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Der Israelit · 1906-06-07 · 23 (7.6.1906) · p. Seite 10

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Journal
Der Israelit
Volume
47 (1906)
Issue
23 (7.6.1906)
Date
1906-06-07
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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*Rr. 2:«. S«,t» ln. Ter Q»ra«[it. 7. Juni 190׳! de st Pension an alle Emcriten, Witwen und Waisen jüd. Lehrer in Deutschland zu ermöglichen. Wesentlich, i» diesem Sinn« hat der Verband der jüdischen Lehrervererne im deutschen Reiche die Umgestaltung der in seiner ursprünglichen Lrgani sation alS verfehlt erlannten ״Pensions-Witwen- und Waisenkalle des Verbandes der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche" beschlossen. Diese bestehende ״Verbands - Pensions kasse" ist sonach als die von der Lehrerschaft geoachte ״Zentralhilsslasse" im Nnrnennnnf-n S'-NNk J!; ■ Zusehen. Das .Kliratorium der ״Beebands PensionS-׳ Kusse", dessen Mitglieder die Unterzeichner jenes Rufrufes zur Be gründung einer neuen ״Zentral-- lasse" sind, widersetzt sich seit Iakiren unter den verschiedensten Vorwänden der Ausführung jcnes Verbandsbeschlusses in Sachen der Verbands PensionS kaffe und sucht nun durch Begründung einer besonderen .Kasse für den gewünschten Ztoeet der Absicht des Lehrer Verbandes, dezgl. seiner ״Der banos PensionS-Kasse" aus dem Wege zu gehen. Der Verbands-Vorstand hat aber erst neuerdings eine besondere Kommission aus seiner Mitte eingesetzt, die beim Kuratorium energisch aus die Durchführung der vom Verbände auf Umgestaltung der Verbands- Vensions Kasse im vorgenannten Sinne aeiassten Beschlüsse dringen soll. Der Beschluss auf Begründung einer b e s o 11 deren Zontralbilse lasse neben der bereits bestehen den Verbands Pensions Kasse ist vom Kuratorium der Kasse gefasst worden, nachdem Herr Dr. Siegel, ein Mitglied des .Kuratvliumv. demselben mitgeteiil. dass Herr Iustizrat Dr. Juchs die Aussüdrukig des Verbandsbeschlusses. in Sachen der Verbands Penssons Kasse, für rechtlich unzulässig erklärt habe. Diese D a r st e l l u n g der R e cb t s a n 1 i ch : des Herrn Iussizrat Dr. Juchs bat sich aber nachträglich nicht als zutreffend erwiesen, und ist von Herrn Justiz rat Juchs auf schriftliche Rachsraae durch Wi.'der holung der zwei von ihm daiiir angegebenen sorinal einwandSfreien Rechtsmeae unzweisklka.st richtig ge ftesst worden. Trotzdem lucht das Kuratorium diesen von ihm auf völlig falscher Grundlciae gefassten Be schluss jetzt doch zur Ausführung zu bringen. Reben den vorgenannten sachlüssen Gründen, die uns gegen die geklonte Reuschgsfuna dieser ״Zen tralbilsskasse" Einspruch erheben lassen, veranlasst uns auch der Umstand dazu dass diele Gründung obne jede Verssändigung mit den dabei zunächst in hressirrtcr׳. .Kassrnkorssänden der provinzialen ׳^!nzcl lassen, geschweige denn mit deren Einverssändnis be trieben wird, was auf den ganzen Gründungsplan do.ch rin besonderes Lickt Wersen muss, Ebensowcissg entspricht das Unternehmen einer Willensäusserung des Vorstandes des Lebeerverbandes. Nachde n sich die jüdische Lehrerschaft Deutschlands in dem Verbände"-) der jüdischen Lehrerverrine im deutscszen Reibe eine eigene offizielle Vertretung geschaffen bat. halten wir überhaupt niemand anders obne weiteres für berechtigt, grosse Unternehmungen im Interesse der jüdischen Lehrerscdast Deutschlands vor der Desrentlichkeit selbständig einzuleiten. W ü r z d u r g. 15 i n e S ch u I w a n d e r u n g.) Die Wich'.igleit einer guten, iörperlichen t5r zithung neben der geistigen Förderung :st für das Schulleben schon seit uralter Zeit erkannt worden: dcck gab es Zeiten, da man die eine Seite der (5r;iehungstätigkeit aus Kosten der anderen »ngebühr lich bevorzugte: unsere moderne Richtung in der Pädagogik n.-ill beiden Ausgaben gerecht werden und so sehen wir. dass Hobe und böchsse Schulbehörden wie den Lehrplänen, so auch den Körverübungen und vvgienitchen Bestrebungen volles Interesse entgegenbringen. Roch beiden Seiten bin fruchtbar erscheinen die sog. Schulwanderungen: kürzere oder längere Ausflüge der Schüler unier Leitung der Lehrer, um draussen in Gottes kreier Ratur den Körvcr zu erkrischen »nv zugleich die gewonnenen Eindrücke und Anschauungen unterrichtlich zu verwerten. Dass eine *> «INN r,.״>g der Ztr .Bund- Mid der dayertig!» Ledrer1>er»׳n lind auch nock> in der Weit. aus der Höhe der Zeit stehende Schule, wie die Israelitisch« Lehrerbildungs-Anstalt zu Würzvurg, von einem solchen ״Lehr- und Erziehungsmittel" ergiebigen Gebrauch macht, läßt sich denken. Alltäglich werden niinb-esienL einstündige Exkursionen unternommen, oie Material für die einschlägigen, besonders naturwissenschaftlichen Fächer liefern, oder auch — in später Abendstunde unternommen — astronomischen Studien dienen; allmonatlich folgt ein Halbtagesausflug in die nähere und weitere Uiagkbung der an Anschauungsmaterial so reichen o»ankenmet>apale und ülljühl»>ch m! junmtii jjiuuui Mai, bildet die grosse ״Maiwanderung" den Gegenstand eifriger Besprechung, erwartungsvollen Pläneschmiedcns und anhalrender Befriedigung für Lehrer und Schüler des Seminars. Der diesjährige grosse Ausflug wurde am Lag bromer, Sonntag, den 1.'). Mai, unternommen und führte sämtliche Lehrer und Schüler der Anstalt in das Weltoad 51issingen im nördlichen Franken, am Iusse des Rhöiigcbirges. Dem Beobachter konnte dicK Schulwanderung ein treues Bild des segensreichen und ersologelrönten Wirlens des israel. Seminars Würzburg, der einzigen derartigen Anstali in Bauern, bezw. Süddeutschland, bieten, insle sondere »es herzlichen und ungetrübten Vcrbältp.isses zwisäwv Lehrern »nd Schülern zeigend, wie jene in ihren -söglinoen junge freunde, diese in ihren Lehrern treue und väterlich besorgte Erzieper und Berater für *cn zu ergreifenden, schweren und Der antwortungsvollen Beruf eines jüdischen Lehrers er blicken, ein Verhältnis, durch keine Disharmonie gelrübt. 15s iss hier nicht der Raum aeboten. alles darniitellen, was die Wanderung an Genuss und Gewinn aeborev. Alles war wohl geplant und verlief proarammässig. In Kissingen war es Herr Lehrer Stcinberger. der in dankenswerter Weüe die Führung übernommen batte: durch ein kräftiges Diner im Hotel 15hren!eich in Kissingen wurde der Kräsleverbrauch durch die anstrengenden Touren wieder ausgeglichen. Herzliche Heiterkeit entwickelte ssch denn auch bei allen Beteiligten und besonders die Praven, welche die Seminaristen von ihrer Kunstfertigkeit und trefflichen Schulung in gesanglüher »nd musskalischer Hinsicht ablegten, sowie verschiedene deklamatorische Leistungen finden reichen Beifall. >5nl in später Rachtstunde traf man wieder in Wiirzbnrg ein. Die kmpsanaenen «Eindrücke werden noch lange nachwirken und namentlich auch für die methodische Iördernna der angehenden Schulamtskandidaten reiche Iriisste tragen, durch ein Kapital neuge loonnener Anschau1׳ngen und Begriffe, die in den Lebrprvbei! der Seu'.inarisien eine schätzeiisiverle Rolle spielen dürften. Dass derartige Verwertung der ״Spaziergänge" nur eine Seite, nur einen kleinen Bruchteil ,־tr Bc strebungen des Seminars nach völlig zeitgemäßer Aurgestaltung bilden, deren neuere Erlungenkchasten z. B. auch in Gewinnung einer vollssüudige» Ilebungsichiile mit tüchtigen Lebikräsien für den Elementarunterricht. sowie einer besonderen ״Reli gionsübiingsschule", an der sämtliche Teminarlebrer die Seminarissen in die Praxis den Religionsunter richieS einführen, zu finden sind, sei mit Genehmigung der verebrlichkv Schristleitung einem späteren Artikel i'ber das jiidifche Seminar in Würzburg o^rbehalte». A. Tefillad kezarah. Hedraiiche» Gedeidüchlein kür., die israelitische Jugend. Zum erneu Unterricht im Uder sehen mit Vokabularium und grammatischen Bordemerkungen von Tr. M. R a b m e r. weiland Rabbiner in Magdeburg. Ballig neu beardenel von Michael Adraba »!. Lehrer in Berlin Ente -iure, 10. Auslage. Verlag von Z Sauf fm.inn, TZrankkurl a. M Preis Pi Unter denjenigen Kollegen, die in der jüngsten Ze,r da» Wort ergriffen haben, um die Notwendigkeit der Um gesialtung des hebräischen Unterrichts darzutun. hat keiner den «um gründlicher ersaßt als Herr Abraham, nick! dies nach der negativen «eile hin — darin haben alle Groß.» geteilte!, — sondern auch nach der positiven. Seine Ankündigung. daß er die Tesillah kezarah von Rahmer neu bearbeite, erweckt die Hoffnung, daß wir ei» vorzügliches Hilfsmittel für das Gebeleübersetzen erhallen würden. Ten:, dieses Lehrbuch hat trotz allem, was man dagegen sagen mag — und wir erinnern uns, aus einer .Konferenz einmal eine nilminante Anklagerede gegen das Büchlein wegen seiner «usiemlosigkeit in der «loffauswahl gehört zu haben seine großen Borzüae. ES teiltet dock v,m nh»״ mus. über den jetzt alle Klage führen, nicht in der Weite Borschnb wie die meiste» Hilfsmittel, die in den jüngssen 20 Jabren erschienen sind und für welche eigentlich die Bezeichnung ״Eselsbrücken" viel zu ehrend ist: im Gegensatz dazu sörderke Tenllah kezarah die «elbsitäiigkeit wenigstens einigennaße». Rach dieser Richtung hin weist die Reuauffaae sogar einen ganz bedenlenden ^orischrill aus. Trotz dem har sich unsere Erwartung nur teilweise erfüllt. Vor allem haben wir eine.prinzipielle Einwendung. Tenllah kezarah soll, wie schon ihr Raine andeutel. nach der Ansicht des Verfassers und des Renbearbeiters ein wirkliches Gebetbüchlein sür die Jugend sein und die An orknung der Gebete iiimmr vor allem aus diese» Zweck Rücksichi. wahrend die Reihenfolge der Präparationen sich nach der Uebersctzungsschwierigkeit richte!. Wir lehnen das selbst verständlich ad -. nir uns bleibt der «iddur das Gebetbuch und wir verlange» deshalb auch, daß die Gebeie nur in dem Lehrbuch erlernt, in dem «iddur aber übersetzt werden, damitdie Schüler dort möglichst bald heimisch werde». Ans demselben Grunde Hallen wir die dem Übcrietzirngsssoss angefügten Lehrstücke fiir mehr als überssüssig: ebenso düriien auch die doppell aufgefiibvten »׳iebelsstücke < 3eue 111 ,״ und 1:11, also insgesamt weil mehr als ein Viertel des Büchleins, Wegfällen. Geschieht die Anordnung des Terte» nach der Überi'ctzungsschwierigkeil, also entsprechend derscni gen der Vokabeln, dann in dem kleinen Schüler auch die Mühe des Aufiuchen« erspart. Herr 'Abraham Kat es ihm auch sonn nicht gerade leickn gemacht, sich zurecht zn ffnden. So und die Vokabeln an ü verschiedenen Lrten zu suche.,: lreie» sie neu aus, ko iss ihre ,bersetzung in der beircssenden Lektion angegeben: in eine Vokabel schon einmal vorgekommen, so verweist eine Zahl ans das Stück ihres ersten Auftretens: iss ne i» dem Bokabelabschnitt gar nichl ausgesübri, io ssehl ne als eine häung austretende aus der alphabetisch angelegten Merktasel: die Para grapheil in de» Vokabelabichnillen verweisen au, die grammatischen Regeln. Hür 7 jährige Schüler «wir be ginnen mil dem Übersetzen schon im Schuljahr» iss es schon eine ganze respektable Leistung, sich liier nur zureckl zuNiiden. Eine wesentliche Reuer'.mg, die imsere» vollen Beikall rindet, sind die Übungssätze. ..Sic sollen die neu geivonnenen gramniatische» Regeln zn biclsacher Anschauung bringen, die Vokabeln einprägen Helsen und Verbindern, daß die Wörter nur in der jeweiligen Verbindung des Textes gelernt und erkannt werden - «ie können auch dazu dienen, daß an ihnen die Kinder lernen und sich gewöhnen, ganze wen» auch kleine Sätze in korrektes Teutsch zu übertragen." Wie man siebt, ssrebt Herr Abraham un gcr'ähr dasselbe an, was Pbmens in issro. 12 b. BlaileS vorichlägt. nur verwendet er dazu den Wortschatz, den sich der Schüler soeben angeeigne! har und das Hallen wir sür einen Vorzug. Zu beanstanden wäre nur, daß er dabei reckt unfnssematiich voraebl. io daß er genötigt ist, die wicdiigssen Teile der Formenlehre nochmals übersichtlich und spssematisch znsammenzussellen. Trotz aller ׳Ausstellungen ballen wir Tenllah kezarah kür ei» recht geeignetes HiliS mittet, um über die ersten Schwierigkeiien des lldersetzens h'nwegzilkomme» und wenn Herr Abraham unseren prin zipiellen Bedenken bei der nächsten Auslage Rechnung trägt, werden wir es mit Freuden warm empfehlen. Sabbat2־lufartg u. -2lusgang. י• ORT; Anfang Ubr Min. Xaium 1aoe 5666 Ausgang. Ubr M>». Wtlai .... - ר4 0. Jun j 1« I OO ^raatlur« «. RR. 45 9 35 v«rlt» .... 50 n S 26 »t«nch«n . . . 15 9 03 •«uttgatl . . . 30 m I 9 17 30 9 20 Oos»-, .... 45 0 9 14 •totla .... S 00 n m 9 32 18t<»Iaw.... 35 9 00 . . . 7 50 m w 9 13 V«tM 7 50 9 m 9 15 bin•. 40 8 40 9t«•. 8 30 - m 9 05 —

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