auf's 'Wort glauben, wenn er in »einer Ginleitung fagt: . Tiefes kleine Buck bringt ,t!ידי Teil Unerhörtes,' Tenn wenn man!s selbst mit aller Unbe»'angenli<׳!t durckarheitet, wird man beifpielswei'e in einer Schluststelle ini: dem Wortlaute ״Ten! Gwigen nicht in Bau»! und Zeit aebannten. Urquell des Geistes entspringt, in jedem Zeitpunk׳ neu geschaffen, der Wirtlichteits Strom der uns zugänglichen Naturale" höchstens eine llmschreibung von Tatsachen oder ein sprritualistisches Togma wieder erkennen,?!ich! bcffer erging es?lerworn hei einem Perfuche einer monistischen Weltanschauung «Prin zipieniragen in der Naturwissenschaft. Jena, Gun. Tischen. Tie Wissenschaft wird auch bei ihm zum Togma. und die scheinbare Lösung der Trage eine grosze!wNlio!»niiciiui. Tder ist es etwa keine solche, wenn er sagt: ״Tie Gellular Phvstalogie kann meiner?luffabuiig nach nie etwas anderes sein, als Pchpsil und Ghemic der Zelle . . ."! oder: Weil die Zelle ans Uohlenstosf Perbindungen l»esteht, analoc: der anorganischen Jiatnr, sei kein Unterschied zwischen lebendem und leblosem T rganisinns' nsw. Ja, das soll dock alles erst bewiesen werden! Tie Tat s a ch en selb ft sind uns längst bekannt, nnd der S ck l n sz ist unbewiesen. Auf solchen Urüden kann man allerdings iede Uluft überspannen.?lber wird sie a u s g e f ü 111, wird eine Ginhei: wirtlich hergestellt, oder wird der?lbgrund dadurch nickt noch furchtbarer, dasz er mit brüchigem Material verdeckt und dem forschenden?luge entzogen wird." Hat da Prof. Hitzig «Welt und Gehirn, Berlin, Bug. Hirschwald! nickt reckt, wenn er mit eine!:: Seitenblict ans Jena. Tu Bois Nen.nond ver ttidigend, sagt: ״Uönnten dem menschlichen Torfck nngstriehe durch Worte Grenzen gezogen werden, io dürfte dies ״iel leichter geschehen bnrdi die Per künbigung eines unbegründeten: ״Wir wif'en es schon", als durch die eines zweiselhaslen: ״Wir weiden es niemals wisten." Sckon historisch betrachtet hat der Monis mus eine üble Proanose. Wenn Prof. Perworn selbst zugestehk: ״Pergeblick haben sich feit Tescartes die Tcn'er aller Zeiten, unbefriedigt vom Tualismus, oeauält, bie beiden 'Prinzipien, Körper und Gei׳!!!!oninifch zu oercinigen. Toch weder Spinoza'-:- Per׳ such, noch der Materialismus, noch die modernen Idealitätslehren, noch die energetische?lnschauuna T-'-wald's haben vermocht, eine wirklich befriediaende Lösung .;u geben", dann sollte das doch zu denken geben. Tazu kommt noch eine Tatfache, die an der Gbrlichleit und Tbjeltibität d»r Torfcker auf diese!:׳ Gebiete keinen Zweifel mehr läßt. Gin Teil von ihnen waren ursprünglich überzeugte?lnhänger des?Zionismus und gaben ihn später wieder auf. So beklagt Haeckel mit einiger Wehmut, keine geringeren verloren zu haben als .!tank, Wundt. Pirckow, Tu Bois Bevmond, .Zarl Grnst von Baer u.?l- Ter iveife Brahmane hat wohl reckt, wenn er sagt: ״Tein, der etwas glaubt, fällt andres glauben fckwer: gibt er es einmal auf, so glaubt er gar nickts mehr." lNüdert. Weisheit de? Brahmanen: L. Stufel. Tder sollte da der gedankenlose Ginwurf wieder gemackt werden, die Beligion hemme die Wifsenfckaft. sei ihr Gegner? Tiefen Ginwurf hat nock kein wahrer Torfcker gemackt, cbenfo wenig wie se ein Gläubiger diesen Porwurf der Wifsenfckaft machte. I ) ן i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.